Das 10. Jahr und die Werbung geht

Im Dezember 2007 habe ich hier angefangen. Somit bricht demnächst das 10. Jahr mit diesem Blog an. In den Jahren hat sich viel getan. Es gab Ruhephasen, Sturmphasen, Themenwechsel, beliebig viele Designs, Logos und so weiter. Was es immer gab war Werbung. Bis jetzt, jetzt ist die Werbung weg.

Ein Blog ohne Werbung? Nun, ganz so einfach ist es nicht. Ich habe zuletzt keinerlei Kooperationen mehr verlängert und sämtliche Banner dadurch auslaufen lassen. Teilweise hatte ich Halbjahres- und Jahresbuchungen und war daher stets langfristig in der Bringschuld. Schon länger habe ich über werbefreie Artikel nachgedacht. Also eine Sidebar und ein Header, Footer etc. ohne Banner. Jetzt endlich ist es soweit.

Was ist mit Affiliate-Links in Artikeln?

Wenn ich Testberichte schreibe und es die Möglichkeit gibt, zu einem Produkt über einen Affiliate-Link zu verlinken, dann mache ich das auch weiterhin. Schließlich schreibe ich den Artikel nicht wegen des Links, sondern weil ich den Dienst oder das Produkt gut finde und gerne vorstellen möchte. Es macht mir immer noch großen Spaß Software zu testen und diese zu dokumentieren.

Ein Affiliate-Link ist keine zusätzliche Werbung, sondern einfach nur ein Link, der so oder so im Artikel wäre, aber eben noch den positiven Effekt der Provision mitbringt. Irgendwo muss ja Geld fließen und das ist eine der dauerhaften Optionen die ich schon viele Jahre nutze.

Im übrigen möchte ich anmerken: die Zeit die ich in Testberichte investiere, schaffen Affiliate-Links nur in den seltensten Fällen wieder zu refinanzieren. 😉

Was ist mit Paid Content?

Manche Leser wissen ja, dass ich hier mal einen Premiumbereich mit kostenpflichtigen Inhalten hatte. Diesen gibt es längst nicht mehr. Ich werde auch keinen neuen Premiumbereich starten.

Ich predige aber manchen Magazinen selbst, sie sollen doch weniger Werbung schalten und auch alternative Einnahmequellen setzen. Dabei ernte ich fast immer das Feedback, dass sich bezahlte Inhalte nicht rentieren. Niemand würde Geld fürs Lesen von Artikeln ausgeben. Ich habe schon viele Artikel auf anderen Seiten gekauft um diese lesen zu können.

Wie gut das dauerhaft funktioniert möchte ich aber nun endlich selbst ausprobieren. In Zukunft werden rückwirkend und auch neue Beiträge hin und wieder ein paar Cent kosten. Alternativ zur Zahlung pro Artikel, kann man aber auch eine absolut günstige Jahresmitgliedschaft buchen. 29 Euro, hey was ist das schon. Dafür sind alle Artikel frei und es gibt keine Bannerwerbung. Funktioniert das? Wir werden sehen.

Den Effekt bzw. die Einnahmen die aus diesem Konzept entstehen, werde ich monatlich in Artikeln dokumentieren und euch belegen. Dann sehen wir alle wie gut oder schlecht es läuft. Und gleichzeitig lernen wir etwas.

Die Umsetzung für diesen Finanzierungsweg erledige ich in Zusammenarbeit mit Laterpay. Ich freue mich sehr darauf und bin optimistisch.

Ausblick auf die inhaltliche Zukunft

Die letzten Monate waren ruhig. Meine Zeit musste ich in andere Projekte investieren und konnte mir nebenher ein Bild von der aktuellen Online-Marketing-Branche machen. Beobachtet habe ich vor allem Projekte wie andere SEO-Blogs und Newsquellen in diesem Bereich. Weiterhin setzen die meisten Quellen nur noch auf Übersetzungen von Moz-Artikeln & Co. und bringen selten noch eigene Inhalte. Also schöpferisch eigene Inhalte!

Jetzt könnte ich mich dieser Bewegung anschließen und auch News produzieren und englische Ratgeber übersetzen. Würde der Aktivität hier natürlich richtig stark helfen. Macht mir aber keinen Spaß. Im 10. Jahr will ich einfach neu anfangen. Zum wievielten Male eigentlich schon? Egal, ein weiteres Mal.

Ich habe einige Artikelserien in der Planung und schon gut vorproduziert. Starten werde ich mit einer Artikelserie zum Thema Blogger werden und Geld verdienen. In den letzten Jahren entstehen ja immer mehr Nischenseiten. Früher hat jeder einen Blog gestartet, heute startet jeder eine Amazon-Schleuder. Also will ich mal dem klassischen Blogger-Business widmen.

Nach der ersten Artikelserie kommt die nächste. Aber ehrlich gesagt, erst konzentriere ich mich mal auf den ersten Durchgang.

Einsteiger im Mittelpunkt

Thematisch werde ich mich in Zukunft viel auf Einsteiger konzentrieren und mit meinen Themen langsam auf ein fortgeschrittenes Niveau zugehen. Themen bauen sich also auf damit auch neue Leser von jedem Standpunkt aus mitkommen. Grundlagen sind es, die in meinen Augen vielen Leuten fehlen. Warum dann also Inhalte direkt für Fortgeschrittene und Profis produzieren, wenn dabei Einsteiger auf der Strecke bleiben oder Abkürzungen suchen wo keine sind. Wer sich als Experte im Online-Marketing sieht, kennt sicher bessere Quellen als eisy.eu. Und das ist in Ordnung.

Fazit

Ich hoffe es kommen noch einige der bisherigen Stammleser mit. Ich freue mich aber auch auf die vielen neuen Leser die in den kommenden Monaten und Jahren auf eisy.eu einsteigen und neues Wissen aufsaugen. 10 Jahre sind ein guter Moment für einen Neustart im eigenen Kopf. Den brauche ich. Ich habe oft genug versucht an Zeiten und Themen der Vergangenheit anzuknüpfen und bin permanent damit gescheitert. Einen weiteren Versuch werde ich deshalb nicht unternehmen sondern umkrempeln und von Neubeginn an durchstarten.

Posted by Soeren

Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.

  1. Der Teil mit dem Paid Content läuft auf nischenseite.de doch ziemlich gut oder? Oder würdest Du das nicht unter klassischem „Paid content“ einordnen da es dort ja .PDF Dateien gibt?

    Antworten

    1. Hallo Stefan,

      dort läuft es wirklich sehr gut, ja. Klassischer Paid Content ist es für mich nicht. Ist eher ein kompletter Mitgliederbereich und eine Community. Du kommst halt nur an Informationen wenn du bezahlst. Im redaktionellen Umfeld will ich das jetzt erst ausprobieren. Langsam kommen ja auch Verlage in Versuchung. Es sollen hin und wieder Artikel zwischen den frei lesbaren sein, die nur gegen einmalige Bezahlung lesbar sind. Hier könnte ich mir zum Beispiel sehr ausführliche Testberichte vorstellen die kein Partnerprogramm anbieten. Irgendwie muss dieser Aufwand ja auch refinanziert werden. 🙂

      Wir werden es aber alle mitbekommen, denn ich dokumentiere es dann im Blog.

      Beste Grüße
      Soeren

      Antworten

      1. Freut mich, dass die Seite so gut läuft. Wünsche Dir viel Glück bei deinem Experiment. Dein ahrefs-Artikel z.B. ist ja einer dieser sehr ausführlichen Testberichte.
        Freue mich auf die Dokumentation!

        Gruß
        Stefan

  2. Also ich bin ja eigentlich nicht so sehr Fan von bezahltem Content und würde dafür eher Werbung akzeptieren. Ob ich da der typische Leser bin – keine Ahnung…

    Die Zeit wird zeigen müssen, ob Affiliate-Links und Paid-Content ausreichen das Projekt zu tragen.

    Ich jedenfalls blicke gespannt auf den Neustart 🙂

    Antworten

    1. Eben, es ist ja nicht in Stein gemeißelt. Wenn sich mein Plan als falsch herausstellt, kann ich das durchaus auch einsehen. 🙂 Ich denke aber es muss auf einen Versuch ankommen. Werbung zu akzeptieren ist immer fein, jedoch wird diese von vielen Leuten einfach geblockt und ist deshalb für den Herausgeber einer Seite ziemlich wertlos. Leider.

      Antworten

  3. Hallo Soeren! Wenn Nutzer Werbung blockieren, da sperre ihnen einfach den Content. So machen es viele, wir auf Nur.Gratis auch 🙂 Ich persönlich halte von Paid Content nichts, wenn es nicht die Option gibt den Inhalt auch gratis mit Werbung zu sehen. Was viele dabei nicht bedenken, es gibt sehr viele Leser von Blogs, wie Schüler, Studenten, Arbeitslose oder Wenig-Verdiener. Die alle wollen eins, Geld sparen, weil sie nicht viel haben! Wenn im Web immer mehr Blogger ihre Artikel nur noch für Geld anbieten, sinkt der Konsum an Wissen immens, weil es die Leute einfach nur noch arm macht. Genau, wie die Idee von Microsoft, Software nicht mehr zu verkaufen sondern zu vermieten. Wenn das alle machen würden, würden meine Programme und Tools mich im Monat auch arm machen!

    Der beste Weg ist, Artikel mit Werbung anbieten, und wer keine Werbung will kann diese für einen gewissen Geldbetrag entfernen lassen.

    VG Frank

    Antworten

    1. Hallo Frank,

      ich verstehe deine Argumente. Jedoch müssen auch wir Blogger unser Brot kaufen. Die klassische Werbung wird entweder geblockt oder ignoriert.

      Selbst Leute die keinen AdBlocker verwenden, bringen ja je nach Werbeform keine Einnahmen. Wenn du dein eigenes Surfverhalten beobachtest, wie oft klickst du noch auf Banner und Links außerhalb vom Content, um dich durchs Internet zu navigieren? Meistens geht man ja doch über Google & Co. Diese große Lücke die in den letzten Jahren gerissen wurde, muss jeder auf seine Art versuchen zu schließen.

      Arbeit darf und sollte man sich bezahlen lassen. Ich sitze manchmal bis zu 12 Stunden an einem Artikel, der dann 3.500 bis 10.000 Worte hat. Die Stunden kommen durch Banner nicht einfach wieder rein.

      Ich finde auch, dass es nicht teuer sein darf. Aber beispielsweise 29 Euro für ein Jahr, ohne Abo. Damit kann sogar ein Schüler leben bzw. das kann ein Schüler durchaus in Bildung investieren. 🙂

      Beste Grüße
      Soeren

      Antworten

      1. Hallo Sören,

        unser Surfverhalten als technisch versierte Leute ist anders also normale Leute.
        Wenn deine Seite guten Traffic generiert, dann kannst Du gut daran verdienen, denn wenn ein Artikel gut rankt, bringt er Dir dauerhaft Einnahmen und nicht nur vorübergehend. Das sollte die Motivation eines Bloggers sein, zu min. ist es meine 🙂 Es gibt genug User die Werbung anklicken, vor allem wenn sie personalisiert ist!

        Eine andere Seite von mir hat täglich 5000 Unique User, das macht allein durch Adsense, wo sich die Geister ja scheiden, regelmäßig mtl. zwischen 700-1000 Euro. Also ich denke, hat man die Zahl erreicht, ist man auf einem guten Weg.

        Aber ich geb Dir recht, 29 Euro im Jahr für einen Blog den ich gern lese, ist in Ordnung.

        Schönes Wochenende
        Frank

  4. […] Das 10. Jahr und die Werbung geht – Sören möchte wieder mal mehr auf seinem Blog machen. Die Themen sollen sich mehr an […]

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.