Interview zum Job Texter über Textbroker

Ich habe gestern überlegt, einfach mal was ganz anderes hier im Weblog liefern zu wollen. Nichts ist an einem Interview ungewöhnlich, aber die Art wie ich mir das Interview beschafft habe, ist doch etwas anders und für den einen oder anderen Leser vielleicht auch etwas merkwürdig. Dieses Interview hat mich Geld gekostet – Geld das ich gern für diesen Spaß ausgegeben habe. Es sind echte Fragen, aber gekaufte Antworten, denn ich habe das Interview bei Textbroker gekauft.

Richtig, bei Textbroker 🙂 und ich bin wirklich durch die manuelle Prüfung bei Textbroker.de durchgekommen. Ein bisschen Zweifel hatte ich, denn immerhin wollte ich vom Interview-Gast und Autor ja auch wissen wie zufrieden man mit der Bezahlung von Textbroker ist. Aber das war wohl kein Stolperstein. Die Fragen habe ich beim Auftrag als Beschreibung hinterlegt und ich vermute es haben sich viele Leute gestern bei Textbroker sehr gewundert. Gesehen habe ich 6 oder 8 Autoren die im Auftrag waren, aber schnell wieder abgesprungen sind. Warum? Erzähle ich am Ende.

Interview zum Job Texter

Stellen Sie sich kurz vor. Wie lange arbeiten Sie bereits als Texter im Internet?

Mein Name ist Andre N. Ich bin 33 Jahre alt und arbeite seit einem halben Jahr als freiberuflicher Texter. Der Auslöser für diese Tätigkeit war, dass ich eine zusätzliche Einkommensquelle gesucht habe, die ich bei möglichst freier Zeitgestaltung ausüben konnte. In meiner Haupttätigkeit arbeite ich in der Marketingabteilung eines mittelständischen Unternehmens.

Wie lange arbeiten Sie bereits über die Plattform Textbroker.de und wie empfinden Sie die Vergütung für Ihre Arbeit über diese Plattform?

Für Textbroker arbeite ich jetzt seit etwa sechs Monaten. Nach den ersten drei Wochen wurde meine Einstufung als Autor erhöht, so dass ich für einen Text nun etwa zehn Prozent mehr bekomme als ganz am Anfang. Gemessen an meinem Verdienst in meinem eigentlichen Job, ist der Stundenlohn bei Textbroker mit etwa zehn Euro sehr gering. Auf der anderen Seite bietet Textbroker Textern aber auch Vorteile wie zum Beispiel die Zahlungsabwicklung. Ich kann mir sicher sein, mein Geld am Ende auch tatsächlich zu bekommen. Darüber hinaus erhalte ich mittlerweile auch viele Aufträge als so genannte Direct Orders, bei denen der Verdienst deutlich besser ist.

Finden Sie, dass Ihre Kunden Ihnen nach Abschluss eines Auftrags ausreichend Dank bzw. Lob zukommen lassen?

Es gibt bei Textbroker ein Feedback-System, was ich prinzipiell gut finde. Leider sind die Kommentare der Auftraggeber zumeist sehr kurz, wenn überhaupt welche abgegeben werden. Andererseits ist es für mich zumeist aber auch Lob genug, wenn mein Text ohne Korrekturen direkt angenommen wird, der Auftraggeber also zufrieden sein muss.

Haben Sie eine Internetseite auf der man Ihre Leistungen in Anspruch nehmen kann?

Nein, ich habe leider noch keine eigene Internetseite.

Können Sie die eigene Kreativität in den Texten für Kunden immer umsetzen?

Ich richte meine Kreativität grundsätzlich nach den Anforderungen meiner Auftraggeber. Wenn ein Text gewünscht ist, der zum Beispiel ein Reiseerlebnis schildern soll, lasse ich meiner Fantasie einen freieren Lauf als wenn es um die technische Beschreibung eines Produktes geht.

Was halten Sie vom Anspruch „SEO-Texte“: Völliger Quatsch oder? (gemein aber gemeistert)

Natürlich macht es Sinn, Keywords in einen Text einzubauen, damit dieser leichter von Suchmaschinen gefunden werden kann. Auch eine gewisse Struktur inklusive Überschriften erhöht die Übersichtlichkeit eines Textes und führt zu einem besseren Suchmaschinen-Ranking. Ich halte es aber für einen Fehler, einen Text nur um Keywords herum zu bauen oder ein Schlüsselwort unbedingt in einer bestimmten Anzahl zu nennen. Dies führt praktisch immer zu einer schlechteren Lesbarkeit des Textes und verärgert damit den Leser.

Welche Anforderungen der Kunden stören Sie bei Ihrer Arbeit als Texter am meisten?

Ein gutes, ausführliches Briefing ist die Basis für einen guten Text. Für mich als Autor ist es hilfreich und notwendig zu wissen, welche Vorstellungen und Erwartungen der Auftraggeber an meinen Text hat. Leider sind viele Briefings, gerade bei Textbroker, sehr kurz und führen mitunter zu unnötigen Korrektur-Runden, die für beide Seiten ärgerlich sind.

Hat Ihnen das Interview Spaß gemacht?

Dieses Interview war auf jeden Fall eine nette Abwechslung zum normalen Texter-Alltag.

Vielen Dank!

Fazit

Ein sehr ungezwungenes Interview und ich danke Andre für seine Antworten. Da er leider noch keine Website hat und seinen Namen von Textbroker hier auch nicht einfach verraten möchte, werde ich ihm per Nachricht auf Textbroker von diesem öffentlichen Interview berichten und er kann entscheiden, ob er in den Kommentaren etwas schreibt, wie Ihr ihn bei Interesse an Texten am besten erreichen könnt.

Zwischen-Update: Andre erreicht Ihr über diesen Usernamen: A1976 bei Textbroker!

# Ich schrieb ja das viele Autoren wieder abgesprungen sind. Wir haben gestern am Stammtisch in Leipzig kurz darüber gesprochen und sind recht schnell beim Punkt gewesen. Die Autoren hätten beim Interview „Denken“ müssen und könnten nicht nur trocken Texte umformulieren. Denken ist eventuell nicht die Stärke jeder Person im Job der Texter, denn Umformulierungen sind ja doch sehr schnell und einfach gemacht. Klingt komisch, kann aber so sein.

🙂 Ich bin ja irgendwie schon auf eure Meinung gespannt. Spannend war für mich übrigens die ganze Zeit die Frage „Wer antwortet da?“ denn ich konnte es ja nicht beeinflussen und wusste damit auch nicht was mich erwartet.

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.