Ein „Nebenverdienst“ Projekt zum Nachmachen

Dies ist ein Gastartikel von . Er ist Blogger von SEO-Selfmade.de. Zudem sucht er einen Job im Bereich SEO. Seine Kontaktdaten und mehr über ihn, steht im letzten Absatz des Artikels. Vielen Dank Bastian, viel Spaß allen Lesern!

Nachfolgend möchte ich euch ein interessantes Geschäftsmodell vorstellen, mit dem sich monatlich ganz nett was „nebenher“ verdienen lässt. Zusammengefasst: Suchmaschinenbesucher auf unsere Empfehlungswebseite leiten, und von dort auf Partner verlinken, die uns dafür regelmäßig bezahlen. Ziel ist es, so hoch wie möglich bei den Suchmaschinen (nachfolgend gehe ich von Google aus) gelistet zu sein und bisherige Mitbewerber zu dominieren.

Ein paar mahnende Wort zu Beginn müssen aber auch sein; es macht einen ziemlichen Aufwand, da wir hier einen wirklichen Mehrwert schaffen wollen und die Website muss ordentlich (regelmäßig) suchmaschinenoptimiert werden, damit wir auch möglichst weit oben gelistet werden. Das Ranking ist natürlich abhängig vom Wettbewerb, den jeder selbst bestimmen kann, aber dazu später. Jeder der hier also das schnelle Geld sieht: *ZONK-Sound*

Nun etwas konkreter, was habe ich vor? Vielleicht kennt ihr das von euch selbst: Auf der Suche nach einer „Dienstleistung“ in eurer Stadt und bei völliger Ahnungslosigkeit wird Google befragt. Oder wenn man gerade neu irgendwohin gezogen ist weil man sich noch nicht auskennt. Versetzen wir uns nun in den Internetbenutzer von nebenan, so könnte eine triviale Sucheingabe: „Frisör in Stuttgart“ oder etwas länger: „Frisör für Männer in Stuttgart“ lauten. Grundsätzlich kann man aber davon ausgehen, dass in den wirklich großen deutschen Städten die interessanten Dienstleistungen schon „vergriffen“ sind, und für die Sucheingabe wie oben einige regionale Anbieter schon fest etabliert sind und ihr Ranking nicht so schnell hergeben. Klar, auch dort kann man ab und an noch ein paar Nischen finden.

Such dir eine Stadt und eine Dienstleistung

Zum Einstieg wäre es nicht so ratsam sich gleich so einer schweren Marktsituation zu stellen, deshalb gehe ich in diesem Artikel nicht von den Großstädten (Berlin, Hamburg, München, Köln, …) aus, sondern Suche gezielt nach Mittelstädten. Diese Recherche kann mittels Wikipedia elegant verkürzt werden 😀

Als Beispiel nehme ich mal die Stadt Freiburg. Jetzt fehlen noch ein paar Dienstleistungen die man promoten könnte. Ein erster Schritt wäre nun einfach spontane Ideen aufzuschreiben und/oder zu kategorisieren:

  • Schönheit: Frisör, Nagelstudio, Kosmetiker
  • Handwerk: Schreiner, Umzugshelfer, Fliesenleger
  • Reparatur: Rohrreinigung, Schneider, Schuster
  • Gesundheit: Ärzte, Apotheken, Fitnessstudio

Ihr seht, das sind hauptsächlich Oberbegriffe und es sind einige Berufe dabei. Natürlich kann das ganze auch mehr in eine (Long-Tail) Nische gehen, mir fällt zum Beispiel eben: „Tattoo entfernen“ ein. Als nächstes wollen wir uns mal in die Sicht eines Anbieters denken. Mit welchem Beruf oder welcher Dienstleistung mache ich die höchste Marge wenn ein neuer Kunde kommt? Diese Fragestellung solltet ihr euch ab jetzt immer im Hinterkopf behalten! Als Tipp: Menschen die nicht so internetaffin sind, haben meistens tolle Ideen was gesucht werden könnte, manchmal hat man halt doch so eine gewisse Betriebsblindheit entwickelt.

Den Wettbewerb zu den Suchanfragen überprüfen

Idealerweise kennt ihr die Stadt / Städte eurer Wahl schon etwas besser. Es nützt nix wenn ich was für Grevenbroich aufsetzen will aber nicht weis wo die Stadt überhaupt liegt, was es dort alles gibt, wie die Infrastruktur ist, usw. Angenommen ihr habt eure Nische(n) nun gefunden, die Stadt steht fest, geht es daran den Wettbewerb zu den Suchanfragen zu überprüfen.

Das bedeutet, es wird eine Liste an Keywords erstellt und diese mittels dem Google Keyword-Tool (oder Traffic-Estimator) überprüft. Bitte den Filter immer auf exakt stellen und manchmal kann es ganz nützlich sein, sich die Keyword-Ideen anzeigen zu lassen. Wie ihr in der Abbildung unten sehen könnt habe ich beispielsweise ein paar Kombinationen überprüfen lassen, nicht wirklich sorgfältig gearbeitet (da meine Keywords nur nach dem Schema „Stadt + Dienstleistung“ aufgebaut sind), und trotzdem ist was brauchbares dabei rausgekommen. Die interessanten Kombinationen sind mit dem gelben Warndreieck markiert.

Eigentlich könnte man jetzt richtig optimistisch sein. Eigentlich. Es folgt nun eine kleine Demonstration wie man die bisherige Auswahl bewerten kann.

Let me do the math for you…

Avinash Kaushik (das ist der Web-Analyse Guru schlechthin) geht davon aus, dass nur 3% aller Internetnutzer konvertieren, das heißt eine Aktion in eine Handlung umwandeln; in unserem Fall also Kunde werden und Geld für die Dienstleistung ausgeben. Das Ganze nennt sich „Konversationsrate“ (engl. Conversionrate (CR)).

Diese 3% stammte allerdings von vor ein paar Jahren und es kann schon möglich sein, wenn der Mehrwert für den Benutzer gegeben ist das wir auch mit 5% rechnen können; für dieses Beispiel nehme ich das jetzt an. Weiterhin sollte euch bewusst sein, dass sich die „Klickrate“ (engl. Click-Trough-Rate(CTR)) auf eine Link in den Suchergebnissen, pro Position verändert. Es gibt hierzu verschiedene Aussagen wie die Prozentwerte verteilt sind.

Da sich keiner so genau einig ist, gibt es deshalb hierfür von mir jetzt einen festgelegten Durchschnittswert. Wenn ich nun das alles in einer Tabelle darstelle, kann das einen guten Anhaltspunkt geben, ob das jeweilige Keyword rentabel ist oder nicht. Aber vorallem hilft es auch, einen Preis mit einem zukünftigen Partner auszuhandeln.

Zwischenfazit

An dieser Stelle ist das Keyword „fitnessstudio freiburg“ gar nicht mal so schlecht. Der Wettbewerb ist schwach und es dürfte kein Problem sein da eine gute Position mit etwas SEO rauszuholen. Denkste! Wer will kann jetzt mal zu Google gehen und genau das Keyword eingeben. Was sehen wir da? Richtig: Google Places. Und wie wir wissen, kommen Google Places Platzierungen immer vor den organischen Suchergebnissen. Und noch ein minimales Problem ist vorhanden, die bestmögliche Keyworddomain www.fitnessstudio-freiburg.de ist schon vergeben – ist aber nur halb so schlimm, da drauf ist nämlich nur (Platzhalter-)Schrott und es dürfte ein leichtes sein mit einer anderen Domainendung dementspechend positioniert zu sein. Kann manchmal auch klüger sein auf andere Domainendungen (Domain Protection) zu setzen, so hinterlässt man nicht überall seine Footprints im Netz. 🙂

Interessant hingegen dürfte „tattoo freiburg“ sein, das kommt kaum aus der Mode und die meisten Kunden werden durch Empfehlungen von Freunden und Bekannten generiert – oder durch das Internet. Wenn ich da als Interessent eine Website vorfinden würde, die verschiedene Tattoostudios vergleicht und rezensiert, ist das ein absoluter Mehrwert an der Stelle und kann das Verlangen (AIDA-Prinzip) zum Kauf noch steigern (vgl. Punkt 7 und 8 weiter unten).

Der „schuster freiburg“ ist so eine Sache. Es ist halt einerseits so eine Dienstleistung die man mal eben schnell nebenher erledigen lassen kann. Ein Blick ins Telefon- / Branchenbuch genügt um zu wissen wo der nächste ist oder man kennt den nächsten an der Straßenecke. Auch ob da soviel Marge drin ist, sei dahingestellt. Sehen wir mal die Werte an, würde es auf der fiktiven Suchergebnisposition drei schon fatal aussehen, allerdings ist die passende Keyworddomain noch frei.

Wie kann es weitergehen?

Angenommen ihr habt das Killer-Keyword entdeckt: über 1000 lokale monatliche Suchanfragen sollten es schon sein und kein bzw. sehr schwacher Wettbewerb.

1) Keyword-Domain registrieren
Eure Entscheidung: Wollt ihr mehrere Projekte der Art aufziehen, schadet es nicht etwas anonymer zu bleiben.

2) Website aufsetzen
Hier eignet sich wohl am besten WordPress dafür, dass sollte dann mit den bekannten Plugins zur OnPage Optimierung versehen werden. In der Einrichtungsphase sollte die WordPress Einstellung „Suchmaschinen sperren“ gesetzt werden, damit nicht zu früh von den Robots indexiert wird.

3) Schafft einzigartigen Content auf eurer Site
Ich weis, es ist sowas von abgelutscht diese Phrase, aber ohne Content / Text geht es einfach nicht. Es muss wirklichen Mehrwert bieten damit es für den Besucher nützlich ist. Hier gilt die Fragestellung: Was könnte den Nutzer zusätzlich interessieren? Es sollten min. 5 Beiträge auf der Seite sein und ein paar Ideen in der Warteschlange vorhanden. Beiträge nicht komplett darstellen, sondern nur auszugsweise auf der Startseite veröffentlichen. Ach, und in Zeiten von Content-Manufakturen kann man sich Texte auch kaufen; ist wohl die bequemste Möglichkeit.

4) Bringt die Site in die Index
Wenn soweit alles steht, dann bringt die Website in den Index, also die Einstellung „Suchmaschinen sperren“ deaktivieren. Dann kann man sich ein paar Links (1-3) aus seinen anderen Seiten besorgen (Blogroll, Footer) damit die Robots vorbeikommen. Oder man „submitted“ seinen RSS an Verzeichnisse und lässt ihn anschließend „pingen“. Anfangs nicht übertreiben, es gilt die Devise die Site soll natürlich vorgefunden werden.

5) Regelmäßig SEO betreiben
Nachdem die Site aufgefunden wurde kann damit begonnen werden regelmäßige OffPage Maßnahmen durchzuführen. Also alles was die SEO Trickkiste so hergibt: Bookmarks, Verzeichnisse, Kommentare, Foren, … Zu Beginn einfach nicht übertreiben, aber in der Regelmäßigkeit bleiben. Auch zu diesem Zeitpunkt die Site schon zu monetarisieren, wie durch AdSense wäre für den Besucher eher abschreckend als förderlich!

6) Zeit
Gebt der Website Zeit sich zu etablieren, der natürliche Aufbau sollte im Vordergrund stehen. Ankedote: Als Experiment hat ein SEO mal in einer Woche 50k Backlinks aufgebaut, auf einer ganz frischen Domain. Nach drei Wochen ist die Site aus dem Index in die Sandbox geflogen. Nach drei Monaten kam die Domain gestärkt zurück; da ist es doch vernünftiger wenn das Ganze auf natürliche Art und Weise aufgebaut wird.

7) Schafft echten Mehrwert
Am besten wäre es natürlich wenn der Besucher auf eurer Website, sobald sie dann auf den vorderen Plätzen gelistet wird, echten Mehrwert vorfindet und nicht nur auf das jeweilige eine Keyword einen optimierten Endlostext. Zum Beispiel könnte sich das in einer nützliche Zusammenstellung der Informationen zum Thema eurer Site ausprägen. Nehmen wir vom obigen Beispiel das Fitnessstudio, dann wären doch Kundenmeinungen und Bewertungen zu den verschiedenen Fitnessstudios am besten sowie Bilder und Preise davon. Qype ist da eine sehr brauchbare Quelle! Es gibt da noch unzählige weitere Portale die man dazu aufsuchen kann.

8) Akquiriert eure Partner
Wenn die Website nun schon einige Zeit erfolgreich läuft, im Normalfall kann man hier von min. 6 Monaten ausgehen, und schon einige Besucher durch Suchmaschinen vorweisen kann, solltet ihr euch an mögliche Partner wenden, die ihr bewerben könntet. Mit euren regelmäßigen Zugriffszahlen sowie eurer Rechnung der erzeugten Kunden pro Monat habt ihr zwei gute Argumente dafür in der Hand. Wenn nun die entsprechenden Suchanfragen an den Partner weitergeleitet würden, würde er ja davon profitieren! Solch ein Link bzw. prominent platzierte Werbung auf eurer Seite ist dann natürlich dementsprechend was pro Monat/Quartal wert 🙂 Pro Site kann man 1-3 Partner bewerben, oder exklusiv nur einen. Ja, das kommt dann drauf an wie man sich verkauft! Mit ein paar entsprechenden Hinweisen zur Konkurrenz lässt sich meistens was machen. Sobald ihr über den Partner-Websites gelistet werden, oder sobald ihr sogar #1 seid, habt ihr die besten Möglichkeiten dazu. So eine Exklusiv-Lizenz ist natürlich dementsprechend mehr wert.

Über den Autor:
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Bastian Gauwitz, ist Onlinemedien-Student im 6.Semester an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach und absolviert den praktischen Teil seiner Ausbildung in einem Verlag. Aktuell schreibt er seine Bachelorarbeit über das Thema: Suchmaschinenoptimiertes Website-Prototyping auf Basis von WordPress. Nebenher bloggt er über Suchmaschinenoptimierung und da er ab Oktober seinen Bachelor in der Tasche hat sucht er noch einen Job im Bereich SEO (vorzugweise Stuttgart oder Hamburg). Kontakt: E-Mail, XING, Twitter

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.