Blog- und Artikelportale: Was nutzt es mir?

In den letzten Monaten sind einige Anbieter aufgetaucht, die ihre gesammelten Domains innerhalb einer Nutzeroberfläche verknüpften und es als Content-Publishing-Paket unters Volk mischten. Von diesem Trend sehe ich derzeit auch noch kein Ende, denn erst am 01. März 2012 ist wieder solch ein Anbieter gestartet. Gemeint ist damit Artikelportale.de. Begonnen hat es in diesem Stil vermutlich mit dem Angebot von 100-Artikelportale.de, die nun schon einige Monate existieren und mit 50 Verzeichnissen gestartet sind. Jetzt sind es auch dort 100 Verzeichnisse.

Beide Angebote kosten jeweils in der größten Version um die 100 Euro (der genaue Preis ist ja erstmal egal) und bieten darin 100 Verzeichnisse. Für 200 Euro im Monat kann man somit auf 200 Adressen zugreifen, bei denen man Artikel publizieren kann, ohne auf Freischaltung warten zu müssen oder erst Details klären zu müssen. Keine weiteren Kosten, außer die Texterstellung und die damit verbundene Zeit.

Klingt doch nicht übel. Ich meine, man generiert sich dadurch eine reale Domain-Popularität von 200 und killt wegen der Schwäche der Quellen nicht mal eine neue Seite. Gut, trägt man eine neue Seite an einem Tag in alle Verzeichnisse ein ist es wohl doch zu viel. Stark sind die Domains alle nicht. Egal ob bei dem einen oder beim anderen Anbieter. Es handelt sich um äußerst schwache Linkquellen die meiner Ansicht nach sogar deutlich schwächer sind als fast jedes Artikelverzeichnis was man öffentlich benutzen kann. Dafür muss man ja hier nicht auf Freischaltung warten. Wenn man die Dienste nutzt, sollte man seine Artikel zusätzlich stärken.

Unfair finde ich den Anbietern gegenüber aber die Leute, die es direkt immer alles als Mist darstellen. Mist ist es nämlich, wenn man vor lauter Meckern über andere, selbst keine Rankings für seine Seiten schafft. 😉

Auf die Gefahr hin, dass viele Leute wieder die Hände übern Kopf zusammenschlagen, möchte ich hier mal anmerken das die Dienste funktionieren. Zumindest ein reines Linkbuilding in der Nische funktioniert mit den Quellen aus 100-Artikelportale.de. Hier rockt man keine schweren Suchbegriffe, aber Kleinigkeiten sind da gut zu gewinnen. Ich vermute mal dies wird auch für Artikelportale.de gelten. Werde ich die nächsten Tage und Wochen auch ausprobieren – Account ist schon bestellt. Solche Angebote haben aber natürlich auch Nachteile. Auf den Seiten werden Themen aus allen Bereichen publiziert und man landet sehr schnell mit seiner Reizunterwäsche neben dem Treppenlift, der direkt vor der Solaranlage, welche sich perfekt mit einem Schnellkredit anschaffen lässt. Ihr versteht was ich meine. Die Domains sind keine qualitativen Meisterwerke und der Content ist so stark vermischt, dass auch hier keine Relevanz erkennbar ist. Mehr als Grundrauschen mit etwas erhöhtem Risiko ist da nicht zu machen.

Erhöhtes Risiko?

Nun, kennst du eine, kennst du alle. Der Satz dürfte eigentlich schon ausreichen. Es ist natürlich eine absolute Kleinigkeit für jedermann sich einen Account zu kaufen. Dadurch hat man die Liste mit allen Domains der Verzeichnisse und Blogs. Jetzt sieht man auch jede Firma die darin Links aufbaut. Sei es über Agenturen oder selbst. Mit diesem Wissen stellt man sich kinderleicht eine Liste aller Links auf, trägt sie da ein wo es schmerzt und wartet bis reagiert wird und der Mitbewerber ggf. verschwunden ist. Wer einen solchen Dienst nutzt der muss damit leben das es jeder sieht und man alles andere als anonym im Linkaufbau agiert. Nur auch wegen solcher Sachen sind die Dienste nicht gleich überflüssig oder schlimm. Schaut euch Teliad und Linklift an. Die absoluten Kontra-Plattformen gegenüber den Webmasterrichtlinien. Und, deshalb existieren sie trotzdem erfolgreich und auch wenn es viele immer nicht glauben, aber auch dort kann man gut Links auftreiben. Man darf eben beim Login nicht das Hirn vergessen mit einzuloggen.

Was nutzt es mir?

Also, wie schon gesagt: „Link ist Link“. Aber nicht an jedem Link haftet das gleiche Maß an Risiko und das gleiche an Wirkung. Eigentlich ist Linkaufbau ja eher auf der Ebene angesiedelt, auf der man sich Links mit geringem Risiko und hoher Wirksamkeit anschafft. Mit diesen Diensten wendet man es komplett und besorgt sich Links mit erhöhtem Risiko und geringer Wirksamkeit. Das gilt übrigens nicht nur für die angesprochenen beiden Portale, sondern für alle Arten von Linkquellen, auf die mehrere Leute zugreifen können. Auch geschlossene Gruppen und Netzwerke die Geld pro Link verlangen, aber sie auch nur in Blogs posten in denen jeder angeschlossene Kunde posten kann.

Ist man sich diesem Risiko bewusst, kann man für die genannten Preise durchaus zugreifen. Ich finde 100 Euro pro Monat für 100 Portale nicht wild. Das macht einen Euro pro Portal und wenn ich gleich mal vier oder fünf Artikel in jedem Portal veröffentliche, bezahlte ich unter 20 Cent pro Artikel und Link. Wo ist da Diskussionsbedarf? Nirgendwo. Um seine Links nicht zu billig zu verpacken sollte man wenigstens noch jeweils ein Bild in den Artikel hochladen. Außerdem Zwischenüberschriften und ggf. auch Listenpunkte verwenden. Steigert die Qualität und sieht auch besser aus, falls doch mal aus Google ein echter Besucher auf so einen Blog kommen „sollte“.

Fazit

Gibt keins, alles gesagt. 🙂

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Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.