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Webmasterfriday: Gastartikel im Bloggerleben

Kooperationsanfrage! Anfrage zur Webverbesserung. Gastartikel! Unique Content für Ihren Blog. Diese und ähnliche Betreffzeilen im Postfach finde ich täglich. Sie erreichen mich für die verschiedensten Seiten und manchmal kann ich auch Anfragen gar nicht bestimmten Projekten zuordnen. Zum Beispiel Anfragen für Artikel zum Thema „Wund- und Heilsalbe“. Wohin damit? Keine Ahnung.

Jedenfalls stellt Martin im Rahmen des Webmasterfriday wieder ein paar Fragen zum Thema „Gastartikel – sinnvoll oder nervig?“ und ich möchte mich an einem solch relevanten Thema gern beteiligen.

Ich zitiere kurz seine Einleitung.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Aber ich bekomme pro Tag 2 -3 Anfragen für Gastartikel, natürlich mit dem Hinweis, dass der von hoher Qualität sei und nur ein oder zwei Links enthalte. Eine Zeitlang habe ich geantwortet, dass der Artikel ok sei, aber ich darüber entscheiden wolle, welche Links gesetzt werden – natürlich hat das keiner gewollt. Aus dem Grund beantworte ich Anfragen für Gastartikel inzwischen nur noch mit einem “nein!”, sonst nix. Irgendwie schade, finde ich.

Wie seht ihr das?

Nun, mich ärgern die Anfragen für Gastartikel nicht mehr. Ich habe mich lange Zeit gestört gefühlt. Jetzt jedoch habe ich eine ganz klare Linie für mich gefunden. Unbekannte Anfragen werden kommentarlos gelöscht. Die mir dadurch verlorenen guten Anfragen nehme ich wegen der Zeitersparnis beider Seiten hin.

Für Anfragen von Personen die ich zumindest namentlich kenne habe ich vorerst ein offenes Postfach. Nach weiterführender Recherche muss ich nach Vorlage des Artikels oder zumindest der Struktur dessen, eine Entscheidung treffen. Ich lehne aber nicht grundsätzlich Gastartikel ab. Dadurch komme ich auf eisy.eu zumindest auf eine Hand voll Gastartikel pro Jahr. Mehr sind es auch in 2013 nicht geworden.

Habt ihr selbst schon Gastartikel auf eurem Blog veröffentlich?

Ja. Wie gesagt, etwa fünf Stück in diesem Jahr. Letztes Jahr waren es ein paar mehr da ich ja auch feste Autoren für Gastbeiträge hatte. Dieses Jahr jedoch publizierte ich nur auf Nachfrage. Hier entscheidet die Thematik und Qualität. Artikel über inhaltlichen Mehrwert für die Leser sind für mich nicht von Bedeutung. Ganz gleich ob mit oder ohne integriertem Link.

Habt ihr bereits welche auf anderen Blogs geschrieben?

In den letzten Jahren wahrscheinlich auch nicht mehr als fünf Stück. Ich gehe nicht offensiv auf andere Medien zu. Erhalte ich eine Anfrage ob ich denn Interesse hätte mal eine Kolumne oder einen Gastartikel zu publizieren bin ich gerne offen für Vorschläge. Sonst aber lasse ich diese Option für eigene Projekte oder gar für eisy.eu eher an mir vorbeiziehen.

Im Umgang mit Kundenprojekten sind Gastartikel wieder eine andere Fraktion. Selbstverständlich haben sie dort in Form von Interviews, Gast-Ratgebern etc. eine große Bedeutung. Und nein, nicht ausschließlich wegen der Links (aber natürlich sind diese nie abzulehnen).

Was sollte man beachten, wenn man einen Gastartikel anbietet?

Zunächst einmal sollte man Abstand von den ganzen Standard-Betreffzeilen nehmen. Wieder nur „Gastartikel“ oder „Kooperationsanfrage“ zu nutzen wird die Öffnungsrate der E-Mail nicht steigern. Und wenn doch, dann nur weil man versehentlich geöffnet hat und schnell löschen möchte.

Der Betreff besteht bei mir i.d.R. aus „Hallo Martin – Interesse an einem Artikel zu YouTube Rankingfaktoren?“

Ich spreche den Empfänger mit Vornamen an wenn es sich um Blogger-Kollegen handelt. Sollte es um Magazine gehen wie ich sonst keinen direkten Draht zu den Leuten habe, baue ich den Kontakt über den Nachnamen auf. In jedem Fall aber suche ich immer einen Ansprechpartner.

Wie geht man überhaupt am besten vor?

  • Persönlichen Ansprechpartner suchen
  • Kontakt im Betreff ansprechen
  • Soziales Profil ausfindig machen und auf Aktuelles Bezug nehmen
  • Eigenen Vorschlag ohne Blümchen äußern
  • Passende Webseite des Kontakts ansprechen (ohne typisches Blabla…)
  • Auf Linkwünsche komplett verzichten

Je nach Quelle wo ich gerne einen (Gast)artikel hätte, schreibe ich sogar nicht mal selbst den Artikel sondern liefere eine Artikelstruktur mit Stichpunkten (eine Art Briefing) und Bildmaterial. Denn Blogger schreiben auch mal gern selbst und mögen es wenn sie interessante Hinweise für neue Artikel bekommen, statt immer gleich fertiges Wort.

Wie geht ihr mit Gastartikeln auf anderen Blogs um? Lest ihr diese oder habt ihr ein komisches Gefühl dabei?

„Es kommt drauf an.“ Ich kenne einige Blogs da weiß ich, dass die Gastartikel immer bezahlte Inhalte darstellen. In solchen Fällen lese ich ehrlich gesagt die Artikel nicht. Natürlich müssen sie deshalb nicht weniger wertvoll sein. Nur habe ich mit den Jahren bemerkt, wie oberflächlich bezahlte und selbst unbezahlte Gastartikel häufig sind. Bevor ich das nach zehn Minuten des Lesens feststelle kümmere ich mich lieber direkt um andere Dinge. Deshalb mag ich es auch sehr wenn man die Info am Anfang eines Artikels schreibt, wenn es sich um einen Gastartikel handelt.

Ich habe beim Lesen solcher Inhalte also stets ein seltsames Gefühl ja. Hier würde ich aber sagen sind wir in der Branche „Online-Marketing“ einfach zu sehr geprägt. Ein normaler Blogleser hätte damit wahrscheinlich keine Probleme.

Ist es eventuell eine gute Möglichkeit, ab und zu mal “Artikel zu tauschen”? Also: ich schreib bei Dir – und du bei mir? Hat das schon mal jemand gemacht?

Gute Fragestellung. Im Grunde ist es sicher eine spannende Option einfach Artikel zu tauschen. Sich mit einer Gruppe anderer Blogger zu verbandeln und dann in regelmäßigen Abständen auf anderen Blogs zu schreiben, während im eigenen Blog Artikel derer online gehen. Hier muss man sich gut organisieren und eine möglichst gleichmäßige Aktivität ergründen. Wenn dies gegeben ist – und nicht so wie bei mir – dann ist es sicher hilfreich.

Auf der anderen Seite stellt sich die Frage warum man die Inhalte nicht direkt bei sich selbst veröffentlicht. Handelt es sich um nicht beiderseits relevante Bereiche ist es aber selbstredend positiv.

Geht es aber nur mal um einen einzelnen Artikeltausch, ist es ja nichts weiter als ein normaler Linktausch mit etwas mehr Aufwand und hoffentlich beiderseits guter Qualität. Natürlich habe ich das schon gemacht.

Wie profitiert man bei Gastartikeln, und wer hat etwas davon?

Nicht viele, aber manche Blogger erhalten bei Gastartikeln auch eine gute finanzielle Leistung. Und das ist nicht abwertend gemeint. In den meisten Fällen profitiert man von Gastartikeln aber durch folgende Punkte:

  • Aktivität im Blog
  • Neuer, einzigartiger Content
  • Neue Sichtweisen des Autors im Artikel
  • Mehr Reichweite durch Shares des Autors
  • Häufig Spezialthemen über die man selbst nicht schreibt
  • Neues Thema was es so bisher im Blog noch nicht gibt

Das sind ein paar Punkte die den Profit eines Bloggers darstellen der Gastbeiträge bei sich erlaubt. Jetzt gibt es noch den Profit den man als Autor solcher Inhalte mitnehmen kann.

  • Mehr Reichweite in passender Zielgruppe
  • Neue Kontakte und Aufmerksamkeit durch andere Leser der Quelle
  • Wenn möglich, natürlich ein Backlink (gerne nofollow)
  • Neue Ansichten durch eventuelle Kommentare
  • Man kann sich öfters als 1x z einem Spezialthema äußern

Fazit

Ich finde Gastartikel cool und beteilige mich an diesen sowohl als Blogger wie auch als Autor. Jedoch ist meine Aktivität in diesem Bereich nicht besonders hoch und schon gar nicht in der Online-Marketing-Branche. Die meist einfallslosen Headlines und Betreffzeilen finde ich genau so abstoßend wie den Wunsch nach Links – speziell nach Keyword-Links. Kommt mir jemand ohne diesen Wunsch, bin ich gern bereit den Autor des Artikels freiwillig und selbstverständlich mit einem Verweis zu seiner Seite, einem Profil oder ähnlicher Quelle dankend zu erwähnen.

Das soll es von mir zum Webmasterfriday gewesen sein. Ich freue mich auch auf eure Meinung. Gerne diskutieren wir in den Kommentaren dazu.

Bild © matttilda - Fotolia.com
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Über eisy 523 Artikel
Hi, ich bin eisy (Soeren Eisenschmidt) und blogge seit 2007 auf eisy.eu. Meinen Weblog fülle ich bevorzugt mit Fachthemen rund um SEO, Affiliate-Marketing und relevanter Software. Regelmäßig ist mein Wissen bei Print- und Online-Magazinen gefragt.

5 Kommentare zu Webmasterfriday: Gastartikel im Bloggerleben

  1. Hallo Eisy,
    Du sprichst die Etikette an

    Zitat: Ich spreche den Empfänger mit Vornamen an wenn es sich um Blogger-Kollegen handelt.

    Genau das ist es. Viel zu oft schicken unprofessionell Arbeitende „Seo Agenturen“ ihre Linksklaven in die Spur mit standardisierten E-Mail Vordrucken in denen kein Platz für eine persönliche Anrede ist.

    Ob das jemals kapiert wird.
    Ich wünsche mir bei so einer Anfrage schon dass ich mit meinem Namen angesprochen werde. Steht ja auch im Impressum meiner Seiten und kann auch gerne in E-Mails zu Kontaktaufnahme verwendet werden.

    Was auch immer wieder gerne vergessen wird ist die URL des Blogs zu nennen mit dem man kooperieren möchte. Das es auch Webmaster gibt die mehr als nur einen Blog haben sollte doch klar sein.

    Letztendlich nehme ich mir aber schon noch die Zeit die Mails kurz zu überfliegen. Ich habe da auch schon das eine oder andere Geschäft gemacht.

    Da ja immer ein Seo Aspekt hinter solchen Anfragen steht kann man ja auch mal mit eigenen Angeboten richtig antworten.

    Grüße und ein schönes Wochenende.
    Lothar

  2. Hi Eisy,
    finde ich super, dass du eine solche klare Linie was Gastartikel anbelangt, hast. Ich habe bisher noch keinen einzigen Gastbeitrag selbst verfasst, aber sehr wohl welche auf meinem Blog bereits publiziert. Ich wünsche mir aber etwas mehr Anfragen, um so ein bisschen die Auswahl zu haben und das Beste dann veröffentlichen. Momentan ist es um die Gastartikel-Anfragen wieder ruhig geworden.

  3. Du hast es auch nicht nötig, offensiv auf andere Medien zuzugehen, da du wohl der bekannteste Affiliate Blogger im deutschsprachigem Raum bist. 🙂

    Aber ich selbst hab auch noch nicht soviele verfasst, betreibe doch meine eigenen Blogs, also von daher. 🙂

  4. Ja, ein schöner Artikel wie ich finde. Ich habe in letzter Zeit recht viele Gastartikel geschrieben. Und zudem nehmen wir auch Gastartikel an auf unserem Blog OneDayProfits.

    Auch mir fällt es immer noch schwer andere Blogger wirklich aktiv nach Gastbeiträgen zu fragen bzw. ihnen solche vorzuschlagen. Dabei kann dadurch wirklich eine Beziehung entstehen – und natürllich auch längerfristig der Traffic gesteigert werden. Vor allem für junge Blogs sind Gastartikel daher eine Möglichkeit sich zu vernetzen und den Traffic zu steigern.

  5. Ich denke, man sollte ganz offen mit den Interessen umgehen und diese bei anderen genauso akzeptieren wie bei sich selber. Natürlich verfolgt der Gastautor ein Interesse mit dem Gastartikel, die Frage ist schlicht: Ist der Artikel eine Bereicherung für den Blog. Dann nämlich kann man rechnen: Wie viel Arbeit bzw. Geld müsste man selber investieren, um einen solchen Beitrag zu produzieren. Gastartikel im eigentlichen Sinne sind alles andere als Sponsored Posts, die nicht zum Lesen geeignet sind. Gute Gastartikel sind entsprechend selten. Ich verdienen selber hier und da Geld mit der Produktion von Gastartikel und ich kann behaupten, dass diese hinsichtlich Inhalt und Stil eine Menge Leidenschaft enthalten. Mein Fazit lautet also: Schaut Euch die Qualität des Textes an.

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