Webitter oder Twittlogs?

Rennt Twitter den normalen Weblogs im Netz den Rang ab? Schaffen es andere Netzwerke wie Facebook oder gar die frische Google-Wave-Entwicklung, dass Weblogs im Internet überflüssig werden? Zu diesem Thema stellt Peer von SiN zahlreiche Fragen in einer Blogparade und ich möchte meinen Feierabend dazu nutzen, an dieser Blogparade teilzunehmen.

Zunächst kommen wir zu den Fragen. Er will wissen ob Social-Media-Anwendungen wie Twtter, Facebook, Google Wave & Co., den Weblogs den Rang ablaufen. Mist, das schrieb ich im ersten Satz schon. Sind Weblogs Auslaufmodelle, so wie es mal die Foren sein sollten? Lassen sich die neuen Instrumente zum Vorteil eigener Weblogs ausnutzen? Als letztes möchte Peer noch wissen, wie sich Selbständige etc. die bisher nur eigene Weblogs betreiben, gegenüber Medienformaten wie Twitter verhalten sollen.

Laufen Twitter & Co. den Weblogs den Rang ab?

Nein, Twitter oder auch Facebook sind nicht in der Lage dazu, einen guten Weblog zu ersetzen. Solche Dienste sind sehr angenehm um unkompliziert und schnell seine Meinung zu bestimmten Themen zu äußern. Auch lassen sich kleinere Diskussionen mit geringer Teilnehmerzahl recht gut führen. Für echte, große Diskussionen oder Themen die man nur ausführlich behandeln kann, sind Dienste wie Twitter “in meinen Augen” ungeeignet. Ein Weblog setzt außerdem – nicht zuletzt durch viele persönliche Infos – meist die Distanz zwischen Leser und Blogger auf ein Minimum. Dies kann Twitter auch, nur ist man per Twitter dann gezwungen dies immer wieder zutun. Neue Leser / Followers lesen eben nicht die alten Tweets. Im Weblog kann man sich mit einer “Über mich”-Seite etc. stets vorgestellt wissen!

Sind Weblogs Auslaufmodelle?

Die Frage beantworte ich im Prinzip schon mit der oberen Antwort. Weblogs sind keine Auslaufmodelle, werden es auch so schnell nicht sein. Weblogs können nur dann Auslaufmodelle werden, wenn man Usern eine bessere Lösung für die artgerechte, individuelle und in jedem Umfang mögliche, Alternative anbietet. Selbst der Umfang von MeMe reicht meiner Meinung nach noch nicht aus, um Weblogs in den Ruhestand zu schicken.

Bieten Twitter & Co. Vorteile für Weblogs?

Ja, mit Twitter kann man sehr gut Vorteile für den eigenen Weblog erzielen. Primitiv gedacht kann man jetzt sagen, man kann einfach jeden Blogbeitrag auf Twitter veröffentlichen. Ganz so leicht geht es natürlich auch nicht. Man muss mit den Leuten auf Twitter eine aktive Kommunikation halten, damit der eigene Twitter-Account überhaupt interessant wird. Dann kann man zwischendurch auch Beiträge aus dem eigenen Weblog bewerben, ohne andere Nutzer damit zu stören. Ich beispielsweise bewerbe per Twitter auch Beiträge von eisy.eu, aber auch die Beiträge vom neuen Projekt. Dafür nutze ich Twitter aber auch aktiv, empfehle Beiträge anderer Blogger die interessant sind und schreibe ausreichend Tweets ohne Links. Seit ich Twitter nutze, habe ich ca. 30 Prozent mehr Traffic hier im Weblog und neue Projekte können mit mind. 100 Besucher pro Tag vom ersten Tag an einsteigen. Für unrelevante Seiten kann natürlich nicht der normale Twitter-Account benutzt werden.

Verhalten gegenüber Twitter & Co.

Im Grunde kann man auf Twitter verschieden reagieren, jedoch auch stark überreagieren. Wer Twitter nutzt, egal ob als Unternehmen oder Privatperson, sollte sich darüber bewusst sein, Twitter regelmäßig nutzen zu müssen. Nur dann kommt ein optimales Ergebnis bei raus. Nutzt man Twitter sporadisch, werden die Tweets nicht so stark akzeptiert, oft einfach ignoriert und ein ReTweet kommt nur selten bei rum. Entweder nutzt man Twitter also aktiv oder man verzichtet auf Twitter. Außerdem kann nicht jedes Unternehmen Twitter mit Erfolg nutzen. Zumindest wird der Maler aus Entenhausen kaum einen neuen Kunden über Twitter finden. Ganz anders der Webdesigner vom Salatstaat, der per Twitter auch noch genau die Leute findet, die sich in ähnlichen Bereichen bewegen.

Angst muss man vor Twitter nicht haben. Es herrscht zwar eine offene Kommunikation, doch wer zur rechten Zeit auch mal die Finger still halten kann und Konfrontationen mit Streitsuchenden vermeidet, wird auf Twitter ein gutes Leben haben. Identisch ist es auch auf Facebook und anderen Diensten zu sehen. Man darf sich eben auf Twitter wie auch auf jedem anderen Medium nur so gegenüber anderen Usern verhalten, wie man es auch von anderen Leuten erwartet. Dann klappt es auch mit dem Nachbarn / Follower.

Manchmal, aber nur manchmal…

… kommen Weblogs bei einigen Leuten seit es Twitter gibt auch etwas zu kurz. Ein paar Blogger verzichten mehrfach auf neue Blogbeiträge und schreiben stattdessen lieber neue Tweets. Dies sind aber meiner Meinung nach nicht viele Blogger und ich kenne keinen, der seinen Weblog wegen Diensten wie Twitter bereits komplett eingemottet hat. Sicher macht Twitter das Verbreiten der eigenen Meinung leichter, nur ich mag die Diskussion eher, daher bringt mir Twitter bei ausgewogenen Themen nur wenig Nutzen.

Mach bitte mit…

… bei der Blogparade von Peer und nutze gleichzeitig die Chance ein Buch zu gewinnen. Unter einem der Teilnehmer verlost Peer das Buch “Erfolgreiches Online-Marketing” im Wert von über 30,- Euro. Wegen dem Buch mache ich bestimmt nicht mit, sonst hätte dieser Beitrag nur 200 – 300 Wörter. Ich finde das Thema allgemein sehr spannend und ihr wisst ja, ich schreibe meinen Senf gern dazu. Es würde daher auch mich persönlich sehr freuen, wenn auch Ihr an der Blogparade teilnehmen würdet. So bündeln sich viele Meinungen und man hat einiges zu lesen! Danke!

Twitterprofil: eisy

Wer mir noch nicht folgt, kann dies also gern ab heute tun.

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Über eisy
Hi, ich bin eisy (Soeren Eisenschmidt) und blogge seit 2007 auf eisy.eu. Meinen Weblog fülle ich bevorzugt mit Fachthemen rund um SEO, Affiliate-Marketing und relevanter Software. Regelmäßig ist mein Wissen bei Print- und Online-Magazinen gefragt.

3 Kommentare zu Webitter oder Twittlogs?

  1. Solang Blogger in einem Maße auf Twitter optimieren und den Hype weiter antreiben wird zumindest die Gefahr bestehen, das Bloggen überflüssig wird. Im Grunde ist Bloggen eh schon veraltet. Blogs sind mMn nur noch Hintergrundrauschen in den Weiten des Webs. Zu viele, jeder will dran verdienen. Einfach nur Massenware. Blogger bloggen auch heut nur noch für Blogger, zumindest der Großteil. Keine Innovationen, keine neuen Wege … Warten wir mal auf Google Wave ;-)

  2. @Eisy
    Wie ich sehe, haben wir ähnliche Ansichten auch was Twitter angeht. Mit Twitter habe ich bisher auch gute Erfahrungen für mich und den Blog gemacht. Ich lerne da ständig was neues dazu.

  3. Solange ein Blog sauber und immer updated ist, kann so etwas wie Facebook ihn nicht ersetzen, weil Facebook großteils anderen Zwecken dient.

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