Google Snippet-Optimierung mit SISTRIX

Snippets, also die einzelnen Ergebnisse-Blöcke in Suchmaschinen, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Wo es vor vielen Jahren nur entscheidet war wo man rankt, stellt man sich heute auch die Frage, wie man man dort rankt.

Mehr Besucher über Suchmaschinen, ohne dabei die Rankings zu verbessern oder zu vermehren? Snippet-Optimierung ist das Stichwort. Wenn die Suchtreffer deiner Webseite optimal dargestellt werden, werden mehr Leute sie anklicken. Mehr Traffic bei gleichbleibenden Rankings.

Verbesserte Snippets führen zu mehr Klicks auf die Treffer. Dies wirkt sich zusätzlich natürlich positiv auf die Gesamtklickrate des Projektes aus (jeder kann dies in der Search Console nachvollziehen) und was das bedeutet, wissen erfahrene Leser längst: bessere Rankings durch besseres Nutzerverhalten. Also eine klassische Win-Win-Win-Situation (sieht besser aus, mehr Traffic, steigende Rankings).

Am einfachsten kommt man zur Snippet-Optimierung dann, wenn man einfach mal ausprobiert wie gut die vorhandenen Snippets denn schon sind. So erkennt man auch die Potentiale. Die SISTRIX GmbH hat ein neues Snippet-Tool vorgestellt, bei dem genau dieser Workflow abgebildet wird. Domain eintragen, Hinweise lesen, Erkenntnisse ernten und die Maßnahmen planen. Okay, die Maßnahmen lassen sich im Werkzeug nicht direkt planen, aber bis dahin ist alles drin.

Schauen wir uns das frisch publizierte Werkzeug doch mal an. Am besten öffnest du das Tool ebenfalls: https://www.sistrix.de/snippet-check/. Da SISTRIX in der Ankündigung im Blog die Domain Serienjunkies.de als Beispiel anführt, möchte ich diese hier einfach ebenfalls dazu nutzen.

Das SISTRIX Snippet-Tool im Test

Zunächst wird die Domain in der Werkzeug eingetragen. Dann kommt – je nach Größe des Projektes – sehr schnell die Auslieferung der Daten. Hier wird erstmal auf die Seitentitel (Title-Tag) und Beschreibungen (Meta Description) eingegangen.

Serienjunkies Abfrage der Snippet Daten

Im Fall von Serienjunkies.de wird bei 14% der 7.400 geprüften URLs der Seitentitel abgeschnitten, da dieser zu lang ist. Ein zu langer Seitentitel bewirkt, dass Google am Ende des Titels nur drei Punkte (…) anzeigt.

Seitentitel ist im Snippet zu lang

Da die Seitentitel gemeinsam mit der Beschreibung die höchste Priorität in der Snippet-Optimierung haben, sollte hier jeder verfügbare Pixel ausgenutzt werden. Das kleine Tool zeigt im nächsten Schritt auch noch passende Beispiele von Seiten, wo der Titel Überlänge hat und verbessert werden sollte.

abgeschnittene Überschriften

Gleiches Prinzip gilt auch für die Beschreibungen (Meta-Description) der Dokumente. Hier bemängelt SISTRIX jedoch nicht die Überlänge, sondern kritisiert zu kurze Informationen. Wenn die Beschreibung zum Beispiel nur eine statt zwei Zeilen füllt. Denn dann wird der Treffer in Google gerne übersehen und bekommt deutlich weniger Klicks als andere. Bei SJ sind es immerhin 12% von 7.400 analysierten URLs, bei denen zu kurze Beschreibungen vorliegen.

zu kurze Beschreibungen

Wie gut der Prozentsatz bei der tatsächlichen Anzahl indexierter Seiten noch passt, sollte immer individuell geprüft werden. Bei über 300.000 URLs wie in diesem Fall, wären 12% schon eine anständige Summe. Jedoch lassen sich solche Grenzwerte auch gut innerhalb vom CMS automatisiert beschränken.

Oft bietet es sich an, dass der Seitentitel ein eigenes Eingabefeld bekommt und nicht identisch der Seitenüberschrift im Dokument ist. So wahrt man sich die Freiheit längerer Überschriften, Beschreibungen etc. pflegt aber zugleich seine für Google relevanten Daten.

Bewertungen sind ein weiterer Optimierungspunkt. Serienjunkies hat bereits Inhalte die von Lesern bewertet werden können und gibt die Bewertungen auch aus. Dadurch werden diese als Sterne-Bewertungen in Google dargestellt. Sterne drängen sich gleich mehrfach in den Vordergrund. Zum einen sind sie Symbole und keine Buchstaben und Zahlen. Zum anderen sind sie andersfarbig und nicht passend zum Rest des Snippets. So fallen sie auf jeden Fall dem Leser auf.

Google Bewertungen im Snippet

In Bereichen wo der Wettbewerb keine Bewertungen verwendet, sind Sterne allein schon ein wahnsinnig guter Eye Catcher um die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Dann ist es auch nicht mehr so relevant ob man nun auf Platz 2, 3 oder 4 steht. Gesehen wird man. Lässt sich wunderbar in der Search Console selbst einsehen.

Da der Begriff „Bewertung“ beeinflussbar ist, kann man Sterne-Wertungen zum Beispiel auch als Beliebtheitsskala für Schauspielerseiten etc. verwenden. Hier darf ruhig mal etwas Kreativität ins Spiel kommen. Und entgegen dem weitverbreiteten Glauben, man müsse für Bewertungen einen Shop mit Produkten haben, kann eine Bewertung tatsächlich auch auf News, Testberichte etc. angewandt werden.

Wer eine Community hat, sollte auf die technische Struktur achten. Wenn Google erkennt, dass es sich um ein Forum handelt und die typischen Daten wie Themen, Beiträge, Datum etc. herauslesen kann, spendiert die Suchmaschine gerne optimierte Snippets. Ein gutes Beispiel dafür wie das aussieht, habe ich hier mal anhand vom Abakus-Forum genommen.

Foren-Snippet

Serienjunkies.de hat das auch an einigen Stellen im Projekt, aber es ist nur sehr selten in Snippets zu erkennen.

Snippet-Erweiterung für Foren

Kleine Anmerkung: wer einen Blog betreibt und eine klare Kategorie- und Themenstruktur hat, könnte auch mal darüber nachdenken, diese so weit zu optimieren, dass Google die Snippet-Erweiterung für Foren auf Blog-Ebene anwendet. Durch Kommentare etc. sind die grundlegenden Daten vorhanden. 😉

Rezepte sind der nächste Punkt im Tool zur Snippet-Optimierung. Hierfür gibt es die Möglichkeit strukturierte Daten anzulegen. Diese nutzt Google sehr zuverlässig um Rezepte gut in den Ergebnissen darzustellen. Wer sich das mal im Detail ansehen mag, nimmt sich Kochbar.de, Chefkoch.de oder andere Koch- und Rezeptseiten mal vor. In Google sieht das wie folgt aus.

Kochbar Rezepte Snippet in Google

Da Serienjunkies.de keine Rezepte als Content hat, ist auch im Tool das Ergebnis entsprechend.

Snippet Erweiterung für Rezepte

Videos bzw. Seiten über Filme und Serien, können ebenfalls mit weiteren wichtigen strukturierten Daten angereichert werden. Darsteller, Laufzeit etc. sind Informationen die man dem Nutzer direkt im Snippet mitgeben kann. Leider findet man strukturierte Daten für Videos kaum noch Webseiten.

Snippet Erweiterung für Videos

Listen im Snippet sind schon etwas häufiger zu sehen als Video-Auszeichnungen, jedoch findet man auch Listen oftmals nur dann, wenn es sich um Seiten mit Terminen handelt. Etwa bei Auflistungen von Messeterminen. Serienjunkies hat selten Listen im Einsatz, da diese als Tabellen strukturiert werden müssten. Ich habe aber ein Beispiel einer anderen Seite gefunden, wie ich Listen auch bei Serienjunkies.de für sehr wert- und sinnvoll halte.

Listen Snippet als Beispiel

Das Ergebnis im SISTRIX Snippet Tool sieht in dem Fall wie folgt aus.

Snippets mit Listen

Mini-Sitelinks sind der aktuell letzte Punkt der Snippet-Optimierung mit dem SISTRIX Snippet Tool. Hier handelt es sich um Links direkt unter der Description, die Google sich auf Basis eigener Werte selbst zieht. Diese kleinen Sitelinks kommen meist zu dritt in Reihe. Wirklichen Einfluss darauf hat der Seitenbetreiber nicht und sie erscheinen auch nicht immer.

Mini Sitelinks im Google Snippet

Das wären die aktuellen Daten die im Werkzeug begutachtet werden können. Ich finde es definitiv gut, da es einen sehr schnellen Überblick verschafft. Kontrollieren muss man die Daten aber am Ende selbst. Vermissen tue ich an dieser Stelle Snippets aus dem E-Commerce. Also strukturierte Daten für Produktseiten (Warenbestand, Preis, Lieferzeit etc.).

Und ich vermisse das Snippet mit Sprungmarken. Denn diese sind eine tolle Ergänzung direkt in der Description und lassen sich für im Grunde jeden Inhalt realisieren. Hier mal ein Screenshot was ich meine.

Sprungmarken im Snippet

Auf dem Screenshot sind auch gleichzeitig Mini-Sitelinks zu sehen. Diese sind in diesem Fall ebenfalls alles Sprungmarken und führen unmittelbar zu den passenden Absätzen im ahrefs Testbericht. Solche Kleinigkeiten sollte man auf jeden Fall nutzen, da sie die Aufmerksamkeit auf den Treffer in Google maßgeblich beeinflussen.

Fazit

Ein klasse Werkzeug was SISTRIX da frei zur Verfügung stellt. Für die Zukunft wünsche ich mir noch mehr Snippets und, ich wünsche mir, dass ich nicht in Frage kommende Snippets bei der Abfrage direkt deaktivieren kann. Also Rezepte für Serienjunkies.de nicht immer wieder angezeigt werden müssen. 😉

Ansonsten ist das top und ein echter Mehrwert wenn es um Snippet-Optimierung geht. Und gerade diese hat hoffentlich inzwischen jeder Seitenbetreiber auf dem Schirm. Wer das nicht hat, für den wird es nun höchste Zeit.

Posted by Soeren

Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

  1. Moin Eisy,

    wollte mal eben sagen, dass ich deinen Blog super finde, und du deine Texte immer mega gut schreibst. Bei dir merkt man echt die Qualität.

    Beste Grüße

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    1. Hi Alex,

      vielen Dank. 🙂

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  2. Alexander Bock 30. Januar 2017 at 23:39

    Interessant sind auch die „Featured Snippets“:
    https://support.google.com/webmasters/answer/6229325?hl=de-DE

    Die eigene Webseite kann man zwar für Featured Snippets nicht optimieren, aber die bringen sicherlich viel Traffic. „Dies are the Regels.“ ,-D

    Live-Beispiel: http://i.imgur.com/TiBCAMz.png

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  3. Würde sistrix nach der testversion auch gern weiter verwenden, jedoch habe ich nicht die finanziellen mittel. Beziehungsweise habe sie schon, sind es mir aber nicht wert dafür monatlich eine Gebühr zu zahlen. Was sind denn beispielsweise noch Tools bei sistrix, für die es sich definitiv lohnt,das Tool zu kaufen?

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    1. Für die oben gezeigten Features musst du ja nichts kaufen. 🙂 Kaufen musst du nur, wenn du das SEO-Modul, Ads-Modul etc. möchtest. Und das sind auch immer einzelne Bausteine zu einzeln je 100 EUR monatlich. Also sehr, sehr erschwinglich.

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  4. Vielen Dank für den Artikel. Hab mich auch schon öfters am Sitrix Rich Snippet Tool versucht. Bei mir kommt es immer drauf an welches CMS ich benutze. Bei WordPress präferiere ich immer Yoast. Bei anderen CMS-Systemen benutze ich meist Sistrix.

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  5. ich Persönlich Optimiere schon lange keine Snippet mehr, lass lieber Google relevante Daten aussuchen ist für mich Persönlich Natürlicher.

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  6. Das ist aber schon höhere SEO-Kunst, oder? Ich komme gerade ins Grübeln, ob das den Aufwand für mich wert ist. Aber danke für die Inspiration.

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    1. Mehr Klicks bei gleicher Position ist den Aufwand immer wert, sofern Besucher auf Webseiten für Umsatz sorgen. Und als Bonus gibt es ja i.d.R. dann noch deutliche Ranking-Verbesserungen on top, wenn die CTR stimmt. 🙂

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  7. Optimierte Snippets in den Serps fetzen. Ein kleiner Tip von mir dazu: man kann auch Veranstaltungen in die Serps bekommen, direkt mit Verlinkung und (wenn man sie denn angibt) weiteren Atributen.

    Was mich immer mal wieder ärgert: manchmal entscheidet sich Google dazu, RichSnippets nach Schema.Org NICHT anzuzeigen. Das geht mir besonders oft bei Sternen so. Bei einer Suche mit „site:“ davor alles gut, aber in den SERPS dann nicht. Hat da vllt. jemand einen Rat für mich?

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    1. Also bei ehrlich gesammelten Sternen und wenn diese auch tatsächlich nur auf der URL gezeigt werden, auf der sie eingesammelt wurden, nimmt mir Google nie Sterne weg. Dies passiert eigentlich nur dann, wenn ich Sterne global vom kompletten Projekt addiere und immer ausgebe. 😉

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  8. Erstmal Super Artikel! Wie viel kostet das Tool denn Letztendlich? Finde das schon Interessant und würde es auch gerne benutzen. 😀

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