SEO-Tools: Vom Sichtbarkeitsindex auf Traffic schließen

Schon über Jahre hinweg wird darüber gestritten in wie weit der Sichtbarkeitsindex einer Domain in eine seo-spezifische Bewertung einfließen kann. Dabei geht es auch immer wieder um den Traffic. Zeitweise findet man sogar in Foren und an anderen Stellen die Aussage, eine Domain hätte keinen Traffic und sei wertlos. Die Begründung liegt im nicht vorhandenen Sichtbarkeitsindex. Kann man das so sagen?

Martin schrieb heute den Artikel „Case Study: Sichtbarkeitsindex und Traffic im Vergleich“ und auch vorher schrieben bereits andere Blogger über solch ein Thema. Sein Artikel jedoch war für mich die erste Publikation dazu, die sachlich und frei von Emotionen, belegbar zeigt was Traffic und Sichtbarkeit verbindet.

Meine Meinung und Sichtweise

Auf die Gefahr hin, Martin ein bisschen zu wiederholen, möchte ich euch hierzu gerne meine Meinung und Beobachtungen zum Thema schreiben. In einer Untersuchung von 50 Domains habe ich fast ausnahmslos Übereinstimmungen von Sichtbarkeiten und Traffic-Werten erkannt.

50 Domains im Check

Für die Auswertung nutzte ich durchweg die SISTRIX Toolbox für die Sichtbarkeit und Google Analytics für die Traffic-Werte. Das Werkzeug muss bei solchen Untersuchungen stets identisch sein. Die Domains sind sich alle insofern ähnlich, als dass sie zeitlose Themen behandeln. Es sind also keine Techblogs oder Nachrichtenseiten. Denn bei solchen Quellen bekommt man zu viel Traffic über „Aktuelles“ wie „iPad mini 2, Samsung S4, iPhone 6 etc.“ und solche neuen Begriffe sind in den Keyword-Sets die zur Berechnung der Sichtbarkeit dienen nicht vorhanden. Es wären also keine vergleichbaren Ausgangspositionen.

Aus den 50 Domains habe ich 4 Domains gewählt die beim Verlauf unterschiedlich zueinander sind und somit ein gutes Schnittbild aus allen Resultaten darstellen.

Wichtig bei der Auswertung ist die Tendenz und der Trend bei einer jeden Domain. Es bringt gar nichts wenn man sich eine einzelne Woche oder auch nur einen einzelnen Monat nimmt und Traffic mit Sichtbarkeit vergleicht. Der Zeitraum hierfür wäre zu klein. Auf dem nächsten Bild habe ich daher die Richtungen mit Pfeilen eingezeichnet. Beim zweiten Bild sieht man sehr schön wie Traffic und Sichtbarkeit auch beim Gang in den Keller mitziehen.

Trotz diversen Sprüngen bei der Sichtbarkeit und somit kleinen Abweichungen in den Charts, kann man allumfassend einen Zusammenhang zwischen Traffic und Sichtbarkeitsindex einer Domain feststellen.

Nur organischer Traffic kann gewertet werden

Der Sichtbarkeitsindex beschränkt sich allein auf die Rankings einer Domain in Google. Entsprechend muss man auch beim Traffic auf die identische Quelle zugreifen. Die Quelle lautet in diesem Fall „Besucher aus den organischen Suchergebnissen bei Google“. Man darf auf keinen Fall Ergebnisse aus Social-Networks wie Facebook, Twitter oder Google Plus einfließen lassen. AdWords, E-Mail-Marketing und andere Kanäle sind ebenfalls nicht verwertbar. Und dann wie schon eingangs beschrieben, muss auch die inhaltliche Ausrichtung einer Domain passen.

Wie hoch ist der Traffic einer Seite gemäß Sichtbarkeit?

Dies kann nicht beantwortet werden. Ein Sichtbarkeitsindex von 0,01 kann eine Webseite mit einem täglichen Traffic von 50 Besuchern aber auch eine mit 1000 Besuchern täglich zugeteilt bekommen. Und dies nur bezogen auf die organischen Besucher. Mit anderen Kanälen könnte eine Webseite theoretisch und praktisch auch einen Sichtbarkeitsindex von 0,00 haben und dennoch 5.000 Besucher pro Tag. Dann läuft eben sehr viel über andere Kanäle oder eben über Keywords außerhalb der öffentlichen Sets.

Es kommt nicht auf den Zahlenwert (Sichtbarkeit) an sondern auf die Bewegung die eine Domain in den letzten Monaten macht. Die Sichtbarkeit der Domain innerhalb von Google ist ein nutzbarer Wert aber keiner der sagt ob eine Domain viel oder wenig Traffic hat.

Was bringt mir die Sichtbarkeit als Webmaster?

Die Sichtbarkeit kann zeigen wie gut oder schlecht sich die Rankings einer Domain in Google entwickeln. Anhand des Wertes kann man sich mit Wettbewerbern vergleichen (besonders gut durch den „Eigenen Sichtbarkeitsindex“ und durch Keyword-Sets die man individuelle in der Toolbox erstellt) aber auch technische Probleme frühzeitig erkennen. Die genaue Analyse eines technischen Problems ist damit zwar nicht möglich, aber hier kann der SISTRIX Optimizer helfen (siehe Stuttgart.de Fallstudie).

Sichtbarkeit soll keinen Traffic zeigen

Abschließend möchte ich ein weiteres Mal darauf hinweisen. Der Sichtbarkeitsindex ist von Beginn an nie dafür gedacht gewesen den Traffic einer Domain zu messen oder auch nur annährend zu schätzen. Dafür gibt es spezielle Software wie Google Analytics, Piwik, etracker & Co. Die Zusammenhänge zwischen organischem Traffic und Sichtbarkeit erklären sich allein durch den Grundgedanken (Sichtbarkeit in den Suchergebnissen darstellen) des Wertes.

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.