Von Adobe Kuler über Doodle und PaRaMeter bis XRay. Nicht selten sucht man nach Werkzeugen fürs Web um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Sei es nur die Koordination von Terminen, die mit Doodle beispielsweise sehr gut funktioniert, oder das Abfragen von Datacentern mittels PaRaMeter. Ein Client für Twitter, ein Werkzeug für Screenshots oder ein schneller Feed Reader. Vladimir Simovic und Thordis Bonfranchi-Simovic stellten Ende 2009 ihr neues Werk für „Webworker“ vor.
Mit „Werkzeuge fürs Web“ bekommt man ein handliches 212 Seiten starkes Buch in die Hand. 70 Werkzeuge werden darin beschrieben und zwischendurch gibt es interessante Interviews mit Personen wie Sergej Müller – bekannt u.a. durch wpSEO. Außerdem darf sich der Leser ab Seite 187 über einen mehrseitigen Artikel mit Peter Kröner freuen.
Vorurteile
Anfangs war ich sehr skeptisch. Ich machte mir meine Gedanken darüber, ob es Sinn ergibt ein Buch mit Werkzeugen fürs Web zu drucken bzw. es als Webworker dann auch zu kaufen. Die Druckseite ist mir egal. Nur welchen Sinn macht der Kauf? Listen mit Werkzeugen gibt es viele im Netz. Muss ich dann unbedingt in einem Buch blättern in dem ich mir womöglich noch in die Finger schneide? Was bringen mir schon Interviews? Wenn ich Interviews lesen will, gebe ich den Namen der Person in Google ein und komme dann schon zu einem Interview. Also, wozu jetzt Geld ausgeben und Werkzeuge fürs Web als Buch kaufen?
Die Interviews
Interviews mit bekannten Personen findet man bestimmt im Netz. Wie sich jeder aber hoffentlich denken kann, geht es in den Interviews die sich im Buch befinden, speziell um die Arbeit im Web bzw. um die Werkzeuge die man einsetzt. Genau da liegt meiner Meinung nach auch der Vorteil vom Buch.
Wo darf man den Leuten die im Web arbeiten direkt oder indirekt auf den Schreibtisch schauen? Im Prinzip steht doch nirgendwo geschrieben das Peer Wandiger gern mit PictureResizer arbeitet weil er damit ganze Ordner mit Bildern verkleinern kann. Sergej Müller nutzt Transmit als FTP-Client und erkannte die Vorteile dieser Anwendung für seine Arbeit.
In den Interviews werden also nicht nur die Namen der Werkzeuge genannt, sondern auch eigene Begründungen mitgeliefert. Jeder Interview-Partner hat da seine ganz eigenen Tools im Alltag als Leser bekommt man einen guten Überblick. Mal längere und mal kürzere Interviews, verteilt im ganzen Buch, bringen meiner Meinung nach eine gute Abwechslung.
Die Werkzeuge fürs Web
Viele kennen das Problem. Man nutzt ein Tool was einem gut gefällt über mehrere Wochen, schon werden es Monate und dann ganze Jahre. Man hat sich mit dem Tool so sehr angefreundet das man sagen könnte, man sei „festgearbeitet“. Dadurch verliert man oft den Blick für neue Werkzeuge die eigentlich besser, komfortabler, günstiger (?) und umfangreicher sind als die alten Werkzeuge die man seit langer Zeit verwendet. Die Vorstellungen der Werkzeuge fürs Web sind für mich eine große Quelle der Inspiration. Selbst suche ich im Web nicht nach neuen Tools, denn aufgrund meiner Zufriedenheit mit bestehenden Tools gibt es keinen Anreiz.
Lese ich das Buch, spare ich mir das Suchen. Ein Tool wie FireShot suche ich wohl kaum per Google. Im Buch stolpere ich aber über dieses Tool und wie man so ist, man schaut einfach kurz drauf. 70 Tools die in diesem Buch behandelt werden braucht natürlich niemand gleichzeitig. Es sind verschiedene Tools für bestimmte Anwendungsbereiche. Das Buch basiert auf einer ordentlichen Aufteilung und so mischen sich die Themen auch nicht zusammen.
Die Verwendungsmöglichkeiten
Persönlich könnte ich so ein Buch nie von der ersten bis zur letzten Seite zusammenhängend lesen. Dafür ist das Buch auch nicht gemacht. Wie viele Fachbücher, sollte man auch „Werkzeuge fürs Web“ als typisches „Nachschlagewerk“ ansehen. Sucht man Programme in bestimmten Bereichen, also Bildbearbeitung, Schreiben, Web-Entwicklung etc., so genügt aber immer ein Blick in das Inhaltsverzeichnis und auf die anschließend erklärende Seite.
Der Preis
Fachbücher in handfester Form haben eben ihren Preis. Wenn das Verhältnis stimmt und ein Buch das Wissen vermittelt was man sich davon verspricht, so ist ein Preis von 29,- Euro mit hoher Wahrscheinlichkeit in Ordnung. Ich finde den Preis angebracht, denn jede Skepsis die ich vorher hatte ist verschwunden.
2 Exemplare sind derzeit bei Amazon noch auf Lager. Abgesehen davon das gleich mein Partnerlink folgt und das man mit dem Kauf des Buchs auch Vladimirs Arbeit würdigt, kann ich es auf ehrliche Weise empfehlen.
Kaufen: Werkzeuge fürs Web (Amazonlink)
Ich möchte die Möglichkeit nicht auslassen, einfach mal drei Exemplare als Gewinn hier unter allen Lesern zu verlosen die einen Kommentar schreiben, in denen ihre eigene Meinung zum Buch steht, die sie aufgrund der Rezension jetzt haben. Ich suche dann einfach 3 Leute aus und dann kommt das Buch per Post. Deadline ist Freitag 00:01 Uhr!
Website zum Buch: Webwork Tools









Interessantes Review. Was vielleicht auch aus meiner Sicht erwähnenswert ist, das die Webseite zum Buch auch reichlich Informationen bietet (nicht nur zum Buch alleine) und ständig neue Inhalte aufweist.
Den Kommentar bitte nicht in das Gewinnspiel einfliessen lassen. (Wegen Mitwirkung bei Blogszene)
Das stimmt genau. Ich hätte einige Tools garnicht über google gesucht… wenn ich im Buch über die interessanten und mir (noch) unbekannten Tools lese, bin ich geneigt sie auch zu testen. Also kann das Buch auch für (Hardcore-)Onliner hilfreich sein. Ich würde es lesen wenn ich es gewinne
Und… das Perun-Weblog ist sowieso im Feedreader
Klingt für mich ganz interessant das Buch. Gerade in letzter Zeit bin ich durch einschlägige Blogs auf viele kleine nützliche Tools aufmerksam geworden. Ein komplettes Nachschlagewerk zum Thema käme mir da gerade recht
Nette Rezension. Ich muss sagen, das Buch hat sicherlich seine Daseinsberechtigung, allerdings bin ich – trotz deiner Erläuterung – ein wenig skeptische was den Nutzen angeht. Vielleicht schaut sich man das Buch zu Anfang an, dann stehts als Nachschlagewerk im Regal. Wenn ich jetzt wirklich nach einem Tool suche – ziehe ich dann das Buch oder Google zurate? ABER ich lasse mich natürlich gerne eines besseren belehren und von der Qualität des Buches überzeugen
Ich finde es generell etwas erschwerend eine Meinung zu einem Buch zu verfassen, welches man nicht gelesen hat. Das allerdings die Masse an solchen Büchern in den letzten Jahrenb zugenommen hat, lässt sich nicht bestreiten.
Allerdings ist die Qualität der Publikationen oftmals fraglich und meinerseits oftmals als Geldschneiderei zu werten. Beispiele hätte ich da einige… Aber zum Glück gibt es ja noch Alternativen wie deinen Blog, aus welchem man immer wieder optimale Informaionen ziehen und verwenden kannn ^^
Klingt ja echt ganz interessant. Gerade wenn man Tools sucht, wird man im Netz oft erschlagen oder landet immer nur genau bei einem einzigen Tool – dem bekanntesten aber nicht unbedingt dem besten.
Doch was ich vermisse:
Wird da auch genau auf die Vor- und Nachteile des Tools eingegangen? Wie ist das mit den ganzen Google-Anwendungen?
Beim gedruckten Buch habe ich eigenlich eher die Vorbehalte, wie lange es denn wohl aktuell ist und bleibt. Denn fast 30 € sollten zumindest für ein paar Jahre halten – ist zumindest meine Meinung.
Ein Blick rein wäre sicher interessant aber ob kaufen?
Die Frage die sich stellt ist ja, ob ein Buch über Webtools auch sinnvoll ist, bzw. nicht schon gleich wieder veraltet ist, sobald es auf den Markt kommt.
Interessant ist das Konzept der Interviews: Was sich lange bewährt kann nicht schlecht sein, da es sich um Personen handelt, die schon sehr lange im Web erfolgreich tätig sind. Und da ist meiner Meinung nach die Chance des Buches: Kein langes Suchen mehr, sondern direkte Erfahrungstipps. Ich kenne kein Fachbuch, was sich ausschließlich mit subjektiven Meinungen der Anwender auseinander setzt. Viel zu oft werden für mich nackte Zahlen mit einander verglichen. Außerdem haben Marktneulinge so auch eine Chance anerkannt zu werden.
Mich würde jedoch noch interessieren, ob jedes Interview nochmal kurz in Stickpunkten mit Vor- und Nachteilen zusammengefasst wird und wie unterschiedliche Tools mit gleichem Anwendungsgebiet verglichen werden, falls ähnliche Tools benannt werden.
Gibt es zu den Interviews tiefer gehende Erklärungen zur Bedienung oder ist das Buch eher ein Empfehlungsschreiben und weniger ein Handbuch?
Ansonsten sind 30 Euro angemessen, wenn man den Preis mit anderen Fachbüchern vergleicht, die deutlich mehr kosten.
Ich muss sagen, dass ich noch einwenig zwiegespalten sind, da es über Webwerkzeuge auch recht viele sinnige Artikel gibt. Dennoch geb ich dir natürlich vollkommen Recht, dass ein gutes Buch auch gern mal 30 oder 50 € kosten darf. Aber bei den vielen Büchern ist es doch recht schwierig geworden, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich einen Blick in das Buch werfen dürfte.
Das so manch einen der Wechsel sehr schwer fällt, kann ich nachvollziehen, ich hab damals auch Monate gebraucht bis von Flash FXP auf Filezilla umgestiegen bin.
schöne Grüße