Vorteile und Nachteile im Affiliate-Netzwerk

Affiliate-Marketing beginnt für die Mehrheit aller Unternehmen und Unternehmer, Webmaster, Partner, Publisher, Affiliate, Betreiber, Merchant usw. in einem Affiliate-Netzwerk. Die Teilnahme an Partnerprogrammen in Affiliate-Netzwerken, aber auch das Betreiben von Partnerprogrammen innerhalb von Netzwerken hat Vorzüge, doch auch vereinzelte Nachteile. Nicht auf alle Punkte, aber auf einige Vor- und Nachteile die als Affiliate in einem Netzwerk auf einen warten, möchte ich in diesem Beitrag eingehen.

Wenn auch Merchants deutlich weniger Aufmerksamkeit in Affiliate Blogs etc. bekommen, so möchte ich dennoch mit den Affiliates beginnen. Liegt einfach daran, dass wesentlich mehr Leute als „Affiliate“ Interesse an solchen Inhalten bekunden. Merchants werden in einem kommenden Beitrag ebenfalls noch angesprochen. Ich denke es ist spürbar, dass derzeit wieder mehr in diese Richtung auf eisy.eu erscheint. Jetzt aber zum Wesentlichen. Ich versuche die Vorteile möglichst so zu strukturieren, dass diese einen direkten Zusammenhang im Lesefluss haben.

Vor- und Nachteile im Netzwerk als Affiliate

Auswahl / Registrierung

Mit einer Registrierung kann man hunderte, mit zwei bis drei Registrierungen sogar tausende Partnerprogramme erreichen. Man darf eher nicht auf nur ein Netzwerk blicken, denn die wahren Vorteile von Affiliate-Netzwerken kommen dann zum Vorschein, wenn man sich zwei bis drei Netzwerke aussucht, darin aber wirklich aktiv an Partnerprogrammen teilnimmt. Man hat dann eine Auswahl an Partnerprogrammen die mit Sicherheit die nächsten Jahre reicht, um neue Projekte zu erschaffen.

Partnerprogramme vergleichen

In einem Affiliate-Netzwerk sind alle Partnerprogramme mit identischen Statistiken versorgt. Dies ermöglicht es als Affiliate – ohne eigene AdServer – detaillierte, identische Statistiken zweier oder mehrerer Partnerprogramme der gleichen Themengebiete miteinander zu vergleichen. Sprich, Merchant 1 mit Merchant 2 vergleichen, um herauszufinden das Merchant 3 doch am besten ist. Ein Affiliate der nicht vergleicht, ist entweder ein Glückspilz und hat damit direkt beim ersten Versuch das richtige Programm, oder ein großer Verlierer, da er die Unterschiede der konkurrierenden Programme nicht kennt. Das Vergleichen der Partnerprogramme wäre natürlich am besten, wenn man einfach zwei oder mehrere Programme gegenüber stellen könnte. Lässt sich so leider nicht direkt bewerkstelligen.

Affiliate Detektiv - Nimm alles unter die Lupe

Nimmt man sich eine Tabelle zur Hilfe, bekommt man Vergleiche aber gut hin. Sinnvoll ist es übrigens nicht nur Partnerprogramme innerhalb von einem Netzwerk zu vergleichen, sondern übergreifend mit anderen Netzwerken. Ist beispielsweise Programm A bei Zanox und bei Tradedoubler, so empfiehlt es sich zu einen die Konditionen zu vergleichen (was hoffentlich logische Grundvoraussetzung bei jedem Affiliate ist), zum anderen vergleicht man aber auch die Programme in der Praxis. 14 Tage das eine Programm, weitere 14 Tage das andere Programm. Bei einem solchen Vergleich sind die Eigenschaften der Zielgruppe zu beachten. Teste ich ein Programm mit Schülern als Zielgruppe, brauche ich wenigstens 28 Tage ohne Ferien oder die doppelte Dauer mit Ferien. Denn die erste und letzte Ferienwoche gilt nicht (Urlaubsreisen usw.). Okay, um diese Dinge geht es aber jetzt nicht. Das Vergleichen von Partnerprogrammen ist in Netzwerken sehr gut möglich und somit ein wichtiger Vorteil gegenüber Inhouse-Partnerprogrammen.

Standards bei Werbemitteln

400 x 100 Pixel, 500 x 250 Pixel oder Werbemittel im Format 200 x 80 sind alles, aber nicht im Rahmen diverser, über die Zeit „eingebürgerter“ Standards. 468 x 60 Pixel, 300 x 250 oder 120 x 600 Pixel sind dagegen sehr wohl bekannte Bannerformate. Schon beim ersten Entwurf von neuen Webdesigns werden heute Werbeflächen eingeplant. Die dann vorgegebene Größe im Design bringt eine gewisse Vorgabe mit, die sich ohne weiteres Zutun nicht ändern lässt. Ein 500 x 250 Pixel Banner schaut auf einer Fläche die für 336 x 280 Pixel geplant ist, nun mal wirklich nicht gut aus.

In Affiliate-Netzwerken darf damit gerechnet werden, dass jedes Partnerprogramm mindestens zwei bis drei Formate bei den Werbemitteln anbietet, die auch zu den Standards gehören. Abweichungen wird man immer mal finden, aber die Mehrheit hält sich an den Standard, da auch die Merchants wissen, welche Formate beim Affiliate wirklich zum Einsatz kommen. Individuelle Werbemittel erstellt man als Affiliate in Absprache selbst, oder bekommt man vom Merchant dann zur Verfügung gestellt, wenn man es braucht und wenn es wirklich lohnenswerte Umsätze verspricht. Von Anfragen die nur die Neugierde befriedigen sollte man als Affiliate absehen. Wenn man irgendwann sonst wirklich ein besonderes Format braucht, bekommt man es nicht.

Den Vorteil der Werbemittel kann man nicht pauschal als „deutlich“ bezeichnen. Immerhin gibt es bei fast jedem Inhouse-Partnerprogramm auch Standard-Werbemittel. Nur muss man es als Vorteil bezeichnen, dass man in Netzwerken den direkten Zugriff auf die Werbemittel hat. Außerdem steckt halt auch direkt der Tracking-Code mit drin. So ist ein „Kopieren & Einfügen“ die Regel. Inhouse hat man oft auch keine Werbemittel-Pools im Affiliate-Bereich, sondern bekommt diese per E-Mail. Die Codes zum Einbinden in die Website erstellt man sich selbst.

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Provisionen, Vergütungen & Auszahlungen

Zu Beginn seiner „Karriere“ hat man als Affiliate meist kleine Beträge. Hier mal 30 Euro, dort mal 20 Euro und bei dem Partnerprogramm sind es 50 Euro. Alles einzeln betrachtet nicht viel, aber insgesamt trotzdem 100 Euro. In einem Netzwerk gibt es wie bei den meisten Inhouse-Angeboten auch, eine Grenze für Auszahlungen – nach unten versteht sich. Der Vorteil im Affiliate-Netzwerk ist, es gehen alle Provisionen der verschiedenen Partnerprogramme auf eine Rechnung. Liegt die Auszahlungsgrenze bei 50 Euro, ist dies kein Problem, erreicht man in der Regel ab spätestens den zweiten Monat seiner „Karriere“ (mir fällt kein anderer Begriff ein). Weiter sind bei Netzwerken auch Auszahlungen per Paypal möglich. Inhouse ist mir dies bisher noch gar nicht begegnet, aber ich selbst brauche es auch nicht auf diesem Wege.

Netzwerke zahlen meist zu einem bestimmten Termin aus, verlangen dafür auch keine Rechnung, sondern arbeiten mit einer Gutschrift. Inhouse wird gern ausgezahlt wenn eine Rechnung durch den Affiliate geschrieben wurde. Es gibt aber auch Inhouse-Lösungen die mit Gutschrift sind. Der Nachteil an den regelmäßigen Auszahlungen: Wenn man zu Beginn nur kleine Summen erwirtschaftet, werden diese „oberhalb“ der Grenze, dennoch ausgezahlt. So steht eben auch mal eine Zahlung von unter 100 Euro auf dem Konto. Man kann Auszahlungen nicht überall aussetzen. Angenehm ist dies beispielsweise bei Webgains im Netzwerk gelöst. Hier entscheidet der Affiliate „nach oben“ ab welchem Betrag eine Auszahlung erfolgen soll. Will man nur ab 250 Euro oder 1.000 Euro ausgezahlt werden, wird gesammelt bis der Betrag vorhanden ist.

Mag sein das sich manch ein Leser wundert wie man etwas gegen kleine Auszahlungen haben kann. Da kann man nur raten weiterhin am Ball zu bleiben, sich in das Thema richtig rein zu hängen und in den kommenden Monaten selbst zu verstehen, wieso man so denken kann. 🙂

Wo wir bei Provisionen sind. Ein Nachteil an den Provisionen in Netzwerken ist die Höhe dieser. Ich habe nun oft gemerkt wie deutlich doch die Unterschiede zwischen Netzwerken und Inhouse-Lösungen sind. Natürlich kostet es den Merchant zusätzliche Gebühren, wenn ein Partnerprogramm im Netzwerk läuft. Entsprechend dieser Kosten, genießt der Merchant aber auch zahlreiche Vorteile – kommt ein weiterer Artikel zu diesem Thema. Der Affiliate jedoch muss im Netzwerk meist mit geringeren Provisionen rechnen und wenn ich „gering“ schreibe, meine ich dies auch. Beispielsweise 50 Cent per Lead, statt 30% per Sale / Lifetime. Oder 25% Lifetime plus 10 Cent per Lead statt 50% Lifetime. Letzteres immer Inhouse. Manchmal sieht das erste besser aus, aber was bringt der „Schein“, wenn der trügt?

Kontakt / Support

Ob es ein Vorteil ist, wenn man in einem Netzwerk einen direkten Ansprechpartner hat? Außerhalb von Netzwerken hat man dies eigentlich auch. Oft sogar viel persönlicher als in einem Netzwerk. Wenn man bedenkt wie viele Affiliates in einem Netzwerk an einem Partnerprogramm teilnehmen, wie wenige dagegen manchmal bei internen Lösungen teilnehmen, dann fragt man sich: Wie individuell geht man auf mich ein? Ich kann die Kontaktmöglichkeiten zwischen Affiliate und Merchant in einem Affiliate-Netzwerk leider nicht als „Vorteil“ einordnen. Zu mager die Ausbeute der bisher positiven Feedbacks im Vergleich zu anderen Lösungen.

Sonderaktionen

Netzwerke müssen „massenkompatibel“ sein, sonst bringt das beste Netzwerk nichts, wenn nur 2 Prozent der Zielgruppe damit etwas anfangen können. Je mehr man es der „Masse“ recht macht, desto weniger kann man sich auf die einzelnen Ansprüche einstellen. Ein Merchant hat innerhalb von einem Netzwerk zwar recht viele Möglichkeiten was erhöhte Provisionen für einzelne Affiliates angeht usw. Richtige Sonderaktionen mit einem oder zwei vereinzelten Affiliates sind aber kaum von heute auf morgen umsetzbar.

S-onderbehandlung, E-inzelfall, M-isstrauen (SEM)

In Netzwerken kann man zwar grundsätzlich einfach sagen SEM ist erlaubt, aber Gebote auf Brands sind verboten, doch steckt immer der Teufel im Detail. Wie will man die ganzen Affiliates die eine SEM-Kampagne starten aber richtig kontrollieren? Wenn SEM erlaubt ist, dann nur mit eigenen Landing Sites, oder darf man direkt zum Merchant linken? Halten sich alle Affiliates an die Vorgaben? Eher nicht. Affiliates die hier nur mit SEM arbeiten, sind nicht selten bei Netzwerken etwas benachteiligt. Verschafft man sich aber auf dem „möglichen“ Weg das erste Vertrauen und zeigt mit Umsätzen das man kein Depp ist, sollten individuelle Absprachen mit dem Merchant realistisch sein.

Vertrauenspunkt

Vertrauen ist im Affiliate-Marketing so eine Sache. Ich sprach diesen Punkt bereits bei den „Nachteilen für Affiliates im Affiliate-Marketing“ (https://www.eisy.eu/nachteile-im-affiliate-marketing-fuer-affiliates/) an. Arbeitet man in Netzwerken, darf man sich aber in der Regel sagen: Wenn ich, als Affiliate nichts verdiene, verdient auch das Netzwerk nichts. Es gibt so eine übliche Herangehensweise: Netzwerke verdienen xx % von der Provision, die der Affiliate bekommt. Sprich, bekomme ich 100 Euro für den Ratenkredit, erhält das Netzwerk bei 30% Provision, auch 30 Euro. Der Merchant hat also Kosten von 130 Euro im Netzwerk. Im Interesse des Netzwerks ist es also, dem Affiliate jeden verdienten Euro zu gönnen. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber grundsätzlich darf man so erst einmal denken.

Abschließend …

Ich weiß, es ist eine Menge zu lesen. Es fehlen auch einige Punkte. Kommt aber alles in nachfolgenden Beiträgen und Wünsche per Kommentarfeld zum Thema Affiliate-Marketing sind gern gesehen. 🙂 Ich habe noch einiges an Blogbeiträgen zu verschiedenen Affiliate-Marketing-Themen auf meinem Zettel und es werden auch fast täglich mehr. Wird also so schnell nicht ruhig werden. Ich hoffe die Punkte aus diesem Artikel geben zu „Denken“, aber auch Stoff zu „Diskussionen“.

Danke an / für:

© Bild: Martin Mißfeldt | Firma: DUPLICON

Schaut ruhig auch mal bei Martins weiteren Seiten vorbei. Nicht immer nur im TagSeoBlog 🙂

Über Soeren 450 Artikel
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

5 Kommentare

  1. Guten Morgen,

    ein sehr aufschlußreicher Artikel, werden doch oft die Sachverhalte, zwischen „Geben und Nehmen“ falsch oder unstimmig interpretiert. Oft reicht es einfach nicht aus einen Banner auf die Seite zu setzen und abzuwarten, zu Probezwecken ist das ok, zum Geldverdienen reicht es allerdings nicht. Probieren geht über studieren ist in manchen Fällen die bessere Wahl, eigene Erfahrungen sammeln und mit den bestehenden hier im Netz vergleichen bringt oft die ersehnten Erfolge.

    Grüße Ralle und größtmögliche Erfolge

  2. Sehr interessanter Artikel. Für mich als Advertiser ist natürlich besonders spannend auch mal die Sichtweise eines Affiliates mitzubekommen.

    Wir versuchen natürlich die genannten Nachteile durch engen Kontakt zu den Affiliates auszugleichen, sprich Sonderkonditionen/Aktionen direkt zu vereinbaren, spezielle Werbemittel/Content für Affiliates (im CI) erstellen bzw. affiliates selbst in Absprache mit uns Werbemittel erstellen lassen, schnelle Freigabe der Leads/Sales, Stornos nur bei offensichtlichem Fraud (=Beweise), Pixel-Einbau etc.

    Ich denke/hoffe unsere Affiliates schätzen das.
    Meine Erfahrung ist, dass Affiliates, die den direkten Kontakt mit dem Merchant meiden, meistens sowieso diejenigen sind, die unsauber arbeiten…

  3. Interessanter Artikel zum Thema Affiliate!

    Wir versuchen gerade einen umfassenden Vergleich über die Affiliate Netzwerke zu erstellen.. hierfür brauchen wir noch Bewertungen und Kommentare zu den einzelnen Affiliate-Netzwerken!

    Einfach Anmelden und Bewertungen und Kommentare zu den einzelnen Netzwerken abgeben!

    http://komparable.com/150

    Je mehr Bewertungen zustande kommen, desto aussagekräftiger wird der Vergleich!

  4. Ich kann eigentlich mit einer Menger der Banner, in welchem Format auch immer, nichts anfangen. Wenn Ich z.B. Krups Stabmixer verkaufen will, brauche Ich einen Link der direkt zu der Seite des Merchants mit Krups Stabmixern führt. Kein Banner Das zu der Abteilung Haushaltsgeräte führt und der Besucher von dort aus selbst nach den Stabmixern suchen muss. Es gibt natürlich Partnerprogramme wo dies möglich ist, aber lange nicht bei allen.

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