Nachteile im Affiliate-Marketing für Affiliates

Zugegeben, Affiliate-Marketing wird meist mit gewissen Vorteilen und hohen Verdiensten in Zusammenhang gebracht und jetzt über Nachteile im Affiliate-Marketing zu sprechen ist komisch, aber gehört dazu. Affiliates, Publisher, Partner – wie auch immer man die Laufburschen mit der Werbung in der Hand nennen mag – treffen durchaus auch auf Nachteile in diesem Bereich des Marketings.

Merchants und Netzwerke machen es dem Affiliate oft genau so schwierig wie es der Affiliate auch den Netzwerken und Merchants macht. In Wirklichkeit ist die eine Partei wahrscheinlich nicht besser als die andere, aber die Affiliates polarisieren mit ihrer Meinung im Netz deutlich mehr und sind daher oft die „Guten“. Weil es hier um die Nachteile der Affiliates im Affiliate-Marketing geht, möchte ich vorher anmerken, es kommt noch ein Artikel mit den Vorteilen der Affiliates, sowie mit den Nachteilen und den Vorteilen der Merchants. Klingt es hier als „böse Merchants“, kann es in weiteren Artikeln genau andersrum sein. Mit diesem Beigeschmack muss ich leben.

Nachteile im Affiliate-Marketing aus Sicht der Affiliates

Verschiedene Nachteile muss man als Webmaster / Unternehmer / Website-Betreiber akzeptieren, wenn man Affiliate-Marketing als „Affiliate“ erfolgreich betreiben will. Akzeptiert man eine Sache nicht, gibt es im Online-Marketing genug Bereiche die eventuell besser geeignet sind.

100%ige Abhängigkeit vom Merchant

Keine Frage, als Affiliate ist man immer und generell zu 100% vom Merchant abhängig. Passt dem Merchant eine Sache nicht, kann er den Affiliate jederzeit aus dem Partnerprogramm verweisen. Zwar besteht die Möglichkeit als Affiliate zu einem anderen Merchant zu wechseln, aber die Abhängigkeit ist identisch. An der 100 prozentigen Abhängigkeit gibt es keinen Weg vorbei, außer dem Ausstieg aus dem Affiliate-Marketing.

Werbemittel-Vorgaben / Zwänge

Oft muss man sich auf Werbemittel beschränken die der Merchant zur Verfügung stellt. In einem anderen Artikel – lange ist es her – hatte ich mal das Thema „Darf man als Affiliate eigene Werbemittel erstellen“ angesprochen. Darin wurde auch thematisiert, dass Netzwerke / Merchants es verbieten, die Tracking-Codes zu verändern. Eigene Werbemittel können nur eingesetzt werden, wenn man zumindest den „Tracking-Code“ für den Link aus einem anderen Werbemittel übernimmt. Dies entspricht einer Veränderung und ist somit meist unerwünscht. Getan wird es trotzdem oft, denn als Affiliate begegnen einem sehr häufig unzumutbare Werbemittel. Außerdem sollten Werbemittel auch im Sinne des Merchants zum Design der Affiliate-Seite passen. Zu schnelle Animationen, falsche Farben oder Display-URLs sind manchmal eine größere Hürde als der Merchant zu glauben meint. Der Zwang zu bestimmten Werbemitteln ist also definitiv ein Nachteil für Affiliates.

Erfolgsorientierte Verdienste

Was ich selbst als Vorteil ansehe, kann man auch als Nachteil interpretieren. Besonders Einsteiger im Bereich Affiliate-Marketing empfinden es als Nachteil, nur dann Geld verdienen zu können, wenn Besucher von der eigenen Website verwiesen werden, um beim Merchant Leistungen in Anspruch zu nehmen oder Produkte zu kaufen. Aber nur dann verdient man Geld (ich weiß, bei Pay per Klick verdient man auch beim Klick-Out schon). Für die reinen Einblendungen der Werbemittel verdient man kein Geld (Pay per View streichen wir aus unseren Gedanken). Verdient der Merchant an einem Besucher von uns Geld, verdienen wir als Affiliate ebenfalls. Bindet man nicht die richtigen Werbemittel / Partnerprogramme ein, werden kaum Transaktionen durchgeführt. Kontostand: Null Euro.

Umwandeln kann man dies auch als Vorteil, aber dazu dann im entsprechenden Artikel mehr.

Usability beim Merchant

Kommt man als Besucher mit der Websites des Merchants klar? Ist das durch die Werbemittel angekündigte Produkt sofort sichtbar oder ist der Weg dahin wenigstens klar vorgegeben und erkennbar? Die Usability innerhalb der Website vom Merchant muss gut sein. Eine schlechte Usability wie sie besonders bei alten, lange nicht überarbeiteten Shops vorkommt, ist ein klarer Nachteil für den Affiliate, da Besucher meist nicht das gewünschte Produkt finden und somit kein Abschluss entsteht.

Stornos

Vermietet man Werbebanner, Textlinks (böser Junge…) rechnet man dies mit dem Kunden oft nur pauschal pro Monat ab. Storniert wird da in der Regel nichts. Im Affiliate-Marketing allerdings wird ja alles auf Erfolg abgerechnet. Nehmen wir das Partnerprogramm von finanzen.de als Beispiel. Entscheidet sich der Besucher für einen Ratenkredit, gibt all seine Daten in das Formular ein und schick diese ab, bekommt der Affiliate bereits eine Provision von 112,00 Euro bei der DKB. Fest ist dieser Verdienst aber noch nicht, denn stellt sich heraus das der Kunde nicht geeignet ist – aus welchem Grund auch immer – wird dem Affiliate der Betrag von 112 Euro wieder storniert / gestrichen.

Je nach Partnerprogramm werden solche Provisionen vorher freigegeben, ausgezahlt und sogar nachträglich noch storniert. Dies bedeutet einen Minus-Stand für den Affiliate und statt einer Auszahlung, folgt eine Einzahlung. In der Regel gibt es sowas nur bei Inhouse-Partnerprogrammen. Finanzen.de beispielsweise kann durchaus zu einer Zahlung aufrufen, statt zu einer Auszahlung. Klarer Nachteil!

Fehler im Tracking

Funktioniert das Tracking der Netzwerke / Merchants nicht korrekt, gehen Einnahmen verloren. Sowohl Netzwerken, wie auch Merchants passieren solche Fehler. Meist aber sind es Fehler beim Merchant, weil das Tracking nicht korrekt in die Shopsysteme usw. integriert wurde.

Anti-Spyware

Man kennt ja die Probleme: Nutzer haben sogenannte Anti-Spyware oder Anti-Viren-Software mit integrierter Anti-Spyware auf dem PC installiert und unterdrücken generell mal Cookies diverser Websites. Gern stehen in solcher Software auch Affiliate-Netzwerke mit drin. Manchmal werden auch bei Benutzern einfach alle Cookies unterdrückt. Der Nutzer kann also über den Banner des Affiliates gehen, der Cookie jedoch prallt ab. Wenn es nun aber Provisionen nur mit gültigem Cookie gab, hat der Affiliate verloren, denn der Besucher hat keinen Cookie. Lange Thematik, die hier nicht vollständig ausgedehnt werden kann.

Vertrauen + Transparenz

Gerade bei Fehlern im Tracking ist man als Affiliate oft machtlos. Einziger Weg um herauszufinden ob ein Tracking richtig funktioniert ist die Testbestellung. Man bestellt beim Merchant und schaut danach (nicht immer und überall Echtzeit) ob es in den Statistiken im Netzwerk vergütet wurde. Steht der Vorgang nach 48 Stunden aber immer noch nicht mindestens als „offen“ in den Statistiken, sollte man nachfragen. Man muss dem Merchant die Testbestellung eh und je melden, oder seine Bestellung später stornieren (Rückgaberecht beachten). Die Reaktion vom Merchant sollte jeder selbst herausfinden :-).

Eindeutig fehlende Transparenz in diesem Bereich. Man müsste nun auch fragen wie man es besser machen könnte, ja, aber dann müsste man bei so vielen Punkten diese Frage stellen. Transparenz fehlt auch bei den Freigaben der Provisionen. Besonders wenn der Weg verlängert wird, weil zwischen Affiliate und Merchant nicht nur das Netzwerk, sondern auch noch eine weitere Agentur steht. Hat die Agentur eigene Affiliate-Seiten, verdient diese mit? Profitiert die Agentur von meinen Umsetzungen? Fragen über Fragen, die Grenzen der Transparenz sichtbar machen. Man muss hier einfach mit Vertrauen an die Sache gehen. Kann man das notwendige Vertrauen nicht aufbringen, muss man sich neue Wege suchen.

Fazit

Im Affiliate-Marketing gibt es nicht nur positive Punkte. Die negativen Punkte haben aber auf keinen Fall einen höheren Stellenwert als das Positive. Hier jedoch ging es nicht um das Gute, sondern um die Nachteile im Affiliate-Marketing für Affiliates. Einige Nachteile kann man auch als Vorteil ansehen, dies wird dann im nächsten Artikel deutlich, wenn die Vorteile vom Affiliate-Marketing für Affiliates angesprochen werden.

Wahrscheinlich, nein sehr wahrscheinlich, fehlen hier noch weitere Nachteile. Ergänzungen sind daher nicht ausgeschlossen.

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.