Premium / Paid Content – Wann dafür bezahlen?

Derzeit geht es an verschiedenen Stellen um Premium Content bzw. Paid-Inhalte. Marco von SEOnauten.com ist einer von denen, die zum ganzen Thema einen Blogbeitrag verfasst haben. Kann ich mich ja mal anschließen und zu seinem Blogbeitrag ebenfalls einen Blogbeitrag schreiben. Immerhin hat er meine Entscheidung zum eigenen Premium-Bereich als Anlass für seinen Artikel „Premium Content für die deutsche SEO Szene“ genommen. Marco schreibt seine ehrliche Meinung zu diesem Thema und ich finde den Beitrag gut.

Meine Meinung zu Paid-Content

Generell bin ich bereit Geld zu bezahlen um aktuelle und gute Informationen zu erhalten. Ich zahle beispielsweise sehr gern Geld für meinen Zugang zu ibusiness.de. Bekomme dafür jedoch auch täglich kurze und lange News zur Branche. Noch dazu bekomme ich ausführliche Themen. Themen die ich sonst in dieser Art nicht aufbereitet im Web finde. Für Inhalte von Dr.Web kann man auch ruhigen Gewissens Geld ausgeben, genau wie für Akademie.de Content.

Nicht bezahlen möchte ich für Nachrichten von Internetworld.de. Solche Nachrichten bekomme ich an diversen Stellen im Web geliefert. Zum Teil auch schneller über Google News dank guten Quellen wie Golem.de, Netzwelt.de oder Winfuture.de. Nur um die gleichen Themen im neuen Gewand zu lesen, muss ich keine Zahlung vornehmen. Meldungen in großen Medien würde ich auch nicht unbedingt bezahlen. Kommen ja wenn sie wirklich bewegend sind später sowieso an anderen Stellen.

Würde Johannes beispielsweise noch mehr Details in seine Auswertungen packen und diese in einen Premium-Bereich stellen, würde ich auch dafür sehr gern einige Euros investieren. Bringt Radio4SEO die SEO-Show auf sachlicher Ebene mit Mehrwert für alle Hörer, zahle ich auch für diese Sendung gern Geld. Wenn sich natürlich unsere Kollegen vom SEM Kochstudio wieder mit Wein in die Ecke ballern, möchte ich für diese Belustigung nicht bezahlen.

Bezahlte Inhalte müssen nahezu einzigartig sein und einen Mehrwert bieten den der Leser an anderer Stelle in dieser Form nicht bekommt. Ist diese Voraussetzung erfüllt, steht einem Premium Bereich bei keinem Blogger etwas im Wege, wenn er zudem noch die Zeit dafür aufbringen kann und auch Lust am Thema hat, statt nur am Geld. Wenn es ums Geld geht, vermute ich wird es auf Dauer nicht sonderlich viel bezwecken.

Eigenlob stinkt

Ich lobe mich nicht gern selbst. Allerdings weiß ich, dass meine Themen nicht auf anderen Blogs stehen und so weiß ich auch, dass alle Leser in meinem Premium Bereich etwas Neues entdecken. Wie sehr man sich am Ende dafür interessiert, kann ich beim besten Willen nicht entscheiden. Über den Premium Bereich gibt es verschiedene Meinungen. Ihr könnt ja bei Andreas, Karl und Uwe nachlesen. Vielleicht entstehen ja hier in den Kommentaren auch noch Meinungen von Mitgliedern.

Partnerprogramm: Wer den Premium Bereich bewerben möchte, hat sogar die Möglichkeit 30% per Sale zu verdienen. Ein Partnerprogramm steht zur Verfügung und kann über die Startseite vom Premium Bereich erreicht werden.

Erweiterung, nicht selbständig

Ein paar Leute fragten mich – berechtigt – ob sich auf meinem eisy.eu und eisy.net, sowie im Online Marketing Forum jetzt etwas verändern wird. Nein! Es geht wie gewohnt mit meinen Beiträgen weiter. Premium Content ist nur eine Erweiterung mit Themen die ich sonst sowieso nicht veröffentlicht hätte. Man verliert keine Informationen wenn man nichts bezahlen möchte. Über Affiliate-Marketing, SEO etc. geht es an allen Stellen weiter wie gewohnt. Verstehe die Frage natürlich.

Kann Paid Content sich durchsetzen?

Ja, meiner Meinung nach kann es jeder Blogger schaffen, für sein Wissen und seine Beiträge entsprechenden Paid-Content ins Netz zu bringen. Man muss wirklich vorher genau überlegen ob man das möchte. Zahlen Mitglieder beispielsweise gleich für ein Jahr – was ich bei mir bereits jetzt oft erlebte – muss man auch bis zum Ende immer am Ball bleiben können. Einfach aufhören geht nicht. Wie mit allen Projekten auch, lebt und wächst man mit der Aufgabe aber die muss man auch durchziehen.

Weitere Beispiele für Premium Content Konzepte möchte ich an dieser Stelle nicht geben. Muss schon jeder Blogger allein entscheiden was und wie er es umsetzt. Daumen drücken würde ich dafür allerdings (fast) jedem. :)

Fazit

Zahlt dort wo es euch einen Mehrwert bringt! Wer nirgendwo bezahlen will, soll es halt auch nicht machen und weiterhin nur kostenlose Inhalte zur Kenntnis nehmen. Sicherlich ist das auch nicht der falsche Weg, aber der andere auch nicht!

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Über eisy
Hi, ich bin eisy (Soeren Eisenschmidt) und blogge seit 2007 auf eisy.eu. Meinen Weblog fülle ich bevorzugt mit Fachthemen rund um SEO, Affiliate-Marketing und relevanter Software. Regelmäßig ist mein Wissen bei Print- und Online-Magazinen gefragt.

17 Kommentare zu Premium / Paid Content – Wann dafür bezahlen?

  1. Ich lese hier eigentlich regelmäßig mal etwas. In der Regel interessiere ich mich aber eher für knallharte Fakten aus dem Affiliates Bereich. Mich würde interessieren was die Betreiber solcher Seiten alles gemacht haben um Geld zu verdienen. Wieviel sie an Arbeit, Zeit, Geld und so weiter reingesteckt haben. Wie diese Leute, also quasi auch du, die Kosten wieder reinbekommen und mit welchen Zeiträumen ihr sowas plant. Und das alles an festen Beispielen. Toll wäre zum Beispiel eine Serie über : Ich starte nun eine neue Affiliate Seite zum Bereich so und so und dann wird der Verlauf des Projekts offengelegt. Wenn sowas ausführlich in deinem Paid Content aufgenommen wird bin ich dein Kunde :-)

  2. @Hannes: Wäre wahrscheinlich nur mit Modellen machbar, die gefloppt sind. Wer legt denn bitte alle Fakten eines gut funktionierenden Konzepts auf den Tisch, damit am Folgetag 10 weitere Konkurrenten auf der Matte stehen, die das Konzept 1:1 kopiert haben? ;)

    @ Eisy: Ich schätze deine Beiträge sehr, Paid Membership wäre eine Sache, die ich vielleicht mal anteste. Letztendlich musst du dafür sorgen, dass die User bei der Stange bleiben, indem du wirklich Content bietest, der neu und interessant ist :)

  3. @Hannes: über ein neues Praxisbeispiel kann ich gern nachdenken. Die 8,99 Euro verlieren dann aber ihr Komma und werden hinten durch eine Null erweitert. ;) Premium-Content bedeutet noch lange nicht 1:1 Anleitungen zu erhalten. Ansonsten hat es Patrick auf den Punkt gebracht. Denn so ein Beispiel hatte ich bereits und das Ergebnis lässt sich recherchieren.

    @Patrick: Richtig, die Verantwortung liegt ganz auf meiner Seite. Ich habe im Februar / März 2010 erstmals ernsthaft über Premium Content nachgedacht und den Gedanken bis August 2010 jetzt weitergeführt. Es ist also wirklich keine Überlegung von gestern. :-) Recht hast Du!

  4. Wie schön waren noch die Zeiten, in welchen das Internet zur freien Informationsbeschaffung und Informationslieferung diente… Wirklich traurig, dass wir in einer Zeit angekommen sind, in welcher die Logistik von Information dem faschistischen System des Kapitalismus unterliegt…

    … damit dürfte der Gründungsgedanke des Netzes (Freie Information für alle) engültig gestorben sein. Leider! Viel Glück mit deinem Vorhaben…

  5. Ich denke es besteht bei vielen Menschen noch eine innere Blockade (Internet -> kostenlos).

    Ich persönlich muss zugeben, dass ich selber ungern für Inhalte bezahle. Ich habe einfach meist das Gefühl, dass mir für das gegebene Geld nicht das nötige entgegen gebracht wird (dies ist übrigens auch bei konventionellen Zeitschriften so). Eventuell ändert sich das ja zukünftig.

    Danke für den Artikel.

  6. Paid Content ich bekomme doch im Netz alles doch kostenlos!

    Vielleicht aber erstmals muss viel zeit investiert werden und ob die kostenlose Informationen wirklich so hochwertig sind , steht auf eine anderen Blatt.

    Paid Content wird wie Eisy schreibt für wirklich hochwertige Information sich durchsetzen können. Zwar wird diese Markt nicht zu Groß sein, aber ein Markt gibt es schon.

    Zu den Aussagen Früher war alles besser im Netz weil kostenlos.

    Meist sind die Leute die sich beschweren weil wirklich hochwertige Inhalt Geld kosten auch die, die gegen jeder Form der Werbung im Internet sind. Nur sollten die Überlegen das wirklich hochwertige Inhalte auch Zeit kostet. Und dann hier auch meist Fachleute dies schreiben. Ein Fachmann/Frau kostet aber meist zwischen 50 und 100 Euro pro Stunde. Also was spricht gegen eine monatliche Betrag von vielleicht maximal 10 Euro für wirklich gute Inhalte?

  7. @ Steven

    Dogmen sind niemals, zu keiner Zeit und bezüglich keines Themas gut.

    Das Netz wird immer ein Ort der freien Information für alle sein und bleiben. Das ist auch gut und wünschenswert. Daneben ist aber noch so viel Platz für andere Modelle, dass beide Parteien problemlos aneinander vorbei kommen sollten ;-)

  8. Es haben eben alle von Anfang an gelernt “Inhalte sind kostenlos”. Hier ein Umdenken zu erreichen wird sehr schwierig sein. Wenn überhaupt geht das sehr langsam.
    Oftmals ist es auch so, dass ich auf Seite A etwas bezahlen soll, was ich aber auf Seite B auch kostenlos bekomme.
    Es müssen also schon wirklich hochwertige Inhalte sein, die dann bestimmt auch als ‘kostenpflichtig’ angenommen werden. Mit etwas Geduld werden wir uns auch daran gewöhnen.

  9. Kann deine Argumentation gut nachvollziehen und deke auch dass in Zukunft es sich immer mehr in die Richtung bezahlten Contents entwickelt. Was durchaus für Blogger, die eben einen Mehrwert bieten, eine gute Möglichkeit ist sich weiter zu entwickeln. Sicherlich bleiben aber auch hier einige auf der Strecke.

    Wobei ich auch denke dass der Großteil an Informationen kostenlos bleibt, so wie Thomas es eben schon schrieb wird es eben schwierig sein ein Umdenken bei der Gesellschaft zu erreichen.

    Was aber auch verständlich ist, das selbst in einem Premium-Bereich, keine 1:1 gläserene Darstellung eines Affiliate-Marketing Konzepts dargestellt werden kann.

  10. Die Haltung, dass alles im Internet kostenlos zu sein hat, wird meiner Meinung nach stärker verbreitet als sie eigentlich ist. Es gibt ja bereits einige gute Angebote, wo genau mit denen im Artikel genannten Potenzialen gearbeitet wird.

    Etwa die Stiftung Warentest, die in vorbildlicher Manier ihren Content auch online anbietet, und dabei völlig zu Recht nicht umsonst. Die Inhalte entsprechen denen der Printausgabe des eigenen Magazins, diese kostenlos zu verteilen, nur weil sie nicht gedruckt sind, wäre unklug und unlogisch. Die Onlinekunden erhalten hier sogar noch zusätzliche Informationen, die nicht im Magazin erscheinen, also sogar ein echter Mehrwert gegenüber der Print-Variante. Warum funktioniert das ganze? Weil die Stiftung einzigartigen Content anbietet, der in vergleichbarer Form und Umfang nirgends kostenlos verfügbar ist!

    Dass die User dafür zahlen ist nur natürlich, und sichert so vermutlich auch den Fortbestand der Institution in einer Zeit, wo Print nur noch eine Randerscheinung ist.

    Es wird im Internet immer kostenlosen Content geben, was auch richtig und wichtig ist. Dies heißt aber nicht, dass es nicht möglich ist, oder möglich sein sollte, für angebrachte Inhalte auch Geld zu verlangen.

  11. Genau, Paid Content macht eben an manchen stellen sehr viel Sinn, an den meisten wiederum nicht!

    Ich habe mal eine Seminararbeit dazu verfasst, welche Faktoren wichtig sind und welche Preisgestaltung dabei beachtet werden muss.

    Hier eine kleine Leseprobe:

    http://wirkung-von-internetwerbung.de/2010/08/paid-content/paid-content-als-alternative-zu-online-werbung/

  12. Ich persönlich denke, dass ich paid content in Deutschland nicht durchsetzen wird — irgendwo wird es schließlich immer eine Quelle geben, auf der User den entsprechenden content kostenlos erhalten können…

    Und sei es (auch, wenn es nicht legal ist), weil irgendein User den Content gekauft hat und anschließend ausgedehnt in seinem eigenen Blog über das Thema tratscht.

    Ich habe es selbst einmal bei meinem Blog ausprobiert, das ganze auf paid content umzustellen und hab mir damit ordentlich die Leser fürs Erste vergrault…

  13. Ich denke nicht, dass sich das Konzept so gut durchsetzt. Es ist meiner Meinung nach aufjedenfall lohnenswerter, einen Blog oder eine Webseite aufzubauen, diese regelmäßig zu pflegen und vorhandene Werbeplätze zu vermarkten, Personenkreise zu erreichen und den eigentlichen Wert der Webseite kontinuierlich zu steigern.

  14. Es muss nicht immer alles kostenlos sein. Dadurch das diese Inhalte nicht jedem zur freien Verfügung stehen wird immerhin eine gewisse Exklusivität gewahrt und man findet diese Inhalte nicht an ‘jeder Ecke’.

    Wer ausschließlich mit kostenlosen Inhalten arbeitet macht natürlich nichts falsch nur muss hier sicherlich mehr Arbeit investiert werden.

  15. Es ist natürlich gut, wenn Leute, die an ihren Beiträgen arbeiten, auch Geld dafür bekommen. Aber eine Qualitätskontrolle gibt es im Netz nicht, die mir sagt, wie wertvoll der Content ist, für den ich bezahlen soll. Deshalb ist meine Regel: Wenn ich es offiziell irgendwo zitieren kann, zahl ich auch gern Geld dafür, ansonsten find ich toll, dass die Leute schreiben. :)

    Aber danke für den Artikel – auf jeden Fall interessant zu lesen, wie die Schreiber selbst das sehen.

  16. Thx für deine Infos,
    gut dass es Open Source Instrumente gibt :)
    …natürlich Gewöhnungsache ;)
    Grüße

  17. Ein sehr interessantes und kontroverses Thema.
    Einen eindeutigen und primären Standpunkt hier zu haben ist wohl nicht so ganz einfach. Es gibt zahlreiche Websitebetreiber, die sich nur damit befassen Ihr Wissen zu verbreiten und das als einzige Einnahmequelle zur Verfügung haben.
    Aber hier gibt es eine Kluft. Bei manchen Themen begründet sich Wissen, was die Grundlage für guten Content ist, oft auf Erfahrung. Die kann jedoch ganz unterschiedlich sein und so kommt es dann zu verschiedenen Inhalten zum selben Thema.
    Hier schreiben viele Menschen, die sich mit Inhalten beschäftigen und auch ständig auf der Suche sind nach solchen in guter Qualität. Und sicher wird mir der eine oder andere Zustimmen, das man mit bezahl Inhalten nicht immer zufriedenstellend bedient wird und so manchesmal sogar neue Fragen auftreten.
    Ich denke das man da sehr aufpassen muss. Wenn jemand für Content Geld verlangt, dann ist er nach den Gesetzen der Marktwirtschaft auch bemüht so viel wie möglich Profit zu erzielen. Und hier genau müsste man die Spreu vom Weizen trennen und deshalb sagt mir der Artikel hier auch zu, weil sich jemand Gedanken gemacht hat und diese auch erprobt wurden.

    Im Endeffeckt ist es doch alles in Allem nicht verwerflich, wenn man für das Wissen und die Arbeit die jemand hatte bezahlen soll, wenn man dafür wirklich einen Mehrwert bekommt. Die Verlässlichkeit der Informationen ist das Problem. Deshalb sind aus meiner Sicht solche Artikel und Beiträge wie hier sehr interessant.

    Bis dann Kay

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