Meine Meinung zur SEO-CAMPIXX 2013

Die SEO-CAMPIXX 2013 ist jetzt gut drei Wochen her. Vergessen kann ich das nicht, da ich ja immer rechnen muss wie lange es schon her ist als ich mir drei Rippen brach. 😉 Meine wohl einschlägigste Erinnerung an diesen Termin. Darum soll es nicht gehen. Ich möchte wie 2012, auch dieses Jahr einige Worte zur Veranstaltung teilen.

Letztes Jahr gab es den Tool-Day, dieses Jahr den Next Level Day. Marco macht das gut mit dem freiwilligen Zwang über den Tellerrand. Nicht nur SEO sollte im Mittelpunkt stehen in diesen Tagen. Beim Next Level Day ging es um sämtliche andere Kanäle und Themen des Marketings. An den nachfolgenden zwei Tagen ging es dann fast ausschließlich um SEO. Schließlich ist es die SEO-CAMPIXX.

Anders als sonst in Recaps will ich auf die Bewertung einzelnen „Vorträge und Frontal-Unterrichtsstunden“ diesmal verzichten. Genug anderer Teilnehmer haben die Inhalte schon verbloggt und bewertet. Mir liegt diesmal was anderes mehr auf der Seele. Aber fangen wir mal von Vorne an.

Keine Vorauswahl der Sessions

In diesem Jahr habe ich beschlossen mir nicht schon Tage vorher das Programm anzusehen um Sessions zu wählen. Letztes Jahr lief ich stur nach Plan in die Räume. Diesmal lies ich alles zufällig auf mich zukommen und blieb durchaus auch manchmal einfach auf den Fluren in Gesprächen hängen. Und ich bin damit sehr zufrieden!

Während man in den „Vorträgen“ leider fast 100% nur schweigsam hockte und dem zuhörte der vorne via Beamer die Wand kitzelte, ergaben sich auf den Fluren deutlich bessere Gespräche. Am Next Level Day besuchte ich viele Sessions und war „inhaltlich“ zumindest zufrieden. Es gab für mich viel „Neues“ und das ist mir wichtig. Nicht immer das komplett neue Wissen, sondern die – wie Sebastian so schön sagt: Impulse! – sind das wichtige. Und davon habe ich viele bekommen und mitgenommen.

An den zwei SEO-CAMPIXX Tagen war ich fast durchweg auf den Fluren unterwegs und hörte mir zwei oder drei „Unterrichtsstunden“ an. Nur den letzten „Workshop“ von Sebastian habe ich als Highlight empfunden. Und nein, wir sind nicht verheiratet. Aber Fakt ist, nur er hat das CAMPIXX-Prinzip verstanden und umgesetzt. Denn da gab es einen echten Workshop wie man ihn von der CAMPIXX erwartet. Schließlich geht es doch um „Workshops“ und nicht um Frontalunterricht und stumpfe Vorträge. Selbst Jens Fauldrath, Hanns Kronenberg und viele andere Leute die in der Branche ja wirklich schon zig Jahre unterwegs sind, haben sich positiv zum „Mitmachen“ animieren lassen.

Und die Kommentare zwischendurch wie „Endlich mal ein echter Workshop“ oder „Das ist die CAMPIXX eigentlich“ aber auch „Hier wird ja richtig mitgemacht, wie cool“ liegen mir noch gut in den Ohren. Mehr Bestätigung kann solch ein Konzept nicht bekommen!

Macht Workshops

Marco lädt jedes Jahr dazu ein, seine Workshops für die SEO-CAMPIXX einzureichen. Er schreibt immer von „Workshops“ und nie von „Frontal-Unterricht“. Leider klappte es auch dieses Jahr nicht richtig. Die Interaktion mit dem „Publikum“ (Teilnehmer sind es ja in diesem Fall nicht) war meist sehr gering und teilweise sogar extrem auf Null geschraubt. Sogar die Kleinigkeiten fehlten. Wenn ein Inhouse-SEO über Themen rund um Inhouse-SEO vorträgt, sollte er doch zumindest am Anfang schon fragen ob weitere Inhouse-SEOs im Raum sind. Die Personen vielleicht kurz fragen wo sie arbeiten oder wie lange sie das schon machen. Einfach kurz die Distanz verringern und Lockerheit reinbringen. Schade, am Ende waren auch das 45 Minuten der völligen Verstummung und es wurde erzählt… erzählt… erzählt.

Ja, jetzt kann man wieder kritisieren, dass man es ja auch selbst machen könnte, wenn es einen so stört. Gut, wird auch auf der M3-CAMPIXX erstmals erledigt. Es wird dort einen „Workshop zum Thema: wie mache ich einen Workshop“ geben. Ihr wisst ja selbst das ich auf Konferenzen keine „Vorträge“ halte. Eben weil es mir nicht gefällt mich „vorne hinzustellen“ und den Leuten stur meine Meinung aufzudrücken. Bei Workshops allerdings sehe ich das anders. Deshalb werden Sebastian und ich auf der M3-CAMPIXX dann diesen Workshop machen. 🙂

Jetzt aber mal die echt guten Sachen

Marco kennt ja die Kritik bereits, daher will ich gerne jetzt noch die positiven Themen hervorheben.

Das Hotel

Ja, es ist ein komischer Flachbau und ja, dass Alleinstellungsmerkmal „Röhrenfernseher“ ist nicht jedem sein Geschmack. Die Zimmer sind von der Größe völlig in Ordnung und auch über die Badezimmer kann man sich nicht beklagen. Misst man es am Zimmerpreis ist es zwar kritisch aber nun, man bezahlt in diesem Fall auch die Nähe zur CAMPIXX. Im Erdgeschoss finde ich das Hotel klasse. Große Räume, meist breite Gänge außer die schmalen Flure hinten bei den kleinen Workshop-Räumen. Auf jeden Fall kommt man schnell von A nach B. Alles in allem bin ich mit dem Hotel aber tatsächlich zufrieden und würde mir auch weiterhin die SEO-CAMPIXX am Müggelsee wünschen.

Das Catering

Hier streiten sich jedes Jahr viele Teilnehmer. Ganz ehrlich, es ist doch immer individuell. Man konnte von der einfachen Spaghetti bis zum Gummiadler hinweg zum Tiramisu alles vorfinden. Wenn man nicht immer das erstbeste griff sondern sich Zeit lies und mal schaute was alles auf den Tischen stand, war die Auswahl schon erschreckend groß. Geschmacklich war es völlig in Ordnung. Mir schmeckt es auch im Restaurant nicht immer erstklassig – aber das ist doch persönliches empfinden. So lange mal kein kaltes Essen, aufgetaute Tiefkühlkost oder gar andere Unpässlichkeiten vorfindet, gibt es meiner Ansicht nach keinen Grund sich zu beschweren.

Da fand ich es deutlich schlimmer, dass manche Personen aus der SEO-Branche schon 9 und auch 12 Uhr mit dem zweiten oder dritten Bier gesichtet wurden. Aber muss jeder selber wissen ob er als Alkoholiker bereits am frühen Morgen die Leute schockieren will.

Offene Gespräche

Mein Konzept, nicht so viel in Vorträge zu gehen machte sich bezahlt. Die SEO-CAMPIXX war für mich ein Termin an dem ich extrem viele offene Gespräche führen konnte. Egal mit wem ich sprach, ich hatte nie das Gefühlt der absoluten Zurückhaltung. Sei es am Tisch über fachliche Themen oder sei es einfach beim lockeren Plausch in der Mittagszeit. Ich fand auch nur selten mal jemanden der allein irgendwo stand. Und wenn, dann war ich dieses Jahr so frei und habe die Person einfach angequatscht. Zwar wusste ich nie an wen ich da gelange, aber im Endeffekt war es eine super Idee. 🙂

Mein Fazit zur SEO-CAMPIXX 2013

Es war ein klasse Event das nach wie vor Maßstäbe setzt. Das gesamte Team um Marco und auch er selbst waren immer anzutreffen und wirkten nie wirklich gestresst. Das zeugt doch von einer wirklich guten Organisation und viel Herzblut. Für mich war die SEO-CAMPIXX 2013 gleichwertig mit der aus 2012, wenn auch mein Herangehen ein anderes war. Beide Jahre positiv! Ich möchte gerne im nächsten Jahr wieder dabei sein und werde auch schauen das es klappt. Aber wie jedes Jahr, man weiß es ja vorher nicht und irgendwer muss leider immer Zuhause bleiben.

Auf jeden Fall freue ich mich auf die M3-CAMPIXX und den gemeinsamen „Workshop über Workshops“ mit Sebastian. Und dann sind im nächsten Jahr bestimmt einige echte Workshops mehr auf der SEO-CAMPIXX vertreten.

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Über Soeren 432 Artikel
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

6 Kommentare

  1. Vielen Dank für diese ehrlichen und mal etwas anderen Worte zur Campixx. Auch wenn ich mich extrem geärgert habe, auch dieses Jahr mal wieder keine Karte abbekommen zu haben, kann ich mich durchaus in deine Rolle versetzen. Da ich auch schon den ein oder anderen SEO-Event besucht habe, sind mir diese Monologe vor den Zuhörern durchaus bekannt. Gerade bei der Campixx und der räumlichen Nähe zwischen Speaker und Teilnehmer, sollte es doch möglich sein diesen Workshop-Charakter erzielen zu können. Und so wie ich Marco kennengelernt habe, wird er deine Anmerkungen garantiert aufgreifen, um zusammen mit seinem Team die Campixx 2014 noch besser zu machen.

    Ein Event welches meiner Meinung nach den Workshop-Charakter gut transportiert ist die OMCap, die einen Tag vor der Veranstaltung Workshops anbietet und Teilnehmer während dieser Sessions aktiv mit ins Boot holt. Letztendlich steht und fällt eine solche Vorgehensweise aber immer mit dem Speaker und seiner Fähigkeit auf die Teilnehmer einzugehen und nicht nur seine Folien „abzuarbeiten“.

  2. Hi Eisy,

    danke für deinen Recap – und ich hoffe, so langsam tritt bei deinen Rippen eine Besserung ein :o)

    Ich glaube, das größte Problem ist im Fall von Frontalunterricht und Workshop, das die meisten Leute gar nicht wissen, wie ein Workshop aussieht. Ich weiß das zum Beispiel nicht, deshalb habe ich vor allem Frontalunterricht gemacht. Bei meiner einen Session waren glaube ich 9 oder 10 Leute drin und ich war sehr schnell fertig, danach habe ich eine Diskussion in Gang gebracht (danke noch mal an meine Teilnehmer, dass ihr da mitgemacht habt :-)) und die war wertvoller als alles, was ich im Vorfeld erzählt habe.
    Dann haben viele Leute in den letzten Monaten eine „Angst“ entwickelt, etwas preis zu geben. Man könnte ja dann sein USP oder seine Arbeitstechnik oder was auch immer verlieren. Ich kenne ja viele Gespräche von dem Gemeinschaftsgefühl der Branche, aber aktuell ist es eher ein Kampf ums bessere Optimieren / Überleben.

    Ich bin jedenfalls gespannt auf euren Workshop, denn ich habe echt keine Ahnung, wie man das anders aufziehen kann als Frontalunterricht – weil ich einen Workshop noch nie mitgemacht habe 😀

    • Eben, diese Diskussionen die man oft „danach“ führt, muss man versuchen teilweise schon innerhalb der Zeit anzuzetteln. Dann entsteht immer mehr Mitarbeit in den 45 Minuten und man rutscht stark in einen Workshop-Charakter rein. Ich verstehe es aber voll und ganz, wenn man nie damit in Berührung stand. Ich bin jemand der sehr gerne ohne Folien arbeitet. Für mich sind also normale Vorträge eigentlich nicht geeignet. Aber in Workshops braucht man keine Folien, daher perfekt. 🙂

  3. Hallo eisy,
    genau richtig was Du sagst. Aufgrund der doch recht kurzen Panels bleibt es aber meist nicht aus, das der/die Referent(en) die Themen meist nur anreißen. Für einen echten Workshop oder tiefere Insights reicht die Zeit m.E. nicht aus, das ist aber nur mein Bauchgefühl.
    Das Thema mit dem Alkohol fand ich auch nicht toll, aber das muss jeder selber wissen, sind ja alles Erwachsene. Mir persönlich war es zum Beispiel wichtig, auch Sonntag morgen um 10.00 Uhr schon in den Panels zu sitzen, da haben andere ja noch bis Mittags geschlafen.
    Das Chill-und-Quatsch-Panel mit Dir Samstag abend habe ich leider verpasst, da ich in der Hotellobby meinen Blogpost geschrieben habe. Wäre gerne noch vorbeigekommen.
    LG Marcell

    • Die Zeit ist wirklich ein kritischer Faktor. Allerdings sollte man sich nicht überlegen ob die Zeit an sich reicht oder nicht reicht, sondern lieber darüber nachdenken welche Informationen wirklich transportiert werden müssen und wie man dies umsetzt. Ich denke man kann die Mehrheit der „Vorträge“ die gehalten wurden auch deutlich kompakter gestalten und mit mehr Tiefgang versorgen. Hält man es aber so allgemein wie manche und schiebt noch 5 Minuten Vorstellung seiner Firma vorweg, wird das selbstverständlich nichts. 🙂

      Der abendliche Talk im Raum Stadtbranchenbuch war sehr informativ. Waren nur sehr wenige Leute aber das hat sich gelohnt. Nächstes Jahr – wenn Du und ich wieder dabei sind – schreibe ich das vielleicht mit der abendlichen Runde ggf. etwas früher. 😉

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