Affiliate-Leben ohne Kapital starten

Vor 6 Monaten stellte mir jemand auf formspring.me eine sehr interessante Frage, die ich euch gern ungekürzt zeigen möchte. „Wie würdest du ohne Kapital (ausgenommen für Webspace & Domains) den Start ins Affiliate-Leben gestalten? Zuerst viel Content erstellen und viele Projekte online bringen? Oder sich auf 1-2 konzentrieren und dann Teil d. Verdienten wieder investieren?“ Die Frage ist prima, auch wenn es gleich mehrere in einer sind. Nachdem eisy.net deaktiviert wurde und nur noch als Archiv dient, möchte ich in Zukunft meine formspring.me Fragen auf eisy.eu beantworten. Der Dienst kann also gern weiterhin genutzt werden. 🙂

Ohne Kapital als Affiliate starten

Man startet meiner Meinung nach als Affiliate nicht anders, als jeder andere Seitenbetreiber mit seiner Website auch starten würde. Denn Natürlichkeit, echte Ernsthaftigkeit und Interesse am Thema sind ja wohl das A und O eines jeden Starts. Da ich jemand bin der tatsächlich auch ohne weiteres Kapital gestartet ist, kann ich sehr bestimmt schon vorab sagen: Es wird kein leichter Weg!

Kein Kapital, keine teuren Tools

Das größte Problem am Start ohne Kapital wäre heute das mir die Tools fehlen würden. Egal ob die SISTRIX Toolbox zur Konkurrenzanalyse im Affiliate-Marketing, oder ob Xovi für den kleineren Geldbeutel. SEOlytics hätte mir damals sehr stark helfen können, denn die darin befindliche Potentialanalyse empfinde ich als eines der besten Features innerhalb der aktuellen Online-Marketng-Tools. Ohne Kapital muss man viel auf Google Tools setzen. Wunderrad (heute gibt‘s das zum Glück), Keyword-Tool, Insight und die Webmaster Tools, aber natürlich auch Google Analytics sind die wichtigsten Tools für den Start ohne Kapital! Recherche und Analyse bei Affiliate-Marketing ist unverzichtbar. Wenn man alles ohne gute, am Anfang teuere Tools macht, muss man viel Mehraufwand in Kauf nehmen. Auch wenn man es nicht besser kennt.

Erst den Content publizieren

Grundlegende Recherchen sollten vorm ersten Content abgeschlossen werden. Im Anschluss sollte das eigene Projekt mit viel Content gefüllt werden. Dabei sollte man unbedingt auf die Bedürfnisse der Besucher achten. Wie man diese herausfindet? Wenn man ein Thema nutzt wofür man sich selbst interessiert, kennt man die eigenen Bedürfnisse. 😉 Von sich selbst kann man viel lernen. Die zweite Frage also kann ich mit Ja beantworten. Man sollte unbedingt erst eine ordentliche Menge an Content online stellen.

Nebenbei die ersten Links

Wer Content online stellt und den ersten echten Mehrwert bereits für Besucher bietet, sollte diesen Content unbedingt über die einfachen Wege (Social-Bookmarks, Pressemitteilungen, Artikelverzeichnisse… .) verbreiten. Natürlich wollen viele Leute behaupten, diese Dinge würden nichts bringen. Doch sprechen da meistens Leute die große Projekte betreiben und die kleinen Projekte vergessen. Denn für kleine Projekt und auch Deeplinks (Links zu Unterseiten) bringen solche Instrumente sehr wohl etwas. Daher: nicht alles glauben was andere bestreiten.

Heute sollte man unbedingt auch an Facebook und Twitter denken. Wenn möglich, auch YouTube eine Chance einräumen. Mit all den Instrumenten schafft man definitiv den ersten Traffic auf die Website. Ist dann Mehrwert vorhanden, wird man auch weiteren Traffic generieren. Retweets, Likes, Backlinks aus Blogs usw. Geduld und es wird schon werden!

Diese Sachen sollte man täglich aktiv betreiben. Damit meine ich auch die Erstellung von neuem Content. Tägliche Leistungen am Projekt werden sehr schnell (Def. „schnell“ = 2 – 6 Monate) zu ersten Einnahmen führen und nach dem ersten Jahr kommt in der Regel auch ein Betrag der sich lohnt (Ansichtssache: paar Hundert Euro pro Monat).

Die ersten Einnahmen kommen von allein

Allein, möchte ich betonen! Wer die ersten Einnahmen bei einem Affiliate-Projekt erzwingen möchte, der muss sie fast schon selbst generieren. Es ist in vielen Branchen wirklich wie verhext. Als würden Besucher genau wissen worum es geht, nutzen sie Partnerlinks bei zwanghafter Aufdringlichkeit fast gar nicht. Wer einfach nur seinen Content für Besucher produziert, dezent mit Werbung umgeht und sie auch nur da bringt, wo sie hingehört, der wird erste Einnahmen sehr bald allein erzielen. Wenn ich heute mal wieder in der Situation wäre, alles ohne Kapital starten zu müssen, würde ich stets 10 bis 20 neue Unterseiten am Tag erstellen und am nächsten Tag gleich zwei bis drei Artikelverzeichnis-Inhalte und 10 Bookmarks zur Startseite. Das ganze die ersten Monate immer wieder. Dann sind ja schon Einnahmen vorhanden.

Die Mehrheit wieder investieren

Über die Hälfte der Einnahmen sollte man wieder investieren. Verdiene ich mit einem Projekt im Monat 10 Euro, sollte ich schon von diesen zehn Euro zusehen das ich den ersten Link anschaffe, der nicht mehr aus einer kostenlosen Quelle stammt. Ja, der erste gekaufte oder besser gesagt gemietete Link. Bei relevanten Blogs einfach mal ne E-Mail hinschreiben und einen Link in einem alten Beitrag anmieten / kaufen. 😉 Funktioniert für kleines Geld sehr gut. Nicht mieten sollte man via Teliad & Co. irgendwelche Footer- oder Sidebar-Links die auf jeder Unterseite stehen. Solche Sidebar-Links kommen in Zukunft von allein und Footerlinks muss man nicht generieren.

Bei 100 Euro sollten immer noch 60 bis 80 Euro investiert werden. Wer das bei 1.000 Euro immer noch macht und 60 % investiert, der wird schon 400 Euro für sich haben. Natürlich sinken die Investitionen mit der Zeit prozentual (wenn man das möchte), denn der Content steigt und die Einnahmen generieren sich immer mehr über Long Tails die nicht für Geld gepusht werden brauchen.

Dritte Frage ist also wieder mit Ja zu beantworten. Unbedingt vieles der Einnahmen wieder in Ausgaben wandeln und zu Beginn fast auf Gewinn verzichten.

Besser auf ein Projekt beschränken

Es ist am Anfang echt eine Empfehlung sich nur ein Projekt aufzubauen. Die vielen Ratschläge bzgl. auf mehrere Standbeine zu setzen und Säulen zu bauen, sind sehr gut, gelten aber erst nachdem ein Projekt bereits funktioniert. Denn Säulen bringt mir nichts, wenn sie alle nicht funktionieren. Wenn das erste Projekt bereits Einnahmen bringt hat man auch Erfahrungen gesammelt. Erfahrungen mit denen man im Anschluss auch zwei weitere Projekte gleichzeitig publizieren kann. Denn jetzt weiß man schon viel mehr und hat einen Workflow der es erlaubt, nicht mehr die ganze Konzentration auf nur ein Projekt auszurichten.

Es gibt keinen Generalschlüssel

Die Fragen habe ich alle beantwortet. Ich habe aber keinen Generalschlüssel für jeden zur Hand. Nicht alle Projekte funktionieren gleich und man darf die Sachen nie zu sehr pauschalisieren. Ich habe deshalb auch nur die Punkte genannt, die halt auch immer funktionieren und die absolute Grundlagen sind. Auf keinen Fall sollte man nach 3 Monaten aufhören. Selbst wer Content produziert und produziert, Backlinks generiert und trotzdem nichts verdient (was kaum vorstellbar ist), sollte unbedingt am Projekt bleiben und weitermachen. Irgendwann platzt der Knoten!

Viel Erfolg!

Formspring.me

Ich freue mich natürlich auf weitere Fragen zu diversen Themen die euch interessieren. Formspring.me steht euch dafür zur Verfügung!

Link: http://www.formspring.me/herreisy

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.