Eine neue Umfrage von BITKOM und Forsa zum Thema „Paid-Content“ im Internet hat ergeben, dass 16 Prozent aller deutschen Internet-User dazu bereit sind, im Internet für Online-Artikel Geld zu bezahlen. Zwar wird die auf den ersten Blick eher schwache Zahlungsmoral von den Medien wieder als klassische „Kostenlos-Kultur“ betitelt, aber man sollte auch das Potential nicht vergessen, das sich hinter den 16 Prozent verbirgt.
Es liegt ja wohl weiterhin an den Anbietern selbst, sich bei den Nutzern mit einem attraktiven Angebot vorzustellen. Durch gute Geschäftsmodelle kann man auch aus den 16 Prozent noch viel mehr herausholen. Nur ist es doch klar, dass die Nutzer mit 84 Prozent für ein NEIN stimmen, wenn im Moment überall kostenlose Inhalte erhältlich sind. Finanzieren tun sich die Nachrichtenportal im Augenblick über Werbeeinblendungen durch Google Adsense, aber auch durch zahlreiche Werbung die aus Agenturen stammt.
In den letzten Jahren erzielten die Nachrichtenportale stets steigende Einnahmen und in diesem Jahr stellt BITKOM die Erwartung auf, erstmals die Marke von 1,5 Milliarden Euro fallen zu sehen. Was im Internet steigt, fällt in den Printmedien weiter ab. Der Anstieg der Einnahmen im Netz, gleicht jedoch den Verlust im Printgeschäft nur schwer aus. Neben den kostenlosen Artikeln sollte es machbar sein, vereinzelt auch kostenpflichtige Angebote zu etablieren. Ob man dies über den Verkauf einzelner Artikel über eine Art Prepaid-Konto löst, oder über eine Flatrate. Paid-Content wäre gut um den Qualitätsjournalismus (??) ein zweites Standbein zu geben.
Aus der Umfrage geht laut Berichten auch hervor, dass besonders die Menschen mit einer hohen Bildung dazu bereit sind mehr Geld zu bezahlen. Ein Blick auf die Menschen mit einem Hauptschulabschluss zeigt, hier sind nur 5 Prozent der Bevölkerung dazu bereit, für Online-Artikel in den Geldbeutel zu greifen. Die Gebildeten (so nennen es eben Medien), stehen mit jedem vierten (27 Prozent) auf der Bezahlliste. Deutlich aufgeschlossen sind gegenüber den Paid-Modellen auch 19 Prozent aller Befragten im Alter zwischen 18 bis 29 Jahren. Klar, denn bei dieser Altersgruppe trifft man auf genau die Menschen, die heute bereits Geld für kostenpflichtige Musiktitel ausgeben, oder sich Apps etc. downloaden. Hier ist die Gewohnheit bereits angekommen, auch mal kleine einzelne Beträge für eine Leistung zu bezahlen.
Kleine Beträge bedeutet bei Paid-Content in Form von Online-Artikeln, einzelnen Songs oder Erweiterungen jedoch das man wirklich von „Kleinstbeträgen“ spricht. Laut dem BITKOM-Webmonitor liegt die Grenze für bezahlte Artikel bei einem Euro. 93 Prozent wurden jedoch bei 10 Cent pro Artikel grundsätzlich bezahlen. 56 Prozent sogar einen Euro pro Artikel. Was allerdings ein stark übertriebener Preis ist. Ein Euro pro Artikel würde an Abzocke im Journalismus grenzen. Abwarten was in den kommenden Monaten alles bewegt wird.
Klar ist, ich würde für echten Journalismus auch Geld ausgeben, aber nicht für diesen, der eben heute mehrheitlich betrieben wird. Dann doch lieber aufbereitete Artikel in Blogs suchen und lesen, dafür aber eben auf eher weniger optimale Rechtschreibung manchmal auch verzichten. Am Ende steht der Inhalt einer Mitteilung im Vordergrund.









Ich wäre auch bereit für wirklich guten Content zu zahlen. Sicherlich müssen diese Inhalte dann wirklich Top sein und die Preise sich im Rahmen halten, aber wenn es passt warum den nicht?
Was auch wichtig ist: das Bezahlsystem. Es muss unkompliziert ein. Einfacher als Paypal etc.
Ich denke auch, wenn die digitalen Lesegeräte verbreiteter sind, dann wird es auch mehr Interesse und neue Käufer für kostenpflichtigen Content geben.
Ich kann Millus 100% zustimmen.
Paid Content in der Breite funktioniert nur mit einem einfachen Micropayment-Bezahlsystem.
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Hallo,
Paid Content ist der falsche Weg, um die Verlagsbranche aus der Krise zu befreien. Bekannte Verlage müssen lernen, mit den Gegebenheiten eines ansonsten kostenlosen Internets umzugehen, d.h. durch bessere Werbemöglichkeiten oder Interaktionsmöglichkeiten die Verluste auszugleichen.
Letzendlich werden Verlage nicht drum herum kommen, sich dem Markt zu stellen. Zulange hat man darauf gebaut, dass alles immer so weitergeht…
Grüße
Gretus
Ich denke ja Paidcontent wird sich nie wirklich durchsetzen. Sollte es tatsächlich von einigen grpßen Umgesetzt werden, kommen wieder diverse kleiner nach die es kostenlos anbieten und darin ihre Chance sehen.
Ich denke das es nur eine Frage der Zeit ist bis ein Big-Player das Bezahlen für Inhalten saloonfähig macht. Die besten Chancen hätte da wohl Apple, aber eben noch nicht das passende Produkt dazu.
Man denke nur wieviele ITunes nutzen, oder nun auch den App-Store. Viel. kommt Apple irgendwann einmal mit einem e-Bookreader im typischen Apple-Design und dann werden sicherlich viele bereit sein Geld für die Inhalte zu bezahlen und die Verlagen können diese dann direkt an Apple liefern (wie jetzt die Musikfirmen an Apple).
Ich würd nicht einen Pfennig zahlen .. wenn der Speigel geld will für Inhalte.. dann geh ich zumn Focus oder Notfalls auch zur BILD! Oder zu Google News … und ggf. dem Nachfolge Projekt asu dem HAus des Suma Riesen …
Exkurs: Fasziniert hat mich an dieser Meldung vor allem das Google Suchergebnis, welches diesem Post vorangeht und als erster Post kommt, wenn man nach ‘BITKOM Paid Content’ sucht. Da wird die BITKOM 2005 (!!!) zitiert mit den Worten, bezahlte Web-Inhalte seien im Kommen.
Hier der LINK: http://www.vnr.de/b2b/Marketing/bitkom-bezahlte-web-inhalte-im-kommen.html – Herrlich, nicht. Da frage ich mich, welchen Wert eine solche Nachricht hat…
Zum Thema: Micro-Payment und idealerwiese eine Bündelungsoption mit anderen Paid Content Anbietern, dann zahlen die User. Und natürlich dürfen Medien nicht nur von den Nachrichtendiensten und Organisationen deren Schlagzeilen abschreiben.
Paid Content wird sich nicht durchsetzen können. Für den Großteil müssen Digitale Medien halt kostenlos sein. Da schlägt die Geiz ist Geil Mentaltät voll durch.
Bevor der Konsument zur Kasse gebeten werden sollte, sollte man zuerst bei denen mal die Hand aufhalten, die den fremden Content ständig wieder verwerten. Die mache nämlich gutes Geld und haben es bei der Informationsbeschaffung sehr einfach. Ist ja alles schon da, kostenlos. Da werden wohl viele Recycling Journalisten und News Portale heulen und uns mit irgendwelchen Manifesten belästigen
Vielleicht sieht es bei exklusiven Content etwas anders aus (Premium Service) aber das dürfte in Deutschland schwer zu verkaufen zu sein. Siehe auch Filme on demand und Konsorten. Das geht da nur schleppend voran.
Die großen Newsportale verdienen an Werbung Geld genug. FreeTv Fernsehsender machen es ja nicht anders. Wer für Fernsehen kein Geld ausgibt, macht es für Content schon zweimal nicht. Vor allem in Deutschland wo die Geiz ist Geil Mentalität herrscht.
Alles muss nicht so kompliziert sein! Bitte!
Es ist halt immer so ne Sache, für Infos zahlen zu müssen. Ein Schüler, der viel liest, wird durch ein Paid-Content Prinzip und auch sehr kleine Geldbeträge schon deutlich benachteiligt.
Daran, dass das Internet Bücher nicht abgelöst hat, erkennt man aber auch, dass ganz grundsätzlich fast jeder bereit ist, für Infos zu bezahlen. Ok, Bücher sind was “handfestes”, Online-Artikel nicht, was bestimmt auch eine Rolle bei der Kaufentscheidung spielt. Aber beim “Bezahlen für Digitale Infos” ist, glaube ich, sowieso gerade ein Umdenk-Prozess im Gange, der sich unter anderem in Zukunft auch noch auf Online-Artikel auswirken wird.
ich würde gern Geld fürs Schreiben gutes Contents ausgeben, aber niemals werde ich meine Leser dazu zwingen, fürs Content zu zahlen. Es gibt so viele andere Möglichkeiten, Geld im Internet zu verdienen …
Im Internet ist es derzeit halt einfach so, dass man 90% der Informationen einfach kostenlos bekommen kann, wenn man sie nur richtig sucht.
Bei Büchern und anderen “Offline-Medien” ist es ja so, dass diese nie kostenlos zu haben waren/sind. Kann man daher nicht ganz vergleichen finde ich…
@gollaff:
Wenn ich dich richtig verstehe, gehst du davon aus, dass die Zahlungsbereitschaften für Off- und Online-Medien so bleiben wie sie sind, mit der Begründung “Weil das schon immer so war!”.
Bei der Ansicht kann man sie in der Tat nicht vergleichen, denn sie ändern sich ja nicht
16% ist nicht schlecht. Hat aufjedenfall ein Marktpotential.