Inhalte überarbeiten – so reift und gedeiht deine Webseite

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Der Artikel ist geschrieben, die Seite erstellt, die Inhalte sind veröffentlicht … und dann? Warum du bestehende Inhalte hin und wieder anfassen solltest und wie das geschehen kann, ist das Thema des folgenden Artikels.

Google liebt Bewegung

Unter SEOs ist es ein offenes Geheimnis: Google liebt die Aktualität und Bewegungen auf Webseiten. Diese Signale zeigen der Suchmaschine, dass sich der Betreiber ernsthaft mit seiner Seite befasst und diese nicht nur zum Zwecke der Weiterleitung auf andere Seiten oder ähnlichem erschaffen hat. Aktualisierungen schlagen sich meistens in der Veröffentlichung neuer Blogbeiträge, der Präsentation neuer Produkte oder dem Anlegen neuer Unterseiten nieder. Dies alles ist zwar gut und schön – aber darüber sollten die bestehenden Inhalte keinesfalls vergessen werden. Denn die Aktualisierung und Ergänzung derselben kann sie zusätzlich aufwerten und so Maschine und Besuchern gleichermaßen nützen.

Regelmäßige Überprüfung: Ist alles up to date?

Wissen entwickelt sich beständig weiter. Technologien veralten und werden durch neue abgelöst. Problemlösungen werden als unzeitgemäß abgetan und durch ökonomischere Lösungen ersetzt. Andere Ansätze werden entwickelt und zur Diskussion gestellt. Auf derartige Phänomene solltest du auch hinsichtlich deiner Inhalte reagieren. Daher lohnt es sich, regelmäßig vorhandene Seiten und Artikel durchzusehen und auf Aktualität zu überprüfen. Dabei müssen vorhandene Punkte keinesfalls gelöscht werden, nur weil sie nicht mehr zeitgemäß sind. Im Gegenteil: Es ist gut möglich, dass nach derartigen Inhalten immer noch gesucht wird und du zu diesen Themen mit deiner Seite rankst; dann wäre eine Löschung sogar fatal – zumindest hinsichtlich des Traffics deiner Seite. Daher mein Rat: Lösch nichts oder nur, wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt (zum Beispiel, wenn du bei Nicht-Löschung eine Abmahnung riskierst). Relativiere bzw. überarbeite stattdessen, indem du darauf verweist, dass die Inhalte nicht mehr zeitgemäß sind, weil sich inzwischen viel getan hat. Dieses „viel“ solltest du natürlich gleichsam auf der Seite bzw. im Artikel präsentieren. So hast du Altes und Neues auf einer Seite vereint.

Regelmäßig überprüfen, veraltete Inhalte relativeren, neue Erkenntnisse ergänzen: So bleiben Seiten und Artikel auf dem neusten Stand. Eine Seite, die voll von veralteten (und damit bisweilen falschen) Informationen ist, führt zu hohen Absprungraten und sendet negative Signale an die Suchmaschine.

Weiterentwicklung: Was habe ich vergessen?

Auch ohne dass du notgedrungen etwas überarbeiten müsstest, solltest deine Inhalte von Zeit zu Zeit mit kritischen Augen betrachten. So wie der Künstler Abstand zu seinem Werk gewinnen muss, nachdem er es vollendet hat, solltest du nach einiger Zeit zu dem von dir Geschaffenen zurückkehren und überlegen, ob und wie du die Inhalte verbessern kannst. Hier sind einige Fragen, die du dir stellen könntest:

  • Habe ich das Thema von allen Seiten betrachtet?
  • Gab es in der letzten Zeit vermehrt Fragen seitens meiner Besucher, deren Beantwortung ich in meinen Inhalten leisten kann?
  • Was könnte meine Nutzer dazu verleiten, länger auf meiner Seite zu bleiben und bestenfalls zu konvertieren?
  • Was macht meine Konkurrenz auf ihren Seiten – und vor allem: Was machen sie besser als ich?

Wer all diese Fragen beantwortet, wird sicher auf die eine oder andere Sache kommen, die die eigenen Inhalte noch aufpeppen können. Dies kann von der Schwierigkeit und dem damit verbundenen Aufwand völlig unterschiedlich ausfallen, aber lohnen wird es sich auf jeden Fall.

Der Anspruch sollte lauten: „Ich habe die beste Seite im Netz zu meinem Thema, meinem Produkt oder meiner Nische!“ Wem das zu utopisch klingt, sollte sich trotzdem nicht mit weniger als „Ich erschaffe gemäß meiner Ressourcen die bestmögliche Seite zu meinem Thema, meinem Produkt oder meiner Nische!“ zufrieden geben. Denn nur Top-Inhalte bringen dir langfristig auch Top-Platzierungen in den Suchmaschinen, so lautet jedenfalls unsere Überzeugung.

Inhaltliche Überarbeitung

Überprüfen, überdenken, überarbeiten: So verbesserst du Inhalte kontinuierlich.
Überprüfen, überdenken, überarbeiten: So verbesserst du Inhalte kontinuierlich.

Die Ergänzung von Textbausteinen, Abschnitten oder auch ganzen Kapiteln mag an und für sich schon zeitaufwändig sein, stellt aber noch die einfachste Art der Überarbeitung dar. Wenn dir bei der Lektüre deiner eigenen Texte spontan auffällt: „Hey, Aspekt XY wird gar nicht erwähnt“ oder „Der Fakt YZ taucht hier nur als Randbemerkung auf“, zögere besser gar nicht, sondern nimm die Ergänzung direkt vor. Es ist nicht sinnvoll, dergleichen auf die lange Bank zu schieben. In den meisten Fällen wirst du dich, wenn du das nächste Mal an deinem Text vorbeikommst, darüber ärgern, dass die Ergänzung immer noch nicht online ist.
Etwas aufwändiger wird diese Form der Überarbeitung natürlich, wenn du merkst, dass der komplette Inhalt einer Überarbeitung bedarf. Dann ist es allerdings umso wichtiger, diese vorzunehmen. Es lohnt sich in diesem Zusammenhang unbedingt, Leute von außen darauf schauen zu lassen, um Meinungen und Bewertungen einzuholen, die nicht emotional oder durch ihr Wissen zu relevanten Sachverhalten vorbelastet sind.

Tipp: Führe solche Updates regelmäßig durch; mindestens alle 6 Monate. Plane dir diese in einem Kalender und halte dich an die Termine!

Pimp my content: Leben in Textwüsten bringen

Ein altes Lied in unserer Branche handelt von der Notwendigkeit, Inhalte mit Bildern, Grafiken und Videos anzureichern. Man spricht in diesem Zusammenhang gern von „auflockernden Elementen“, von „visuellen Reizen“ oder, im Falle von besonders aufwändig produzierten Inhalten, auch von „viralem Content“. Warum aber, frage ich mich, sieht man dies so selten in die Tat umgesetzt? Mögliche Antworten, die mir viele geben würden, wenn ich diese Frage stellen würde:

  • „Ich habe keine Zeit, dergleichen zu erstellen.“
  • „Sowas ist mir zu teuer.“
  • „Das bringt doch eh nichts.“
  • „Mir fällt nichts ein.“

Schön, wenn es nur der letzte Punkt wäre; dem kann nämlich noch am ehesten abgeholfen werden, ob du‘s glaubst oder nicht. Besonders oft greifen aber Punkt 1 und 2. Und da wird es kritisch. Ich würde dem Ganzen an dieser Stelle einfach mal

  • „Zeit hat nur der, der sie sich nimmt!“ und
  • „Ohne Investition kein Profit.“

entgegenhalten. Völlig klar, dass Zeit oft knapp ist; aber mit diesem Problem stehst du wahrlich nicht allein da. Geh davon aus, dass die Zeit deiner Besucher und Leser genauso begrenzt und kostbar wie die deine ist, und dann frag dich: Möchten diese Besucher sich durch eine unübersichtliche und, wenngleich dies nur von sekundärer Bedeutung sein mag, hässliche Textwüste arbeiten, um Antwort auf ihre Fragen zu erhalten? Oder ermutigt der „Nicht-Text“ nicht eher dazu, innezuhalten und sich mit der Seite auseinanderzusetzen?

Als Beispiel kann dieser Artikel herhalten: Wenn du ehrlich bist, hältst du mich nicht für einen talentierten Zeichner, richtig? Gut so, denn ich bin auch keiner! Dennoch wäre dieser Text ohne die Bilder wesentlich eintöniger und insofern auch mühseliger zu studieren. Und wie viel Zeit habe ich nun insgesamt für die Ideenfindung, Erstellung und Bearbeitung aufgewendet? Mit einer knappen Stunde müsstest du schon rechnen, wenn dir das Zeichnen nicht in die Wiege gelegt wurde. 😉

Es müssen keine Zeichnungen sein: Wie wär’s mit Bildern, die du selbst gemacht oder zumindest in Auftrag gegeben hast? Als Shopbetreiber weißt du natürlich selbst am besten, wie wichtig aussagekräftige Produktfotos sind, und die liefert dir der Hersteller nicht immer automatisch mit. Aber auch für andere Inhalte gilt: Es müssen nicht immer die Stockfotos von Bilderdiensten sein, obwohl dies die praktischste Lösung darstellt (und ja: auch wir greifen bisweilen noch darauf zurück). Je mehr du deine Inhalte mit weiteren eigenen Inhalten aufwertest, seien es Bilder, Videos oder kleine Widgets und interaktive Inhalte, die du kostenlos zum Download anbietest, desto besser. Schon mal darüber nachgedacht, deinen Artikel als E-Book oder zumindest als PDF bereitzustellen?

Nachbau von Inhalten: Nicht klauen, sondern verbessern!

Den wenigsten von uns ist es vergönnt, eine Erfindung wie das Rad, den Verbrennungsmotor oder Facebook zu machen. Also tun wir das, was wir schon in der Schule gemacht haben: Wir gucken hin und wieder mal beim Nachbarn ab. Das ist nicht weiter schlimm, solange wir das Gesehene nicht 1:1 übernehmen und dann als unser Machwerk übernehmen. Vielmehr sollte es bei der Betrachtung des „Konkurrenten-Contents“ darum gehen, sich inspirieren zu lassen, ggf. zu verstehen, warum dessen Inhalte besser ranken als die eigenen

(und komm mir jetzt bitte nicht mit: „Weil der mehr Links hat!“, sonst kontere ich mit „Und warum hat der mehr Links?!“ 😉 )

und dann zu überlegen, wie diese Inhalte verbessert und dann auf der eigenen Seite Platz finden können. Vielleicht hat dein Wettbewerber ja eine schöne Bildergalerie auf seiner Seite, aber Besucher haben keine Möglichkeit, die Bilder dort direkt zu kommentieren und in sozialen Netzwerken zu sharen?

Fazit: Die Arbeit hört nie wirklich auf – aber die Mühe zahlt sich aus!

Klingt zunächst deprimierend, lohnt sich aber! Wer sich und seine Inhalte beständig selbst hinterfragt und konsequent an deren Verbesserung arbeitet, kann sich am Ende einer jeden Überarbeitung nicht nur selbst auf die Schulter klopfen. Auch die Besucher und letztendlich die Suchmaschine werden es zu schätzen wissen. Wichtig ist nur, dieses Thema weder völlig außer Acht zu lassen noch zu vernachlässigen. Wenn man erst auf die Signale genervter User oder ein Abrutschen in den SERPs reagiert, ist die Bombe ja gewissermaßen schon geplatzt. Lass es am besten gar nicht erst so weit kommen.

14 KOMMENTARE

  1. Sehr guter Artikel den ich nur unterstreichen kann. Meine Frage beim Bearbeiten von alten Artikeln,soll man hier das Datum erneuern oder beim altem Datum belassen. Ich habe bis jetzt das Datum belassen bis n mir aber nicht sicher ob das richtig ist.

    LG Lars

  2. Hallo Lars,

    im Grunde ist das nicht wirklich wichtig. Du kannst weiterhin das Datum belassen. Wenn ich einen Artikel überarbeite, weil der Inhalt nicht mehr zeitgemäß ist, dann erneuere ich das Datum meistens. Denn dann ist es wie ein neuer Artikel und er interessiert ja auch meine Leser aktuell wieder.

    Wichtig ist nur die URL beizubehalten. Sollte das Datum fest mit der URL verankert sein – auch das gibt es – gilt es natürlich anschließend einen 301 Redirect vom alten auf den neuen Artikel zu setzen.

  3. Soweit mir bekannt, hat einst Google „date Uptade“ empfohlen zu benutzen. Ich finde es schön, wenn da steht: „aktualisiert am“. Empfinde ich persönlich gut und wird von Google erfasst in den Suchergebnissen. Ich schaue selbst wenn ich suche, ob der Artikel überhaupt aktuell ist.
    Viele glauben immer noch, dass der Angriff in einen älteren Artikel schlecht ist und mit Rankingverlust immer verbunden ist. Habe ich nie verstanden, da es einfach unlogisch ist – egal was Google sieht oder sehen möchte.

    Ich bearbeite gerne Artikel. Vor allem, wenn ein Artikel geteilt oder irgendwo verlinkt wird und ich das über Analytics erfasse, dann schaue ich mir den Artikel an, aktualisiere ggf., prüfe noch einmal die Grammatik/Rechtschreibung und füge vielleicht noch veränderte Informationen hinzu.

    Vorausgesetzt es gibt wirklich was zu aktualisieren, ansonsten macht es ja kein Sinn.

    Grüße.

    • Ich meinte natürlich „Eingriff und nicht Angriff“. 🙂

      Eine Frage hätte ich noch. Bei SEOs sehe ich immer öfters, dass sie die Artikel bearbeiten und bestimmte Sätze durchstreichen. Welchen Sinn hat das? Ist das nur bei kurzen Änderungen sinnvoll oder soll die alte Information für den Besucher einfach sichtbar bleiben?

      Grüße.

  4. Danke für die Ermunterung, Sören. Ich stolpere so oft über Unzulänglichkeiten in meinen Texten und schiebe die Korrekturen doch immer vor mir her. Mit deinem Artikel habe ich wieder einen Tritt in den Hintern bekommen, diesen endlich zu bewegen. 🙂
    Ein herzliches Dankeschön vom Bodensee
    Jörg

      • Hallo Jörg,
        Freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Falls du einen Redaktions-oder Themenplan pflegst, kann es hilfreich sein, dir die Überarbeitung von Artikeln, die du ohnehin schon im Blick hast, dort fest einzuplanen. Bietet sich vor allem für die Zeiträume an, in denen keine eiligen Dinge wie News oder dergleichen anstehen.

        Viele Grüße!
        Carsten

  5. Den Kommentar mit dem „aktualisiert am“ kann ich nur zustimmen – so gewinnt man außerdem auch das Vertrauen des Lesers, der dann weiß, dass er aktuellen Content hat. Desweiteren lohnt es sich, auch das Design/die/Gliederung/die verwendeten Bilder upzudaten. Sieht die Seite schöner aus, sinkt auch die Bounce rate.

  6. Interessant, aber so ganz verstehe ich die Logik nicht. Klar, dass ich nicht mehr funktionierende Links oder Videos (ist übrigens nicht so einfach, die zu finden, wenn man YouTube einbaut) rausgeschmissen oder erneuert werden, aber Inhalt?
    Wenn es Inhaltlich etwas Neues gibt, dann gibt es einen neuen Beitrag.
    Spiegel Online oder Handelsblatt aktualisieren doch auch keine alten Beiträge.

    • Es geht auch eher weniger um Newsbeiträge wie bei SPON & Co. Wenn ich aber einen Testbericht wie diesen https://www.eisy.eu/seolytics-testbericht/ habe, dann aktualisiere ich lieber den Bericht und bringe ihn wieder nach vorne, statt einen neuen zu produzieren. Ich kann den Bericht dann erneut Teilen etc. Es kommen neue Links, Kommentare usw. zustande.

      Und für Google wird dieses Dokument ebenfalls immer wichtiger. Bei immer neuen Artikeln zu sehr ähnlichen oder gleichen Themen, bekommt man auf Dauer ein Problem mit Near DC und wechselnden URL Rankings.

  7. OK, das habe ich dann jetzt verstanden. Klar, URL beibehalten, Inhalt aktualisieren und damit möglicherweise neue Leser und Klicks mit (zum Teil) alten Content finden.

    So gesehen, eine gute Idee!

    Danke nochmal für die Erläuterung

  8. Servus,
    ich hatte mir die Tage im Rahmen des Wmf um das Thema Gedanken gemacht. Da ging es zwar um die Frage, wie wichtig ein Datum im Blogartikel ist, aber zwangsläufig landet man an dem Punkt, was mit älteren Artikeln geschehen soll.

    Nun habe ich weitere schlüssig klingende Argumente hier gelesen. Ich bin bislang eher den Weg gegangen, einen neuen Beitrag zu schreiben und Bezug auf den älteren zu nehmen. Bei kleineren Änderungen auch mal im alten Beitrag, aber mit einem Hinweis, wann geändert wurde.
    Danke sehr herzlich für die Denkanstöße.

  9. Das Problem, welches ich bei mir selber sehe, ist, dass ich zwar einige meiner Posts überarbeiten will, aber irgendwie nie die Zeit dazu finde. Ich möchte immer einmal pro Woche einen neuen Artikel schreiben, damit dieser Artikel neu veröffentlicht und meinen Abonnenten gezeigt wird. Wenn ich einen alten Artikel überarbeite, ist das zwar für Suchmaschinen-Suchende gut, aber soweit ich weiß gibt es keinen direkten Weg, meinen Lesern diesen Artikel „neu“ zu veröffentlichen (bin bei blogspot). Der einzige Weg, der mir einfällt, wäre ein extra Artikel, der „Updates auf diesem Blog“ oder ähnliches präsentiert – dann mit Links zum alten Artikel.
    Natürlich muss ich mir die Zeit nehmen, ältere Artikel zusätzlich zu meinen neuen zu schreiben bzw. zu überarbeiten. Es wäre toll, wenn man den alten Post einfach löschen und neu schreiben könnte, aber ich denke, dass das aus Sicht von Google negativ wirkt, weil man mit seinen keywords von null anfängt.

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