Endlich: nur noch 1,5% Amazon Provisionen ab März 2019

Ab 01. März 2019 gelten neue Provisionen im Amazon Partnerprogramm. Das direkte Bewerben von Produkten wird stärker belohnt, während indirekte Verkäufe durch Kategorie- und Startseitenlinks mit nur noch 1,5% in vielen Fällen deutlich eingeschränkt vergütet werden.

Amazon passt mal wieder die Konditionen für Affiliates an und zack, geht ein Raunen durch Facebook Gruppen & Co. Genau dieser kurze Schock-Moment den viele dabei erleiden, sollte eigentlich ein starkes Bedürfnis nach mehr Kanälen auslösen. Aber die Erfahrung zeigt, die meisten Leute bleiben dennoch weiterhin zu 100% aufs Amazon PartnerNet fokussiert und setzen sich auch bei den kommenden Änderungen gerne wieder einem Schock aus. 😉

Gut, was bewegt sich eigentlich wirklich und was bedeutet das ab März 2019? Im Grunde sorgt Amazon für mehr Interesse am Partnerprogramm bei all den Leuten, die richtige Produktseiten aufbauen und relevanten, kaufstarken Traffic direkt zu einem Produkt oder einer Produktgruppe senden. Im gleichen Atemzug wird das PartnerNet für viele billige Affiliate-Seiten uninteressant, die nur Kategorien oder gar die Amazon-Startseite bewerben. Wer nur Besucher zu Amazon schickt, die dort zu Zufall dann irgendwas kaufen, aber absolut kein direkt beworbenes Produkt, wird sich ab März nur noch mit 1,5% Provision zufriedengeben müssen.

Hier die neuen Vergütungen im Detail:

Amazon Provisionen ab März 2019

In einigen Bereichen sinkt die Provision jedoch auch für direkte Verkäufe. Zum Beispiel geht der Bereich Drogerie auf 3% runter. Geschenkgutscheine werden nicht mehr vergütet bzw. stehen mit 0% in der neuen Liste. Rankings gezielt für Amazon Geschenkgutscheine und Amazon Gutschein lohnen sich also erheblich weniger. Und die dadurch ausgelösten Cross-Sales werden auch nur noch mit 1,5% vergütet, da es keine direkten Verkäufe sind. Und genau diese Publisher will Amazon sanktionieren und das dürfte auch gut funktionieren und ist meiner Ansicht nach richtig. Denn seien wir mal ehrlich, wer nach „Amazon Geschenkgutschein“ sucht, findet Amazon und die Option, einen Gutschein zu kaufen, auch absolut ohne jeden Affiliate dazwischen. Solche Transaktionen mit Provisionen zu belohnen ist verschwenderisch.

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Was sind denn Direkte- und Indirekte Verkäufe? Das zeigt Amazon auf der eigenen Grafik bereits sehr gut.

Amazon Vergütungsmodell

In Facebook-Gruppen geht derzeit das Gerücht rum, dass Amazon nur Verkäufe als direkte qualifizierte Verkäufe behandelt, die über einen Produktlink kommen und auch direkt das Produkt verkaufen was dem Link entspricht. Dadurch haben viele Affiliates Sorge, in Zukunft erheblich weniger Geld zu verdienen. Dieses Gerücht ist aber nicht richtig, denn Amazon vergütet wesentlich mehr.

Du bewirbst auf deiner Webseite einen Holzschlitten – etwa durch einen Testbericht aus dem aktuellen Jahr.

  • Nun kauft der Besucher über deinen Link den Holzschlitten den du getestet hast. Direkter qualifizierter Verkauf.
  • Der Besucher nutzt deinen Link, kauft aber das neue Modell vom Holzschlitten und nicht den von dir verlinkten. Direkter qualifizierter Verkauf.
  • Der Besucher geht über deinen Link zu Amazon, kauft aber nicht den Holzschlitten den du bewirbst, sondern einen ganz anderen Holzschlitten. Direkter qualifizierter Verkauf.
  • Oder der Besucher kommt über deinen Link und entscheidet sich stattdessen für einen billigen Schlitten aus Kunststoff. Direkter qualifizierter Verkauf.
  • Und zum Schluss, der Besucher nutzt deinen Link und kauft sich einen Rasierer. Indirekter qualifizierter Verkauf -> weniger Provision oder keine Änderung.

Du musst dir also schon Gedanken darüber machen, ob ein Link sinnvoll zum Inhalt passt, jedoch brauchst du dir nicht den Kopf zerbrechen ob das verlinkte Produkt auch wirklich 100% dem Bedürfnis vom Nutzer entspricht. Es muss die gleiche Produktgruppe und Kategorie sein, damit der Kauf direkt und qualifiziert ist.

Wenn man dann bedenkt, dass jetzt Provisionen auch ab einem bestimmten Umsatz steigen, ist der Blick aufs neue Amazon Vergütungsmodell doch eher ein positiver.

Alles in allem also kein Grund zur Panik was den 01. März 2019 angeht. Wer ein ordentlicher Affiliate ist und seinem Partner (Amazon) gute Besucher liefert, wird auch entsprechend honoriert und mit besseren Provisionen belohnt als die anderen, die einfach müden, nicht zielgerichteten Traffic schicken oder Traffic senden, der eindeutig auch ohne sie im Konversionspfad entstanden wäre.

Über Soeren 450 Artikel
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

14 Kommentare

  1. Super klasse und verständlich beschrieben. In den sozialen Medien wird ja schon heiß diskutiert. Ich finde es ist besser umzusetzen, als zu diskutieren und mit dem Neuen zu hadern.
    Grüße Uwe

  2. Du schriebst ja „Produkt oder Produktgruppe“. Bedeutet das, dass wenn ich in der Suchmaske die Kategorie „Haustier“ auswähle und dann etwas suche und auf diese Suchseite verlinke auch die „volle“ Provision bekomme? Ich finde es halt teilweise doof mehrere Produkte als Widget einzubinden, das wirkt dann ab mehr als 2 Produkten auch immer sehr spammy und sieht nach Werbung aus (was es ja eigentlich auch ist). Deshalb verlinke ich ganz gerne auf Kategorieseiten bzw. Suchseiten. Wenn ich aber jetzt nur einen Textlink zu einem spezifischen Produkt einbinde und es wird dann ein ganz anderes vielleicht aus einer anderen Kategorie gekauft bin ich wieder im Nachteil oder? Lohnt es sich dann überhaupt mehrere Links zu Produktdetailseiten einzubinden? Ich denke mal, wenn jemad auf mehrere Produktdetailseiten klickt wird der jeweils aktuellste für die Berechnung der Provision herangezogen (last cookie wins)?

    • Nö, Amazon möchte – nach meinem Verständnis – das Produktlinks platziert und honoriert werden. Ein Link zu einer Suchergebnisseite ist kein Produktlink. Du kannst auf die Produktdetails oder Rezensionen verlinken um bei einer Transaktion die volle Provision zu erhalten.

      Zum Thema „sieht nach Werbung aus“ kann ich nur sagen: soll es ja auch und man wird überrascht sein, wie viel besser deutlich sichtbare Werbung gegenüber toll ins Projekt integrierter Werbung funktioniert. Insgeheim wollen die Besucher ja den Weg zum Produkt möglichst einfach finden. Warum also weniger sichtbar darstellen?

      Mehrere Produkte in einem Dokument zu verlinken ist tatsächlich gut. Gibt dem Nutzer die Auswahl und lässt sich als Bestseller-Liste gut abbilden.

      Amazon arbeitet mit Sessions statt Cookies im klassischen Sinne. Wenn du in einem Artikel zwei Produkte zum Thema hast, spielt es keine Rolle was zuletzt geklickt wird. Die Produkte passen ja womöglich sehr gut zusammen und daher wird die Provision sowieso voll vergütet. 😉

      • Danke für die Antwort Eisy. Teilweise stimme ich dir zu, aber ich persönlich kann die meisten „Review“ bzw. „Fake-Test-Seiten“ nicht mehr sehen. Genau das wird aber doch forciert. Dass man möglichst viele Produkte in Form eines „Tests“ empfiehlt. Es geht mir nicht darum User zu täuschen oder etwas weniger sichtbar darzustellen um meine CTR zu Amazon zu verringern, aber Google sieht massig einzelne Affiliate Links nunmal nicht gerne, auch der Gesamteindruck der Seite leidet meiner Meinung nach darunter und viele Artikel sind halt oftmals nicht auf ein Produkt fokussiert. Hier möchte man auch gerne einfach mal allgemein auf ein Produkt verweisen ohne dass man hier einen Favoriten hat. Nun muss ich aber gezielt Produkte empfehlen von denen ich nicht einmal weiß ob ich sie empfehlen kann oder will ;). Bei der Kategorieseite kann sich der Besucher dann eben selbst entscheiden.

        Ich mag diese Seiten die ein Produkt nach dem anderen als Widget eingebunden haben nicht besonders. Sieht für mich immer spammy aus.

  3. Wie du darauf kommst dass ausgerechnet die „billigen“ Affiliate Seiten auf Kategorien oder Suchseiten verlinken verstehe ich auch nicht. Die meisten Spamseiten die ich kenne und die teilweise sogar massenhaft im Index als Klone auf diversen spammy expired Domains rumgeistern haben außer gespinntem Schwachsinnscontent oder keinerlei Text ausschließlich von Amazon zusammengecrapte Inhalte die dann jeweils per Widget und Direktlink zu ca. 50-100 Produkten direkt gehen. 😉

  4. Sorry, noch ein Nachtrag. Noch ein Nachteil ist, dass ständig Angebote bei Amazon ausverkauft sind und nicht mehr nachkommen. Dann sind diese Links einfach nichts mehr wert. Ich kann leider nicht ständig alle Links händisch prüfen und dann ggfs. austauschen wenn wieder mal ein toter Amazon Provisionslink vorhanden ist.

  5. Sehr gut uns ausführlich beschrieben. Dachte schon, dass jetzt alles gleich in Panik verfallen, aber so wie Amazon das gelöst hat, ist es doch eigentlich ganz ok. Wer einen Schuh bewirbt, sollte ja auch einen Schuh verkaufen und keine Zwiebeln (nur als Beispiel) 🙂

  6. Nach und nach schmeißt Amazon unqualifizierte Affiliates raus. Wie sich das auswirkt muss man auswerten. Im Endeffekt sollte kein Unterschied zu sehen sein, wenn man nicht gerade sinnlos verlinkt.

  7. Habe die Änderung erst jetzt gesehen und habe leider ein paar hundert Euro dadurch verloren. Ganz klar meine Schuld, hätte die AGB Änderungen lesen sollen, bzw. mich regelmäßig informieren müssen.
    Meine Käufe sind zielgerichtet und sollten zum größten Teil Amazons Wünschen entsprechen. Nur habe ich viele Produkte durch Suchseiten verlinkt und nicht Produktseiten. Ich nutze Amazon Affiliate Marketing seit mehreren Jahren und habe mit der Zeit gemerkt, dass alte Links häufig nicht mehr gültig sind, weil das Produkt nicht mehr verkauft wird, weil das Produkt veraltet ist und eine neue Version verfügbar ist, usw. Es ist viel nervige Arbeit die vielen, alten Links regelmäßig zu checken. Entsprechend bin ich nach einigen Jahren dazu übergegangen zielgerichtete Suchseiten zu verlinken, die dadurch nicht so schnell an Aktualität verlieren (anstatt immer Produktseiten).

    Darüber hinaus verlinke ich Suchseiten, wenn das Produkt aus mehreren Artikeln besteht, z.B. mehrere Farben oder andere Attribute, die jedoch auf mehrere Produktseiten zu finden sind.

    Und ich verlinke Suchseiten, wenn das Hauptprodukt passendes Zubehör hat. So habe ich z.B. ein Hauptprodukt und ein oder zwei Suchseiten mit Zubehör.

    Insgesamt ging es mir darum, dass die Links länger gültig sind und der Kunde einfacher passendes Zubehör findet bzw. alle Produkte, die zum beworbenen Produkt passen. Etwa 20% meiner Links waren entsprechend Suchseiten, die meiner Meinungen nach den Kundenkomfort erhöhen.

    Nun bin ich alle Links durchgegangen und habe alle Suchseiten gelöscht. Links zu Zubehör wurden gelöscht. Bei Links zu mehreren Produkten habe ich ein repräsentatives Produkt herausgesucht, der Kunde muss nun die anderen Produkte selbst finden.

    Kann die Änderungen natürlich verstehen, insgesamt wohl eine gute und richtige Änderung. Ist für mich nun sehr schade, dass ich durch meinen eigenen Fehler Geld verloren habe. Und nun nach den Änderungen der Links denke ich, dass sich der Kundenkomfort ein wenig verschlechtert hat.

  8. Hallo,
    danke für den Beitrag. Ich bin noch relativ neu im Amazon Partnerprogramm.
    Ihr schreibt “ Es muss die gleiche Produktgruppe und Kategorie sein, damit der Kauf direkt und qualifiziert ist.“
    Wie definiert sich denn eine Produktgruppe bei Amazon? Ich sehe die Kategorien, aber ich sehe nirgendwo den Begriff Produktgruppe.

    Vielen Dank

  9. Ich muss leider in meinen Abrechnungen feststellen das Amazon das anders auslegt.
    „Der Besucher geht über deinen Link zu Amazon, kauft aber nicht den Holzschlitten den du bewirbst, sondern einen ganz anderen Holzschlitten. KEIN !!! Direkter qualifizierter Verkauf.
    Oder der Besucher kommt über deinen Link und entscheidet sich stattdessen für einen billigen Schlitten aus Kunststoff. KEIN Direkter qualifizierter Verkauf.
    Ich hatte das auch schon reklamiert aber man hat gesagt das ist do richtig!
    Katastrophale Politik!

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