Google über die neuen Link-Benachrichtigungen

Kürzlich tauchten in den Webmaster Tools bei vielen Leuten neue Meldungen über unnatürliche Links auf. Neu nicht im Sinne von „schon wieder“, sondern neu im Sinne von „neuen Formulierungen“. Und die Formulierungen haben einen tieferen Sinn. Die neuen Meldungen wurden bisher nur für ca. 20.000 Websites verschickt. In Zukunft will das Search Quality Team täglich für etwa 10 Websites die Meldungen rausschicken.

Bisher versandt Google die bekannten Standard-Meldungen.

„Sehr geehrter Inhaber oder Webmaster von xxx,

Wir haben festgestellt, dass auf einigen Seiten Ihrer Website eventuell Techniken verwendet werden, die gegen die Webmaster-Richtlinien von Google verstoßen.

Suchen Sie insbesondere nach möglicherweise künstlichen oder unnatürlichen Links, die auf Ihre Website verweisen und zur Manipulation von PageRank dienen könnten. Zur unnatürlichen Verlinkung können beispielsweise gekaufte Links, die PageRank weitergeben, oder die Teilnahme an Textlink-Börsen gehören.

Wir empfehlen Ihnen, Ihre Website entsprechend unseren Qualitätsrichtlinien zu bearbeiten. Nachdem Sie die Änderungen vorgenommen haben, stellen Sie einen Antrag auf erneute Überprüfung Ihrer Website.

Sollten Sie unnatürliche Links zu Ihrer Website finden, die Sie nicht steuern oder entfernen können, fügen Sie in Ihrem Antrag auf erneute Überprüfung entsprechende Angaben hinzu.

Falls Sie weitere Fragen zur Lösung dieses Problems haben, besuchen Sie das Webmaster-Hilfeforum.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Google Search Quality Team“

In besonders schweren Fällen erfolgte hier eine Abstrafung der gesamten Website. In einzelnen kleinen Fällen wurde nur den Links ihre Wirkung entzogen und Seiten rankten nicht mehr zu den beanstandeten Anchor Texten die mit den Links in Verbindung standen. Besonders schwer ist beispielsweise die langfristige Teilnahme an diversen Linknetzwerken. Der dauernde Einkauf von Blogbeiträgen etc.

Für die weniger schweren Fälle hat es keine richtigen Unterschiede in den Meldungen gegeben. Der Seitenbetreiber wusste oftmals nicht was ihm blüht und Beispiele bekam man von Google auch nicht. Es sei denn, man begab sich ins Hilfeforum und fragte speziell und öffentlich zu seiner Domain nach. Dann kam manchmal Feedback von Quality Ratern mit Link-Beispielen. Allerdings musste man sich oft auch das laienhafte Besserwissen von anderen Mitgliedern ansehen, die interne Links teilweise sogar als Linknetzwerk einstuften. 😉

Die neuen Nachrichten

Google kommt Webmastern mit den neuen Meldungen entgegen. Zum einen steht man nicht mehr immer vor der Frage was jetzt mit der Website passiert, zum anderen wird man auf das Problem direkter hingewiesen. Hier zwei Meldungen vom Search Quality Team die als Nachrichten an Betroffene verschickt wurden.

Meldung 1: „Ich möchte dem Unternehmen X empfehlen, diese Nachricht nicht zu ignorieren. Nehmen Sie beispielsweise SPAMMY_BLOG_POST_URL. Das ist ein Link von einer sehr „spammigen“ Website, der die vom Unternehmen X verwendeten Verlinkungstechniken fragwürdig erscheinen lässt (wir haben auch mehrere auf Widgets basierende Links gefunden). Diese Art Links helfen dem Unternehmen X nicht weiter. Das Unternehmen sollte überlegen, wie und warum es begonnen hat, solche Links anzusammeln.“

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Meldung 2: „Unternehmen Y erhält diese Nachricht, da wir hier eine bestehende Praxis des Ankaufs von bezahlten Links erkennen, die PageRank weitergeben. Insbesondere sehen wir hier zahlreiche ‚gesponserte Posts‘ von minderer Qualität mit Ankertext mit vielen Keywords, bei denen die Links PageRank weitergeben. Das Ergebnis ist, dass wir vielen der Links zu dieser Website nicht trauen. Hier haben wir zwei Beispiele: URL1 und URL2. Bedenken Sie: Wir verfügen über weitere Beispiele für solche bezahlten Posts, aber diese beiden Beispiele geben einem eine gute Idee von den Problemen, die hier wirklich behoben werden sollten. Ich würde dem Unternehmen Y empfehlen, solche bezahlten Posts zu entfernen und dann einen Antrag auf erneute Überprüfung zu stellen. Ansonsten werden wir weiterhin vielen der Links auf diese Website nicht trauen.“

Die Beispiele stammen aus der Quelle für diesen Blogbeitrag. Einfach am Ende den Link anklicken.

Handeln

Meldungen von Google sind weiterhin kein Spaß. Hinter Ihnen verbirgt sich stets das Risiko seine Rankings zu verlieren, sofern man diese ignoriert. Wer die Mitteilungen nur mit einem Lächeln hinnimmt muss also im Ernstfall die Konsequenzen auch belächeln. Google zeigt ja in den neuen Meldungen i.d.R. Beispiele. Wenn man darin Beispiele für gekaufte Blogbeiträge bekommt, weiß man ja selbst ob man noch mehr von diesen hat. Selbst ohne externe Link-Tools kann man checken, was die Webmaster Tools für Links haben. Einfach die Links nach Datum sortieren, exportieren und prüfen. Gekaufte Beiträge kennt man ja eigentlich. Die sollte man, wenn sie der Grund sind, entfernen, nofollow setzen o.ä.

Das Ergebnis

Und je nach dem wie gut ihr arbeitet, wird euch hoffentlich bald die nachfolgende Meldung in den Webmaster Tools angezeigt.

Betreff: Antrag auf erneute Überprüfung von XXX: Manuelle Spam-Maßnahmen aufgehoben

Sehr geehrter Inhaber oder Webmaster von XXX.

Wir wurden von einem Inhaber dieser Website gebeten, XXX erneut auf Einhaltung der Google Webmaster-Richtlinien zu überprüfen.

Im Vorfeld hat das Webspam-Team manuelle Maßnahmen bezüglich Ihrer Website ergreifen müssen, weil sie gegen unsere Qualitätsrichtlinien verstoßen hat. Nachdem wir Ihren Antrag auf erneute Überprüfung bearbeitet haben, haben wir diese Maßnahmen aufgehoben. Es kann einige Zeit dauern, bis unsere Indexierungs- und Rankingsysteme aktualisiert sind und der neue Status Ihrer Seite angezeigt wird.

Das Ranking Ihrer Website kann natürlich auch mit anderen Problemen der Website zusammenhängen, die nichts mit den manuellen Maßnahmen des Webspam-Teams zu tun haben. Die Computer von Google bestimmen die Reihenfolge der Suchergebnisse anhand von Formeln, auch Algorithmen genannt. Jedes Jahr nehmen wir Hunderte von Änderungen an unseren Suchalgorithmen vor. Beim Ranking von Seiten werden zudem mehr als 200 unterschiedliche Signale angewandt. Da unsere Algorithmen sowie das Web (einschließlich Ihrer Seite) sich stetig ändern, kann sich beim Ranking eine gewisse Fluktuation einstellen, wenn wir Updates ausführen, um unseren Nutzern die besten Ergebnisse anzuzeigen. Wenn bei Ihrer Seite weiterhin Probleme mit unseren Suchergebnissen auftreten, lesen Sie diesen Artikel, um Hilfe bei der Diagnose des Problems zu erhalten.

Vielen Dank, dass Sie uns dabei helfen, die Qualität unserer Suchergebnisse zu sichern.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Google Search Quality Team

Sicher nicht immer der einfachste Weg bis dahin, aber wenn ich eines in den letzten Monaten gelernt habe, dann ist es, das „Salamitaktik“ nicht richtig funktioniert. Google nur „scheibchenweise“ Besserung zu präsentieren schlägt irgendwie immer fehl.

Quelle: GWC

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Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

25 Kommentare

  1. Ich frag mich gerade, wie das mit Nachrichten an „harmlosen“ Websites aussieht, die unverschuldet diese Meldung erhalten? Matt Cutts gibt diesen Fall ja selbst als Beispiel an. Was machen solche Webmaster, die keine Kontrolle über die Links haben? Man kann in WMT ja noch nicht Links sperren wie bei Bing.
    Für solche Leute wird es natürlich richtig schwer.

  2. Ich hab da mal ’ne Frage:

    Bin ich eigentlich der Einzige, bei dem sich beim Lesen dessen was Matt Cutts da in letzter Zeit absondert, immer so ein geistiger „coitus interruptus“ vollzieht. Da liest und liest Du und plötzlich ist der Sermon zu Ende und … nichts.

    Bleibt nichts übrig, nichts stehen oder hängen (sorry) außer „und dafür hab ich mir jetzt das Video angeschaut/den Text gelesen und meine Zeit vergeudet“?

    Aktuell:
    >… werden helfen, die Nuancen der neuen Nachricht zu erläutern…. muss nicht in Panik geraten, man sollte sie aber auch nicht ignorieren. Das kann dazu führen, …… adressiert ein mittelschweresProblem. Wir versuchen, eine geeignete Methode zu finden, um die Leute darauf hinzuweisen, dass es da ein Problem geben könnte (das man angehen sollte), ohne den Inhabern der Website zu viel Stress zu machen.<
    (Da kann sich selbst unser aller Merkel noch 'ne Scheibe von abschneiden.)

    Und dann als Beispiele, Widget-Links und bezahlte Links. Was denken die, wer das liest?

    Eine Bitte an Google:

    Ihr seid doch sowieso auf dem Weg, weg von allem was mit Social & Community zu tun hat – ist ja legitim, die anderen (Twitter, FB) machen es ja auch – und hin zu einem (weiteren) Riesenkonzern in dem die Wirtschaftler schon längst das Kommando von den Technikern übernommen haben. Dann verhaltet Euch doch bitte auch so wie die anderen.

    Hört endlich auf zu kommunizieren und zieht Euer Ding durch. Lenkt halt schon ab, wenn bei jeder Nachricht von Euch denkt, da kommt jetzt endlich mal Substanzielles, was sich positiv für meine Kunden umsetzen lässt.

    Dann kann ich Euren Output endlich genau so ignorieren wie den der anderen auch, Euch endlich wieder nur als ein technisches System ansehen, in Ruhe die verfügbaren Schnittstellen anzapfen und mich wieder besser auf meinen Job konzentrieren.

    Dann ist es wieder so wie früher: Alle gegen Google 🙂 Hat irgendwie mehr Spaß gemacht, als dieses komische "Miteinander", irgendwelche Nuancen, die Aufrufe zum Denuzieren und das ganze Nebelkerzengezünde.

    Mahlzeit

  3. …Dann ist es wieder so wie früher: Alle gegen Google Hat irgendwie mehr Spaß gemacht, als dieses komische „Miteinander“, irgendwelche Nuancen, die Aufrufe zum Denuzieren und das ganze Nebelkerzengezünde.

    so isses! 😉

      • Sorry, nicht falsch verstehen, das war gar nicht gegen dich gerichtet, sondern eine allgemeine Feststellung…ich sehe nur heute haufenweise Twitter Posts dazu 😉

      • Das wird daran liegen das es erst kürzlich in der deutschen Webmaster Zentrale als Übersetzung publiziert wurde. Dann erreicht es natürlich nochmal Aufmerksamkeit. 🙂

  4. Hallo Eisy,

    wie immer sehr guter Post – danke!

    Ich möchte an der Stelle darauf hinweisen, dass wir versuchen, GENAU diese Benachrichtigungen von Google zu sammeln und die URL1 und URL2 die Google da manchmal nennt zu sammeln.

    In Summe erhoffen wir uns davon ein noch besseres Bild darüber, was Google als schlechten Link bezeichnet, und mit unseres Link Detox Tools wollen auf Basis entsprechender Netze dann auch Empfehlungen abgeben.

    Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir auf Basis von EINER Url schon bis zu 800 verschiedene andere riskante URLs finden. Die von Google genannte hätte also 100% Risiko, und je weiter entfernt/unwahrscheinlicher es wird, umso geringer wird der Risikofaktor dann.

    Wir sammeln diese Berichte von Users schon seit ein paar Tagen hier
    http://cemper.co/dtoxrep

    Wir bedanken uns bei allen Berichten an das Formular mit Credits für unser Link Detox Tool, aber vor allem auch mit noch besserer Erkennungsraten.

    VG aus dem sonnigen Wien
    Christoph

    • Hallo Christoph,
      Ein sehr interessantes Projekt. Habe es vor wenigen Tagen getestet.
      Schade, dass man etwas sehr wenig Infos bekommt, wenn man nicht bezahlt 😉
      Aber man muss ja auch leben, schon klar.
      Vielleicht reicht es bei mir dann irgendwann auch noch für die bezahlte Version!

  5. Bisher wurde ich und auch unsere Kunden von diesen Nachrichten in den WMT verschont. Ich hoffe es bleibt auch so. Wenn es jetzt nur noch diese kleinen Anzahl am Tag sein soll, dann ist es ja schon fast ein 6er im Lotto. Schade ist es immer nur für diejenigen die nicht wissen was sie tun 😉

  6. Ja, danke Google, eigentlich wollte ich nebenher auch noch was anderes im Netz machen, außer Richtlinien zu orakeln die es schon immer gibt, aber in Scheibchen serviert werden.
    Gähn…
    Langsam schreibt aber auch kein SEO mehr über aktuelle Taktiken, alle bloggen über Google.
    (irgendwer muss ja mal meckern)

  7. Ich wünschte Google würde mir auch mal so eine aufschlussreiche Mail schicken wie „Meldung 1“. Habe schon den 3. RR gestellt und bekomme immer die selbe Nachricht zurück. Das deprimiert auf Dauer! Zum Glück ist nur eine meiner Seiten vom blauen Brief betroffen.

    Da muss Google echt nachbessern, denn so ist Linkaufbau ja für die Katz, wenn man ein paar faule Eier zwischen den ganzen frischen hat und nur deswegen nicht mehr gut rankt.

    So langsam muss sich was tun, sonst wird es auf Dauer echt schwierig als SEO.

  8. Ich befasse mich selber gerade mit dem Thema bin aber noch ein voll nOob aber ich könnte mir gut vorstellen, dass Google bei den 20000 auch schon gezielte Seiten rausgesucht haben die bestimmt schon derbst übertrieben haben. Ich mach es auch selber aber ich kann es auch verstehn wenn andere dafür zahlen aus welchen Gründen auch immer.

  9. @Rene:
    Link-Building entwickelt sich halt weiter – wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit 😉
    Spaß beiseite:
    Es wird auch in Zukunft trotz immer rigider werdenden Google-Vorgaben Möglichkeiten geben, in dem Bereich aktiv zu sein, von dem her sehe ich das nicht so dramatisch.
    Zu den Links:
    Es war vorher ja auch schon so, dass ein paar „schlechte Links“ (Bad Neighborhood etc.) das Ranking stark beeinflussen *konnten*. Nichts wirklich neues also?

  10. Also ich wundere mich darüber, dass Google es hinkriegt, überhaupt derartige Meldungen mit konkreten Punkten zu verschicken. Das müssen doch Abertausende von Mitteilungen sein…

  11. Also mal ehrlich, ich würde mich sowas von freuen wenn ich so eine Nachricht mal in den Webmaster Tools erhalten würde. Dann wüsste ich wenigstens warum mein Portal nicht mehr so gut gelistet ist 🙁 So ist es viel schlimmer weil ich nicht weiß wo das Problem liegt. Was bedeutet das wenn ich keine Nachricht kriege aber die Seite abrauscht?

  12. Google entwertet einen Link nach dem anderen und parallel dazu sinkt die natürliche Linkbereitschaft immer weiter gen Null. Wie will man heutzutage dann noch gegen bereits stark verlinkte Seiten ankommen?

    gruß Katrin

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