Was zählt, ist nur wie lange etwas funktioniert

Meine Gedanken zum Google Core Update

Kennt ihr die auch, diese typischen Fragen ob etwas funktioniert oder nicht? Immer häufiger treffe ich diese an. Mit der Zeit fand ich auch die dazugehörige Antwort für die Personen. „Was zählt, ist nur wie lange etwas funktioniert“. Denn strebe ich etwas an, soll es doch bestenfalls für immer funktionieren. Sei es ein Inhalt, ein Link, ein Job, ein Produkt. Die Liste ist fast unerschöpflich.

Das Google Core Update (ich weiß, es kursieren ganz viele andere Namen!) hat mich wieder in einer ganz wichtigen Sache bekräftigt. Gute Inhalte bedeutet eben nicht, einfach nur lange Texte zu besitzen und möglichst viele davon! Die letzten Wochen purzelten die Rankings vieler Webseiten und Onlineshops. Anfänglich orientierte ich mich an Marken. Zunehmend wandelte sich das Bild. Telefonate mit Freunden, Bekannten, Kunden, Kollegen, brachten weitere Erkenntnisse. Die Marken sind es nicht allein, aber sie spielen eine wichtige Rolle.

Die Farbe macht kein Unterschied

„Leicht verschiedene“ Inhalte sind eben noch immer keine einzigartigen Inhalte. Besonders Onlineshops neigen dazu, viele ähnliche Inhalte zu besitzen. Je nach Technik ist das Ausmaß mehr oder weniger extrem.

Ein klassisches Beispiel für sehr ähnlichen Inhalt sind Produkte in verschiedenen Farben. Einen Schuh von Marke X gibt es eben nicht nur in einer Farbe, sondern in Blau, Grün, Rot, Orange und weiteren Ausführungen. Wenn nun jede Variante eine eigene „indizierbare“ URL besitzt und keine der Varianten das „Original“ ist, steht Google vor einer Auswahl gleicher Inhalte. Schließlich macht die Farbe keinen gravierenden Unterschied. Die Produktseiten beinhalten wahrscheinlich identische Beschreibungen, Bilder, Attribute etc. Selbst wenn der Schuh in jeder Variante eine eigene Beschreibung besitzt, weil jemand diese „mäßig gut“ als „unique Content“ produzierte, wird man technisch wahrscheinlich merken worum es geht: um den gleichen Schuh!

Was will Google mit 10.000 Seiten einer Domain, wenn im Grunde nur 500 URLs wirklich einzigartig sind? Der Großteil der Webseite entspricht einer niedrigen Qualität.

Die Marke macht den Unterschied

Jetzt gehe ich noch einen Schritt weiter. Übereinstimmungen innerhalb einer Domain sind das eine. Duplikate über mehrere Domains hinweg, spielen aber ebenfalls eine Rolle. Hier kommen auch die Marken in meinen Augen zu ihren deutlichen Vorteilen. Viele Markenshops und Herstellerseiten liefern Beschreibungen bei sich als Originale aus und geben sie dann an Händler raus. Wer zugreift, verliert – zumindest jetzt und meistens.

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Gut umformuliert ist aber auch noch nicht gewonnen – nicht mehr. Vor dem Google Core Update war einfaches „Umschreiben“ eines Textes i.d.R. ausreichend. Der Inhalt war „einzigartig“. Jedoch nur in seiner Wort- und Buchstabenkombination. Jetzt verlangt Google auch in den Aussagen von Inhalten eine gewisse Einzigartigkeit.

Quelle oder nicht Quelle

„Sei die Quelle einer Information“, ist das Maß was heute bei guten Inhalten wichtiger denn je wird. Wer sich bisher nur fragte ob „umgeschriebene Texte“ funktionieren, der sollte nun endlich damit beginnen und sich fragen „wie lange“ Dinge funktionieren. Wir sehen ja jetzt zum wiederholten Male, dass Google halbgaren Aktivitäten einen Strich durch die Rechnung macht.

Minderwertige Links funktionierten super. Der Einkauf via Teliad war ein generelles Shopping-Erlebnis bei dem ich mich früher nicht frage ob sich ein Link lohnt oder nicht lohnt, sondern wie lange es dauert bis die nächsten Positionen in Google gewonnen werden. Ja, zwischen besseren Rankings stand eigentlich nur der Kauf- und Miet-Button – jedoch kein Qualitätsfaktor. Genau so war es bei Inhalten. Wortpreise? Nein, eigentlich musste nur ein Text-Spinner mit halbwegs sinnvoller Usability her. Affiliate-Seiten? Ach, Content per Redirect hijacken.

All das und noch viel mehr, waren Dinge die alle „funktionierten“. Ich möchte nicht darüber spekulieren was davon noch klappt. Im großen und ganzen funktioniert das alles nicht mehr. Ist alles keine Basis für eine Webseite.

Was machen wir denn nun?

Gute Frage. Aufräumen. Inhalte sortieren, zusammenlegen und aufbereiten. Kunden sollten immer eine URL für ein Produkt oder eine Information haben. Egal wie viele Varianten, Longtails etc. man bereitstellen „könnte“.

Shops sollten aufhören verschiedene Seiten für Farbvarianten, Größen und Mengen anzubieten. Solche Werte können innerhalb einer URL ausgesteuert werden. Und wo man um wirklich verschiedene URLs nicht herumkommt, sollte für eine Produktgruppe ggf. eine Hub- bzw. Einstiegsseite erstellt werden, über die Besucher aus Suchmaschinen und anderen Quellen kommen und zu den Produkten unkompliziert gelangen. Die Produkte müssen ja nicht zwangsläufig in den Google Index.

Oder doch alles ganz anders?

Der Artikel stellt einfach mal meine Überlegungen der letzten Woche dar. Ihr habt vielleicht eine ganz andere Meinung und eventuell sogar mehr Recht als ich? Dann freue ich mich über Kommentare, Diskussionen und Anregungen zu diesem Thema.

Titelbild: Google © rvlsoft – shutterstock.com

Über Soeren 449 Artikel
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

10 Kommentare

  1. Wow, wenn ich deinen Text so lese, dann scheint mir das genau zuzutreffen.

    Ich hatte vor Jahren mit unserer damaligen SEO-Agentur eine Diskussion, dass es Userfreundlicher wäre die Varianten auf einer Seite wählen zu können und ich keine Verbesserung sehe, wenn ich jetzt pro Variante eine Seite baue… Meine Aussage von damals war, dass Google diese Usability noch nicht erkennt, aber es definitiv einfacher für den Kunden ist. Dafür spricht doch auch eine kürzere Verweildauer – der schnelle Weg zum Ziel sozusagen…

    Endlich kam der Lohn 🙂 Wir sind in der Sichtbarkeit gestiegen während alle anderen (wichtigen) „Marktteilnehmer“ verloren haben.

    Mal sehen wie lange…
    Grüße Jens

    • Hallo Jens,

      alles richtig gemacht, würde ich sagen. Es ist grundsätzlich sinnvoll sich an der Usability zu orientieren. Mach weiter so.

  2. Ich glaube Google macht sich insgeheim lustig darüber wie wir den Updates hinterherjagen und abhängig von der Sortierung der Suchergebnisse sind 😉

    • Ich empfinde es nicht als hinterherrennen, wenn man sich Gedanken um Veränderungen macht und Webseiten beobachtet. Die Erkenntnisse darüber zu Teilen ist auch kein Grund, warum Google sich lustig machen sollte. Am Ende ist es ein „Job“ den wir betreiben und zu diesem Job gehört auch die Weiterbildung. Manchmal geschieht das eben durch die Analyse von Updates.

  3. Ich nenn dir mal ein Gegenbeispiel zu der Vermutung „interner DC“ führt zu Rankingverlusten:
    Google mal nach Heizöl + Stadt oder Heizölpreis + Stadt und schau dir die immer gleichen 3-5 Projekte im Sichtbarkeitsverlauf an, die seit Langem dort ranken. Alle Stadt-Unterseiten sind massiver DC untereinander und dennoch hat diese Projekte noch nie ein Panda- oder Core-Update tangiert.

  4. Hallo Eisy,

    ich mache mir schon seit Jahren mehr Gedanken darum eine Marke aufzubauen als über Suchmaschinenoptimierung und wenn ich mir die Sichtbarkeit von unserer Agentur-Seite (www.sem-deutschland.de) ansehe scheint da einiges richtig gelaufen zu sein. Ich denke der Blick auf das Ganze ist viel wichtiger als auf einzelne taktische Maßnahmen zu achten. Meine Meinung …

  5. Servus Eisy,

    Vielen Dank für den tollen Artikel. Ich stimme mit dir absolut überein. Eine Marke oder Branding aufzubauen ist mit Sicherheit auf Lange Sicht am wertvollsten. Bei unserem Shop http://www.vubu-medical.de war es bezogen auf die Produkte nicht sehr leicht. Das geht stellenweise nur über direkten Kundenkontakt oder Messearbeit. Trotzdem wird auch in unserer Branche die Online-Vermarktung immer wichtiger und da kommt es bei oft gleichen Produkten der Konkurrenz sehr auf die Marke an.

  6. Du stellst die exakt richtige Frage, ich habe ein paar Tage vor dem Update einen Artikel geschrieben (erscheint aber erst im Juni^^), dort stelle ich die These auf, dass es nicht lange dauern wird ehe Google die ganzen Textwüsten als schädlich erkennt. Nun ist bereits ein erster Schritt in diese Richtung ausgerollt, mal schauen wann und wie es weiter geht. Wie Du richtig schreibst war das bisher mit jeder probaten Methode so, ganz dumm sind die Jungs & Mädels von Google eben nicht.

    Letztlich sollte man sich auch immer im Klaren darüber sein, dass der Google-Robot keine Produkte kauft.

  7. Ok, also keine Varianten für Farben, Größen, etc. – aus Usability-Sicht gehe ich da vollkommen mit. Aber wie setze ich das um? Wenn ich die einzelnen Ausprägungen unter einer Url verwalte, lade ich die Inhalte per AJAX nach. Kann Google das Mittlerweile „verifizieren“ bzw. merkt der Crawler, dass da noch mehr Inhalte hinterstehen als beim initialen Laden der Seite angezeigt werden?

  8. Hallo ihr lieben, weiß jemand ob Google noch auf den Page Range achten oder ist es SPS und man sagt page Range nicht mehr ?

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  1. IndexWatch 06/2015 - SISTRIX

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