WDF*IDF in OnPage.org

Vor etwa einem Jahr startete die Open-Beta Version von OnPage.org. Ich habe damals einen Testbericht über das Tool geschrieben und die frühen Funktionen ausführlich gezeigt. Die Analyse nach WDF*IDF war zu dieser Zeit noch nicht integriert und auch viele andere Funktionen wurden übers Jahr hinweg integriert. Da WDF*IDF in der Branche nach wie vor ein Thema ist, möchte ich heute die Funktionen des Tools in diesem Bereich betrachten.

Warum eigentlich über WDF*IDF nachdenken

In der Branche sind seit Monaten einige wilde Hühner unterwegs die immer wieder Behauptungen aufstellen, man würde besser ranken wenn man seine Texte exakt nach einer Formel schreibt. Links braucht keine Webseite, einfach nur WDF*IDF anwenden und die Seiten ranken beliebig. Da frage ich mich, warum haben die Leute Zeit solche Thesen aufzustellen? Müssten die nicht eigentlich genug Arbeit haben das ganze Geld auszugeben was sie bei Kredit, Krankenversicherung, PKV, Sofortkredit, Liebe machen etc. auf Platz 1 mit ihren Seiten verdienen? 😉

Eben, so läuft es nicht und genau das bringt auch viele Text-Agenturen auf die Palme. Also nicht das es nicht so läuft, sondern das Kunden solche Effekte erwarten und dann auch penibel auf den korrekten Kurvenverlauf nach WDF*IDF schauen. Und wehe es passt nicht.

Was macht OnPage.org bei WDF*IDF

Normalerweise hat man ein Thema oder einen Begriff und möchte zu diesem gerne einen Text verfassen. Hintergrund ist die Absicht zu einem besseren Ranking. Tragen wir also in OnPage.org den Begriff „Suchmaschinenoptimierung“ ein.

Jetzt ermittelt das Tool durch einen eigenen Crawler die wichtigsten Terme (Begriffe) die auf den Webseiten innerhalb der TOP 10 zum Suchbegriff Google vorkommen. Sicher sind die TOP 10 bei weitem keine ausreichende Quelle um handfest mit einer solchen Formel – wie sie Karl Kratz Jahrzehnte später der Branche näher vorstellte – zu arbeiten. Dazu müsste man deutlich tiefer mit dem Crawler gehen. Allerdings, so ehrlich muss man sein, sind die TOP 10 in Verbindung mit der Formel von OnPage.org durchaus in der Lage nutzbare Resultate zu liefern. Und darum geht es uns Anwendern in erster Linie.

Schauen wir uns an was für Daten OnPage.org mir jetzt für meinen Begriff „Suchmaschinenoptimierung“ ausgibt.

In der rechtsseitigen Box wird uns vermittelt es wurden 10 URLs analysiert. Diese stehen auszugsweise in der Box. Dabei fällt auf, eines der Ergebnisse ein PDF ist. Ob das wirklich in die Wertung einfließt möchte ich anschließend zeigen. Zunächst werfen wir einen Blick in die ersten Daten.

Wir sehen eine Kurve bzw. zahlreiche Balken mit Zahlen an der einen Achse und Begriffen an der anderen. Dadurch können wir ermitteln wir häufig die Begriffe auf den Webseiten vorkommen. Da wir ja nur den Begriff „Suchmaschinenoptimierung“ als Referenz eingetragen haben, wollen wir nun im ersten Schritt einen Vergleich vornehmen. Was eignet sich besser als ein offiziell rankendes Dokument von Google? Leider kann man PDFs nicht crawlen lassen. Somit gehe ich davon aus, dass wir hier die Resultate aus 9 Dokumenten haben. Denn das Google Dokument ist nicht drin.

Nehmen wir also den ersten Platz, Wikipedia, als Referenz und schauen wie die Vergleichskurve aussieht.

Die jetzt eingezeichneten Linien gehören der Domain Wikipedia.org, speziell der deutschsprachigen Unterseite für Suchmaschinenoptimierung. Wir erkennen, die Seite ist beim Text an keiner Stelle auf dem Maximum sondern immer bei wichtigen Begriffen im oberen Drittel dabei. Außerdem ist die Domain auch keinesfalls bei allen Begriffen der TOP10 gelisteten Seiten dabei. Nehmen wir uns jetzt noch ein Beispiel aus dem Mittelfeld um langsam ein Gefühl zu bekommen was passiert.

Abschließend nehmen wir noch SEO-United.de als bekannte Branchenseite um zu sehen wie es sich dort mit der Termgewichtung verhält.

Wir haben drei verschiedene Seiten und eine Analyse des Ganzen. Wikipedia.org und SEO-United.de haben beide zahlreiche Peaks die zum Gesamtbild passen. Die Lexikon-Seite hat die wenigsten Treffer und SEO-United.de die meisten. Alle liegen jedoch unterhalb der Gesamtkurve. Niemand reizt hier das Maximum aus oder geht gar darüber hinaus.

Es ist anhand der visuellen Daten davon auszugehen, dass eine Position in der oberen Hälfte, jedoch nicht ganz oben, für Keywords und Texte eine der besten Lösungen sei.

Wettbewerb ansehen

Bei der Analyse kann man den Wettbewerb auch direkt betrachten. Dazu einfach über dem Chart auf den Menüpunkt klicken. Dann sieht man die Webseiten mit ihren eigenen Kurven. Ist für mich persönlich zu viel Chaos daher gebe ich immer lieber individuell eine URL zum Vergleich an. So viele Linien auf einen Blick ist mir zu krass. 😉

Wir können hier aber auch mal unsere drei Seiten (Wikipedia, SEO-United, Lexikon-Suchmaschinenoptimierung) in den direkten Vergleich stellen. Da man andere Domains ausblenden kann ist das sehr gut zu machen.

Die Übereinstimmung bei vielen Begriffen ist zu sehen. Hier zeigt sich auch wieder meine vorherige Aussage, Wikipedia und SEO-United stimmen am besten überein. Man kommt also immer mehr in den Glauben, es wäre vorteilhaft sich nach diesem Schema auch beim eigenen Content zu orientieren.

Detailreporte

Im Detail kann man sich nun die Werte nach TF, WDF und WDF*IDF ansehen. Das funktioniert für jede Domain in den TOP 10 die ermittelt wurde und dazu dann für jedes Keyword. Für kleine Mathematiker und Zahlenjunkies eine coole Sache aber es führt mich nicht dahin, wo ich mit diesem Beitrag gerne hinmöchte. Deswegen nur kurz ein Screenshot und dann schnell weiter. 😉

Das sind im Grunde nur die Zahlen die man vorher als Chart bekam. So lässt sich einfach nachsehen wie nah man mit seiner Seite an diversen Maximal- und Durchschnittswerten ist oder eben bei welchen Begriffen es komplett fehlt.

Eigenen Text nach Vorlagen schreiben

Erstellt man eine solche Analyse anhand eines Keywords, dann will man häufig in diesem Bereich natürlich neuen Content erstellen oder alten Content vergleichen und aufbessern. In OnPage.org nimmt man die Auswertung jetzt als „Vorlage“. Dazu gibt es einen Button unterhalb des orangen Charts.

Auf Basis dieser Vorlage öffnet sich nun ein minimalistischer Texteditor in dem ich beginnen kann meinen neuen Text zu schreiben. Alterativ kopiere ich einen in Word verfassten Text in das Feld. Ich nehme als Beispiel einfach mal einen Text von einer Webseite aus den TOP 30.

Was ist passiert? Der Text den ich eingetragen habe wurde vom Tool analysiert. Die Begriffe die relevant erscheinen für ein Ranking zu „Suchmaschinenoptimierung“ wurden gezählt und gewichtet. Dadurch wird mir unterhalb vom Editor assistiert. Bedeutet, OnPage.org sagt mir auf Wunsch beim Schreiben bereits welche Begriffe ich derzeit zu häufig zu selten oder noch gar nicht benutze.

Wichtig: Bitte niemals in so einem Editor direkt schreiben. Man lässt sich sonst womöglich zu sehr von den Vorschlägen ablenken und die Kreativität und Qualität des Textes bleibt eventuell auf der Strecke. Immer im Word oder einem anderen Produkt schreiben und anschließend reinkopieren sowie analysieren und ggf. anpassen.

Stellen wir mal auf den Detail-Modus um und schauen was OnPage.org uns dann liefert.

Das Tool zeigt einem also auch während des Schreibens auf Wunsch bereits die aktuellen Linien im Chart. So kann man besser erkennen wie stark ein Begriff bereits im Text vertreten ist. Für eine abschließende Analyse ist das natürlich besser als nur der Assistenz-Modus. Auch hier aber bitte erst nach Fertigstellung des ersten Text-Entwurfs reinschauen.

Also, warum WDF*IDF verwenden

Ich möchte mit den über 1.200 Worten vorab eigentlich nur eine Kleinigkeit ausdrücken. WDF*IDF ist vollkommen in Ordnung und legitim. Man sollte ein Tool seiner Wahl für die Analysen einsetzen und sich „inspirieren“ lassen. Möchte ich in einem Bereich einen Text schreiben, dann schaue ich OnPage.org rein und analysiere die TOP 10. Anhand der Auswertung suche ich nach Inspiration für weitere Inhalte die ich in meinem Text einfließen lassen kann. Ich schaue aber nicht wirklich auf irgendwelchen Kurven und Zahlen.

Möchte man unbedingt „Malen nach Zahlen“ nach Zahlen schreiben so sollte man sich bitte in etwa im Mittelfeld mit seiner Linie bewegen. Vielleicht ein Stück drüber aber keinesfalls als Limit. Ganz ehrlich, wir sprechen hier über nichts anderes als über die Keyworddichte und dessen muss man sich bewusst sein. Wenn ein Text – sei es drum wie die Formel lautet – mit diversen Keywords übermäßig geflutet wird, will ich den nicht lesen. 😉

Fakten zu OnPage.org

Hier noch ein paar Fakten zum gezeigten Tool und anschließen / abschließend mein Fazit dazu. Projekt-Begrenzungen gelten nicht für die WDF*IDF Funktionen.

Funktionen PRO-Version Business-Version
Preis pro Monat 99.90 Euro 399.90 Euro
Anzahl der Projekte 1 (Upgrades möglich) 5 (Upgrades möglich)
Maximale Anzahl der Projekte 5 (größere Versionen verfügbar) 10 (mehr in SuperNova)
Server-Überwachung & Benachrichtungen
Crawling der Meta-Daten und SERP Snippets
Erfassung der Inhalte und Prüfung
Tools für die Seitenarchitektur
Check der internen Linkstruktur
Keyword-Monitoring
Sub-Accounts ab Business Version 25
Aufgabenverwaltung ab Business Version
White-Label Version ab SuperNova Version ab SuperNova Version
Preis pro Zusatzprojekt 54.90 Euro 54.90 Euro
Eingetragene Projekte wechseln ✓ alle 36 Stunden ✓ alle 12 Stunden
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Fazit

Die Funktionalitäten zu WDF*IDF innerhalb von OnPage.org sind am Markt aktuell die besten die ich öffentlich erhalten kann. Es gibt noch interne Tools mancher Personen die tiefer analysieren und mit verfeinerter Formel arbeiten, aber das ist für den Markt nicht der entscheidende Punkt. Wichtig ist, man bekommt hier ein nützliches Feature an die Hand für das viele schon als alleinige Funktion die 99 Euro im Monat bezahlen. Die Anzahl der zu analysierenden URLs oder Keywords ist nicht begrenzt. Man kann die Features also endlos viel benutzen und für beliebige Daten.

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.