Linkaufbau über Umwege

Dies ist ein Gastartikel von Felix Beilharz. Er ist Trainer und Berater im Bereich Online-Marketing. Seit über 10 Jahren ist er im Internet aktiv und hat in dieser Zeit zahlreiche eigene Projekte aufgebaut. Seit 2007 berät er Kunden in allen Fragen des Online-Marketing. Bisher sind von ihm zwei Bücher erschienen.

Nun viel Spaß mit seinem Gastartikel „Linkaufbau über Umwege“.

Der Linkaufbau ist und bleibt eines der beherrschenden Themen in der Suchmaschinenoptimierung. In diesem Beitrag zeige ich euch, wie ich Links von Zeitungen, TV-Sendern, Behörden, Unis, Städten und Sparkassen bekommen habe.
Leider sind die Zeiten von Webkatalogen und Artikelverzeichnissen ja mittlerweile vorbei. Das macht die Arbeit der SEOs nicht einfacher.

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Woher also hochwertige Links nehmen und nicht stehlen? Einige Methoden gibt es ja noch, die auch allgemein gerne eingesetzt werden, z.B.

  • Linkbaits: mit gutem, kontroversem oder lustigem Content Links anziehen. Kann funktionieren, kann aber auch in die Hose gehen, wenn einfach niemand drauf anspringt.
  • Gastartikel: manche Blogs lassen Gastartikel zu. Das ist super, denn die Links sind oft sehr hochwertig. Allerdings bekommt man oft keine Links zu seinem Thema, sondern eher zur eigenen Expertenseite. Links auf klassische Affiliate-Projekte lassen sich so eher schwer generieren.
  • Online-PR: auch die Online-Pressemitteilungen sind nicht mehr das, was sie mal waren. So lassen sich zwar mit wenig Aufwand viele Links generieren, aber wirklich viel Power haben die Links auch nicht.

Von Blogkommentaren etc. brauche ich hier ja gar nicht erst anfangen.

Ich habe in der letzten Zeit einige wirklich gute Links für verschiedene Projekte bekommen. Da einiges davon euch vielleicht auf neue Ideen bringen könnte, habe ich mal ein paar Beispiele zusammengefasst.

Die Grundlage: Google Alerts

Die Grundlage für viele der folgenden Strategien ist ein sinnvoll eingerichteter Google Alert. Wer den Dienst noch nicht kennt: http://www.google.de/alerts. Dort tragt ihr am besten die URL eurer Website, euren Namen, einige relevante Keywords usw. ein. Dann erhaltet ihr von Google eine E-Mail, sobald der Begriff irgendwo auftaucht. Wichtig: wenn das Keyword aus mehreren Worten besteht (z.B. euer Vor- und Nachname), setzt beide Begriffe in Anführungsstriche.

Der Google-Alert wird euch nun jeden Abend mögliche Quellen für gute Links schicken: Foren, in denen das Thema besprochen wird, Blogs, die gerade euren Namen erwähnt haben und so weiter.

Links durch Nachfragen

Das wird immer noch viel zu selten gemacht: einfach mal nachfragen, wenn man irgendwo auftaucht. Wenn ich irgendwo zitiert werde (meist zum Thema Social Media Marketing), frage ich nach Möglichkeit immer beim Autoren oder Redakteur an, ob nicht auch meine Website verlinkt werden kann. In ca. 3 von 4 Fällen tun diese das dann auch.
Vor Kurzem hat orf.at (also ein nicht ganz „un-trustige“ Quelle) ein altes Interview aufgegriffen und mich in einem Beitrag zitiert. Darunter waren auch einige URLs als Quellen angegeben, meine Seite leider nicht – das hat sich aber durch eine kurze Mail an die Redaktion geändert. Nun habe ich einen Backlink vom ORF – es gibt schlimmeres…

Der Google Alert liefert auch immer wieder Hinweise, dass eine meiner URLs irgendwo erwähnt wurde, manchmal auch ohne Verlinkung. Auch dabei hilft gelegentlich eine Nachfrage und schon wird aus einer Erwähnung ein link.

Mit Copyscape auf Linksuche

Wenn ihr gut rankende Websites zu einem Thema habt, werdet ihr es immer wieder mit Plagiatoren zu tun bekommen. Ich habe eine Website zu einem Gedenktag, die bei Google auf Platz 2 steht. Da es die einzige Seite zu dem Thema ist, wird sie von den Medien gerne als Quelle zitiert – leider auch häufig 1:1. Ich hatte schon mehrfach den Fall, dass der komplette Content von Zeitungen oder Blogs übernommen wurde, manchmal sogar mitsamt den Bildern (einmal sogar inklusive meinem Affiliate-Link *g*). Mit Copyscape.com kann man solche Plagiate schnell finden.

Früher habe ich mich über so etwas geärgert, mittlerweile nutze ich die Gelegenheit zum Linkaufbau. Wenn mir ein solches Plagiat auffällt und ich die Seite für relevant und wichtig halte, biete ich an, von einer möglichen Klage abzusehen, wenn meine Seite als Quelle verlinkt wird. Oder ich biete sogar an, exklusiven Content zu liefern, was natürlich aufgrund der Duplicate Content-Problematik noch besser wäre). Auf diese Weise habe ich Backlinks von mehreren Zeitungen, einem Stadtportal und einem TV-Sender bekommen. Arbeitszeit und Kosten gleich Null.

Vorträge und Workshops funktionieren auch fürs Linkbuilding

Wenn ihr gelegentlich Vorträge oder Seminare gebt, kann sich das auch auf den Linkaufbau positive auswirken. Vor Kurzem habe ich auf einem Unternehmertag einen Vortrag gehalten. Leider bezahlt die Stadt, die für die Organisation zuständig war, dafür kein Honorar. Jetzt ist es jedem selbst überlassen, ob er Vorträge ohne Honorar annehmen will oder nicht. In diesem Fall hat sich das Ganze aber gelohnt: Backlinks von drei Stadtdomains, einer Sparkasse und mehreren Zeitungen. Gut möglich, dass die wertvoller sind als ein normaler Tagessatz…

Anderes Beispiel: gelegentlich mache ich kleinere Workshops an Universitäten. Die Unis sind auch nicht grade für überbordende Honorare bekannt. Zweimal habe ich dabei aber (auch wieder erst auf Nachfrage) Backlinks von der zuständigen Stelle der Uni bekommen. Also Content-Links einer Uni-Domain. Ich mache es mittlerweile sogar zur Bedingung, wenn mir das Honorar zu gering erscheint.

Nicht-kommerzielle Seiten

Eines meiner Key-Learnings der letzten 2 Jahre: nicht-kommerzielle Themenseiten sind wunderbare Linkmagneten. Sucht euch ein Thema aus, das mittelmäßig stark im Interesse der Öffentlichkeit steht (Valentinstag und Weihnachten sind dafür aufgrund der horrenden Konkurrenz eher ungeeignet, außer ihr findet eine passende „Unternische“); ich denke da in die Richtung Totensonntag, Gründonnerstag, Weltfrauentag etc.). Das sind Themen, die von den Medien regelmäßig aufgegriffen werden, ohne aber zu sehr kommerzialisiert zu sein.

Zu diesen Themen könnt ihr eine Seite aufbauen und oft relativ schnell in die Top 3 schieben. Baut aber auf keinen Fall Werbung (oder nur minimal AdSense) auf der Seite ein – es soll gerade nicht kommerziell werden. Mit etwas Glück lassen sich so schnell Backlinks von Zeitungen etc. gewinnen.

Ich habe mit so einer Seite schon mehrere hervorragende Links von Bundesbehörden, Kirchen, Zeitungen usw. bekommen. Zwar generiere ich damit direkt keinen Umsatz, aber die Links von der Seite stärken natürlich meine eigenen Projekte.

Fazit

Manchmal lohnt es sich, die bekannten und ausgetreten Pfade zu verlassen. Gerade eine höfliche Nachfrage kann viele gute Backlinks bringen, an die man sonst nur schwer oder gar nicht rankommen würde. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Der Autor
Felix Beilharz ist Trainer und Berater im Bereich Online-Marketing. Seit über 10 Jahren ist er im Internet aktiv und hat in dieser Zeit zahlreiche eigene Projekte aufgebaut. Seit 2007 berät er Kunden in allen Fragen des Online-Marketing. Bisher sind von ihm zwei Bücher erschienen.

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.