sitereporter: Testbericht des Onpage SEO Tools

Anfang März startete das neue Tool „sitereporter“ der Agentur „Klickfreundlich“. Heute möchte ich es in einem Testbericht vorstellen. Es handelt sich um ein Tool zur Onpage- / Onsite-Optimierung. Entsprechend können Backlink-Analysen etc. hier nicht erwartet werden. Den Vergleich muss sich das Tool mit Searchmetrics Audit und SEOmoz Kampagnen gefallen lassen. Denn genau diesen Markt spricht sitereporter an. Auf geht’s.

Der erste Eindruck der Website

Auf der Website gibt’s bereits viele Informationen rund um den Sitereporter. Als jemand der bereits Tools anderer Anbieter oder auch kostenlose Anwendungen benutzte, würde ich aufgrund der Daten die mir die Website zeigt, jedoch keine Registrierung für ab 89 Euro monatlich abschließen. Die Daten die gezeigt werden, bekomme ich nahezu komplett aus „kostenlosen“ Alternativen. Für einen ersten Test mit allen Infos muss man 99 Euro berappen. Die Tour und die kostenlose Schnellanalyse sind in meinen Augen nur dienlich, wenn jemand absolut noch nie ein gutes, kostenloses Tool im Einsatz hatte.

Dies ist nur der erste Eindruck der Website. Die Aufbereitung der Informationen ist gut. Besucher erkennen direkt was sie in etwa erwarten können. Vertrauensvoll ist die Seite und auch die AGB schütteln einen nicht durch. Wenn für Experten auch nicht jedes Detail stimmig ist. Denn die Sichtbarkeit prüft ja nicht das Tool sitereporter, sondern die SISTRIX Toolbox. Der sitereporter zeigt nur den Wert an. Aber das ist Erbsenzählerei.

Nur eine Sache, die finde ich extrem blöd. Der 7. Absatz: Referenzen / Datenschutz enthält direkt den Satz „KF ist berechtigt, den Auftraggeber als Referenz zu benennen. Die Datenverarbeitung wird leider auch nicht gut beschrieben und da Klickfreundlich selbst Suchmaschinenoptimierung anbietet, muss man dem selbstverständlich kritisch gegenüberstehen. Als Referenz genannt zu werden ist auch nicht schön. Solche Sachen sollte man individuell mit Kunden klären und nicht über AGB.

Die Registrierung

Denkbar einfach geht’s mit der Registrierung los, erfolgt aber leider komplett ohne „https“. Ich wählte das kleine Test-Paket für 99 Euro ohne Verlängerung. Darin kann ich 2.000 interne Seiten meiner Domain prüfen lassen. 50 Keywords überprüfen lassen 5 interne Seiten überwachsen. Sprich, die Startseite und 4 weitere Seiten meiner Wahl. Noch dazu kann ich 2 Mitbewerber angeben und prüfen, wie diese bei den Angaben zu meiner Domain abscheiden.

Im Registrierungsprozess muss ich erste Keywords für die Überwachung angeben. Wer seine Keywords nicht wirklich kennt, weil er eigentlich neu in diesem Bereich ist, wird hier vermutlich sehr allgemeine Begriffe überwachen und dann enttäuscht sein, wenn keine Rankings vorhanden sind. Eine Ranking-Abfrage wäre da vorab von Vorteil.

Im Anschluss müssen noch Domains der Mitbewerber eingetragen werden und persönliche Daten – keine Bankdaten!

Die Freischaltung meines Accounts dauerte etwa 15 Minuten. Durchaus vertretbar. Kommen wir zum eigentlichen Tool.

sitereporter im Test

Jetzt wird es ernst, der erste Login gibt mir gleich Werte zu meiner Domain. Den kleinen, sehr schlecht wahrnehmbaren Link zu den Einstellungen sollte man sich merken. Hier kann man alle Infos bearbeiten, außer die wichtigste überhaupt – die Domain! Den Link habe ich gestern nicht gefunden, heute eben nur durch Zufall. Sehr schwach, denn der ist nur auf dem Dashboard und dort ist man fast nie.

Das Dashboard zeigt leider nur die Zahlenwerte, gibt mir aber keine Möglichkeit direkt in die Werte einzusteigen. Die Probleme mit einem Klick anzeigen geht nicht. Hierzu muss ich erst auf „Report anzeigen“ klicken. Für einen ersten Überblick ist das Dashboard natürlich „nett“, aber halt auch nichtssagend.

Im Report werden die Daten jetzt etwas besser dargestellt.

Im oberen Teil des Bildes sehe ich die Gliederung vom sitereporter. Bewertet und analysiert werden Daten im Bereich der Sichtbarkeit und Popularität einer Domain, Domain und Hosting sowie die Onsite-Faktoren. Im zweiten Bereich bekommt der Kunde absolute Standards. Backlinks, PR, Alexa und Sichtbarkeitsindex, alles im Vergleich mit meinen Mitbewerbern. Gehe ich gleich noch genauer drauf ein.

Jetzt zu den Keywords die ich bei der Registrierung anlegte. Dazu erhalte ich die Positionen der Domain, die Mitbewerberstärke und das Suchvolumen.

Die Daten sind soweit in Ordnung. Die Einstufung von „seo blog“ als „schwache“ Konkurrenz zeigt mir aber, dass sitereporter scheinbar eine Formel zur Berechnung nutzt, die nicht ordentlich ist. Denn gemessen an den Mitbewerbern die wirklich aktiv in der Branche sind, ist es ein starker Markt und kein schwacher Markt. Wer natürlich pauschale Messungen führt, wo ein „PKV <-> SEO Blog“ Abgleich / Vergleich stattfindet, der zeigt dann auch SEO Blog Mitbewerber als schwach an. ODER: und das kann ja auch sein, man berechnet hier die Mitbewerberdichte in AdWords. Wenn dem so ist, sollte man dies hinschreiben, denn dann stimmen auch die Einschätzungen.

Eine Tabelle tiefer erhalte ich die Übersicht meiner Mitbewerber und deren Rankings zu genannten Keywords.

Soweit zu den Informationen die im Report direkt als Übersicht erhältlich sind. Schauen wir jetzt in den Bereich zur Sichtbarkeit und Popularität einer Domain.

Sichtbarkeit und Popularität

Zum rot markierten Bereich sage ich nichts. Unterhalb stehen die Anzahl der indexierten Seiten in den einzelnen Suchmaschinen. Brauche ich nicht erklären. Kann jeder in der Suchmaschine seiner Wahl mit der Abfrage nachvollziehen.

Als nächstes kommen Informationen zur Verteilung der Backlinks. Also wie diese sich quellorientiert aufteilen.

Wenn ich auf solche Werte klicke, erhalte ich eine Unterseite mit kleiner Info und einem Vergleich mit meinen Mitbewerbern. Das ist bei solchen Werten immer identisch, daher zeige ich es nur einmal.

Das sind die berühmten Anweisungen die man vom Tool erhält. Jetzt ist es eine positive Meldung. Ein Beispiel für eine negative Meldung zeige ich noch.

Kritik: Das ist „ALLES“ zur Sichtbarkeit und Popularität einer Domain. Nicht viele Informationen. Damit aber leider nicht genug. Ich konnte fast keine eigenen Daten finden. Site-Abfragen stammen aus den Suchmaschinen. Die Backlinks wurden via API-Schnittstelle aus der SISTRIX Toolbox gezogen, OHNE das der Nutzer hiervon unterrichtet wird. Für jemanden wie mich ist bisher alles absolut wertlos, da ich es wirklich alles schon kenne.

Keyword-Platzierungen und Vorschläge

Auf der Unterseite dieses Bereichs erhalte ich im oberen Bereich wieder die zwei Tabellen von der Report-Übersicht, also nichts Neues. Im Anschluss jedoch erhalte ich neue Informationen.

Die obere Tabelle gibt mir Vorschläge für Keywords, die gut zu „SEO Tools“ passen. Erst habe ich gegrübelt was mir das wohl abbilden soll. Ganz blöd bin ich aber auch nicht, also bin ich ins Keyword-Tool von Google, habe „SEO Tools“ auf Exakt mit Sortierung auf lokales Suchvolumen eingegeben und siehe da, Übereinstimmung. Schade, denn das nahm mir einen weiteren Hoffnungsschimmer hier im sitereporter neue Daten zu erhalten.

Die Top-Rankings in der zweiten Tabelle sollten das Tool nicht in ein besseres Licht rücken. Es handelt sich hierbei 1:1 um einen Ausschnitt aus den Rankings der SISTRIX Toolbox. Ich hoffe Johannes verdient Geld daran, denn langsam wird es ungemütlich.

Okay, ab in den nächsten Bereich.

Domain & Hosting

Jetzt habe ich endlich mal einen Bereich mit Warnungen. Nun kann ich auf die Anweisungen im Tool hoffen und dann meine Website optimieren. Ich möchte jetzt nur noch Ausschnitte zeigen, da sich eben viel wiederholt und immer identisch aussieht.

Die Antwortzeit des Servers ist nicht gut. Wenn ich auf den Wert klicke, erhalte ich den Verlauf in einem Chart und die Anmerkung was ich tun kann, damit die Website schneller lädt.

Was mir fehlt ist der Vergleich mit meinen Mitbewerbern. Die Anweisungen bzw. Informationen sind in Ordnung. Auf Basis dieser Anregungen kann man nun seinen Entwickler benachrichtigen oder in Google nach weiterhelfenden Informationen recherchieren. Sicher, es wäre zu viel verlangt, jetzt hier eine Anweisung wie „minimieren Sie die Dateigröße von Bild X und Bild Y“, damit die Seite schneller wird, zu erwarten.

Sonst passt bei meiner Domain fast alles, also gehen wir weiter zur Onsite-Analyse.

Onsite-Analyse

Eventuell das Herzstück im sitereporter? Eingangs habe ich ja bereits gesagt, hier muss man sich dem Vergleich mit SEOmoz stellen, aber auch dem mit dem Searchmetrics Audit Score. Man kann besonders SEOmoz sehr gut mit sitereporter in den Vergleich schicken. Die Ähnlichkeit ist nicht zu übersehen.

und SEOmoz

Werte der beiden Tools sind völlig unterschiedlich. Dazu muss ich sagen, die Werte in der Anzeige vom sitereporter beziehen sich nicht auf die „Warnungen“, sondern eigentlich auf „Anzahl der Bereich in denen Warnungen existieren“. Denn ich habe u.a. 1.326 doppelte Meta-Beschreibungen. Ich denke das sind mehr als 10, wie es oben gezeigt wird. Laut den ersten Daten habe ich nämlich sonst eine nahezu perfekt optimierte Website.

Fangen wir mal bei einem Fehler (rot) an und vergleichen die Werte. Da ich leider nur eine Domain im Tool testen kann, muss ich mit dem einen Fehler auskommen.

Der sitereporter liefert mir 2 x einen 4xx Fehler, weil URLs nicht mehr zum Inhalt führen sondern ins Leere laufen. Sehr wichtige Informationen die ich möglichst vollständig erhalten möchte. Die angezeigten URLs die ich beim sitereporter erhalte sind wirklich Fehlerseiten. Die Daten stimmen also. Nur leider sind es weniger Fehlerseiten als es tatsächlich sind. SEOmoz ist mit 9 Fehlerseiten näher dran. Die Google Webmaster Tools haben 13 Fehlerseiten.

Schauen wir mal in die Warnungen. Ich habe laut sitereporter zu kurze Seitentitel auf meinen Unterseiten.

Klicke ich auf die Werte, erhalte ich eine kleine Übersichtsliste mit allen mangelhaften URLs. So könnte ich nun Schritt für Schritt alle Seiten um ein paar Keywords verlängern. Grundsätzlich ist das eine gute Sache. Klicke ich eine Unterseite / URL direkt im Tool an gelangt man zur Einzel-Analyse. Dort kann ich schauen welche Probleme die Unterseite eventuell noch hat. Die Werte grundsätzlich sind gut. Ob die Titel nun wirklich zu kurz sind, darüber kann man streiten.

Kommen wir zu einem letzten Bereich. Meta-Beschreibung und Bilder.

Der blaue Bereich ist auf dem Screenshot beschrieben. Zu den anderen Bereich erklärt sich alles selbst und auf die beiden roten Bereiche möchte ich noch kurz eingehen. 1.995 Seiten ohne Bild. Bei ca. 2.000 analysierten Seiten meiner Domain, könnte es nur das Logo oder ein Werbebanner sein. Denn es sind fast alle. Ich finde es nun schade das ich nicht erfahre welches Bild es ist. Mir wird nur gesagt ich solle doch ein Alt-Attribut zu allen Bildern hinzufügen. Aber bei der hohen Anzahl der Mängel findet man das Bild schnell, weil es eines ist was immer zu sehen ist.

Abschließend möchte ich die doppelten Meta-Beschreibungen ansprechen. Das Problem was dort vorliegt, liegt auch bei doppelten Titel-Tags etc. vor.

1.326 Seiten mit doppelten Seitentiteln. So die Ansage vom sitereporter. Unter doppelten Seitentiteln verstehe ich, dass eine Tag-Seite und eine Beitragsseite zum Beispiel den identischen Titel hat. Oder das in einem Beitrag die Seite 1 und Seite 2 etc. sich doppeln. Gleiches gilt für die Description. Wenn das bei eisy.eu so wäre… wäre ich sprachlos!

Deshalb verwunderten mich die Daten sofort. Beruhigt stellte ich fest, die Daten sind falsch. Also beruhigend für mich. Für sitereporter bedeutet es einen weiteren Tiefschlag.

Das Tool gibt mir doppelte Beschreibungen für URLs, die gar keine Bedeutung haben. Das was ihr dort seht, ist die Antwort-Funktion. Onclick inkl. Nofollow, absolut ungeeignet um in Google zu erscheinen und natürlich auch gar nicht relevant für eine Auswertung. Das wäre so ziemlich die einzige Information gewesen wo das Tool jetzt hätte Punkte sammeln können, aber bitte, warum nur so was?

Okay, auf zum abschließendem Fazit zu sitereporter.

Fazit

Nur eine Domain in dem Tool analysieren zu können ist für mich persönlich ein absolutes „No Go“! Das ich die Domain nicht einmal selbstständig wechseln kann, befördert das No Go in eine Tabu-Zone am Ende meines Wortschatzes. Über eine unverhältnismäßige Verteilung der Daten wurde das Tool künstlich größer gebaut, als es wirklich ist. So zumindest mein Empfinden. Viele Klicks müssten einfach nicht sein. Was gegen sitereporter in meinen Augen das schlimmste Argument ist, ist SEOmoz! Zum ähnlichen Preis kann der Kunde 5 Domains wirklich in die Tiefe analysieren und beliebig viele Domains auch einfach so analysieren.

Das man Daten irgendwo beziehen muss, ist kein Geheimnis. Aber man sollte deutlich darauf hinweisen woher die Daten stammen, damit der Kunde sich von der Quelle überzeugen kann. Eine möglichst realistische Anzahl an Backlinks verdankt der Kunde nun sitereporter, obwohl sie diese der SISTRIX Toolbox zu verdanken haben. Das verzerrt mir das Bild. Die Vorschlage bei Keywords basieren nur auf einfachen Abfragen des Keyword-Tools. Da stecken – wenn ich nichts übersehen habe – keine eigenen Leistungen drin. Keine Berechnungen, Abschätzungen etc.

Fazit zum Fazit

Ich probiere Tools wirklich gern aus und bin dann eben auch so gütig zu schauen, woher Daten stammen. Nur muss ich auch so ehrlich sein und Tools dann fair bewerten. Ich würde mich natürlich auch besser fühlen wenn ich solche Tools nicht teste. Das Risiko gehört aber dazu. Wünschen würde ich mir einen immer größeren Wettbewerb bei den Tools. Nur bringt es mir nichts, wenn immer mehr Tools kommen die nur Daten aus anderen ziehen und nicht viel eigenes haben. Außerdem ist sitereporter für eine relativ gut aufgebaute Website nicht viel wert, da kaum Anregungen zu entnehmen sind. Sicher sind die Ansätze gut, nur müssen die dahinter befindlichen Ausgabewerte auch fundiert und brauchbar sein.

Also: Ansatz gut, Umsetzung stark mangelhaft. Damit ist sitereporter „derzeit“ mit Stand vom 29. März 2011 keine Empfehlung.

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.