Membership Site: Grundlegende Gedanken

Vielen Dank für die Kommentare und Anregungen im ersten Beitrag, dem Vorwort zur Artikelserie. Das hilft mir bereits viel bei der Gestaltung des Tutorials. Daher freue ich mich auf weiteres Feedback, um das Tutorial am Ende so gut wie möglich auf die Anforderungen aller Leser abstimmen zu können. Heute möchte ich ein paar Gedanken zusammenfassen und somit das Tutorial einen weiteren Schritt vorantreiben.

Grundlagen

  • Wann lohnt sich eine Membership Site
  • Warum eine Membership Site
  • Welches Thema für eine Membership Site
  • Wer sind meine Leser
  • Wie überzeuge ich Leser vom kostenpflichtigen Content
  • Zeitloser Content
  • Ausgaben und Einnahmen

Die Grundlagen sind denkbar einfache Fragen, deren Antworten auf den ersten Blick jedoch nicht mal halb so leicht erscheinen. Eine eigene Membership Site mit Premium-Content aufzubauen kostet nämlich jede Menge Zeit, Durchhaltevermögen und Kreativität.

  • Wann lohnt sich eine Membership Site

Membership Sites lohnen sich dann, wenn man eine Bedarfsgruppe ausmachen und bedienen kann. Für die Informationen die ich anbieten kann, muss es eine Leserschaft geben die auch wirklich Interesse an diesen Informationen hat. Wissen zu vermitteln bedeutet jedoch auch Wissen zu besitzen. Wer über kein Wissen in dem Bereich verfügt, den er bedienen möchte, wird es langfristig nicht schaffen. Gastspiele anderer Autoren decken nur in seltenen Fällen die ganze Lebensdauer einer Membership Site ab.

  • Warum eine Membership Site

Informationen muss man im Internet nicht immer kostenfrei anbieten. Gebündelte, fachlich gut recherchierte und aufbereitete Grundlagen zu einem Bereich, sind durchaus würdig in einem Premium-Bereich hinterlegt zu werden, wo sie nur von zahlenden Mitgliedern gelesen werden können. Meistens werden Membership Sites für die Informationsweitergabe von Fachwissen in speziellen Bereichen genutzt. Suchmaschinenoptimierung beispielsweise ist ein sehr komplexes Gebiet des Online-Marketings. Wenn man hier gute Erfahrungen hat und viele Infos wirklich weitergeben möchte – jedoch nicht der breiten Masse – könnte man diese über eine Membership Site anbieten. Häufig möchten die Autoren / Betreiber solcher Seiten ihre Arbeit gut bezahlt wissen. Das ist auch richtig so, denn wer zur Aneignung neuer Fertigkeiten in der freien Wirtschaft Schulungen besucht, zahlt auch meist mehrere hundert, bis gar einige tausend Euro.

Eine Membership Site ist also eine gute Einnahmequelle für all die Leute, die Wissen selbst vermitteln können, welches nicht frei verfügbar, leicht recherchierbar oder gut gebündelt greifbar ist.

  • Welches Thema für eine Membership Site

Wie eben bereits erwähnt, sollte über ein Thema geschrieben werden, von dem man Ahnung hat oder wo man einen Personenkreis hat, der bereit ist, gegen entsprechende Bezahlung Content für die Membership Site zu liefern. Es eignen sich wirklich tausende Themenbereiche. Ob man eine Tuning-Gemeinschaft mit Insidern aus verschiedenen Motorenwerken gründet und herzblutigen Tuner-Fans dort Insider-Infos verkauft. Oder ob man virtuelle Kochkurse, Nachhilfestunden etc. anbietet, spielt wirklich keine Rolle. Bezahlte Inhalte können in allen Bereichen Sinn machen.

  • Wer sind meine Leser

Bedürftige! Ja wirklich, man kann doch sagen was man möchte, aber die wirklichen Leser einer Membership Site sind die Personen, die wirklich den Bedarf an neuem Wissen haben und zahlungskräftig- und willig sind. Besonders die Zahlungsmoral spielt eine große Rolle, wenn man nicht nur von ein paar Euro pro Monat spricht. Wer die Leser sind, muss man genau recherchieren. Ein guter Beitrag zur Bedarfsgruppe ist auch bei Frau Eisy zu lesen.

Hier pauschal die Frage zu beantworten wäre vermessen. Hauptsache ihr entscheidet euch bei der Bedarfsgruppe nicht für Minderjährige, die Mitgliedsbeiträge am Ende vom Taschengeld finanzieren müssen. Das wird nicht viel bringen. Denn hier kämpft man oft noch mit der gesunden Skepsis von Eltern, die Kindern immerhin das Taschengeld zuspielen und bei Online-Transaktionen i.d.R. ihre Kreditkarte etc. hergeben.

  • Wie überzeuge ich Leser vom kostenpflichtigen Content

Zahlungskräftige Leser würden am liebsten eine Trial-Version bekommen. Sprich, einen Account der in den ersten drei Tagen kostenlos ist, jederzeit gekündigt werden kann, aber automatisch – wenn keine Kündigung erfolgt – zu einem ruhenden Account übergeht, der keine Zugriffe mehr hat und keine Kosten verursacht. Dadurch können Mitglieder schnell schauen ob interessante Themen vorhanden sind. Passt der Schreibstil zu meinen Vorstellungen. Gibt es die Antworten auf Fragen, die ich mir schon lange stelle. Sind überhaupt ausreichend Themen vorhanden, damit sich mein Geld dafür lohnt. Das sind so die Problematiken. Damit lassen sich bezahlte Inhalte am schnellsten und auch einfachsten an die Leute bringen.

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  • Vorteil für den Leser: Er hat volle Transparenz.
  • Vorteil für Betreiber: Schnelles Wachstum der Mitgliederzahlen
  • Nachteil für Betreiber: Mitglieder saugen schnell alle Informationen innerhalb der Trial-Phase auf und kommen so schnell nicht mehr als zahlende User zurück. Dieses Problem steht besonders am Anfang einer Membership Site im Raum, wo wirklich alle Informationen in kürzester Zeit zu sichern sind.

Neue zahlende Leser holt man sich am besten durch vorher aufgebautes Vertrauen. Dies geschieht beispielsweise über bereits langfristig geführte Blogs. Auch Betreiber größer Portale, die bereits einen Namen in bestimmten Kreisen haben und viele Mitglieder in ihrem kostenlosen Angebot haben, können ziemlich schnell dank der Reputation, eine Membership Site aufbauen, ohne Sorge um ausbleibende Zahlungen zu haben.

Möchte man frisch mit einer Membership Site starten und hat bisher kaum Leute von sich überzeugt, muss man sehr scharf auf die Teaser der Inhalte achten, die natürlich für jeden Leser sichtbar sein sollten. Teaser sind eigentlich immer die treibende Kraft bei der Gewinnung neuer Leser für bezahlte Inhalte.

  • Zeitloser Content

Leser für aktuelle Inhalte zu überzeugen ist jedoch nur eine Problematik von vielen. Der Content muss zu einem sehr großen Anteil auch „zeitlos“ sein. Nur dann erreicht man bei Lesern auch mit älteren Inhalten eine hohe Zufriedenheit. Über die Rankingfaktoren von Altavista schreibt es sich zwar gut und bildet es sich geschichtlich sicher sinnvoll, wenn man bei Bewerbungsgesprächen als SEO angeben möchte, aber für den Leser der aktuell seine Website optimieren mag, bringt das nichts mehr. Inhalte müssen heute erstellt werden und für die nächsten Jahre brauchbar sein. Sicher kann man die Inhalte immer anpassen und aktualisieren, aber auch das kostet haufenweise Zeit. Zeitloser Content ist also eine große Unterstützung bei der Membership Site und der Zufriedenstellung der Nutzer.

  • Ausgaben und Einnahmen

Die Problematik möchte ich im späteren Verlauf des Tutorials noch richtig ansprechen. Generell kann ich sagen das eine Membership Site – kalkuliert inkl. Zeit – sehr hohe Ausgaben erfordert und zu Beginn sehr niedrige Einnahmen generiert. Betreiber solcher Seiten müssen meistens in Vorkasse gehen. Die Software kostet erstes Geld, die Domain, dass Design, eventuelle Ausbesserungen (Sicherheit, Sprache etc.) an der Software uvm. kostet eine Menge Geld. Den günstigsten Start der einer soliden Membership Site realisiert man für ca. 150 Euro inkl. Domain, Webspace und Software. Hinzu kommen dann aber viele Stunden, Tage, Monate und Jahre in denen man für die Seite da sein muss und Zeit investiert. Erst an dieser Stelle beginnt eine solche Website richtig Geld zu kosten. Berechnet man den Stundensatz von 70 bis 140 Euro als Blogger im Fachbereich – und das muss man machen um wirtschaftlich zu bleiben – kann man schnell und einfach das anfängliche Minus kalkulieren.

Je nach Themenumfang dauert es bei mir ein bis fünf Stunden für einen Blogbeitrag. Recherche, Bildmaterial, Schreiben… summiert sich eben schnell. Weil es einfach ist, kalkuliere ich 100 Euro pro Stunde. Bei 4 Beträgen monatlich, also einem pro Woche, muss ich mind. 400,- Euro Einnahmen erzielen, um im Stundensatz kein Minus zu machen. Meistens jedoch sind es 800 – 1.000 Euro monatlich an Ausgaben. Wer also 1.000 Euro monatlich verdient und 10 Stunden dafür arbeiten musste, dreht sich gegen Null im Kreis. Vom Stundensatz muss die PKV, Büro etc. abgerechnet werden.

Ich weiß, für den einen oder anderen Leser klingen die Mindesteinnahmen um auf Nullrunden zu kommen schon viel. Nur wenn ihr näher darüber nachdenkt, solltet ihr mal in euch fragen, wie viele Mitglieder ihr haben möchtet und welche Preise ihr für monatlichen Zugriff etc. verlangt. 5 Euro bei monatlich 100 Mitgliedern, also 500 Euro monatlich, sind natürlich nicht das Gelbe vom Ei und bringen euch auch keine lukrative Membership Site. Vergesst nicht, Minus = Gefahr demotiviert zu werden.

Punkt

Über die Preisgestaltung etc. schreibe ich in einem späteren Beitrag mehr. Für den Anfang und damit für den zweiten Beitrag der Artikelserie, sollten die über 1.200 Wörter jetzt genügen. Ich würde mich weiterhin über eine Vielzahl an Kommentaren freuen. Über Fragen ebenso wie über Diskussionen. Anregungen, Wünsche & Co. Denn damit wird die Serie immer besser auf den Punkt gebracht. Danke! Und natürlich weitersagen, bitte. 🙂

Im nächsten Artikel gehe ich erstmals auch auf die verwendete Software und Software allgemein ein. Ab dann geht es also direkt in die Praxis, bei der bereits jeder seine eigene Seite aufbauen kann – wenn man will.

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Über Soeren 443 Artikel
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

11 Kommentare

  1. Hallo eisy,

    ich fand diesen Artikel sehr interessant! Er macht echt Lust auf mehr!

    Es waren Sachen dabei über die ich so in dieser Form noch nicht nachgedacht hatte. Zum Beispiel die Höhe des (Deines) Zeiteinsatzes für hochwertige Artikel…

    Mich würde besonders interessieren, wie Du auf die ca. 150 Euro an Kosten für die Membership Site kommst. Kostet eine entsprechende Software so viel? Oder muss da ein starker Server her?

    Aber das kommt wohl noch genauer, oder? 🙂

    Danke bis hierhin schonmal!

    Viele liebe Grüße
    Gordon

    • Hallo Gordon,

      danke für Dein Feedback!
      Wie Du bereits korrekt vermutest, sind die 150 Euro eine Zusammenstellung aus verschiedenen Kosten. Ich habe darin zum einen den Preis der Software, aber auch einen Jahresbeitrag für Webspace und Domain, sowie außerdem für ein Premium-Theme mit einkalkuliert. Nähere Informationen dazu gibt es dann im nächsten Artikel. 🙂 Dann steht auch die Software offiziell fest, die ich fürs Praxisbeispiel einsetze.

  2. Zum Thema Ausgaben muss ich Dir Recht geben.
    Paid Content muss qualitativ sehr hochwertig sein.
    Mit „dahingeschriebenen“ Artikeln kommt man nicht weit.
    Die Investition in Artikel wieder reinzuholen ist zu Anfang sicher nicht leicht.

    Zeitloser Content, also Inhalte die in einigen Jahren noch genau so gültig sind wie heute, haben mehr Zeit die zeitliche Investition wieder einzuspielen.

    Zum Thema Überzeugung der Leser/Contentgrabbing.
    Man kann ja auch nur einzelne Module in der Trialphase freischalten…

    • Stichwort: Zeitloser Content! Vielen Dank, genau das hat mir im Artikel gefehlt. Ich werde einen entsprechenden Satz noch nachträglich an geeigneter Stelle einbinden, damit kommende Leser die Information direkt mit aufschnappen. Danke.

  3. Hey Sören,
    den Teil mit den Ausgaben finde ich jetzt schon sehr interessant, freu mich schon auf die Fortsetzung 😉
    Was hältst du davon die Trail-Version auf wenige Artikel zu begrenzen? Z.B. die drei Beiträge, die am besten ankamen. Mit dem Ziel Lust auf mehr zu machen. Der Leser merkt ja relativ schnell, ob ihm gefällt was er da liest oder nicht, und kann sich dann dafür entscheiden für die restlichen Artikel ein Abo abzuschließen.
    Hast du schon Erfahrung mit Bannerschaltung für deine Membership Site? Wenn man ganz frisch anfängt, muss man die Leser ja irgendwie zu den Teasern bringen.
    Vielen Dank für die Artikelserie 😉
    Simon

  4. Super Sache! Wollte auch vor einem Jahr membership seiten erstellen, aber dazu nichts wirklich zufriedenstellendes gefunde – an tools und plug-ins, ausser irgendwelche kompromissloesungen.

    btw. kleine anmerkung: Wollte gerade deine seite bei mir in google reader aufnehmen, machst es einem aber schon schwer einen subscribe zu finden. 🙂 oder ich bin zu blind. habs jetzt manuell die adresse in g reader eingetragen.

  5. Habe die Serie leider erst jetzt entdeckt und muss sagen: Hut ab! Habe schon desöfteren ähnliches angedacht…Was ich ich mich allerdings immer gefragt habe ist, ob man vorher schon absehen kann für was die Leute bereit wären zu zahlen (bzw. für welchen content). Ich denke mal wenn irgendwas “paid” ist, rümpft erstmal die grosse Masse die Nase… Gibt es schon Beispiele dafür wo Ihr sagen würdet “Ja, das war abzusehen das die Leute dafür zahlen”? Danke für die Serie und gruß aus Madrid.

  6. Ich würde gerne eine Membership-Site eröffnen. Meine Frage: Wie verhindere ich das Account-Sharing ? Sprich das sich ein Nutzer anmeldet und den Monatsbeitrag bezahlt und dann einfach das Passwort seinen Freunden gibt.

    Was kann man dagegen tun ?

    Gibt es die Möglichkeit, dass man sich bei einem Account, nur mit einer IP gleichzeitig anmelden kann ?

    • Richtig, einfach einen IP Check und du merkst direkt wenn ein Account von mehr als einer IP-Adresse gleichzeitig genutzt wird. In diesem Fall sperrt es den Account temporär und du kannst ihn dann wieder freischalten und vorher den Sachverhalt klären. Kann man ja tun. Und ansonsten ist Account Sharing immer ein Thema was man einkalkuliert aber nie ganz verhindern kann.

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