SEOkomm Tour 2012 und Konferenz Recap

Okay, fast alle 650 Teilnehmer der SEOkomm haben ihre Recaps geschrieben. Die Linklisten am Ende dieser Beiträge sind schier endlos. Damit ich nicht alle wirklich komplett lesen muss, schreibe ich mir selbst einen Recap zur SEOkomm 2012. Und nicht vergessen, auch zur Tour! Wer will, wer will, wer hat noch nicht … der lese diesen Beitrag … mit. 🙂

Auf geht’s

Ich bin ein Freund der ehrlichen Worte – ich denke meine Recaps der letzten beiden Konferenzen haben das gezeigt. Jetzt möchte ich dies auch heute nicht unterbrechen. Was ihr lesen werdet kann durchaus kritisch sein. Zeigt aber nur meine Meinung. Ob die jedem gefällt ist eine andere Geschichte.

Tour 2012

Wir sind Mittwoch mit dem Bus von Berlin über Leipzig nach Salzburg gefahren. Gleiche Strecke in die andere Richtung dann Samstag 04:15 Uhr wieder zurück. Gefahren sind wir mit zwei großen Tourbussen von European-Tourservice.de. Wie im letzten Jahr, hat auch dieses Jahr die Fahrt problemlos funktioniert. Beide Busse sind gut gefahren, keine Vorkommnisse. Die Kosten für die Tour haben die Teilnehmer getragen. Reduziert wurden diese u.a. durch unseren Hauptsponsor „SISTRIX Toolbox“. Getränke in Form von Energy-Drinks hatten wir durch unseren Sponsor „SEOlytics“ zur Verfügung gestellt bekommen. Mein Dank an beide und alle anderen Sponsoren der Tour.

Die Tour war mit 28 Leuten in beide Richtungen sehr spannend. Ich konnte viele neue Leute kennenlernen, deren Charaktere bisher hinter virtuellen Avataren versteckt waren, die zum großen Teil aus Mißfeldts Feder stammen. Fachlich tiefgehende Gespräche wurden gut abgerundet von lustigen Aktionen (bärenstarken Fußball, Stäbchen, Lichterschlachten etc.). Über die Themen im Bus haben wir wieder besprochen, in Recaps keine Auflistungen zu machen. Dafür sind wir ja extra im Bus – um echtes Networking und Fachgespräche zu haben.

An dieser Stelle ein großes Danke an alle Teilnehmer, sowie an Vladi, Peer und Astrid von European-Tourservice.de, die uns bei der Organisation und Umsetzung aktiv unterstützt haben! Für Svenja freute es mich ebenfalls, dass sie noch mit nach Salzburg konnte und ebenfalls viel Spaß auf Tour und Konferenz erlebte. Klasse!

SEOkomm Konferenz & Toolbattle

In vielen Recaps wurde bereits über das Toolbattle geschrieben. Ich fand es nicht gut, sorry. Mein Recap sollte eigentlich besser ausfallen. Ich war ja über die Fragen die drankommen informiert und habe da auch mitgewirkt. Für mich war es aber kein Toolbattle sondern tatsächlich nur ein oberflächliches Aufzeigen von Funktionen. Richtig gut Workflows zu erklären war das eigentliche Ziel. Die Kommunikation mit den Speakern hätte hier intensiver im Vorfeld stattfinden müssen. Da ich Christoph stellenweise unterstützte, kritisiere ich auch mich gleichzeitig mit, obwohl ich aktiv beim Battle keine Aufgabe am Tag des Geschehens hatte.

Wir hatten gute Fragen, soviel steht wirklich fest. Da aber viele Antworten auch in der Zeit deutlich überzogen, sind beispielsweise die ganzen Monitoring- und Reporting-Fragen nicht gekommen. Da wo es um Automatismus etc. geht, war das Battle längst vorbei. Stattdessen hatten die Zuschauer mit Unterhaltungen zwischen den Speakern zu kämpfen. Kämpfen? Ja, der Sound war absolut schlecht. Weiß Christoph aber und reagiert da für die Zukunft.

Wenigstens muss ich das WLAN nicht kritisieren, ich hatte die ganze Woche perfektes 3G und somit immer stabiles, schnelles Web!

Jedenfalls – und dann höre ich auf mit Toolbattle – entsprach der Event nicht den Vorstellungen meiner Wenigkeit und auch nicht der, vieler anderer Teilnehmer. Die müden Gesichter hatten nichts mit vorherigen Partys zutun. Die Speaker (Vertreter der Tools) haben sich auch nicht wirklich auf die Fragen konzentriert – sorry wenn es anders war, aber so kam es an. Fragen wurden teilweise wirklich schlecht oder gar nicht beantwortet. Man „quatschte“ zwischendurch über völlig fremde Sachen die mit der Fragestellung nichts mehr zutun hatten. Wie Max in seinem Recap bereits schrieb, es wurde nicht richtig umgesetzt. Die Anbieter hätten sich die Fragen einfach als Problemstellungen nehmen müssen und dann die Lösung anbieten. Man kann ja nicht mal sagen man hätte sich nicht vorbereiten können. Die Fragen wurden vorab intern in einer Gruppe ausgetauscht! Das haben natürlich die Zuschauer nicht vorher gewusst.

Meine Oma (Gruß nach oben, Du bist warst die Beste!) hätte gesagt: „Ich mach euch Feuer unter den Ar*** wenn ihr nicht abgeht wie ‚nen Zäpfchen!“ … aber gut, meine Oma hat ja nun Spaß mit Jesus.

Lassen wir es mit dem Toolbattle und der Kritik. Ich möchte nur noch anmerken, dass ich auch in Zukunft positiv der Idee gegenüberstehe, wichtigen Tools der Branche eine Plattform auf Konferenzen zu geben. Nach dem Tool Day der Campixx und dem Toolbattle der SEOkomm 2012 gibt es ja weiterhin genug Anregungen um TOP-Events zu gestalten!

Konferenz Recap

Die Konferenz am Freitag wurde früh eröffnet. Nach einem anständigen Frühstück beim Bäcker ging es dann in die Location, wo ich mir mit Svenja, Max und anderen aus dem Bus direkt die erste und zweite Reihe sicherte. Die Keynote von Marcus Tandler wollte ich nicht riskieren aus der Ferne mit eventuell weniger gutem Sound zu erleben. Ganz vorne war dieser perfekt – ich hoffe hinten auch. Aber war auch ein anderer Raum. Die Keynote machte Marcus zur „Show mit Mehrwert“. Darf man so sagen, oder? Der Begriff „Show“ ist dabei das Synonym für 450 Slides in 40 Minuten. Sehr unterhaltsam und trotzdem sehr wichtig und spannend. Er brachte Traffic und Rankings in Zusammenhang, ging auf die Fähigkeiten Googles ein, die mit Toolbar, Browser, Werbenetzwerk etc. bereitstehen. Die Keynote war für mich die beste Session in Verbindung mit Unterhaltung und Mehrwert. Die zweite sehr gute Session erlebte ich bei Karl. Ich habe bisher seine Sessions vermieden, weil ich keine Lust auf Keyword-Dichte 2.0 hatte. Diesmal aber wollte ich mir seine Argumente und Belege ansehen. Und er überzeugte. Zwar lieferte er am Start richtig Mathematik und faselte trocknen Stoff (nee, nee, nicht Stoff wie ihr jetzt denkt) aber er fand den Übergang zu tiefgehenden Informationen. Für mich war schon immer klar das Texte / Content wichtig sind. Nicht ohne Grund begann bei mir im Agenturgeschäft damals alles mit Texterstellung (nein, nicht ich schrieb diese). Karl schaffte es, sein WDF*p*IDF*Hirn in mein Bewusstsein zu transportieren. Bisher fand ich es nur minderwichtig, jetzt finde ich „es gehört dazu“ aber bleibe weiterhin der Ansicht „es ist kein Überding“. Ohne Links geht trotzdem nichts, sagt auch Karl und liegt richtig.

Wenn ihr die Chance mal habt, besucht ein Seminar bei Karl, ruft ihn nachts an, stellt ihn Fragen etc. aber nutzt die Chance der Extra-Bildung!

So, bin ich nun ehrlich, schreibe ich das es das schon war. Meine zwei besten Sessions sind das gewesen.

Bastian Grimm und Marco Jank (beide in getrennten Sessions) hatten ebenfalls sehr gute Vorträge gehalten die ich mir gerne angeschaut habe. Die geteilten Informationen brachten entweder Erinnerungen wieder nach oben (was manchmal hohen Wert hat) oder frischten eigene Denkweisen mit ein paar neuen Ansätzen auf.

Bei anderen Sessions will ich nicht sagen das irgendwas „schlecht“ war. Am Ende aber musste ich durchaus auch mal eine Session verlassen weil die Gespräche im Bus oder anderswo wichtiger und spannender waren. Tut mir leid.

Konferenzen sind (nicht) tot

So lautet das eine oder andere Mal das Thema in diversen Diskussionen. Nicht nur online, auch real vor Ort in Salzburg. Ich will das so nicht untermauern. Konferenzen leben, werden dies auch noch lange. Für mich sind Konferenzen einfach zu groß. Ich bin eher der Typ für kleine Konferenzen bis 150 oder maximal 200 Personen. Am besten auch zwei Tage damit man mehr Zeit fürs Networking hat. Die Kosten für eine so große Konferenz sind mir einfach zu hoch. Wenn man von 500 bis 700 Euro allein für das Ticket ausgeht, muss man stellenweise scharf kalkulieren. Hier geht es nicht ums „leisten können“ sondern ums „leisten wollen“.

Gehen wir mal wie folgt in eine Konferenz.

Man weiß schon ziemlich viel weil man aktiv Branchenblogs liest und Stammtische besucht. Auf Konferenzen bekommt man in den Sessions ziemlich wenig Mehrwert = Resultat aus erweitertem Grundlagenwissen. Wenn man jetzt – wie ich auf der SEOkomm – nur zwei Sessions erlebt in denen man sagt „Ja, hat mir wirklich was gebracht“, muss man dann sagen die Kosten haben sich rentiert? Ich finde nicht. Und auch das Argument „Es kommt darauf an was man daraus macht“ zieht für mich nicht direkt. Schließlich darf man den Faktor nicht vergessen, bei dem es darum geht das ja auch an nachfolgenden Stammtischen wieder darüber gesprochen wird und man das Wissen spätestens dort meistens auch erwirbt. Deutlich günstiger.

Nun kann man noch vom Networking ausgehen. Bei 650 Leuten stehen ausreichend Gesprächspartner zur Verfügung. Aber was bringt die Masse wenn man die Zeit nicht hat und am Ende ja doch immer wieder in Gesprächen gestört wird. Sei es durch Leute die sich dazustellen und am fortgeschrittenen Abend einfach reinquatschen (Party bietet ja Getränke zur Auflockerung), oder sei es durch kurze Pausen in denen jeder schnell wieder zur nächsten Session eilt, kurz für kleine Männlein oder Weiblein geht, oder sich einen Snack sucht. Irgendwas unterbricht einen immer. Einzig mit Leuten die man schon länger kennt kann man gut reden. Denn die verfolgen einem zum Sitzplatz, man redet weiter und, und, und… Was also bringen mir so viele Personen? Persönlich leider nichts. 🙁

Gut, Ausnahmen gibt es auch hier. Sehr erfreut darüber, dass es aus Marcus und Andreas aus dem Onpage.org Team auf der Warmup-Party zu kalt war, zogen wir gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt und konnten dort privat und geschäftlich reden. Bisher kam ich nie dazu mit Marcus mal zu reden. Wurde also Zeit! 🙂

Addiere ich 1 und 1 zusammen, komme ich nicht auf ein positives Fazit der gesamten Konferenz. Lasse ich die ca. 30 Stunden intensives Networking im Tourbus weg, bringt mich ehrlich gesagt derzeit nichts auf die Idee, wieder nach Salzburg zu fahren. Abschließend möchte ich noch Danken das man versuchte das „Rauchen“ einzudämmen. Leider war es für mich immer noch sehr, sehr unangenehm durch den Rauch direkt am Eingangsbereich zu laufen. Es zog wieder rein und man musste durch Wolken, die man nur schnellen Schrittes und ohne Luftholen überwinden konnte. Raucher merken das natürlich nicht, ich war selbst lang Raucher. Aber gut, man soll sich ja nicht auch dann noch beschweren wenn die Raucher eh schon vor der Tür stehen müssen. Sonst bin ich wieder intolerant.

Fazit

Ich weiß die Arbeit von Oliver und Christoph sehr zu schätzen. Die Location zu organisieren und sich so extrem reinzuhängen, dass man selbst beim Check In schon mit Kaffee versorgt wird, ist einfach genial. Ihr habt vom Service das letzte Jahr definitiv übertroffen. Das Essen auf der Konferenz war sehr gut. Getränke waren wirklich immer in Reichweite. Leere Dosen etc. wurden sehr zeitnah vom Personal mitgenommen. Dadurch herrschte immer Ordnung. Sauber waren auch die sanitären Einrichtungen. Da scheitert es bei manchen ja gerne. Die SEOkomm 2012 als Ganzes betrachtet erhält von mir ein gutes Fazit, muss aber beim Inhalt einfach besser werden. Letztes Jahr fand ich die Sessions deutlich ansprechender. Denkt aber bitte daran, es ist meine persönliche Meinung, mein eigener Eindruck! Das ich kein Experte im Speed-Networking bin, kann ich ja nicht der Konferenz ankreiden. Andere Recaps zeigen ja deutlich positivere Stimmen.

Über die Unterstützung in vielen Bereichen bin ich sehr froh und dankbar. Glaubt mir ihr Zwei, allein wegen Euch fiel es mir nicht leicht das Recap zu schreiben. Denn Kritik und die Learnings hin oder her, aber am Ende liest man ja doch lieber das Lob und ein bisschen Kritik, aber nicht so viel Kritik auf einer URL. Sorry, echt! 🙁 Verdammt.

Ich hoffe ihr respektiert meine kritische Betrachtung und Darstellung. Sicher habe ich hier und da noch Punkte die man positiv erwähnen kann, aber 1.900 Wörter sollen reichen. Verzeiht.

Karl habe ich im Bus auf der Rückfahrt erstmal ein schönes Frühstück gemacht. 🙂

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.