Link- und Artikeltausch

Die tägliche Jagd nach starken Backlinks kann Spaß machen, aber auch ein hartes und anstrengendes Geschäft sein. Gleichzeitig verstopft das Postfach mit Anfragen anderer SEOs, Agenturen und Seitenbetreiber, die einen Link von dir haben wollen. Hier ein paar Tipps, um Anfragen zu bewerten und erfolgreichen Linktausch zu betreiben.

Die Vision: Freiwillig starke Links bekommen

Eines der Prinzipien, die nicht nur wir, sondern viele andere Agenturen, Koryphäen und Experten im Onlinemarketing beständig prägen, lautet:

[box]Schaffe Inhalte, die so gut sind, dass Google nicht anders kann, als diese positiv zu bewerte und auf Platz 1 zu ranken. Und dass Betreiber relevanter und themenverwandter Webseiten nicht anders können, als auf deine Seite zu verlinken, sobald sie diese entdeckt haben.[/box]

Das Ziel und der Weg dorthin sind also eigentlich klar: du möchtest Links haben und gehst den „richtigen“ Weg: du schaffst den Content, der verlinkenswert ist, weil er genau die Informationen liefert, welche die Nutzer da draußen suchen. Im Idealfall kommen die Links dann von ganz alleine.

Die Realität: Seitenbetreiber (SEOs) sind geizig und gierig zugleich

Nachdem du nun viel Zeit (und damit Geld) in Themenrecherche, Redaktion, Bilderstellung, Videodreh, Interviews etc. gesteckt und den Content auf deiner Seite hast, kannst du natürlich einfach abwarten, bis deine Seite in den SERPs auftaucht und gefunden wird. Aber allein um dies zu beschleunigen, können ein paar schöne Links nicht schaden. Vielleicht arbeitest du ja auch für Kunden im Bereich Linkaufbau, und für diesen zählt am Ende des Monats oft sowieso nur, wie viele Links aus deinen Bemühungen entstanden sind. Also: Was tun? Beschleunige die Popularitätssteigerung deines genialen Contents, indem du ein paar Linkerati recherchierst und diese auf deinen Mega-Inhalt hinweist. Möglicherweise bietest du ihnen auch an, sie mit Bildern, Fachwissen oder sonstigen Dingen gratis bei ihrer eigenen Seite zu unterstützen. Sie werden dankbar sein und dann gern auf deine Seite verlinken, zumal die Inhalte ja auch wirklich toll sind. Soweit zumindest die Theorie.

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Geld regiert die Welt – und viel zu oft auch die Herzen der Suchmaschinenoptimierer.

Die Realität sieht dann aber oft anders aus. So absurd es klingt: Es reicht oft nicht, dass du tollen Content auf deiner Seite hast, der für die Besucher der anderen Seite auch eine Bereicherung wäre. Es ist nicht genug, dass du anbietest, kostenlos einen ähnlichen Artikel für deinen Linkerati zu erstellen, den er exklusiv nutzen darf. Es ist ungenügend, Bilder zu liefern, auf Fehler hinzuweisen, die dir aufgefallen sind, oder kostenlose Testprodukte anzubieten: Vor allem dann, wenn der Linkerati ein SEO (bzw. eine SEO-Agentur) ist, heißt es leider allzu oft: „Ja, deinen Content kann ich schon veröffentlichen/verlinken, ist ja ganz OK…aber wo kann ich denn bei dir einen Link für mein Projekt XY bekommen?“ „Ja, nee, reziproke Verlinkungen sind doof, aber ich kann dir anbieten, den Artikel auf meinem Projekt XY mit absolut 0 Sichtbarkeit und ohne jegliche Rankings zu veröffentlichen, wenn du dafür auch von deiner Startseite aus mit hartem Anchortext auf mein anderes AdSense-Projekt verlinkst, dass Google garantiert nicht schon längst auf dem Kieker hat! Ist doch ein guter Deal, oder?“ Und so weiter.

Hier muss natürlich von Fall zu Fall abgewogen werden. Fakt ist: Stell‘ dich lieber schon mal darauf ein, dass dein Linkerati auch einen Link haben will. Und nutze die folgenden Kriterien, um einen Linktausch sinnvoll und risikofrei abzuwickeln.

Wie du lohnenswerte Linktausch-Seiten erkennst

Folgende Bewertungskriterien und Empfehlungen kannst du selbstverständlich in beide Richtungen einsetzen: Entweder dann, wenn Du selbst auf der Suche nach geeigneten Seiten bist – oder wenn du Anfragen von Leuten bekommst, die gerne mit dir Links tauschen möchten.

Ungeeignete Seiten erkennen und aussortieren

Oft wirst Du bei deinen Recherchen auf Seiten stoßen, die nur für den Zweck des Linktauschs oder des Linkverkaufs geschaffen wurden. Diese Seiten zeichnen sich meistens durch ein oder mehrere der folgenden Merkmale aus:

  • Blogseiten mit thematisch willkürlich hintereinander behandelten Themen ohne jeglichen Zusammenhang
  • Werbliche Artikel, die einen Link zum Tauschpartner/Linkkäufer sowie ein bis zwei Trust Links enthalten
  • Mehr ausgehende als eingehende Links
  • Oft wenig bis gar keine Bilder
  • URLs wie gartenteich-gestalten.org | kreditkarte-trotz-schufa.biz | mietkaufwohnhier.com

Wenn du solche Seiten findest oder angeboten bekommst, brauchst du dich in der Regel gar nicht weiter mit ihnen auseinandersetzen. Und wenn du es doch tun willst: Ziehe in jedem Fall die gängigen Bewertungskriterien für Links zu Rate.

Lohnenswerte Seiten erkennen

Wundere dich nicht, wenn du selten Linktausch-Angebote von Seiten erhältst, welche die folgenden Kriterien erfüllen. Nichtsdestotrotz: Es gibt sie! Und wenn du so eine Seite findest, kannst du ein Angebot formulieren, welches sie nicht ablehnen können. 😉

Gute Linktauschseiten erkennst Du unter anderem an folgenden Kriterien:

  • Die Webseite besitzt eine klare thematische Ausrichtung
  • Die Webseite verfügt über eine klare, nachvollziehbare Struktur
  • Der Content ist sorgfältig recherchiert, aussagekräftig und gut aufbereitet
  • Ausgehende Links halten sich quantitativ in Grenzen und haben sinnvolle Linkziele
  • Eingehende Links sind ebenfalls wertvoll und kommen von unterschiedlichen Seitentypen (nicht nur Webkataloge und Blogkommentare)
  • Die Seite hat nur wenige Affiliate-Inhalte und enthält nicht unverhältnismäßig viel AdSense- oder andere Bannerwerbung

In den seltensten Fällen handelt es sich bei derartigen Seiten um solche, die speziell für den Linktausch konzipiert und aufgebaut wurden. Aber hier steckt auch für dich Potential: Wenn deine Zeit es erlaubt, kann es nicht schaden, selbst so eine Seite für den Linktausch mit anderen Seiten aufzubauen. Auf diese Weise kannst Du Tauschpartnern einen schönen Link anbieten, der ihnen tatsächlich auch etwas nützt, und dafür auch eine realistische und wertige Gegenleistung verlangen. Mehr Informationen darüber, wie du selbst hochwertige Seiten für Linktausch-Geschäfte aufbauen kannst, bekommst du hier auf eisy.eu

Artikeltausch: Sich mit Content gegenseitig helfen

Um der Realität gleich ins Gesicht zu sehen: Oft geschieht Artikeltausch nur um des Linktausches willen – und dann kann man es in der Regel auch gleich wieder lassen. Natürlich ist ein Fachartikel eines Gastautoren eine wunderbare Gelegenheit, auch gleich einen Link zur eigenen Webseite zu setzen. Aber vielmehr sollte Artikeltauschern klar sein, dass sie hier die Chance haben, durch den Content echte Reputation aufzubauen, die Ihnen der Link allein niemals geben kann.

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Finden und Bewerten: Wo kann/ sollte ich Gastartikel veröffentlichen?

Im Folgenden nennen wir dir nur einige Aspekte und Denkanstöße, die dir helfen können, Quellen für Gastartikelplatzierungen zu finden und deren Sinnhaftigkeit in Bezug auf Artikeltausch zu bewerten.

Direkte Wettbewerber

Nach dem Motto „Nichts ist geiler, als Links von direkten Wettbewerbern zu bekommen“, liegt dieser Schritt natürlich nahe. Wenn Du jedoch realistisch bleibst, wirst du schnell zu dem Schluss kommen, dass die wenigsten Konkurrenten gewillt sind, mit dir Artikel (und damit Links) zu tauschen. Aber: Schreib‘ auch diese Möglichkeit nicht voreilig ab. Möglicherweise haben du und dein Wettbewerber ja trotz Überschneidungen auch Geschäftsfelder, die der jeweils andere nicht bedient? Dann wäre hier schon mal ein erster Ansatzpunkt gegeben. Und wer weiß: Aus solchen kleinen Schritten können sich durchaus auch echte geschäftliche Kooperationen (in Form von Provisionen etc.) ergeben!

Relevante Themenseiten

Realistischer ist hingegen, dass du Artikel auf Seiten publizieren kannst, die sich direkt oder indirekt mit Thermen beschäftigen, die auch deine Geschäftsbereiche berühren. Hier kannst du als Experte punkten und deinem Tauschpartner wirklich wertvollen Content liefern. Beispiele für solche Tauschpartnerschaften können sein:

  • Als Rechtsanwalt einen Fachartikel auf einer Seite veröffentlichen, der sich mit Verbraucherschutz befasst
  • Als Tüftler und Bastler eine Bauanleitung auf einer Herstellerseite publizieren, dessen Teile besonders oft Verwendung finden
  • Als Tierarzt Ernährungstipps in einem Haustiermagazin preisgeben

Im Kern der Überlegung sollte also immer stehen, wie du dem Betreiber und den Besuchern der anderen Webseite mit deinem Wissen helfen kannst. Dazu solltest du dir im Vorfeld einen gründlichen Überblick über die vorhandenen Inhalte verschaffen und schauen, was noch fehlt beziehungsweise thematisch noch passen würde.

[box]Tipp: Bevor du den Artikeltausch aktiv angehst, solltest du auch hier die Linktauglichkeit der Seite bewerten (siehe Abschnitt: Ungeeignete Seiten erkennen und aussortieren).[/box]

Vorgehen: Vorfühlen oder Artikel gleich mitsenden?

Wenn du eine Seite gefunden hast, die dir für einen Gastartikel sinnvoll erscheint und du auch ein oder mehrere passende Themen recherchiert hast, stellt sich eigentlich nur noch eine Frage: Wie trittst du an den Seitenbetreiber heran?

Es gibt im Netz etliche Artikel, die sich mit der Frage beschäftigen, wie man Leute anspricht, von denen man einen Link oder Ähnliches haben will. Daher will ich jetzt auch nicht die gleichen Prinzipien erneut in aller Ausführlichkeit widerkäuen. Soviel sei an dieser Stelle gesagt:

  • Vermeide Standardansprachen („Sehr geehrte Damen und Herren“). Suche den Namen des Seitenbetreibers oder des verantwortlichen Redakteurs und sprich diesen direkt namentlich an.
  • Zeige in deiner Mail oder in deinem Telefonat, dass du dich mit der Seite deines Gegenübers beschäftigt hast. Was findest du gut, was könnte man deiner Seite nach besser machen, wie bist du auf die Seite gestoßen?
  • Erzähle offen von deinem Anliegen und zähle nach Möglichkeiten auch die Möglichkeiten auf, die dein Gegenüber hat. Im Idealfall nennst du ihm direkt ein Thema, an dem du interessiert bist und über das er auf deiner Seite einen Artikel publizieren könnte.

Nun hast Du noch die Möglichkeit, in Vorverhandlungen zu treten oder direkt einen Artikel zu erstellen und diesen an deine Mail anzuhängen. Die Entscheidung, ob dies sinnvoll oder nicht, hängt in erster Linie von deinem Zeitbudget ab. Um die Entscheidung aber zu erleichtern, hier folgender Tipp: Sieh‘ dir die bestehenden Artikel auf der Seite an. Werden dort regelmäßig Gastartikel publiziert (zum Beispiel an speziellen Autorenboxen zu erkennen)? Dann ist die Wahrscheinlichkeit auch größer, dass dein Artikel direkt Anklang findet und publiziert wird. In diesem Fall solltest du dir die Form anschauen, in der die Artikel dort publiziert sind, und deinen eigenen Artikel ggf. darauf anpassen.

Grundsätzlich empfehle ich folgendes Vorgehen:

  • Recherchiere zunächst mehrere Seiten, auf denen du gern einen Gastartikel veröffentlichen würdest.
  • Suche nach einem Thema, welches zu all diesen Seiten passen würde
  • Erstelle den Artikel nach bestem Wissen und Gewissen. Der Artikel sollte so gestaltet sein, dass du ihn jederzeit guten Gewissens auch auf deinen eigenen Webseiten veröffentlichen würdest.
  • Kontaktiere den ersten Seitenbetreiber. Kommt hier keine Kooperation zustande, kannst du es mit dem nächsten Seitenbetreiber versuchen – und so weiter.
  • Wenn es mit keiner der recherchierten Seiten klappt, kannst du entweder weitere Seiten recherchieren oder den Artikel auf deiner eigenen Webseite publizieren.

Weitere Tipps und Kniffe rund um die Themen Gastartikel und Artikeltausch bietet Dir der Artikel „Gastartikel – Fluch oder Segen“