Änderungen am Trackingcode wegen Zählpixel

Werbemittel, Tracking und Stornierungen sind im Affiliate-Marketing die drei Themen, an denen man sich vorkommt wie in einem Milchstrudel. Die Diskussionen drehen sich im Kreis, man findet selten Einigkeit zwischen Affiliate und Merchant, auch wenn es nach außen hin oft einig scheint. Bei den Werbemitteln haben wir bereits eine Diskussion geführt. Es ging darum, ob man eigene Werbemittel erstellen und benutzen darf. Nicht immer ist der Merchant nämlich erfreut. Als Affiliate vergisst man generell die Display-URL und das zu Recht, denn es geht um die Provisionen die man verdienen will.

Im Beitrag ob man eigene Werbemittel benutzen darf, kam am Ende auch die Frage auf, wie es eigentlich mit den Zählpixel aussieht. (Grundlage: Das Zählpixel – auch Trackingpixel, 1×1-Pixelbild, Clear-Gif oder Pixel-Tag dient dem Tracking von Einblendungen des Werbemittels. Dies ist notwendig, um eine ausführliche Statistik über die Performance der Kampagne führen zu können. So ergeben beispielsweise die Views (Einblendungen) der Pixel durch die Anzahl der Klicks, die Klickrate.) Der (oder das) Zählpixel ist oft für den Affiliate nur ein „Mitbringsel“ vom Merchant oder Netzwerk, abgelegt auf dem Server vom Netzwerk oder Merchant.

Da komme ich auch zum Problem. Der Trackingpixel liegt nicht auf dem Server vom Affiliate, generiert somit einen Request an externer Quelle. Jeder Request bedeutet auch – für das menschliche Empfinden nicht immer messbar – einen Eingriff in der Performance der Website. Was in zuverlässigen SEO-Quellen oft thematisiert wurde, sind Ladezeiten von Websites und deren Einfluss auf das Ranking. Dazu gibt es im SEO-Blog von SISTRIX das Thema „Welche Auswirkungen hat die Webserver-Geschwindigkeit?“ und wen dazu mehr interessiert, der sollte es lesen. Ich sage nur grob: Es hat Auswirkungen, negative, wenn die Seite zu langsam ist. Was bringt ein Affiliate mit seinen Websites, wenn durch externe Zählpixel die Website im Ranking nicht gut positioniert ist, könnte man jetzt fragen. Übertrieben? Zugegeben, ein bisschen. Kein Zählpixel kegelt eine Website von Position 3 auf Position 20 zurück. Ist aber nicht Thema der Sache.

Zählpixel entfernen oder lassen

Entfernen. Gleiches gilt für Werbebanner. Die Banner die in Netzwerken angeboten werden, kann man sich kopieren – bei Bedarf noch schlanker machen – und auf dem eigenen Server ablegen. Alles was man vom Netzwerk nutzen muss, ist der Linkcode mit der eigenen ID, damit die Provisionen korrekt verteilt werden können. Trackingpixel oder grafische Werbemittel generell selbst lagern. Mit einem eigenen AdServer kann man die Views der Banner selbst aufzeichnen. Außerdem kann man die Klicks tracken und mit denen im Netzwerk vergleichen. Fehlen da etwa Klicks? 😉 In der Regel nicht, aber wenn, ist das nicht gleich ein Zeichen für Betrug. Ein Hinweis auf einen technischen Fehler, einen Serverausfall letzte Nacht beim Netzwerk? Wer weiß, nachfragen!

Hat man den Trackingpixel entfernt oder auf dem eigenen Server (gleiches bei Bannern – sind auch nur sichtbare Pixel, halt größer und farbig), spielt es keine Rolle mehr für die Performance, wenn das Netzwerk oder der Server vom Merchant schwächelt. Man glaubt zwar gern das Werbemittel immer auf dem Server vom Netzwerk liegen und dieses ja generell zuverlässige Serverstrukturen bieten muss, doch ist dem nicht so. Es gibt Partnerprogramme die von Agenturen usw. betreut werden. Dabei haben meist die Agenturen die Werbemittel auf ihren eigenen Servern. Ich sage da nur jaron, wo sämtliche Gamesload Banner usw. auf den Servern der Agentur gelagert werden. Fällt der Server bei jaron aus, können Affiliate-Server und das Netzwerk noch so viel Power haben, es bringt nichts, die Werbemittel stoppen alles.

Im Quellcode ganz nach unten

Will man wirklich freundlich sein und das Werbemittel nicht selber ablegen, sollte clever sein. Der Quellcode muss so aufgebaut sein, dass Werbemittel ganz unten landen. Die Website wird dann bei lahmen Servern trotzdem vollständig aufgebaut und die Werbemittel werden am Ende geladen – oder auch nicht. Wenigstens hat der Besucher dann aber eine restlich komplette Website.

Was sagen Netzwerk und Merchant?

Dem Netzwerk wird es wohl egal sein. Wenn Provisionen ankommen wo sie hingehören, verdienen auch die Netzwerke ihr Geld. Sind sich Merchant und Affiliate einig, wird das Netzwerk kaum Einspruch einlegen. Immerhin geht man hier von einer Business-Kooperation aus, wo beide Parteien wissen sollten, ob oder ob nicht. Sind sich Merchant und Affiliate aber nicht einig, verliert der Affiliate bei solchen Spielen. Das ist aber auch generell korrekt, denn jeder Affiliate akzeptierte die Bedingungen der Netzwerke, die eindeutig überall verbieten, Änderungen an den Codes zur Einbindung der Werbemittel vorzunehmen. Darauf kann sich der Merchant also immer berufen und das ist richtig.

Erweiterte Bedingungen (Merchants lesen!)

Merchants haben in den Beschreibungen der Partnerprogramme die Möglichkeit, ihre Vorstellungen der Partnerschaft zu beschreiben. Da wird SEM erlaubt, verboten oder eingeschränkt erlaubt. Da wird die Dauer der Cookies festgelegt usw. Ich plädiere dazu, in den Beschreibungen zukünftig auch festzulegen, ob der Affiliate die Werbemittel auf eigenen Servern lagern darf.

Für das Vertrauen zwischen Merchant und Affiliate ist dies ein großer Schritt. Je weniger Verbote der Affiliate umgehen muss, desto freier kann er arbeiten und desto mehr Umsatz kann er generieren. Natürlich kann nicht jeder Wunsch erfüllt sein. Natürlich ist es vollkommen richtig und in Ordnung, dem Affiliate zu sagen SEM-Kampagnen dürfen keine Buchungen auf Marken beinhalten.

Der richtige Weg

Die erweiterten Bedingungen sind derzeit nur ein Wunschdenken. Korrekt handelt der Affiliate bisher nur, wenn er die Codes der Netzwerke unverändert benutzt. Sprich, nichts am „target“ verändern, nicht „nofollow“ rein oder raus, keine anderen ALT-Tags, keine CSS-Werte einbinden, nichts! Macht man es trotzdem, kann man aus der Partnerschaft fliegen und hat sozusagen Pech. Wenn Merchants häufig auch einfach über solche Änderungen hinweg sehen, sie haben das Recht zum Handeln. Wären natürlich dumm, dies bei einem Affiliate zu verbieten, wenn Umsatz generiert wird und die Konkurrenz bereits in der Warteschlange lauert. Nur in der komfortabeln Situation ist nicht jeder Affiliate und schon gar nicht bei jedem Partnerprogramm. Druckmittel sind außerdem nicht unbedingt der beste Weg in einer langfristigen Partnerschaft.

Einfach mit dem Merchant sprechen, die Pläne offen auf den Tisch packen und konstruktiv bleiben. Nicht nur die eigenen Wünsche durchdrücken, sondern auch Kompromisse eingehen. Willkommen in der Geschäftswelt!

Alles in allem…

Affiliate-Marketing ist ein Geschäft mit Millionen – Kunden und Euros. Auf solch einem Gebiet gibt es keinen idealen Weg, keinen Mustervertrag. Auf dem deutschen Markt haben wir sogar noch einen recht angenehmen Überblick und sind in der komfortablen Situation miteinander kommunizieren zu können. Dies sollten wir alle Nutzen, Merchant und Affiliate. Ich setze Werbemittel auch zu 95% auf eigene Server, denn ich sehe es nicht ein, auch nur minimales Risiko einzugehen, wofür ich am Ende jemanden anderes den Vorwurf machen muss. Lieber bin ich vollständig selbst der Schuldige.

Diskussion frei…

Jetzt kann gern in den Kommentaren diskutiert werden. Denkt aber bitte daran, es handelt sich um meine eigene Meinung, die darf man teilen und geteilt sehen, wie man will. Aber oberhalb der Gürtellinie. Danke! 🙂

Soeren
Ich bin Soeren, Blogger und Betreiber von eisy.eu. Über die Jahre hat es sich ergeben, dass mich viele einfach eisy nennen. Das ist okay. :-) Ich blogge seit 2005 und teile hier mein Wissen und meine Erfahrungen.