Richtiges Ranking-Monitoring mit Tags

Kürzlich war ich zu Besuch bei der „afs- Akademie“ in Berlin und konnte am Freitagabend und Samstag teilnehmen. Während der mit Dennis Hain geteilten Session über die SISTRIX Toolbox kamen verschiedene Fragen die ich mir notierte. Darunter unter anderem die, wie man Rankings richtig in sein Monitoring – egal welche Software – aufnimmt und beobachtet. Mit Tags (also Schlagworten) ist das leicht zu realisieren und daher möchte ich es kurz erläutern.

Warum sollte man Rankings überwachen?

Wer nicht prüft wo er mit welchen Keywords steht, der weiß wahrscheinlich auch nicht wie Suchmaschinenoptimierung ganzheitlich funktioniert. Die Überwachung sämtlicher Maßnahmen – auch der Rankings – ist ein elementarer Bestandteil in der SEO. Ob es Onpage-Veränderungen sind oder in Aktivitäten in der Offpage-Optimierung. „Monitoring“ ist das „A und O“ in diesem Business. Im Zweifel weiß sonst niemand warum eine Situation entstehen konnte.

Speziell die Überwachung der Rankings in Suchmaschinen ist wichtig, um seine Positionen im Hinblick auf Stärken und Schwächen zu kennen. Die ständige Pflege (Erweiterung und auch Kürzung) der Keyword-Sets gehört auch dazu. Keywords sollten beim Monitoring aber nicht stumpfsinnig in eine einzige Liste gepresst werden. Hier ist ein gutes Filtern notwendig. Für gewöhnlich werden Keywords klassifiziert und kategorisiert.

Klassen und Kategorien

Wer welche Bezeichnungen nun als Klassen oder Kategorien bezeichnet, ist im Grunde nicht wichtig. Ich habe mich irgendwann im Monitoring für diese zwei Gruppierungen entschieden. Die Kategorien sind endlos erweiterbar und natürlich je nach Website und Thema auch komplett verschieden. Richtig viele Tags hat man erst in Onlineshops und bei großen Ratgebern mit übergreifender Themenstruktur. Da können schon mal 30 und mehr Tags entstehen. Das wird dann aber nicht unübersichtlich, sondern ebenfalls gut strukturiert und analysierbar.

Klassen

  • Kauf-Interesse – und Absichten (Money Keywords)
  • Informationsbedarf (Info-Keywords)
  • Markenbegriffe (Brand-Keywords)

Kategorien

  • Produktgruppe A, B, C etc.
  • Themen / auch Saison (Winter, Sommer, Weihnachten, Valentin usw.)
  • Arten (Tierarten, Sportarten etc.)
  • etc.

Was sind Keywords mit Kauf-Interesse?

Sogenannte „Money Keywords“ sind all jene, welche bereits beim Entstehen signalisieren: „hier will jemand etwas kaufen“. Typische Erweiterungen der Suchabfragen sind „kaufen, bestellen, Versand, online, auf Rechnung, Paypal, Sofortüberweisung, Lieferung, Download etc.“. Wer also bereits mit dem Suchbegriff „Eierkocher bestellen“ auf einen Shop mit relevanten Produkten trifft, wird auch ziemlich sicher einkaufen. Die zusätzlichen Begriffe wie „Paypal“ sind eher weniger populär im Monitoring, aber kommen immer häufiger im E-Commerce vor. Kunden suchen zum Beispiel „Handy aufladen Paypal“. Gleiches gilt auch für den Zusatz „Download“. Wichtig ist allerdings immer, dass die Leute auch auf eine Zielseite gelangen wo dieses Angebot gezeigt wird. Dann sind Absprünge niedrig und Verkaufszahlen hoch! Deshalb nennt man diese Begriffe auch „Money Keywords“.

Ich habe meine Rankings im Monitoring der SISTRIX Toolbox und verwende die „Tags“ als Möglichkeit der Filterung und Sortierung. Daher kann ich jederzeit entweder die Veränderungen aller Keywords meiner Seite ansehen oder nur die einer bestimmten Klasse oder Kategorie.

Wenn ihr ebenfalls die SISTRIX Toolbox einsetzt aber bis dato die Keywords nur eingetragen und nicht getaggt habt, könnt ihr das in den Einstellungen -> Keywords bearbeiten nachholen.

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Was sind Keywords mit Informationsbedarf?

Informationsbedarf steckt in allen Keyword die ähnlich „Stadt + Sehenswürdigkeit“ sind. Aber auch „Produkt + Anleitung“ schreit nach Informationen. Besucher die sich mit solchen Begriffen durchs Web wühlen wollen nicht unbedingt einen Kauf durchführen. Die Optimierung auf diese Begriffe bringt zwar viel Traffic, ist aber für Affiliates – meiner Erfahrung nach – zum Beispiel ungeeignet. Für Seiten die gerne mit AdSense Geld verdienen wollen kann es aber wiederum positiv sein. Auch Wetter-Abfragen, Cheats, Komplettlösungen und Kombinationen mit Visum sind interessant.

Was sind Brand-Keywords?

Mit diesen Begriffen haben vor allem Onlineshops häufig zu tun. Unter einem „Brand“ versteht man eine „Marke“, also einen Namen eines Herstellers etc. Seiten die verschiedene Produkte vorstellen, wollen gerne für diese ranken. Bedeutet, man will nicht nur zum Suchbegriff „Laufschuhe“ oder zum Long Tail „günstige Laufschuhe“ Rankings bekommen sondern auch zu „günstige Laufschuhe von Brooks“. Die kurze Kombination ist übrigens ebenfalls ein Money-Keyword und die mit der Marke „Brooks“ ist eine Brand-Keyword-Kombination und gleichzeitig eine Money-Keyword-Kombination.

Ich setze in diesem Fall beim Monitoring aber sogar drei Tags.

  • Money Keyword
  • Brand Keyword
  • Laufschuhe (Kategorie / Produktgruppe)

Dadurch ist das Keyword in allen „Clustern“ (Tags) enthalten und ich kann es jederzeit in meinen Analysen mit einbeziehen.

Ist es der Aufwand überhaupt wert?

Diese Frage stellte mir jemand während der afs-Akademie und die Antwort ist eindeutig: Ja! Je besser man sein Monitoring aufbereitet desto besser kann man Analysen durchführen. Google kommt ständig mit verschiedenen Updates und keiner weiß, in welchem Bereich er wirklich verloren oder gewonnen hat, wenn er nicht ein sauberes Monitoring der Keywords pflegt.

Zum Beispiel kam Google schon mal mit einem Brand-Update und zahlreiche große Brands haben zum Teil die komplette erste Suchergebnis-Seite für ihre Domain gewonnen. Dadurch verloren besonders Onlineshops Positionen, die eben auf Brand-Keywords zuvor mit Produkten rankten. Die Sichtbarkeit ging bei diesen Updates bei viele Shops dramatisch nach unten. Wer nun einfach in eine normale „Verlierer“-Liste bei seinen Keywords schaut, wird dort alles mögliche sehen. Aber richtig eindeutig kann man es sehen, wenn man in eine Liste mit „Brand-Keywords“ klickt und sieht, hier ist fast alles gefallen. Während in anderen Tags zahlreiche Rankings stabil blieben oder stiegen. Ohne gutes Monitoring stellt man sich wirklich teilweise blöd an. Ich kenne das aus vergangenen Jahren selbst und weiß wie es ist, wenn man alles an Daten sieht aber nichts zuordnen kann.

Ich sehe bei meiner Tierseite zum Beispiel bei den „Gattungen“ sofort wenn es Veränderungen gibt. Außerdem habe ich nebendran immer die Sichtbarkeit bezogen auf die Tags, von meinen Mitbewerbern und mir. Und da ich diese Daten immer selbst pflege, habe ich hier auch stets jedes Keyword drin was ich überwachen will. Es fehlt mir also an keinen Daten durch eventuell schlechte Abdeckung von Tools.

Betreibst Du Keyword-Monitoring?

Ich denke ich habe es jetzt für Einsteiger in der Branche gut erläutert, warum ich Monitoring von Rankings wichtig finde. Und hier lohnt sich jeder Gedanke und jede Minute, die man in die Konfiguration und anschließende Pflege steckt. Macht man das nicht, bleibt die Aussagekraft von Analysen über Kurz oder Lang auf der Strecke.

Wie macht ihr das Monitoring bei euren Projekten? Macht ihr das überhaupt, oder lebt ihr einfach in den Tag hinein und seid zur Not aufgeschmissen?

Über Soeren 459 Artikel
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

8 Kommentare

  1. Hallo eisy,
    die Vorgehensweise macht Sinn. Nur wie berücksichtigt man die immer zunehmende Einspielung von lokalen Suchergebnissen. Wenn ich in Berlin zu einem Thema was suche, sehen die Ergebnisse natürlich anders aus als in Hamburg oder München. Kunden die überregionale Leistungen oder Produkte anbieten ist dieser Aspekt oft schwer zu vermitteln.

  2. Hallo eisy,

    sehr interessanter Artikel. Ich gebe Dir Recht, dass ein vernünftiges Monitoring sicherlich Sinn macht wenn man was davon versteht. Leider ist aber nicht jeder SEO Experte und somit ist es für Otto-Normal Blogger oft schwierig sinnvolle Schlüsse aus den Vielzahl an Werten zu ziehen.
    Da auch sehr oft mehrere SEO relevante Maßnahmen gleichzeitig laufen ist es zudem fast unmöglich der ein oder anderen Maßnahme die „Schuld“ für den Aufwärts-/Abwärtstrend in die Schuhe zu schieben. Bekanntlich dauert es oft mehrere Monate bis sich ein Trend langsam einstellt. Für alle die sich nat. intensiv mit dem Thema SEO auseinander setzen führt aber kein Weg daran vorbei.

    Viele Grüße

    Aki

    • Hallo Aki,

      nicht falsch verstehen. Es geht beim guten Monitoring nicht gleich darum sofort zu erkennen „warum“ man Sichtbarkeit / Rankings verliert. Ziel ist es, zu erkennen „wo“ man verliert. Also erstmal zu sehen welche Bereiche meines Projektes es betrifft. Von dort aus kann man dann weitere Analysen fahren und ggf. zum richtigen „Grund“ kommen. Allerdings spielen da – wie Du schon schreibst – zeitversetzte Auswirkungen etc. auch mit ins Resultat. Generell ist aber das Monitoring nicht als „Problemfinder“ zu betrachten sondern als „Problembereichsfinder“. 😉

  3. Für WordPress nutze ich seit einiger Zeit das Plugin „SEO Rank Reporter“. Ist jetzt sicher nicht so umfangreich wie die Sistrix-Statistiken, aber um sich mit der Materie vetraut zu machen allemal geeignet.

    Winterliche Grüße

  4. Ähm, gibt es tatsächlich User von SEO-Tools die das nicht machen? Oder erfasse ich die Problematik nicht?!
    Ich habe Sitefactor genutzt, blöde war, dass immer nur die best plazierte URL angezeigt wurde zum Überwachten Keyword und nicht alle rankenden URL…..

    • Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich befürchte unter allen die sich „SEO“ nennen – egal mit welchem Ausmaß – trackt mindestens die Hälfte die Rankings nicht „strukturiert“ sondern maximal stumpf als einfache Liste in der nichts in Klassen und Kategorien aufgeteilt ist. Und ganz viele verzichten sogar komplett auf ein Monitoring. Von einem umfassenden Controlling-Prozess will ich da gar nicht erst sprechen. 🙂

  5. Ein sehr schöner und ausführlicher Artikel.
    Also ich bin auch keine SEO Expertin und bin auch ganz frisch in dieser Szene.
    Ich befasse mich seit ein paar Wochen mit dem Thema SEO.
    Pageranking, Schlagwörter und usw.… habe ich ganz gut verstanden. Was ja Schluss endlich ein Großer Aufwand ist für zum Beispiel ein Online Shop, das ist alles schön und gut aber was ich daran nicht so verstehe ist; wenn ich das jetzt alles für ein Online Shop gemacht habe verkaufe ich dann auch mehr oder habe ich dadurch nur mehr Trafik?
    Weil ich glaube nicht das nur weil ich zum Beispiel mit meinem Online Shop auf Platz 1 bei Google bin und nur Schrot anbiete das ich dadurch auch mehr verkaufen werde oder doch?

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