Bilder die man als Affiliate nutzen darf

Affiliates stehen häufig vor rechtlichen Fragen. Ob es die Abtrennung von Werbung zum redaktionellen Content ist, oder die Nutzung von Bildmaterial welches vom Merchant stammt. Zum Thema Bildnutzung habe ich eine Frage via Formspring erhalten die ich gern beantworten möchte. Tom fragt: „Wie handhabst Du die Bildernutzung auf eigenen Affiliate-Seiten? Ist es ggf. am geschicktesten erst gar nicht nach der Bildnutzung zu fragen, da die Urheber hier nicht hinterher sind oder sollte man lieber auf Nummer sicher gehen?“ Die Frage ist natürlich nicht unberechtigt und begegnete mir schon mehrfach in den letzten Jahren. Anfangs wusste auch ich nicht, wie ich mit den Bildern umzugehen habe.

Wie handhabst Du die Bildnutzung auf eigenen Seiten?

Grundsätzlich darf man ausdrücklich nicht frei von Websites der Merchants Bildmaterial entnehmen. Sei es ein Produktbild oder gar ein Screenshot einer ganzen Kategorie. In den Netzwerken und im Inhouse Partnerprogramm stehen verschiedene Werbemittel zur Verfügung. Meistens sind es nur Banner, manchmal auch Vorlagen für ganze Newsletter. Diese grafischen Werbemittel sind natürlich zur freien Nutzung in Verbindung mit dem Partnerprogramm gedacht.

Produktbilder entnimmt man dem beiliegenden Feed des Programms. Dort sind die Produkte wie gesagt entweder im Feed, CSV oder XML Format vorrätig und können mit Bezug zum Programm genutzt werden. Es haben jedoch nicht alle Programme einen Produktfeed und somit fehlen vielen Affiliates auch Bilder zu Produkten die man gern bewerben möchte. Hier sollte man nicht unbedingt fremde Bilder nehmen, da diese negativ auf die Conversion gehen können, sondern eher mal beim Merchant anfragen.

Da die Merchants manchmal selbst nur das Recht am Bild zur eigenen Nutzung vom Hersteller erhalten haben, sollte man nicht böse sein wenn eine Ablehnung kommt. Man darf nie vergessen das viele Shops nicht die Produkte aus eigener Produktion verkaufen, sondern auch nur ein Ein- und Verkauf stattfindet. Bei Merchants mit eigenen Produkten empfiehlt es sich bei der Anfrage gleich nach einem Lizenz-Vertrag zur Bildnutzung zu fragen. Das signalisiert die Bereitschaft zur vertraglichen Absicherung per Unterschrift und schafft Vertrauen. Solch ein Vertrag kann sehr einfach gestrickt sein und doch seine Berechtigung haben.

Ein Beispiel für einen solchen Vertrag seht ihr hier.

Es ist nicht erlaubt das Beispiel für eigene Zwecke einfach so abzutippen oder dem Merchant bei der Anfrage direkt mit zu übermitteln. Kopf und Fuß des Vertrages habe ich weggelassen. 🙂

Einen solchen Vertrag kann man beispielsweise mit Merchants der Floristik-Branche abschließen die ihre Blumen selbst fotografieren. Wo ich weiß, dass man mit einer freundlichen Anfrage weiterkommt, ist bei FloraPrima. Da habe ich selbst einen solchen Vertrag. Ich empfehle daher immer die Nachfrage!

Ist es ggf. am geschicktesten erst gar nicht nach der Bildnutzung zu fragen, da die Urheber hier nicht hinterher sind?

Interessante Frage. Es ist immer ratsam einfach zu handeln und zu hoffen da nichts passiert. Wenn eine junge Dame mit starkem Übergewicht an der Kasse im Supermarkt sitzt muss man auch nicht bezahlen. Denn wer hätte es gedacht, sie kommt im Falle einer schnellen Flucht sowie nicht hinterher. So einfach geht es dann auch nicht. Denn was auf der Flucht aus dem Supermarkt der mit 60 km/h anrollende Lastwagen beim hektischen überqueren der nächsten Straße ist, ist im Affiliate-Marketing die Auswertung der Statistiken und die Freigabe der Provisionen. Zu Deutsch: es erwischt einen ja doch!

Bilder ohne Erlaubnis zu nutzen ist nicht nur unfair, sondern kann teuer werden. In einem solchen Fall begeht man einen Verstoß gegen das Urheberrecht und bedient sich an fremden Eigentum. Das braucht keine Rechtsberatung um so was zu wissen selbige stellt es auch nicht dar. Merchants sind ja auch nicht blöd. Wenn Provisionen freigegeben, abgelehnt und storniert werden, wird auch mal ein Blick auf die eine oder andere Website der Affiliates geworfen. Dabei fallen solche Verstöße sehr leicht auf. Man kennt die eigenen Bilder ja schließlich und da man nicht jeden Tag mit hunderten Affiliates einen Vertrag abschließt, weiß man auch zügig ob es dem jeweiligen Betreiber erlaubt ist.

Eine weitere und sehr wahrscheinliche Folge eines Verstoßes ist der Ausschluss aus dem Partnerprogramm. Den Verlust kann man sich mit einer einfachen Anfrage ersparen. Schließlich möchte man selbst ja auch nicht das einem ein anderer Affiliate den Content klaut und bei sich veröffentlicht.

Fazit

Fragen kostet nichts, nicht Fragen jedoch kann teuer werden. Meckern muss man bei einer Abmahnung oder dem Ausschluss aus dem Partnerprogramm und eventuell ganzem Netzwerk nicht. Vergessen darf man auch nicht die Kreise die sowas zieht. Merchants kennen sich untereinander auch und sind gut vernetzt. Über Affiliates die gegen die Regeln spielen wird gesprochen. Die Folgen können daher nicht wesentlich weitreichender sein. Also, freundlich nachfragen und dann Geld verdienen! 🙂

Formspring.me bietet die passende Anlaufstelle für weitere Fragen. Vielen Dank an Tom – auch wenn ich nicht weiß wer Tom ist – und wenn weitere Fragen zum Affiliate-Marketing bestehen, dann bitte auf Formspring eintragen. Passt aber auf die verfügbaren Zeichen auf, da ich sonst nur halbe Fragen sehe. 🙂

Link: Frage auf Formspring stellen

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.