Wie viel sind meine Werbeplätze wert?

Oder besser gesagt: Wie viel Geld kann ich für meine Werbeflächen vom Kunden verlangen? Werbeplätze in Blogs richtig zu „bepreisen“ ist gar nicht so einfach. Gut haben es die Leute, die mit Werbeflächen bereits über Google AdSense oder Partnerprogramme Geld verdienen. In diesen Fällen fällt es leicht, die richtigen Preise für einen Werbeplatz zu ermitteln. Man hört und liest oft den mehr oder weniger schlauen Spruch „der Markt macht den Preis“, also gemeint ist damit das, was um einen herum bei der Konkurrenz passiert. Dann gibt es noch den Spruch mit der Nachfrage. „Angebot und Nachfrage“, die sich gegenseitig hoch oder runter regulieren. Nur was helfen all die schlauen Sprüche, Thesen und vorzüglichen Rezepte, wenn ich 10 statt 100 Euro verdiene?

Möglichkeiten zur Berechnung von Werbepreisen

Im Grunde gibt es nur zwei sinnvolle Wege um einen Preis festzulegen. Entweder man besitzt bereits Einnahmen mit der Werbefläche, oder man hat Konkurrenten die sich ähnelnde Preise am Markt halten.

Vorhandene Einnahmen

Durch Partnerprogramme (also Affiliate-Banner) können an vielen Stellen auf Websites und Blogs (sind ja auch Websites) Werbeeinnahmen erzielt werden. Außerdem erzielen viele Blogger durch Google AdSense schon erste Euros. Es gibt nun in diesem Fall zwei Arten von Einnahmen. Einmalige Einnahmen und wiederkehrende Einnahmen durch Lifetime.

Einmalige Einnahmen: Klickvergütungen durch Google AdSense und Lead-Kampagnen über Partnerprogramme sind einmalige Einnahmen. Diese Einnahmen hängen stets am Traffic der Website fest und können nicht kontinuierlich jeden Monat verbessert werden. Möchte ich meine Werbefläche anhand solcher Einnahmen preislich bewerten, würde ich den stärksten Monat der letzten 6 Monate als Grundlage wählen. Ist tatsächlich absehbar das kommende Monate besser werden, würde ich ggf. 10 bis 20 Prozent am Preis anheben. Dann aber nur wenn der Werbepartner sowieso nur ausprobieren will. Partner die gleich länger buchen sollte man auf die sichere Seite stellen. Zum besten Monat einfach anbieten und gut. Immerhin hat man dann Sicherheit bei den Einnahmen.

Wiederkehrende Einnahmen: Lifetime-Einnahmen bauen sich jeden Monat auf. Zwar fallen Zahlungen vorhandener, geworbener Kunden mal weg, aber es kommen meist mehr Neukunden hinzu als das alte Kunden wegfallen. Somit stocken sich die Einnahmen jeden Monat immer weiter auf. Wenn man solche Plätze tatsächlich vermietet – was schon seltsam genug ist – dann sollte man preislich ordentlich was verlangen. Bringt ein Banner diesen Monat 100 Euro, nächsten Monat 120 Euro und danach 160 Euro etc. wo man ja weiß das man sicher immer mehr verdient, so halte ich 250 Euro oder ähnliches für angemessen. 50 bis 100 Prozent der Affiliate-Einnahmen oben drauf sind ein guter monatlicher Deal. Eines darf man nicht vergessen: In der Zeit in der ich einen Werbepartner mit Fixpreis auf einem Lifetime-Platz habe, verliere ich Lifetime-Kunden. Kündigt der Partner, stehe ich mit meinem Lifetime-Programm weiter unten als vorher, denn bei Lifetime ist der Stillstand ein Rückschritt. Wer sich bei solchen Plätzen unsicher ist sollte den Lifetime-Banner lieber behalten. ;)

Konkurrenzanalyse

Gibt es noch andere Blogger oder Websites zum eigenen Thema, sollte man dort nach den Preisen und Media-Daten schauen. Wenn keine Besucherzahlen ausgewiesen sind, hilft es sich als vermeintlicher Werbepartner auszugeben und eine Anfrage zu stellen um an die Daten zu kommen. Ein Vergleich mit den eigenen Daten hilft dann bei der Findung von Preisen. Der niedrigste Preis ist genau so uninteressant wie der höchste Preis, wenn kein Kunde kommt. Für den Anfang sollte man sich die untere Hälfte aussuchen und auf treue Kunden setzen. Mir bringt 6 Monate ein Kunde für 100 Euro pro Monat mehr, als 3 Monate ein Kunde für 150 Euro, wenn dazwischen kein Kunde vorhanden ist. Blogger profitieren sogar hier und da von Gutscheinen oder Sonderangeboten der Werbepartner. Teilnahmen als Sponsoren von Gewinnspielen und anderen Aktivitäten. Langfristig zahlt sich ein eher günstiger Werbepartner auf jeden Fall aus. Wenn Werbekunden durch eine „Hier werben“ Seite o.ä. auf das Angebot aufmerksam wurden und eine Anfrage stellen, aber Preisverhandlungen versuchen, ist einfach nicht darauf einzugehen. Der Werbekunde hat ja Interesse und fragte zum vorbestimmten Preis. Bereitschaft ist sozusagen vorhanden und entsprechend gibt es keinen Grund für Verhandlungen. Blogger sind nämlich keine Leute für billige Werbung, sondern mündige Personen mit anständigen Werbeflächen die anständige Preise verdienen. ;)

Weitere Anmerkungen

Testpreise würde ich dem Kunden übrigens auch nicht mehr anbieten. Stellt sich ja doch immer wieder heraus das bei einer anschließenden Preiserhöhung viele Zickereien kommen. Das macht nur Arbeit und kostet Nerven. Schließlich kann ich die Fahrt mit der Bahn auch nicht einfach mal „testen“ um zu sehen wie sie mir gefällt.

Follow oder Nofollow? Einfach „follow“, oder steht irgendwo im Standard-HTML-Code für verlinkte Grafiken etwa ein Nofollow vordefiniert drin? Nein, also ist die Natürlichkeit am ehesten bei einem Follow-Banner gegeben und nicht bei Nofollow.

Fazit

Es gibt kein Rezept wie man Werbeplätze mit dem richtigen Preis vermarktet. Selbst bei professionellen Vermarktern und Restplatz-Vermarktern bekommt man ständig andere Preise ermittelt. Das zeigt wie flexibel die Sache in Wirklichkeit ist. Nehmt Preise die wirtschaftlich sind und über den eigentlichen Einnahmen liegen. Überlegt bei Lifetime-Vergütung bestehender Werbung sehr genau ob es der Partner wert sei, den Lifetime-Zyklus zu unterbrechen. ;-)

In diesem Sinne, ein erfolgreiches Jahr 2011 und Fragen wie immer via Formspring.me oder E-Mail wenn es themenfremd ist und via Kommentare, wenn es zum Thema gehört. :-)

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Über eisy
Hi, ich bin eisy (Soeren Eisenschmidt) und blogge seit 2007 auf eisy.eu. Meinen Weblog fülle ich bevorzugt mit Fachthemen rund um SEO, Affiliate-Marketing und relevanter Software. Regelmäßig ist mein Wissen bei Print- und Online-Magazinen gefragt.

7 Kommentare zu Wie viel sind meine Werbeplätze wert?

  1. Wal wieder ein sehr guter Artikel…

    Hab mal vor kurzen bei t3n so ein Artikel gelesen zum Thema Einnahme Möglichkeiten einer Seite war auch ganz gut geschrieben, find den nun aber nicht mehr.

    Finde sowas immer Interessant zu lesen aber dennoch nur Hobby SEO…

  2. Klasse Artikel, danke. Im Grunde bin ich auch genau so gestartet. Du hättest aus meinem Blog sicherlich schon das Doppelte herausgeholt ;-)
    Btw: das erinnert mich daran, dass ich ja noch einen Artikel für deinen Premium-Bereich schreiben wollte. Das Thema am Beispiel meines tagSeoBlog könnte von Interesse sein…

    Dir / Euch auch ein schönes, gesundes und erfolgreiches Jahr :-)
    Gruß, Martin

  3. Solange aber potentielle linkpartner sich an daten wie dem 9 monate alten Pagerank fetnageln, und eigentlich schon zu günstige forderungen wegen einem PR0 ablehnen, ist es aber auch schwer. Wird einfach Zeit für die offizielle Abschaffung des PR, dann wird der Verkauf der Werbeflächen auch bedeutend einfacher, meiner bescheidenen Meinung nach.

  4. Hilfreicher Artikel. Bin ja gerade auch dabei das ganze Thema ordentlich in meinen Blogs zu integrieren. Was mir noch in deinem Artikel fehlt, ist der Part mit der Anzahl von Banner und Platzierung. Ein ähnliches Thema als Experiment steht bei mir auch noch an.

  5. Super Artikel! Man sollte echt jeden Monat immer wieder erhöhen, wenn man merkt, dass es mit der Seite bergauf geht! Schwieriger wird es finde ich, bei bezahlten Artikeln. Da ist es oft mehr Verhandlungssache, je nach Aufwand. Aber wie viel kann man für welche Besucherzahlen und welche Statistiken verlangen?

  6. Das ist eine interessante Sache, sollte auf meiner Seite auch mal eine Analyse durchführen.

  7. Ich finde es ehrlich gesagt auch schwierig, den richtigen Preis zu ermitteln. Adsense oder Affilitate Banner können hier sicherlich einen ersten Hinweis geben, aber einem einem follow Link sollte der vererbte Trust auch mit berücksichtigt werden.

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