Gutscheinfelder für gute Affiliates ausblenden

Leidvoll ernährt sich der gute Affiliate mit seinem Content-Projekt, wenn er keine Gutscheine als Motivation für den Abschluss einsetzt, aber der Merchant längst mit Gutscheinen wirbt. Das musste sowohl ich in den letzten Jahren zunehmend feststellen, wie auch unzählig andere Affiliates. Und ich weiß, über „Gutscheine im Affiliate-Marketing“ wurde schon gefühlte zehntausendvierundzwanzig Mal geschrieben und mindestens doppelt so oft gesprochen. Aber es geht nicht anders und es tut mir leid, ich muss schon wieder darüber berichten.

Worum es mir geht, möchte ich mit zwei Stichpunkten kurz mitteilen.

  • Tatvorwurf: Gutschein-Affiliates klauen Cookies
  • Tatmotiv: Last Cookie wins

Soweit dürften das alle verstanden haben. Jetzt aber mal zur Praxis und damit zum eigentlichen Problem.

Praxisbeispiel

Ich erstelle eine Affiliate-Seite im Bereich Mode und habe auf dieser Seite zahlreiche Produkte inkl. unique Beschreibungen. Pflege ein kleines Magazin mit guten Inhalten die für Verbraucher interessant sind. Nun bewerbe ich die Produkte direkt via Produktnamen und Kategorisierung, aber nicht mit Gutscheinen. Ich mische dabei verschiedene Affiliate-Programme. Ein Besucher schaut in Google nach [Produktname + bestellen] und landet auf meiner Affiliate Seite. Dort informiert er sich dank meinen hilfreichen Informationen sehr genau über das Produkt. Er ist überzeugt und klickt auf den Button zum Shop (Merchant). Dabei übergebe ich dem Besucher meinen Cookie und wenn dieser jetzt bestellt, habe ich eine Provision verdient. Ich habe diese durch meine Kaufberatung und Überzeugungskraft sogar „wirklich verdient“.

Doch ich erhalte keinen Cent

Jetzt ist der Besucher im Warenkorb beim Merchant und sieht dort das, was ich als Content-Affiliate als meinen größten Feind erkenne – das Gutscheinfeld!

Die Leute die im Web einkaufen sind nicht mehr so blöd und denken jetzt: „Mist, hätte ich mal vorher nach einem Gutschein gesucht“. Nein, die Leute wissen wie man einen neuen Tab öffnet und parallel einen Gutschein sucht. Außerdem brechen Leute auch gern Kaufvorgänge ab, gehen in die Suchmaschine und suchen nach einem Gutschein. Dabei geben sie einfach nur „Taschenkaufhaus Gutschein“ oder „Rabatt Taschenkaufhaus“ ein. Ich nehme Taschenkaufhaus einfach mal als Beispiel. In Google kommen dann Ergebnisse mit Gutscheinen, die entweder gar nicht mehr (seit Jahren) gültig sind, oder wo am Ende „nach Cookie-Übergabe“ nur „Kein Gutscheincode nötig“ drin steht.

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Und deshalb gibt’s für mich kein Cent

Weil die Leute nun während der Bestellung noch einen Gutschein suchten und bei einer der vielen Gutscheinseiten auf den Button klickten, haben sie den Cookie der Gutscheinseite erhalten. Zur Erinnerung: Ich habe den Kunden vom Kauf überzeugt und zum Merchant geschickt. Mein Cookie ist nun vom Gutscheinanbieter überschrieben. Dieser erhält die Provision für meinen Kauf – auch wenn er vielleicht gar keinen Gutschein hatte – und ich gehe zum Dank leer aus.

Die Lösung: Gutscheinfelder ausblenden

Gute Affiliates – man erkennt sie u.a. an guten CR-Werten ohne Gutscheine – sollten Besucher zum Merchant senden, ohne das diesen am Ende ein Feld für einen Gutschein angezeigt wird. Wie man Telefonnummern auf einer Website für Affiliate-Refs ausblenden kann, so lassen sich auch Gutscheinfelder entfernen. Wenigstens der gute Affiliate sollte die faire Chance haben, Sales und Leads zu generieren ohne das Unsummen davon an Dritte verlorengehen. Gutscheine sind nicht schlecht und ich bin auch dafür, weiterhin Gutscheine am Markt zu halten. Jedoch ist es eine schlechte Lösung wenn man dafür alte und gute Affiliates, oder auch neue, gute Affiliates leiden lässt und nicht im geringsten seinen Hintern bewegt um am Mis(t)(s)stand etwas zu ändern.

Content-Affiliates kann ich nur einen Rat geben: Zu jedem Partnerprogramm was ihr bewerbt, solltet ihr auf euren Websites auch eine extra Unterseite – optimiert – für [Merchant + Gutschein] anlegen. Dann habt ihr wenigstens die Chance euch den Besucher direkt im zweiten Anlauf zu holen. Gleichzeitig nehmt ihr zwar ggf. anderen Affiliates die Provision auch weg, aber was will man tun, wenn Merchants keinerlei Einsicht zeigen.

Taschenkaufhaus ist da übrigens eines der Beispiele bei denen es Affiliates auch deshalb nicht so gut geht, weil die eigentlich keine Gutscheine für Werbung im Angebot haben. Das waren alles mal alte Aktionen, aber heute gibt es dort nur noch Gutscheine zu kaufen. Daher hat der Merchant das Problem, dass hier guten Affiliates Cookies überschrieben werden, weil alte Inhalte durch Google nicht nach hinten rutschen. Auch das ist ein Grund, warum auch bei Taschenkaufhaus das ausblenden des Gutscheinfeldes sinnvoll wäre. Aber nochmal zum Verständnis, der Merchant ist nur ein Beispiel. Ich hätte auch Gamesload, Zalando, Apothekenseiten oder irgendwas ganz anderes nehmen können.

Jetzt ihr

Immer gebt eure Meinung nur in den Kommentaren preis. Ich bin sehr gespannt und finde es wichtig, immer wieder über ein solches Thema und eben auch über die Lösungen zu sprechen.

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Über Soeren 443 Artikel
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

29 Kommentare

  1. Gutscheinfelder ausblenden ist eine Sache, würde aber dann auf Kosten des Kunden gehen. Bzw. kann er den Kauf komplett abbrechen, weil er es sonst gewohnt ist ein Gutscheinfeld zu haben.

    Das andere Problem ist, dass der Merchant dann für jedes PP mehrere Links zu Verfügung stellen muss, die ohne Gutscheinfeld für die Content Affiliates und die mit Gutscheinfelder für gutschein Affiliates.

    Evt. macht es eher Sinn im Tracking die Cookies der einzelnen Affiliates anders zu gewichten.

    • Na kommt steffen, über die Gewichtung von Cookies und irgendwelchen Weichen haben wir seit Jahren diskutiert und das die Branche dazu einfach nicht wirklich in der Lage ist, haben wir daran gemessen, dass nicht wirklich viel passierte. Leider, und was soll man immer denken als Affiliate? Der Arbeitskreis wird’s richten? Sorry, aber vor und nach Postview-Debatten kam doch nie wieder irgendwas richtig an die Oberfläche. Und selbst das war irgendwie ein halber Beinbruch.

      Vielleicht sind Weichen und Gewichtungen die bessere Lösung, aber hey, Agenturen bekommen es dem Merchant nicht ordentlich verkauft und Netzwerke scheitern ja scheinbar auch. 😉

      • Was wäre denn eurer Meinung nach eine faire Gewichtung?

        1. Erster Cookie 50%, zweiter 50%
        2. Erster Cookie 75%, zweiter 25%
        3. Erster Cookie 100%, zweiter 0%

        oder wie soll´s laufen?

        Und hat da Zanox und die anderen großen wie CJ nichts in Petto was das regelt? Weil vom Prinzip her kann es doch den Merchants und Netzwerken egal sein an wen die Prov. geht. Hauptsache die Mehrheit der Affiliates ist zufrieden.

        Andererseits ist es doch so, dass wenn du im MediaMarkt dich beraten gehst und dann aber auf einmal denkst, na mal schauen ob ich den TV für 2000€ nicht noch irgendwoher viel günstiger bekomme… du siehst den Im Internet für 1499,- und kaufst den da. Jetzt hat der stationäre Handel auch nichts an dir verdient, der dich aber gut beraten hat. Ja, ich weiß. Es ist nur ein Beispiel im übertragenen Sinne.

  2. Hey Soeren,

    sehe ich ganz genauso wie du. Leider lässt sich in der Praxis das Gutscheinfeld nicht so einfach ausblenden. Das hat keinen technischen Hintergrund, sondern liegt in der Regel daran, dass mit Offline-Gutscheinen gearbeitet wird. Wenn der „Offline-Umsatz“ größer ist als der Umsatz im Affiliate Marketing, zieht der Affiliate in der Regel den kürzeren. Hat sicherlich auch damit zu tun, dass Offline-Kanäle und Bestandskunden von den Merchants höher priorisiert werden als Affiliates.

    Zum Taschenkaufhaus: im Partnerprogramm sind keine Gutscheine und keine Gutscheinseiten zugelassen. Die Gutscheine, die Google ausspuckt, erhält der Kunde ohne Cookie. Ohne Trackinglink, kein Cookie. Manche Gutscheinseiten erstellen sich selber Trackinglinks ohne beim Programm zugelassen zu sein – anscheinend für das interne Tracking?!? Es wird also ein Trackinglink angezeigt, der Cookie wird allerdings nicht gesetzt, da keine Partnerschaft besteht.

    Wenn du eine Gutscheinseite mit Trackinglink vom Taschenkaufhaus findest, her damit 😉

    • Wie schon geschrieben, Taschenkaufhaus ist nur ein Beispiel und es hätte hunderte andere Partnerprogramme treffen können. Aber auch hier sehe ich das Problem, dass Besucher nun mal bei der Recherche nach einem Gutschein, auch auf alte Inhalte aus 2008 / 2009 stoßen. Was – selbst wenn es nicht zur Überschreibung eines Cookies führt – noch zum Kaufabbruch führen kann, weil dort einfach irgendwas stand was dem Besucher nicht gefiel. 😉

  3. es kommt aber auch oft genug vor, dass der gute affiliate den käufer schickt, dieser dann mit einer bereits laufenden session noch schnell nach einem gutschein-code googled, diesen bei einem gutschein-affiliate landet und den kauf abschließt. weil die session schon läuft, bleibt Dir der sale dann erhalten.
    das gleiche problem hast Du übrigens durch die vielen Cash-Back-Anbieter …

  4. Moin Soeren,

    auch im Hinblick auf den Mehraufwand, der durch die stetige Pflege nötig ist… Warum Unterseiten mit Gutscheincode erstellen? Man kann den Code doch auch so einfach auf die Seite packen. Übrigens, mit dem Gutscheincode xyz spart ihr noch einmal 10%.

    Sollte die CTR und Sales ja sowieso noch mal erhöhen, oder?

    Greetz

    • Das ist grundsätzlich richtig und praktiziere ich an verschiedenen Stellen ebenfalls so. Du wirst aber merken das die Leute oft denken „wo 10% gehen, geht vielleicht noch mehr“ 😉 … Klar, am Ende kommt man davon nie ganz weg. Aber es wäre schon toll wenn wenigstens ansatzweise etwas passiert. 🙂

  5. Hallo Sören,

    wie immer ein guter Blogbeitrag und eine gute Idee mit dem dynamischen Couponing-Feld. Leider besteht bei vielen Merchants immer noch die Schwierigkeit dies auch technisch umzusetzen, obwohl es eigentlich gar nicht so schwer ist.

    Was ich mich allerdings immer frage ist, ob das Verlassen des Warenkorbs in einem neuen Tab um sich einen Gutscheincode zu holen, nicht eine Berufskrankheit von uns ist. Wir wissen nämlich wie das funktioniert. Ich habe nämlich auch einmal einen Test in meinem Freundes-, Bekannten- und Familienkreis durchgeführt und dabei festgestellt, dass fast niemand den Warenkorb verlassen hat, um sich einen Code zu holen. Daher ist die Frage ob das nicht reine Spekulation von uns ist, oder ob es hierzu vielleicht schon eine konkrete Studie gibt, die das belegen könnte. Also ich persönlich glaube, dass max. 10% der User den Warenkorb verlassen um sich einen Gutschein abzugreifen, obwohl das natürlich trotzdem bedeuten würde, dass 10% Content-Affiliates um ihre Provision beraubt werden.

    Deswegen haben wir z.b. ein Tool, welches unsere Advertiser einsetzen können, mit dem im Warenkorb anhand einer Break-Funktion festgestellt werden kann, ob ein Kunde erst im Warenkorb diesen verlässt und sich einen Gutscheincode abgreift. In diesem Fall würde der Gutschein-Affiliate keine Provision erhalten, da er nicht initial für den Kunden verantwortlich ist und es würde auch kein Cookie eines anderen Affiliates überschrieben werden.

    Zudem gibt es die Möglichkeit, einer Black- und White-List. Damit kann man z.b. nur einzelne Gutscheincodes an ausgewählte Gutschein-Publisher vergeben, die auch eine hohe Bekanntheit habe und ihren Traffic nicht ausschließlich über SEO generieren und nur Sales über diese Gutscheincodes verprovisionieren.

    Schöne Grüße
    Markus

    • Diese Beobachtung (dass nur die wenigsten Besucher einen Kauf unterbrechen, um nach Gutscheinen zu suchen), kann ich aus persönlichen Erfahrungen ebenfalls bestätigen. Nicht mit harten Zahlen nachweisen, aber via Familie und Bekanntenkreis habe ich das auch so beobachten können.

      Die überwiegende Mehrzahl der Nutzer weiß doch gar nicht, dass es Gutscheinseiten dieser Art überhaupt gibt. Für Leute, die damit tagtäglich arbeiten mutet das sicher seltsam an, aber das scheint tatsächlich so zu sein.

  6. Ich traue mich einmal hier zu posten, in der Hoffnung, als Gutschein-Affiliate nicht gleich eins auf die Rübe zu bekommen… *duck*

    Da ich beide Seiten kenne und auch Themen-Projekte betreibe, kann ich die Problematik auch nachvollziehen. Ich sehe das Problemlösepotential aber zum großen Teil auch beim Affiliate selbst, denn wie bereits vorgeschlagen, dürfte der Lösungsansatz, direkt auf der Themenseite prominent auf einen etwaigen Gutschein hinzuweisen, die „Cookie-Klau-Quote“ deutlich reduzieren. Oftmals verliert man doch nur zu gerne, als OM-affiner Mensch, das Surfverhalten des Otto-Normal-Verbrauchers aus den Augen.

    Das von Michael im letzten Absatz erwähnte Prinzip einer Blackk- und White-List sehe ich auch im kommen, jedoch spart sich hierdurch, im Falle des „Cookie-Klaus“, der Merchant wohl eher die gesamte Provision, als den „vorletzten“ Cookie dadurch zu bevorteilen.

    Beste Grüße

    Jan

  7. Diese Gutschein-Affiliate-Thematik ist leider eine leidige Diskussion…
    Aber genau hier sollte eigentlich dann die irgendwann mal sich durchsetzende Customer-Journey greifen.
    Dann bekommt der Gutschein-Affiliate eben nur 10%, das Themen-Projekt 60% und der SEO- oder SEM-Affiliate eben 30%.
    Und wenn wird dann da mal sind (hoffentlich bald), hat sich das mit den inflationären und meist ganz schlechten Gutschein-Portalen / Gutschein-Blogs eh erledigt.

  8. Eine Lösung ist auch ein eigener Bereich mit Gutscheinen auf der Webseite in einem Verzeichnis, dieser soll gar nicht ranken sondern dient nur dazu dem potentiellen Kunden die Möglichkeit zu geben diesen Gutschein gleich mit zu nehmen.

    Dann unter den relevanten Beiträgen einfach immer auf den Bereich mit den Gutscheinen verweisen und den Besucher unbedingt mit target=blank wegschicken, falls er aus dem Bestellvorgang noch mal wieder kommen muss.

    Gutscheincodes direkt unter dem jeweiligen Beitrag wäre zu pflegeintensiv, ein eigener Bereich lässt sich allerdings gut pflegen und schnell aktualisieren.

  9. Wäre es bei Merchants, die auch Gutscheincodes an die Affiliates rausgeben, nicht viel sinnvoller das First Cookie Wins-Prinzip anzuwenden? Wer den ersten Cookie platziert, hat den Kunden ja schließlich auch in Richtung Shop zum kaufen geschickt.

  10. Das Gutscheinfeld bei Besuchern von Contentaffiliates auszublenden mag ja toll klingen, wäre aber aus meiner Sicht eine ziemlich unsinnige Lösung.

    Dass Suchen nach Gutscheincodes überwiegend von einem Gutschein Feld ausgelöst werden kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen.

    Einmal ganz davon abgesehen, dass es durchaus rechtliche Probleme mit sich bringen könnte mit einem Gutschein zu werben, welcher dann für bestimmt Besuchergruppen nicht nutzbar ist, wäre hier die Gefahr groß den Nutzer zu verwirren und im extremsten Fall ganz vom Kauf abzuhalten. In der Folge verdient auch der Content Affiliate nichts 😉

    Zudem vertrete ich eine ähnliche Ansicht wie Markus Kellermann was die Größe des Problems angeht.

  11. Hey Eisy,

    vielen Dank für diesen Beitrag, der mir wirklich aus der Seele spricht. Dieser ganze Gutschein-Dreck ist wirklich ein riesiges Problem für Content-Publisher. Meine Erfahrung ist so, dass die ganzen Gutschein-Affiliates Null komma Null Mehrwert bringen und mir lediglich den Deckungsbeitrag versauen. Eine konsequente Lösung wäre, die ganzen Gutscheinaffiliates rauszuwerfen. Dann können sie meinetwegen noch eventuell vorhandene Codes veröffentlichen (unter dem Deckmantel, dass sie ihren Besuchern etwas gutes tun), bekommen aber keine Provision mehr (und das Cookie-Spreading hat sich dann auch erledigt) und der ehrliche Content-Affiliate hat wieder mehr Spaß an der Sache. Ich kenne genug Beispiele, wo durch das „rauskicken“ der Gutscheinaffiliates die Effizienz des Affiliate-Kanals gehörig gestiegen ist, ohne dass es an der Gesamtanzahl an Sales etwas geändert hätte. Aber leider, leider arbeiten v.a. in den größeren Konzernen die Abteilungen ja gegeneinander, und der Affiliatemanager muss sich profilieren. Schade.

    Eine schöne Lösung, die ich kenne: es gibt ausschließlich Neukunden- oder „Kunden-werben-Kunden“ Gutscheine. Bist Du es nicht bzw. hast Du keinen Neukunden geworben, wird das Gutscheinfeld erst gar nicht im Checkout angezeigt. Und in allen anderen Fällen ist es deutlich dezenter. Ich verstehe sowieso nicht, warum man das Feld Hinz & Kunz so prominent präsentieren muss.

  12. Hier sind einige gute Punkte angesprochen. Die Seiten sollten immer per target=blanc geöffnet werden, sollten zuvor u.a. Popup Blocker etc. weitestgehend neutralisieren (z.B. durch Nicht-Verwendung von bestimmten Schlagworten. Siehe AdBlocker Auflistung). Eine gute Lösung ist mit Frames zu arbeiten. Den Kunden locken, ihn auf den Anbeiter weiterleiten und per Frame den Gutscheincode verraten, wie es z.B. kostenlose-gutscheine [.] org macht. Wenn die Kunden dennoch zwischen verschiedenen Affiliate-Portalen, weil der „Lock in-Effekt“ da ist, setzt sich nach wie vor „Last Click Wins“ durch. Da ist nichts zu machen..

  13. Da hast Du ja wieder den Finger genau auf die Wunde gelegt, Eisy. Wirklich ein leidiges Thema, um das seit 2-3 Jahren eigentlich nur herumgeredet wird, da es – bis auf wenige Ausnahmen- der Mehrheit der Merchants schlichtweg egal ist.

    Es gibt sowieso gerade den Trend, dass die Konditionen geändert werden und Gutschein-Affiliates eine 50% geringere Vergütung als Content-Publisher bekommen. Mit dem Ergebnis, dass der Merchant auf den ersten Blick die Hälfte spart, wenn der letzte Cookie über die Gutschein-Seite kommt. Das zahlt er dann allerdings wahrscheinlich in vielen Fällen durch den Mitnahmeeffekt an anderer Stelle wieder drauf, nämlich bei Kunden, die über ganz andere Kanäle in den Shop kommen, und dann noch mal eben schnell den Gutschein googeln.

    Die vorsichtigen Schätzungen von Markus teile ich nicht, ich rechne eher mit 30-40%, die im Checkout pausieren und im anderen Browserfenster mit großer Ausdauer einen funktionierenden Gutschein suchen.

    Ausblenden des Gutscheinfeldes oder zumindest dezente Platzierung ganz am Ende des Checkout halte ich deshalb für sinnvoll. Viele Shops haben das Gutscheinfeld ja bildschirmfüllend schon im ersten Schritt im Warenkorb angezeigt, quasi als call to action: [Jetzt Code googeln].

    Leider stehen aber technische Spielereien und Eingriffe in das Shopsystem, nur um ein paar Affiliates happy zu machen, mit Sicherheit nicht besonders weit oben auf der Prioritätsliste eines Merchant.

    Es gibt einen Lösungsansatz aus UK, der den Konflikt zwar nicht beseitigt, aber wie ich finde immerhin schon mal etwas fairer gestaltet. Gutscheine gehen nur noch exklusiv an Top-Publisher aus beiden Lagern, bei deren Traffic bzw. Kunden auch der Lifetime Value stimmt. Diese Gutscheine sind an eine bestimmte Landingpage gekoppelt, idealerweise nur für Neukunden und alles andere wird nicht vergütet. Jetzt noch die Publisher mit Fake- und abgelaufenen Gutscheinen loswerden und die Welt sähe schon ganz anders aus 😉

  14. Klasse Beitrag! Dem kann ich mich nur anschließen. Habe inhaltlich erst vor kurzem so ziemlich das gleiche einem Merchant per Email geschrieben. Leider kam nichts dabei heraus…

  15. Ausblenden wäre für mich beschiss am Kunden.

    Der gute Affiliate kann nebst sehr gutem Content auch Gutscheincodes schalten und so sein CTR ggf. noch ausbauen

  16. Sehr guter Beitrag – das Thema habe ich schon mehrfach mit Affiliate Managern diskutiert und bin auch der Meinung, dass guten Contentseiten durch Gutscheinaffiliates der ein oder andere Sale geklaut wird.
    Jetzt bitte nicht mit dem Thema kommen: Kannst ja selbst Gutschein Affiliate werden oder Gutscheine anbieten. Selbst wenn man Gutscheine auf der Seite anbietet werden noch Leute rausgehen und nach noch mehr Prozenten suchen (siehe Eisys Einwurf).

    Gut würde ich ja immernoch die Lösung finden, wenn der Nutzer über eine Contentseite zum Merchant kommt und kurz vor Ende der Cookie durch einen Cookie eines Gutscheinaffiliates überschrieben wird, der Sale immernoch der Contentseite zugeschrieben wird. Ob zu 100% oder 3/4:1/4 muss man sicherlich noch klären.
    (stellt sich die Frage, was ein Gutscheinaffiliate ist – sind Contentseiten mit einer Gutscheinunterseite auch Gutscheinaffiliates? Wo ist die Grenze)

    Langfristig bringt es den Merchant auch nichts, wenn sich Contentseiten verabschieden, für den Merchant Werbung zu machen weil trotz vieler Clickouts kaum Provisionen hängenbleiben.
    Gutscheinaffiliates sind die Aasgeier des Affiliate Kanals!

    • „Gutscheinaffiliates sind die Aasgeier des Affiliate Kanals!“

      Gutschein-Affis machen nur das was man ihnen ermöglich. Nämlich für Gutscheine Werbung zu machen. Wie wäre es, wenn mal die ganze Gutschein-Inflation beendet wird. Auch die ganzen Geld-zurück-Affis sollte man mal eine vor den Bug schiessen. Aber was will man schon erwarten, wenn jeder Trottel Affi werden kann und auch als Affi angenommen wird.

  17. Zitat Chris:
    „Jetzt noch die Publisher mit Fake- und abgelaufenen Gutscheinen loswerden und die Welt sähe schon ganz anders aus.“

    Genau hier sehe ich das Hauptproblem und bei der Art wie manche Gutscheinseiten die Cookies setzen.

    Es gibt so etwas wie einen normalen Verlust bei Erfassungen, damit kann ich leben.
    Nur wenn mir ein Cookie gedroppt wird von einer Seite die letztendlich gar kein Gutschein zum Anbieter hat aber wild per I-Frame und Pop-Up Cookies setzt, dann kotzt mich so etwas an.

    Da man aber mit solchen Seiten schnell und problemlos Geld verdienen kann ist das Interesse bei manchen nicht unbedingt sehr groß da was zu regeln.

    [ironie]
    warum um lumpige Content Affiliates kümmern wen das Geld auch einfacher verdient werden kann
    [/ironie]

  18. Hab genau zu diesem Thema zuletzt mit einigen Agenturen telefoniert, da das in der Tat ein Problem ist. Das betrifft nicht nur Content-Affiliates, sondern generell alle NICHT Gutschein-Affiliates.

    Wir haben uns dann intern hierzu auch Gedanken gemacht und kamen dann zuerst auf die von dir vorgeschlagene Lösung. In der weiteren Diskussion fanden wir dann aber, meiner Meinung nach, eine noch bessere Lösung: Ideal wäre es, wenn man eine Art „Last-Cookie-Sperre“ einrichten könnte. Sprich: Sobald im Checkout das Gutschein-Formular eingeblendet wird, dürfte das Cookie des ursprünglichen Affiliates für eine gewisse Zeit einfach nicht mehr überschrieben werden. Die Zeitsperre dürfte nur so lange sein wie ein typischer Checkout dauert (5 bis 10 Minuten). Danach könnte es wieder „Feuer frei“ heissen 🙂

    Damit wäre meiner Meinung nach der Customer-Journey bei gleichzeitiger Beibehaltung des aktuellen Cookie-Verfahrens (Last Cookie Win) ebenfalls gewährleistet und auch das Argument von Markus wäre erfüllt.

  19. Im Grunde hat der letzte Vermittler ja schon vermittelt von d.h. klar das sein Cookie zählt.
    Fake-Gutscheine, etc. ist natürlich wirklich eine sehr unschöne Sache, ich denke auch da sollten Affiliate-Anbieter aggressiver kontrollieren und ggf. einschreiten!

  20. Fake-Gutscheine sind keine gute Lösung, da sich dann auch der Verbraucher irgendwann an der Nase herumgeführt fühlt. Wie Eugen schon beschreibt, wäre eine „Last-Cookie-Sperre“ keine schlechte Idee.

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