Link Audit: Die Bewertung von Linkprofilen

Ich mache mir Sorgen über die Interpretation von „Link Audit“ innerhalb der Branche. Denn erst in der letzten Ausgabe des Suchradar-Magazins (welches ich aus später genannten Gründen hier nicht verlinken möchte) wurde das Thema behandelt und meiner Meinung nach sehr einseitig beleuchtet. Um nicht zu sagen das man nur auf die kritische Perspektive dieser Link Audits einging. Alles andere ist wohl nicht spektakulär genug und wurde deshalb ggf. unter den virtuellen Teppich gefegt.

Die Offensive gegen Link Audits beginnt im Magazin, Seite 33 im ersten Satz. „Ein Link Audit ist natürlich so etwas wie die Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen.“

Das bedeutet übersetzt: Ein Link Audit zielt darauf ab die Paid-, Tausch-, und Bait-Links von Mitbewerben zu analysieren, um sie dann bei Google als Paidlink-Report einreichen zu können. Der Mitbewerber darf ggf. mit Sanktionen rechnen und ich schaffe es von Platz 2 in Google auf Platz 1.

Gleich im nachfolgenden Absatz zielt man bereits auf die einfache Methode ab, Paidlinks über die Anker-Verhältnisse ansatzweise identifizieren zu können, weil es einfach Begriffe gibt, die so nicht in Communitys, auf Websites etc. direkt verlinkt werden. Ja, es entspricht in diesem Sinne auch der Realität, nur hat das mit einem Link Audit wieder nichts zutun. Die Fortsetzung des ersten Satzes zielt nach wie vor darauf ab, Link Audits als Werkzeug für Paidlink- und SPAM-Reports zu missbrauchen.

Was ist denn ein Link Audit

Ein Audit ist ein Untersuchungsverfahren im Rahmen eines Prozesses. Es dient dem Qualitätsmanagement. Ein Audit ist entsprechend keine Suche nach der Nadel im Heuhaufen um jemanden mutwilligen Schaden zuzufügen, sondern eine Untersuchung und / oder Bewertung. Aus einem Link Audit geht objektiv hervor wie es um die Qualität eines Linkprofiles steht. So ein Link Audit kann positiv und negativ enden. Er kann auch neutral ausfallen oder einfach Tendenzen freilegen und begründen. Nicht aber kann es sein das diese Maßnahmen und Dienstleistungen so ins falsche Licht gerückt werden das am Ende Anfragen generiert werden die dazu dienen Mitbewerbern zu schaden.

Inhalt eines Link Audit

Bewertungen von Linkprofilen, Strukturen und Netzwerken sind komplex. Reicht euch das? 😛

Ok. Link Audits beinhalten mehrere Stufen. Die Stufen lauten „Linkprofil, Link-Struktur, Link-Netzwerk“ und je nach Größe der zu bewertenden Seite im Vordergrund sowie Arbeit im Linkaufbau, fällt das Link-Netzwerk raus.

Linkprofil: Das Linkprofil umfasst in der Untersuchung die Qualität der Backlinks, einhergehend mit der Qualität der Quellseiten. Dabei muss die Qualität des Links nicht immer sehr gut sein, nur weil die Quelle eine gute ist. Die Bewertungen sind durchaus mit Differenzen zu sehen. Die Relevanz von Quelle zu Ziel ist ein weiterer sehr wichtiger Punkt in der Bewertung des Profils. Dabei gilt: Links höchster Qualität sind nicht gleich Links bester Qualität für mein Ziel, wenn auch objektiv themenfrei betrachtet keine Abzüge in der Qualität wären, muss es nicht bedeuten das der Link für mich top ist. Die Häufigkeit von Ankertexten und die Verhältnisse in denen sie angewandt werden, ist auch ein Punkt in einem ordentlichen Link Audit. Seitenbetreiber sollen auch Anweisungen bekommen wo es Sinn macht nachzubessern. Wo Links vielleicht umverteilt werden sollten uvm.

Google Ads Betreuung zum Festpreis
Google Ads Betreuung zum monatlichen Festpreis von 500,- Euro zzgl. MwSt. Optimierung bestehender Konten und Kampagnen. Persönliche Betreuung, Beratung und Umsetzung durch mich als SEA Freelancer!
www.eisy.eu/leistungen/google-adwords/

Link-Strukturen: Die Struktur ist die Vernetzung der Links und deshalb auch schnell übergehend auf ein Link-Netzwerk zu bewerten. Was aber nicht einzig das Thema ist. Strukturelle Bewertungen bei Audits sind Bewertungen darüber, wie die Masse der Links verwaltet wird. Wo kommen die Links geografisch gesehen her. Wohin führen die Links. Beziehe ich Links ordentlich verteilt auf Unterseiten und Startseiten bei stimmigen Verhältnissen?

All dies sind Punkte die in einem Link Audit mit einfließen und fernab eines kritischen Dokumentes sind das am Ende an Matt geschickt wird, damit der Mitbewerber Sanktionen erfährt. Es sind noch viel mehr Dinge die in der Link-Struktur berücksichtigt werden. Hier öffentlich jedoch alles zu listen sprengt meinen gesunden Menschenverstand. Denn andere Agenturen sollen schön auch selbst zusammenstellen was sie bewerten wollen.

Link-Netzwerk: Manche Seitenbetreiber bauen sich eigene Netzwerke mit Satellitenseiten (mal mit und mal ohne Mehrwert für Besucher) auf. Solche Netzwerke sind schwer zu identifizieren wenn man sie richtig gestaltet und viele wichtige Faktoren integriert die dem Schutz dienen und die Anonymität wahren. Im Link Audit wird auch versucht Netzwerke zu ermitteln und diese dann zu bewerten. Das muss kein eigenes Netzwerk vom Betreiber sein. Es sind eher viele Netzwerke von SEO-Agenturen die Linkaufbau für den Betreiber ausführen. Dabei setzen Agenturen auf eigene Projekte aus ihren Netzwerken, welche leider viel zu selten richtig gut geschützt sind. Ein schnell zu identifizierendes Netzwerk kann eine Gefahr für den Agenturkunden bedeuten.

Generell sei gesagt

Link Audit ist ein Thema was jetzt erst etwas mehr gepusht wird. Wie ich schon sagte, driftet es meiner Ansicht nach derzeit in eine vollkommen falsche Richtung. Wenn diese Leistung als eine Taktik zum Anschwärzen angesehen wird, treiben wir eine Kuh durchs Dorf die künftig einigen Agenturen ganz gewaltig vor die Tür macht. Ob das der Weg ist den Link Audits gehen sollen halte ich für fragwürdig. Im Grunde sind diese Bewertungen nämlich für Seitenbetreiber sehr wertvoll und bei korrekter Umsetzung und Anwendung können sie schützen, weiterhelfen und stärken! Natürlich sollte ein Link Audit nicht von der Agentur gemacht werden, die schon das Linkbuilding macht. Das dann fast ausschließlich positive Audits bei rumkommen dürfte jeder verstehen. 😉

Jetzt noch zum letzten Punkt.

Warum ich suchradar nicht verlinke?

Nun, im Zusammenhang mit dem – meiner Meinung nach – falsch dargestellten Link Audits nennt man zudem noch eine Website so deutlich als Beispiel das sie niemand verfehlen kann. Dieses Vorgehen finde ich irgendwo unfair, zumal für mich nicht ersichtlich ist das die Website der Agentur gehört. Von daher könnte man vermuten das es ein Mitbewerber eines Agenturkunden sei, oder was auch immer. Aber das hätte meiner Ansicht nach nicht so offensichtlich dargestellt werden dürfen, wenn man selbst als Agentur unterwegs ist. Genug dazu, ich denke die Jungs werden wissen was sie tun.

Bildquelle: aboutpixel.de / Schleckermaul © Kerstin Maier

Über Soeren 450 Artikel
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

14 Kommentare

  1. Hallo Sören,

    sehr gut geschrieben und den Finger in eine Wunde gelegt.
    Nach Deinem Tweet habe ich mir die entsprechende Seite angeschaut, auch der Text zeigt eine Problematik auf, die scheinbat einen neuen Trend bei den Agenturen aufzeigt.

    Ich habe den letzten SEO-Contest Kubaseoträume beobachtet, was da abging hat ein extrem schlechtes Licht auf´s SEO geworfen, es geht heute scheinbar nur noch Article-Spinning, Linkfarmen, Netzwerke und Möglichkeiten, diese Sachen aufzudecken und anzuschwärzen.

    Wenn ich den letzten Beitrag bei den Internet Kapitänen lese, kann man den Berufsstand wirklich in Frage stellen, auch hier geht es nur darum, dass Google nicht gegen „unlautere“ Methoden vorgeht.

    Hat ein SEO eine Kundenseite optimal platziert und macht er weiterhin alles richtig, wird eine Agentur unter Umständen nicht dagegen ankommen, da scheint derzeit jedes Mittel recht zu sein.
    Deine Definition eines Link-Audits ist vorbildlich, andere, weniger fähige SEO´s ziehen eben einen anderen Nutzen daraus, bzw. legen den Fokus nicht auf ihr Können, sondern auf die gezielte Suche nach Fehlern der Mitbewerber.

    Das Brot wird in Zukunft härter verdient werden.

    • Der Wille nach den besten Positionen ist eben sehr stark und wenn man dafür Mitbewerber kegeln muss, ist auch dieser Schritt vielen Leuten nicht zu weit gegangen, sondern ein Mittel zum Zweck. Bietet eine SEO-Agentur dieses Mittel zum Zweck an entsteht eine Leistung die ein Marktbedürfnis stillt. Und daraus resultieren leider Angebote die nur das Ziel verfolgen negative Audits zu schreiben damit der Kunde damit seine Mitbewerber bei Google anschwärzen kann. Ob es erfolgreich ist oder nicht, liegt ja schließlich mehr an Google. Somit ist man wenn es nix wird auch fein raus. Klappt es, wird man gelobt. Kann man nur hoffen das Kunden in Zukunft Link Audits für eigene Seiten anfordern um zu erfahren wie der Stand der Dinge ist! Denn dafür sind Audits eben da.

      • Wer´s als Agentur oder als kunde nicht kapiert, dem kann man nur die Wikipedia zum Thema „Audit“ und „Qualitätsmanagement“ empfehlen.

  2. @Pelle – mehr habe ich bisher noch gar nicht gelesen. Eisys Hinweis hat mich erstmal nur einen Artikel studieren lassen.
    Muss ich doch mal mehr als überfliegen.

    • Jan: Mich interessierte natuerlich insbesondere der Mobile SEO Artikel. Darin steht quasi, dass es Mobile SEO nicht gibt, und alles was nicht direkt SEO in den Augen des Verfassers ist (Weiterleitungsregeln, Bot-Behandlung…) ist Aufgabe der Technik und nicht des SEO. Das halte ich fuer ganz grossartigen Quatsch. Dem Techniker ist das sowas von egal, da muss schon jemand mit Ahnung von Suchmaschinen ein Konzept fuer aufmalen, das der Techniker dann umsetzt.

  3. Ein guter Artikel und eine fundierte „Richtigstellung“. Denke das Thema bleibt spannend. Schon einmal drüber nachgedacht, als Gastautor fürs Suchradar zu schreiben!? 😉

  4. Ich muss gestehen, dass ich den Artikel im Suchradar auch etwas misslich finde.
    Auf mich wirkte es so, als sei dies eine „Anleitung“ um Link Audits zum Anschwärzen zu nutzen, ob dies allerdings die gewollte Intention der Autoren war, wage ich zu bezweifeln. Sie weisen ja auch darauf hin, dass diese Form der Praxis fragwürdig ist.
    Nichtsdestotrotz finde ich, wie die meisten hier, den Tenor des Artikels nicht gut und danke Sören daher auch für diesen Artikel.
    Sollte sich dies wirklich als eine Art Diensleistung im Sinne des Anschwärtzens entwickeln, werden hier auch SEOs gnadenlos gegeneinander ausgespielt und ich finde schon, dass man gewisse Dinge, wie Anschwärtzen, einfach nicht machen sollte, vor allem nicht aus eiskaltem Kalkül und um Wettbewerbsvorteile zu bekommen.

  5. Links, die gegen die Richtlinien verstoßen bei Google zu melden, ist doch legitim. Wir spielen doch alle nach den gleichen Regeln. Der „SEO-Ehrenkodex“ ist doch bei den meisten nur gespielt. Interessant ist doch: sehr viele machen es, geben es aber nicht zu. Ich weiss wovon ich spreche …

    • Nur das es darum eigentlich gar nicht direkt geht. Denn hier geht es um den Stempel den eine Leistung aufgedrückt bekommt, obwohl sie sehr viel mehr als dies ist. 😉

  6. Das ist eigentlich eine Frechheit von Suchradar.
    Ich würde Link-Audits nur als einen Ausgangspunkt für Konkurrenz und Unternehmensanalyse nehmen. Ich denke, das es in Zukunft eigentlich zusammen mit financial und marketing-audits stattfinden muss.

    Wenn die daraus abgeleitete Strategie ein Spam-Report ist, gut und schön. Derartige Maßnahmen hat es schon in den guten alten offline-Zeiten unter der Termnologie „Guerilla-Marketing“ gegeben. Aber das Ganze als Äquivalten darzustellen Link-Audit = Petzen ist eigentlich nicht im Sinne der Branche und des Marktes.

2 Trackbacks / Pingbacks

  1. Kritik an Link-Audits im suchradar – SEO.at
  2. Das SEO-Kompendium (+7 essentielle Tools für mehr Suchmaschinen-Dominanz & Rankingpower)

Schreibe einen Kommentar zu eisy Antworten abbrechen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*