Die Cookie Wahrheit und warum manche Affiliates weniger verdienen

In der letzten Zeit trifft man immer wieder auf Aussagen von Affiliates, die nicht gerade glücklich über die Entwicklung der eigenen Umsätze sind und hier auch Einbrüche verzeichnen.
Diese Aussagen sind teilweise gar nicht mal so falsch und haben etwas mit einer grundlegenden Funktion unserer Branche zu tun, dem Setzen von Cookies.

„Ein Cookie wird gesetzt und ausgelesen – als Affiliate erhalte ich meine Provision, weil der Cookie mich diesem Verkauf zuordnen kann.“

Ganz so einfach ist es aber nicht. Was die Affiliatebranche teilweise in den letzten zwei Jahren ignoriert hat, sind die technischen Grenzen, die uns im Internet gestellt werden.

Die Cookie Wahrheit – Technik für Marketer
Die Vorgaben, wie ein Cookie gesetzt werden muss und welche Anforderungen ein Browser erfüllen muss, um diesen verarbeiten zu können, ist festgelegt im Protokoll RFC2965.
Dieses Protokoll ist sozusagen unser Cookiegesetz und die Grundlage für jeden Browseranbieter und Markteilnehmer, der mit Cookies arbeiten will. Hier gibt es keine Sonderwünsche oder Anpassungsmöglichkeiten, dieses Protokoll ist ein technischer Fakt. Eine sehr gute Erklärung und weitere Erläuterungen über das Thema Cookies findet man im übrigen bei Wikipedia

Der entscheidende Faktor
Im Protokoll RFC2965 ist u.a. auch geregelt, wie viele Cookies ein Browser pro Nutzer, Domain akzeptieren soll (darf).
z.B..: mindestens 300 Cookies gesamt
– pro Domain/Host mindestens 20 Cookies

Da die meisten Netzwerke und/oder auch Trackingweichen die Cookies von einer Domain bzw. von einem Host aus schreiben ist der letzte Faktor entscheidend. Es gibt nicht nur eine Mindestgrenze sondern jeder Browseranbieter legt auch eine Maximalgrenze der erlaubten Cookies pro Host fest. Wird diese Grenze von einem Host überschritten fällt der älteste Cookie weg und wird durch den neuesten ersetzt.

Die Cookielimits sehen derzeit wie folgt aus:

  • IE8: maximal 50 Cookies
  • FF 3.6: 150 Cookies
  • chrome 9.0: 176 Cookies per Host

Wer seinen Browser abfragen will kann dies hier machen: Cookielimit abfragen

Die Cookie-Rechnung
Um besser rechnen zu können nehmen wir mal den IE 8, dieser erlaubt nur das setzen von 50 Cookies pro Host bei einem Nutzer.

Ausgangsbasis:

  • 1 Partnerprogramm ist in 3 Netzwerken vertreten, A (Host 1), B (Host 2) und C (Host 3).

Demnach können also bei diesem Partnerprogramm insgesamt 150 Cookies bei einem Nutzer und im selben Browser angelegt werden (je Netzwerk bzw. Host 50 Stk.).
Beim setzen des 51ten Cookies eines Hosts fällt der älteste Cookie aus dem zur Verfügung stehenden Pool da die maximale Anzahl nicht überschritten werden kann.

Beim Einsatz einer Trackingweiche passiert nun aber folgendes:
Trackingweichen setzten Gegencookies und entscheiden (meist) auch darüber welcher Trackingpixel letztendlich z.B. beim Bestellende eingeblendet wird.
Das eigentliche Tracking der Netzwerke wird dadurch in gewisser Form ausgehebelt und ist nicht mehr der entscheidende Faktor.

Nehme ich nun als Betreiber mit einem Partnerprogramm in 3 Netzwerke teil und verwende eine Trackingweiche können insgesamt nur noch 50 Cookies für ein Partnerprogramm abgesetzt werden.
Hier findet die Provisionsentscheidende Cookiesetzung nicht mehr von drei unterschiedlichen Hosts statt sondern nur noch über einen, den der Trackingweiche.

  • 1 Programm über 3 Netzwerke = 150 Cookiesetzungen
  • 1 Programm über 1 Trackingweiche und 3 Netzwerke = 50 Cookiesetzungen

Der Einsatz von Trackingweichen hat in den letzten 2 Jahren zugenommen damit man als Betreiber sämtliche Marketingkanäle besser vergleichen und messen kann.

Wenn ich jetzt aber über die Trackingweichen (dem Host) nur noch 50 Cookies pro Browser absetzen darf, darüber noch meine Post-View Aktivitäten, SEM-Kampagnen, Display-Kampagnen, Gutschein-und vor allem Retargeting- Aktionen fahre, was bleibt da am Ende noch übrig von den Cookies, die z.B. nicht automatisch gesetzt worden sind sondern per Klick ?

—- Hier erwarte ich eigentlich eine Antwort auf die gestellte Frage ——-

Hier nützt es dann auch rein gar nichts, wenn man angibt, View- und Klick- Cookies innerhalb der Weiche getrennt zu bewerten. Auch damit zu werben, eine Cookielaufzeit von 30 Tagen zu haben, ist völliger Quatsch, wenn vom eigentlichen Host die Limits permanent überschritten werden.

Von einer aussagekräftigen und übergreifenden Messung kann eigentlich auch nicht mehr die Rede sein, weil einfach einige Cookies gar nicht mehr existieren und gemessen werden können.
Ein Host, ein Cookielimit, und beim Überschreiten fallen die ältesten weg.

Sehr dreist wird es auch dann, wenn man dem Affiliate vorwirft, er würde betrügen, da man seine Aktivitäten nicht mehr nachvollziehen kann, wie auch ?

Meiner Ansicht nach ein Umstand und Fakt über den man sich seine Gedanken machen sollte.
Der normale Nutzer löscht nicht täglich seine Cookies und hat dadurch über einen längeren Zeitraum nur begrenzte Cookiekapazitäten.

Nochmal: auf das Cookielimit je Browser kann keine Technik einwirken, auch ist damit zu rechnen dass die Limits eher sinken werden da aufgrund des Datenschutzhypes der normale Surfer immer empfindlicher wird.

Nicht außer Acht zu lassen ist natürlich auch das Gesamtcookie-Limit eines Browsers, auch hier wird ab der erreichten Grenze alles ältere raus geworfen und ersetzt.

Geht einfach mal auf die Seite der Zeitung mit der großen Schrift und zählt dort die Cookie-Setzungen pro Host, besucht noch eine Unterseite und rechnet das auf 20 Tage und andere Webseiten die besucht werden können hoch.

Viel Spaß

Hinweis: Dieser Artikel stammt von Dirk, er ist Affiliate-Manager und bloggt auf weitgestreut.de.

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Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.