From Noob to Affiliate – Teil 3 – Die verschiedenen Vergütungsmodelle

From-Noob-to-Affiliate-Teil3In den letzten beiden Teilen ging es um die grundsätzliche Erklärung von Affiliate-Marketing und um die verschiedenen Affiliate-Netzwerke. In Teil 3 geht es nun um die verschiedenen Vergütungsmodelle, die beim Affiliate Marketing zum Einsatz kommen.

Die wichtigsten Vergütungsmodelle

Pay per Sale

Bei „Pay per Sale“ läuft es genau wie im Beispiel von Teil 1 und Teil 2. Ihr habt einen Banner oder Text-Link auf eurer Seite eingebunden, die zur Produktseite des Merchants weiterleitet. Alle was nun zählt ist ob der Besucher auch zum Kunden wird, also das Produkt kauft. Kauft er es, gibt es eine einmalige Provision für die Vermittlung des Kunden. Am häufigsten wird dabei prozentual abgerechnet, also wie im Beispiel 25% Provision, wenn der Kunde kauft. Es gibt aber auch einige Partner-Programme, die die Provision nicht prozentual festlegen, sondern einen festen Betrag vergüten, z.B. 25€.

„Pay per Sale“ ist ein sehr häufig eingesetztes Vergütungsmodell.

Pay per Lead (Install/SignUp)

Pay per Lead ist ebenfalls eine sehr beliebte Vergütungsart. Hierbei bekommt man seine Provision für die Herstellung des Erst-Kontakts. Ein Beispiel wäre die Versicherungs- oder Finanzbranche. Dort ist es keinesfalls üblich, dass ein Kunde direkt einen Vertrag abschließt, sondern er holt sich in der Regel erst ein Angebot oder eine Beratung ein. Am Beispiel von Versicherungen sieht das z.B. so aus, dass der Interessent von eurer Seite auf die Seite einer Versicherung kommt und dort ein kostenloses Angebot für seine Autoversicherung einholt (Was in der Regel automatisiert funktioniert). Nun ist zwischen dem Versicherungs-Unternehmen und dem Interessenten ein Kontakt hergestellt – ein Lead – der vergütet wird. Im Vergleich zu „Pay per Sale“ sind hier die Vergütungen im Schnitt niedriger, wobei die Versicherungs- und Finanzbranche wieder ein Themenfeld ist, bei der man auch mal einen guten zweistelligen Betrag bekommen kann.

Zudem gibt es noch die sehr ähnlichen Modelle „Pay per Install“ und „Pay per SignUp“. Die Namen sprechen eigentlich für sich, so geht es bei „Pay per Install“ darum, denn Besucher dazu zu bewegen eine bestimmte Software zu installieren. Macht er das, gibt es eine Provision. Gilt allerdings nur bei Erstinstallation. Gleiches Spiel bei „Pay per SignUp“ – hier geht es aber nicht um die Installation, sondern um die simple Anmeldung bei einem Dienst, z.B. ein Newsletter oder eine Community.

Pay-per-klickPay per Klick

Pay per Klick ist ein inzwischen eher selten gewordenes Vergütungsmodell. Hier bekommt man für jeden Klick auf den Banner des Merchants eine Provision, die sich in der Regel im niedrigen Cent-Bereich befindet. Dabei ist es völlig egal, was der Besucher im Nachhinein beim Merchant macht, ob er kauft oder sich anmeldet. Es zählt nur der Klick. In Affiliate-Netzwerken ist dieses Vergütungsmodell sehr selten geworden. Prominentestes Beispiel für Pay per Klick Vergütung ist wohl Google AdSense.

Pay per View

Pay per View hat sich im Affiliate-Markting ähnlich wie Pay per Klick nicht wirklich durchgesetzt. Man findet in den Affiliate-Netzwerke kaum noch Merchants die auf diese Vergütungsmodell setzen. Generell lebt das Modell zwar noch, aber eher außerhalb des Affiliate-Marketings. Geht man in den Bereich der Bannervermarktung findet diese Vergütungsart aber noch Zuspruch. In der Regel wird ein bestimmter TKP Preis bezahlt. TKP steht für 1000er Kontakt-Preis und bedeutet das man für 1000 Einblendungen eines bestimmten Werbemittels Betrag X bekommt.

Lifetime-Vergütung

Bei der Lifetime-Vergütung hat man die Möglichkeit dauerhaft an einem Kunden zu verdienen. Man wirbt also einmal einen Kunden und verdient dauerhaft. Da wären zum Einen Online-Shops die so was anbieten. Jedes mal wenn der Kunde was im Shop kauft, erhält man einen gewissen Prozentsatz des Warenkorb-Wertes. Zudem gilt es noch Abo-Systeme zu erwähnen. Schließt ein Kunde ein Abonnement ab, z.B. für eine Zeitschrift, so erhält man eine monatliche oder vierteljährliche Provision gutgeschrieben, die sich meiste ebenfalls prozentual errechnet. Je nachdem, welches Zahlungsintervall der Kunde eben gewählt hat.

Vorteile und Nachteile der Vergütungsmodelle

Die Vor- und Nachteile der einzelnen Vergütungsmodelle lassen sich schwer pauschalisieren. Warum ist das so? Nun, es gibt einfach zu viele unterschiedliche Projekt-Arten mit unterschiedlicher Zielgruppe und unterschiedlichen Voraussetzungen. Der eine hat ein Blog, der andere eine Landingpage. Der eine hat viele Besucher, der andere wenig. Das wiederum kann an der Zielgruppe und an der Nische liegen die ebenfalls unterschiedlich „Verhaltensmuster“ mit sich bringen. Zudem kommt es dann noch darauf an, was es überhaupt für Programme für die jeweilige Zielgruppe gibt. Also, meiner Meinung nach kann man das nicht pauschal an die Wand nageln. Wenn doch – ich lasse mich gerne belehren.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Pay per View im Affiliate-Marketing eine eher untergeordnete Rolle spielt (Wenn es überhaupt noch eine Rolle spielt). Diese Art der Vergütung ist eher großen Portalen und Magazinen vorbehalten. Bei Pay per Klick kommt es stark auf Zielgruppe und vor Allem auf die Besucherzahlen an. Hab ich eine eher kleine Nische und daraus resultierend recht wenige Besucher, bringen Pay per Klick Werbeformate wie z.B. Google Adsense eher wenig. Da muss schon Traffic da sein und das Thema stimmen, damit die Klickpreise auch einigermaßen hoch vergütet werden.

Mit Pay per Sale und Pay per Lead lässt sich aber generell arbeiten. Allerdings muss man auch hier sagen das Pay per Lead (außer vielleicht in der Versicherungs- und Finanzbranche) eher mit mehr Traffic sinnvoll ist. Pay per Sale und evtl. verbundene Lifetime Provisionen sind das ganz anders gestrickt. Ich kann auf meiner Website 10 Besucher am Tag haben und es funktioniert trotzdem. Voraussetzung: Die 10 Besucher gehören zu meiner Zielgruppe und sind kaufwillig. Wenn nun also von 10 Besuchern nur einer täglich fleißig einkauft und die Provision nicht gerade einen Euro beträgt, dann sieht das doch gut aus.

Das sind aber wie gesagt alles nur Beispiele. Pauschal Vor- und Nachteile der verschiedenen Vergütungsmodelle festlegen ist meiner Meinung nach nicht möglich. Jede Website (Blog, Landingpage, etc.) hat ihren eigenen Charakter, ihre eigene Zielgruppe und individuelle Besucherzahlen. Hier gilt oftmals: TESTEN!

stornoVerdient ist verdient? Stichwort Stornos

Eines sollte man im Affiliate-Marketing immer bedenken. Verdient ist eben nicht verdient. Wie auch beim Elektronik-Laden um die die Ecke kann es schnell mal zu Stornos kommen. Gebt also kein Geld aus, das ihr nicht sicher habt. Je nach Produkt gibt es eine bestimmte Storno-Quote, die man vor Allem in den in Teil 2 genannten Affiliate-Netzwerken einsehen kann. Diese sollte man im Auge behalten und auch sein eigenes Projekt analysieren.

Hab ich Stornos? Was sind mögliche Gründe dafür? Empfehle ich vielleicht einfach ein scheiß Produkt? Gibt es Alternativen, z.B. einen anderen Hersteller oder Shop?
Diese Fragen sollte man sich stellen.

Ich habe bei den Vor- und Nachteilen des Affiliate-Marketings schon erwähnt, dass es oft nicht unbedingt transparent gehalten wird was Stornos und die Gründe angeht. Hier gilt es immer ein Auge darauf zu werfen, zu kontrollieren und ggf. mit dem Merchant oder dem Netzwerk in Kontakt zu treten (Was nicht heißt, dass es was bringt, aber man sollte es versuchen).

Soweit zu Teil 3 – Vergütungsmodelle. Im nächsten Teil, der im Laufe der nächsten Woche kommen wird, geht es dann um das schnelle reich werden, 20000€ in 4 Wochen und der Frage, was Affiliate-Marketing nicht ist. Ich weiß, es gibt einige die sich auf diesen Teil und die 20000€ freuen. Nunja, ich kann nochmals betonen. Wer die Ironie der Themenwahl nicht versteht, wird enttäuscht werden. Aber die Haue in den Kommentaren muss ich dann einstecken 😉

From Noob to Affiliate

Vorwort
Teil 1 – Was ist Affiliate-Marketing
Teil 2 – Die Affiliate-Netzwerke
Teil 4 – Wie werde ich mit Affiliate-Marketing in 4 Wochen reich?
Teil 5 – Inhouse-Partnerprogramme
Teil 6a – Was sind Nischen und wie finde ich Ideen
Teil 6b – Nischen finden
Teil 6c – Konkurrenz-Analyse kompakt
Teil 7 – Einsatzmöglichkeiten
Teil 8 -Suchmaschinenoptimierung
Teil 9 – Ressourcen

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.