„Du sollst nicht schwafeln!“ oder: Warum ich „gut“ und „hochwertig“ langsam nicht mehr hören kann

Mittwald Webhosting

Zugegeben: In diesem Artikel mag es mitunter ein bisschen polemisch zugehen. Muss aber auch mal sein. Und das Thema wird deswegen auch nicht weniger wichtig beziehungsweise die Aussage nicht weniger wahr. Denn: Das ewige Verlangen und Geschwafel nach und über „gute Seiten“, „hochwertige Artikel“ und „erstklassige Texte“ geht mir zunehmend auf die Nerven! Wenn es dir ähnlich geht oder du mich und meine Ansichten ein bisschen bashen möchtest, solltest du weiterlesen.

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Das Übel, sein Verlangen in Worthülsen zu verpacken

Es gibt mittlerweile viele Artikel, Videos und Vorträge zu dem Thema, was „gute und hochwertige Inhalte“ sind. Nicht nur mein Kollege René und ich haben uns bereits aus technischer und inhaltlicher Perspektive mit diesem Thema beschäftigt. Auch „Gurus“ wie Karl Kratz haben sich damit auseinandergesetzt und Anregungen zur Erstellung von Inhalten geliefert, welche die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe genau treffen. Mal mehr, mal weniger ausführlich: Es gibt viele gute (und auch schlechte, aber die verlinke ich hier nicht) Artikel im Netz, die das objectum interest genau definieren. Den Guide „Gute Texte schreiben im Internet“ von Michael Schöttler finde ich in diesem Zusammenhang ebenfalls sehr gelungen, obwohl er kein klickbares Inhaltsverzeichnis hat. 😉
Die Definitionen sind also vorhanden. Wer sich hinterher herausreden will, nicht genau gewusst zu haben, worüber er eigentlich spricht, war nur zur faul, zwei bis drei Wörter in den Suchschlitz bei Google zu hämmern und sollte sich deswegen schämen.
Um damit auf das Kernproblem zu kommen, das in diesem Artikel behandelt werden soll:

Bei all den Definitionen, Suggestionen und Deklamationen, die im Netz für jedermann zugänglich sind und auf logische Art und Weise vermitteln, was „gut“ und „hochwertig“ bezogen auf Webseiten und deren Inhalte bedeutet, schaffen es zahlreiche Seitenbetreiber und SEOs nach wie vor, im Dünkel der Ungewissheit ihre Fühler nach Partnern für Artikel- und Linktausch auszustrecken. Gleichzeitig entblöden sie sich vielfach nicht, den letzten Mist als hochwertige Artikel und Webseiten anzupreisen und für deren Erstellung oder Platzierung geradezu unverschämte Preise zu verlangen. Dadurch frustrieren Sie Mitstreiter in ihrer Branche und treiben die Preise für wirklich gute Inhalte und Links zusätzlich in die Höhe.

Zur Definition: Auf den Blickwinkel kommt es an!

Wieder einmal lässt mich die Auseinandersetzung mit diesem Thema direkt an ein Zitat denken.

[box]„Aber nun sage mir gefälligst: Wie riecht ein Säugling denn, wenn er so riecht, wie du glaubst, dass er riechen solle? Na?«

»Gut riecht er«, sagte die Amme.

»Was heißt „gut“?« brüllte Terrier sie an. »Gut riecht vieles. Ein Bund Lavendel riecht gut. Suppenfleisch riecht gut. Die Gärten von Arabien riechen gut. Wie riecht ein Säugling, will ich wissen?“

Die Amme zögerte. Sie wusste wohl, wie Säuglinge rochen, sie wusste es ganz genau, sie hatte doch schon Dutzende genährt, gepflegt, geschaukelt, geküsst… sie konnte sie nachts mit der Nase finden, sie trug den Säuglingsgeruch selbst jetzt deutlich in der Nase. Aber sie hatte ihn noch nie mit Worten bezeichnet.“

Patrick Süskind: Das Parfum[/box]

Hier finde ich in geradezu prophetischer Weise schon im Jahre 1985 schriftlich niedergelegt, was ich heutzutage tagtäglich in unserem Geschäft beobachte. Jemand sagt, dass etwas gut zu sein habe, ist aber nicht in der Lage oder nicht willens, dies genauer zu definieren. Unfähigkeit? Faulheit? Ignoranz? Kann alles sein, ist aber nicht zweckdienlich. Mehr dazu später. Da es hier ebenso sehr um das sagenumwobene Adjektiv „hochwertig“ gehen soll, werde ich erstmal gängige Nachschlagewerke zur Definition befragen.

„gut“

Der Duden hat folgende Definitionen anzubieten:

Das hat der Duden zum Adjektiv "gut" zu sagen
Das hat der Duden zum Adjektiv “gut” zu sagen

Bereits die erste Bedeutung („den Ansprüchen genügend“) drückt das aus, worauf ich hinaus will:

Trotz aller im Netz kursierenden Webseiten ist „gut“ ein relativer Begriff, der von den persönlichen Wünschen und Vorstellungen desjenigen abhängig ist, der ihn in einem bestimmten Kontext ausspricht.

Sicher: Es wird unter den Lesern einen breiten Konsens geben, wie „gut“ nun zu verstehen ist, wenn es um Webseiten, Texte oder um Links geht. Baustellen ohne Sichtbarkeit, mit langsamen Ladezeiten, kopiertem und/oder fehlerhaftem Text und zusammenhangslosen Bildern und Links von Viagra- und Penispumpenseiten wird wahrscheinlich niemand als gut bezeichnen. Aber jenseits solcher Fälle wird es schon schwieriger, eine allgemeingültige Definition zu finden, denn oft ist auch die Intention, die jemand mit seiner Suche oder seinem Angebot verfolgt, eine andere. Beispiel Linkkauf/ Artikelplatzierung. Jemand, der einen Artikel samt Link auf einer Seite platzieren möchte, tut dies entweder a.) für ein eigenes Projekt oder b.) für einen Kunden. Abhängig davon wünscht er sich als Resultat der Artikelplatzierung Besucher, Sichtbarkeit, Verbesserung der Rankings oder einfach nur einen Link, den er im Report für den Kunden erwähnen kann. Vielleicht will er auch alles gleichzeitig. Gleichwohl: Abhängig von diesen Zielen liegt auch die Definition, was eine gute Seite oder ein guter Link sei, im Auge des Betrachters. Deswegen kann man mit Angeboten und Gesuchen wie diesen hier herzlich wenig anfangen:

angebot-gute-seiten-neu

Nicht nur, dass das „dabei“ hier suggeriert, dass du als Interessent auch schlechte oder zumindest mittelmäßige Seiten angeboten bekommst. „Gute Seiten“ sagt hier überhaupt nichts aus und taugt allenfalls als Angebot für jemanden, dem die folgende Definition „guter Backlinks“ genügt, die ich nach drei Sekunden Suchen via Google gefunden habe:

gute-links-schlechte-definition

Ebenso könnte ich sagen: Wer sich gesund ernähren will, der braucht gute Nahrung, also Essen aus Supermärkten oder Restaurants.

Da wir hier B to B reden bzw. lesen und schreiben, nehme ich an, dass du die Sinnentleerung der obigen Aussage nicht in Frage stellst. Aber aus solchen Machwerken erwachsen eben auch Angebote wie das obige.

„hochwertig“

Die häufig zu beobachtende Schwammigkeit des Wortes „gut“ wird nur noch durch „hochwertig“ übertroffen. In zahlreichen Texten, Angeboten und Gesuchen aus der SEO-Szene geistert dieses Adjektiv als Lieblingswort verkaufs- und einkaufstüchtiger Marketing-Strategen herum…und treibt mich aufgrund seiner schwachsinnigen Verwendung langsam aber sicher in den Wahnsinn.

Vielleicht wird es gerade verwendet, weil es auch per definitionem noch so herrlich unbestimmt und schwammig bleibt:

Dudens "Definition" von "hochwertig"
Dudens “Definition” von “hochwertig”

Da steh‘ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor…

Natürlich gibt es, bezogen auf unsere Branche, auch „Spezialisten“, die sich richtig Mühe gegeben haben und euch genau sagen können, was „hochwertige Artikel“ sind. Sarkasmus? Urteilt selbst.

scheiß-definition-hochwertige-artikel

Hauptsache, die hochwertigen Artikel sind qualitativ gut…

Gehen wir von der Prämisse aus, dass dieses Adjektiv selbsterklärend ist, also in Kombination mit unseren Betrachtungspunkten einfach, dass die Seite/ der Artikel/ der Link einen hohen Wert besitzt. Dann schließt sich direkt an diese Feststellung doch die Frage an: Für wen besitzt sie einen hohen Wert? Für Google, den Nutzer, für dich? Oder auch für alle?

Noch wichtiger aber ist die Frage: Warum besitzt die Seite/ der Artikel/ der Link einen hohen Wert?

  • Ist die Seite besonders alt, verfügt über viele Beiträge und Inhalte, besitzt viele Links, eine hohe Sichtbarkeit, ein starkes Besucher-Aufkommen, ein besonders hohes Maß an Benutzer-Interaktion?
  • Hilft der Artikel den Nutzern, ist er nach WDF*IDF-Kriterien geschrieben, ohne jedoch durch Keyword-Stuffing verhunzt worden zu sein, wurde er von einem renommierten Autoren erfasst, enthält er bereits passendes Bildmaterial, ist er verständlich formuliert?
  • Befindet sich der Link auf einer Seite, die nur selten oder an passenden Stellen nach außen verlinkt, also keine reine und offensichtliche Linkverkaufsseite ist? Hat die verlinkende Seite viel Trust, Sichtbarkeit, Besucher, …(siehe oben), ist sie thematisch relevant, wo auf der Seite befindet sich der Link?

Ich bin sicher, dass euch noch viele weitere interessante Fragen und Qualitätskriterien einfallen. Entsprechende Beschreibungen oder Wunschäußerungen in Angeboten und Gesuchen wären demnach ja auch schnell formuliert und hilfreich für Sender und Empfänger, richtig? Warum muss man dann in unserer Branche fortwährend Dinge wie die folgenden lesen?

Was nervt: Reden, ohne was zu sagen

Kommen wir nun zu ein paar weiteren Beispielen, die ich ohne große Anstrengungen nur für diesen Artikel zusammengesucht habe.

qualitativer-content

Prädikat: Besonders sinnlos. Dass ich nichts von „hochwertig“ halte, sollte inzwischen klar sein. Aber hier ist ja noch nicht einmal davon die Rede. Was für eine Verlinkung? Und: Was für eine Qualität? Scheißqualität, durchschnittliche Qualität, Gummibärchenqualität? Woran wird dies gemessen, wie bewertet, was für Referenzen gibt es? Arrrghhh!

hochwertig_gute frage

Zur Erklärung: Dieses Angebot ging noch ein paar Zeilen weiter. Von aktiven User-Accounts war die Rede, von themenrelevanten Posts und 12 Monaten Garantie. Gut und schön – aber inwiefern unterscheiden sich diese Gutefrage-Links dann von anderen GuteFrage-Links, die man, wenn man sie denn schon kaufen muss, auch behalten möchte? Hier wurde das Adjektiv „hochwertig“ wieder einmal nur als leere, verkaufsfördernde Worthülse eingeflochten. Nervt.

schon-besser-aber-noch-zu-unkonkret

So so. Immerhin wird man hier schon konkreter und gibt ein paar Kennzahlen preis, die für den Suchenden von Interesse sein könnten. Inwiefern der Blog jetzt aber „hochwertig“ ist, weiß ich dadurch noch lange nicht, abgesehen davon, dass ich mir den Schwerpunkt erst backen muss :-).
Ernsthaft: Wenn es ein so toller Blog über Nahrung und Kochen ist, warum dann nicht passenderweise Butter bei die Fische und ansagen, um welchen Blog es sich handelt? Dann kann sich jeder einfach selbst von der vermeintlichen Hochwertigkeit überzeugen.

hochwertiger-text-geld-leihen

Knapp daneben ist auch vorbei. Immerhin erfährt man hier, dass der Suchende den Text von einem Experten geschrieben haben möchte. Aber auch hier weiß ich nicht, was ich mir unter „hochwertig“ vorzustellen habe. Auch nicht, was „gut recherchiert“ oder „umfangreich“ bedeuten soll. Das Thema „Geld leihen“ kann auch bedeuten: „Wie pumpe ich meine Verwandten an, wenn meine Freunde mir keinen Cent mehr borgen?“ oder „Wie kriege ich den zehnten Kredit, ohne das die Schufa was merkt?“ Anstatt so unkonkret zu bleiben, könnte man es doch einfach auch mal so versuchen:

[box]Ich benötige zum Thema „Kreditoptionen bei privaten Finanzdienstleistern“ einen Artikel, der mindestens 1500 Wörter umfasst. Der Verfasser sollte sich mit der Materie auskennen (Referenzen werden vorausgesetzt und zur Einsicht angefordert). Ich wünsche dazu eine ausführliche Auseinandersetzung mit abgesicherten und zitierfähigen Quellen zur rechtlichen Aspekten, Risiken sowie Vor-und Nachteilen, die in den Artikel einfließen und namentlich genannt werden. Über die Struktur und die zu behandelnden Unterthemen des Artikels werden wir uns vorher in einem Briefing verständigen.[/box]

Warum das ganze Gehate?

Es ist unter SEOs und Marketing-Pionieren ein immerwährendes und allgegenwärtiges Übel, „keine Zeit“ zu haben. Zeit ist kostbar, Zeit ist Geld, das kostet zuviel Zeit, blablabla. Und ich kann es verstehen: Die Betreuung eigener Projekte und Kundenwebsites muss effektiv und zielorientiert sein. Je mehr Zeit ich in ein Projekt stecken muss, desto weniger bleibt mir für andere Aufgaben. Kunden buchen X Stunden pro Monat und erwarten dafür entsprechende Leistungen. Diese muss geliefert werden, und wenn es eben mal länger dauert, fehlt die zusätzlich aufgewendete Zeit dann eben an anderer Stelle. Nicht zu vergessen, dass ja auch mal Feierabend sein soll und das Privatleben auch nicht immer leiden darf. Da erscheint es zunächst logisch, dass ich mal eben schnell ein Gesuch oder ein Angebot rausrotze und dann abwarte, wer sich meldet und etwas anbietet. In der Zwischenzeit kann ich mich ja wieder meinem Tagesgeschäft widmen.

Aber: Wer unspezifisch anfragt oder anbietet, wird auch eine Menge Mist als Antwort bekommen, der schlimmstenfalls nicht auf den ersten Blick als solcher erkennbar ist. Dann musst du dich durch die Seiten quälen, nebenbei die Tools anschmeißen, dir den einen oder anderen Artikel vielleicht auch mal komplett durchlesen – nur um am Ende festzustellen, dass das alles Müll ist und du dort bestimmt keinen Artikel platzieren oder einen Link kaufen möchtest. Oder du kriegst einen Text geliefert, über den selbst deine Kinder sich noch schlapplachen und den du dann trotzdem bezahlen und selbst nochmal umschreiben darfst beziehungsweise auf eine vollständige Überarbeitung pochen musst. Wäre es da nicht einfacher, du

  • sagst genau, was für Anforderungen du an einen Text stellst und wieviel du dafür ausgeben möchtest (zumindest als VHB) – so wie in dem obigen Beispiel?
  • gibst genaue Kennzahlen und inhaltliche Voraussetzungen für die Seiten an, auf denen du Links kaufen oder Artikel platzieren willst?
  • nennst deine Webseiten beim Namen, wenn es deine eigenen Babys sind und du dich ihrer nicht schämst (wenn du das tust, solltest du dich eh fragen, warum das so ist und dann etwas daran ändern, anstatt sie für irgendwas anzubieten), anstatt um den heißen Brei herumzureden und ein „bei Interesse PN“ hinten dranzuklatschen?

Fazit: Zeit investieren, um Zeit zu sparen

Die oben beschriebenen Vorgehensweisen unterstützen die Bewahrung deiner Ressourcen, anstatt sie dir zu rauben. Vielleicht bekommst du dadurch in quantitativer Hinsicht weniger Anfragen oder Angebote, da viele Leute merken, dass sie deinen Anforderungen nicht genügen oder das Gewünschte nicht liefern können. Dafür werden die Meldungen, die du bekommst, aber auch viel besser zu deinen Gesuchen passen, weniger Nacharbeit erfordern, mit höherer Wahrscheinlichkeit den gewünschten Effekt erzielen und einfach „qualitativ hochwertig“ sein. Genau darauf kommt es dir doch an, oder? 😉

Natürlich wird es auch immer die Unbelehrbaren geben, die einfach alles raushauen, was nur unter Missachtung sämtlicher menschlicher und technologischer Entwicklungsprozesse um tausend Ecken herum mit zwei fest zugekniffenen Augen unter lebensbedrohlichem Alkoholeinfluss passend sein könnte. Dann heißt es eben Durchatmen und die Blacklist rauskramen.

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8 Kommentare zu „Du sollst nicht schwafeln!“ oder: Warum ich „gut“ und „hochwertig“ langsam nicht mehr hören kann

  1. Mit “Das Übel, sein Verlangen in Worthülsen zu verpacken” und “Reden, ohne was zu sagen” sprichst du etwas an, was nicht nur im Bereich SEO ein Problem ist. Ein Großteil der (allgemeinen) Gespräche, die ich täglich mitbekomme und die an mich herangetragen werden, laufen auf diesem Niveau ab: sinnloses Geschwafel, das keiner Seite zu neuer Erkenntnis verhilft.

  2. Halb guter Artikel! Greift in der Tat ein wichtiges Thema auf – macht es aber teilweise nicht besser. Hätte mit halb so viel Text auf geschafft werden können 😉

    • Hallo Tom,
      Über “halb guter Artikel” musste ich lachen; danke dafür! 😀
      Sicherlich hätte ich mir einige Ausführungen sparen, das Parfum-Zitat weglassen und mit weniger Beispielen auskommen können. Aber ich schreibe gern ausführlich, gerade wenn es um “persönliche” Anliegen geht. Entweder nehmen sich die Leute ein paar Minuten Zeit für die Lektüre – oder eben nicht.
      Grüße
      Carsten

  3. Die Unbestimmtheit der Attribute “gut” und Kollegen hat auch ihre Berechtigung. So wird von vornherein nicht jede Einzelheit determiniert. Allerdings schließe ich mich an, dass die Nachhut der Blogger (Trittbrettblogging) vorangegangene Bloginhalte unreflektiert rezykliert, um selbst an journalistischer Bedeutung zu gewinnen – und das empfinde ich auch als nutzlos und redundant.

    Die Floskel “gute Qualität” stammt meist aus dem Hause der Nicht-Akademiker. Die akademischste unter allen Fragen aus den Schulzweigen des Elfenbeinturms, die wohl in allen (zumindest naturwissenschaftlich-technischen) Studiengängen mit Sicherheit gestellt wird, lautet:
    “Was ist Qualität?”
    Regelmäßig entstehen da unter den Studierenden laienphilosophische Diskussionen, die am Kern der Sache vorbeigehen und letztendlich in gut gemeinter Polemik enden. Qualität wird zu etwas monströs-subjektivem fehlinterpretiert. Ich lasse hier bewusst offen, wie “Qualität” zu definieren ist, um den Anreiz eigener Rechercheaktivitäten zu erhöhen.

    Der große Nachteil privater Blogs liegt darin, dass i.d.R. keine Editoren Artikel überprüfen und ggf. zur Überarbeitung an den Autoren zurückverweisen, um ein vorher definiertes Qualitätsniveau (Kriterien) zu erreichen. Vielmehr schreiben Autoren das, was sie denken ohne kritische Auseinandersetzung VOR der Publikation.
    Auf der anderen Seite sind solche Mode-Entwicklungen durchaus amüsant. Vieles nehme ich ohnehin nicht ernst, da im Internet der Andrang der Meinungsfreiheitsguerilla doch recht hoch ist und jeder seine Platzpatrönchen zur Explosion kommen lassen möchte.

  4. Genau wie Stephan (16.12.) fällt mir auch fast täglich auf, dass die Differenzierung zwischen Bezeichnungen schwammig geworden sind. Vorallem gilt dies für Adjektive (eben “gut”). Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass es an der Faulheit der Leute liegt nach besser passenden Begriffen zu suchen. Da bedient man sich wohl doch lieber des alles aussagenden “gut” und muss nicht so viel Denkarbeit leisten. Wirklich traurig, aber möglicherweise auch ein Teil des Sprachwandels, den man nicht aufhalten kann.
    Danke für den “netten” Artikel 😉

  5. Sehr amüsant geschrieben und du sprichst mir teilweise wirklich aus der Seele.

    Was ich leider feststellen musste: Auch mit ausführlichen und meiner Meinung nach guten Arbeitsanweisungen bekommt man leider noch viel zu oft schrottige Texte zurück.

    Glücklich ist der, der einen guten Texter an der Hand hat 🙂

    • Hallo Maria,
      Ja, da hast du natürlich recht. Eine eigene “gute” Redaktion leisten sich allerdings gerade kleine Agenturen nur selten – so kommt’s mir zumindest vor. In so einem Fall empfiehlt es sich dann, sich qualifizierte externe Texter zu suchen und mit diesen dann auch eine langfristige Zusammenarbeit anzustreben. Die Suche mag dann etwas länger dauern, aber es lohnt sich.

      Grüße!
      Carsten

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  1. Beispiele für richtig gute Inhalte

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