iPad Pro als Notebook Alternative

iPad als Notebook Alternative
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Ob ein Tablet wie das iPad Pro für dich ebenfalls reicht, kannst du im Prinzip nur ausprobieren. Zunächst solltest du überlegen was du bisher für Programme benutzt und für Aufgaben erledigst. Darauf basierend kannst du herausfinden welche Apps und Werkzeuge du am iPad brauchst. Es ist nicht ausgeschlossen, dass deine Aufgaben nicht mit einem iPad Pro zu erledigen sind.

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Mein größtes Problem am Anfang war, dass ich versucht habe jede Aufgabe genau so zu lösen, wie ich sie am MacBook erledigt habe. Davon muss man sich verabschieden können. Wer nicht bereit ist seine Workflows anzupassen, wird mit dem iPad Pro als Alternative nicht glücklich, sondern meckert stets das irgendwas nicht funktioniert wie man es gewohnt ist. Natürlich geht es nicht wie gewohnt. Für mich gehen viele Dinge heute am MacBook auch nicht mehr wie ich es gewohnt bin – klar, ein Notebook ist eben kein iPad und deshalb gefühlt alles deutlich komplizierter.

Aus Gesprächen mit anderen habe ich inzwischen herausgehört, dass viele Leute denken, man würde Webseiten dann immer in mobiler Version gezeigt bekommen. Nein ihr Lieben, dies ist bei einem 12,9″ iPad Pro nicht der Fall. Die Webseiten werden gezeigt wie auf einem Notebook / PC auch. In normaler Version. Das Display ist ja mehr als groß genug.

Apps die ich brauche

Die meisten Werkzeuge die ich benutze sind direkt im Browser. Dazu gehören u.a. Tools wie ahrefs, Metrics, SISTRIX Toolbox, Zendesk, Zammad, WordPress. Dienste wie Facebook verwende ich am iPad auch direkt im Google Chrome und nicht in der App. Die Facebook App ist am iPad Pro mit 12.9″ auch nicht sonderlich toll.

  • Google Chrome
  • SourceView
  • GMail App
  • Pages
  • Keynote
  • Google Tabellen
  • Google Drive
  • iMovie
  • Dropbox
  • Transmit
  • Coda
  • iTerminal

Wer lieber mit Microsoft-Produkten im Office-Bereich arbeiten mag, kann das auf dem iPad ebenfalls. Ich hatte Office 365 auch schon probiert und es funktioniert prima. Komme allerdings mit den Alternativen von Apple und Google bestens zurecht. Was nicht bedeutet, dass ich Word nicht dennoch immer in der Hinterhand habe.

Verzicht auf Maus / Trackpad

Anfangs musste ich mich an die Bedienung via Touch gewöhnen. Inzwischen habe ich das komplett drauf. Mein Trackpad fehlt mir nicht mehr und eine Maus habe ich ohnehin schon sehr, sehr lange Zeit nicht mehr verwendet. Shortcuts via Tastatur und Gesten über das Display sind zur Bedienung von Programmen meiner Ansicht nach vollkommen ausreichend.

Was mir weder Trackpad noch Maus bieten können, ist die Präzision vom Apple Pen. Der Stift ist einfach ein Highlight. Vor allem für mich, da er mir beim Bearbeiten von Screenshots etc. sehr viel Zeit spart. Und er macht Spaß, auch dass muss mal was wert sein. 😉

Als ich mich mit Recherchen etc. aufs iPad Pro vorbereitet habe, las ich auch von jemanden die Kritik, man könnte nicht mehr mit der Maus in einem Dokument scrollen. Es gab auch keinen Smilie. Ob die Person in dem Moment das Touchdisplay vergessen hat? Man munkelt.

HDMI / SD Card Adapter

Am iPad Pro befindet sich nur der eine Lightning-Anschluss. Dafür bietet Apple jedoch die passenden Adapter auf HDMI, USB, microSD und alles was man sich sonst vorstellen kann. Ich für meinen Teil vermisse nichts. Klar muss dir aber sein, dass die Adapter nochmal Geld kosten und teilweise Preise von 30 bis 60 Euro dafür aufgerufen werden.

Akku und Gewicht

Ich bin zwar nicht sonderlich viel unterwegs, aber ich habe früher mein Notebook immer vom Büro mit nach Hause genommen. Auf verschiedenen Geräten zu arbeiten habe ich mir schon lange abgewöhnt, auch wenn es Apple intern problemlos geht. Mein MacBook Pro war also mein täglicher Begleiter.

Nun ist mein iPad Pro 12,9″ stets dabei. Von 13 Zoll auf 12,9 Zoll ist nicht spürbar. Jedoch merke ich, dass mein Gerät jetzt nur noch ca. 800g wiegt. Und ich merke, dass mein Akku plötzlich mit 8 bis 10 Stunden keine Probleme mehr hat.

Sinnvolle Ordnerstruktur

Meine Dokumente, sei es Bilder, PDF, Videos oder andere Dinge, sortiere ich auf meinem iPad genau so sauber in Ordner wie beim normalen Notebook. Klar, ich habe keinen Arbeitsplatz oder Finder. Mit der App Transmit, die ich sowieso als FTP-Client verwende, kann ich auf meiner Festplatte auch sonst normal arbeiten. Wäre ja schade wenn ich die 256 GB nicht sinnvoll verwenden könnte, sondern alles nur dort abgelegt wird, wo es die jeweilige Applikation für richtig hält.

Wobei ich auch sagen muss, dass gar nicht so viel selbst organisierter Ordnung braucht. Wenn ich Dokumente durch Apps abspeichern lasse, liegen diese oft logisch platziert. Was will man mehr? Ordnung braucht eigentlich nur der Bereich Buchhaltung und Kunden. Wie gesagt, hier helfe ich mir mit Transmit. Alternativ herrscht einfach in der Dropbox oder in Google Drive eine Struktur.

Wenn ich an das Dokument zu diesem Artikel hier möchte, muss ich nur Pages öffnen und das Dokument antippen. Logisch. Warum sollte ich jetzt extra auf den Arbeitsplatz, dann durch alle Ordner und anschließend das Dokument doppelt anklicken, um es letztendlich auch nur in Pages, Word etc. zu öffnen. Sind doch unnötig viele Schritte, oder?

Die Nachteile

Bei aller Liebe zur Arbeit am iPad Pro, es gibt auch Nachteile. Zum Beispiel jener, dass ich fremden Notebooks immer aufs Display tatsche wenn ich jemanden helfen will. 😉 Der Faktor Mensch ist aber wirklich ein Nachteil. Permanent möchten andere Menschen wissen wie man ein bestimmtes Problem löst. Immer wieder wollen sie die Erfahrungen hören. Die wenigsten haben den Mut, die Entscheidung selbst einfach mal zu treffen. Wie ich schon erwähnte, ist es der wichtigste Punkt, nicht immer zu probieren, den Workflow vom gewöhnlichen PC aufs Tablet zu übertragen. Das geht maximal mit einer Windows-Lösung.

Was mich noch immer stört: ich kann Apps zwar mit CMD + Tab wechseln, aber ich kann noch nicht mit der Tastatur den Doppelklick auf den Home-Button auslösen, um dann Apps zu beenden. Dazu muss ich den Button tatsächlich noch benutzen. Entweder kenne ich die Lösung noch nicht oder es gibt derzeit noch keine.

Außerdem finde ich es schade, Elemente nicht von einer Hälfte des Displays in die andere schieben zu können. Sprich, ich habe rechts im Bild meinen Bilderordner auf und links meine Festplatte via Transmit. Dann würde ich gerne einfach von rechts nach links Bilder schieben. Geht aber nicht. 🙂 Kein Drama, aber so eine typische Angewohnheit von normalen Systemen. Ich sage ja, damit muss ich aufhören.

Fazit

Tun oder lassen. 🙂 Ich verstehe jeden der beim normalen Notebook bleibt. Ich würde auch immer empfehlen den Umstieg so zu gestalten, dass eine Alternative noch verfügbar ist. Man weiß nie was man noch braucht. Ich bin happy mit dem iPad Pro und muss kein Notebook mehr nutzen. Dennoch ist es okay wenn ich mal an einem Notebook sitze. iPad Pro Nutzer sind ja keine Veganer, die das in jedem zweiten Satz erwähnen müssen. 😉 😛

Jetzt habe ich tatsächlich mal wieder einen Artikel außerhalb vom Online-Marketing geschrieben.

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Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

3 Kommentare zu iPad Pro als Notebook Alternative

  1. Hallo Soeren,

    toller Post! Ich stehe im Moment auch vor der Entscheidung, mir ein neues Notebook zu kaufen, oder auf ein iPad Pro mit Stift umzustellen. Wie Du, arbeite auch ich als Internetmarketer.

    Mich interessiert, inwieweit Du die typischen Tätigkeiten eines Internetmarketers NUR am iPad erledigst und wie Deine Erfahrungen damit sind.

    Zur Zeit arbeite ich mit einem iPad Air2 und einem MacBook Pro 13″ Retina aus 2013. Gerne würde ich das Macbook durch ein iPad Pro 12″ ersetzen und nur noch mit zwei iPads arbeiten.

    Prinzipiell kann ich fast alle Aufgaben jetzt schon mit dem iPad erledigen – auch wenn es stellenweise, wie in Deinem Post erwähnt, anfangs ziemlich ungewohnt ist.

    Nur für eine Sache ist die „Nur-iPad-Lösung“ nicht ausreichend: Screencasts sind, soweit mir bekannt, mit einem iPad alleine nicht möglich.

    Würde mich freuen, wenn Du noch etwas mehr über Deine Arbeit mit dem iPad erzählen könntest.

    Gruß
    Jens

  2. Hi Soeren,

    cool dass es bei dir funktioniert. Ich habe versucht, aber am iPad pro schaff ich nur die kleinen Office Aufgaben. Schon bei der Bildbearbeitung und beim schreiben eines Blogs auf der Website bin ich gescheitert, war mir einfach zu langsam… Aber, ich denke dass du Recht hast, ohne dass man seinen Workflow ans Gerät anpasst, geht es nicht.

    Toller Artikel!

  3. Schöner Artikel, stand vor kurzem auch genau vor dieser Frage.
    Hab mich am Ende aber für einen Laptop entschieden. Fand ich irgendwie „stabiler“
    und die Gewohnheit spielt auch eine Rolle, irgendwie „komisch“ nur noch ein Tablet dabei zu haben 😀

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