Es kommt Online, es sorgt für Wirbel und geht wieder Offline! Zoomer, das in den Medien als „Web 2.0“ Nachrichtenportal abgestempelte News-Portal von Holtzbrinck stellt Ende Februar seinen Dienst wieder ein. Der große Aufwand der in Marketing investiert wurde, ist damit wieder Vergangenheit und der erste Geburtstag von Zoomer liegt beim Ende nur kurze Zeit zurück. Bei der Stuttgarter Verlagsgruppe nimmt man die Kosten und Risiken in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise also nicht auf sich, um eine neue Marke auf dem Markt der Nachrichtenportale zu etablieren. Der Mediendienst „kress“ hatte die Aufgabe diese Nachricht in die Welt zu tragen. Mit den betroffenen Mitarbeitern wird man sich einem Sozialplan widmen.
Die Erwartungen die man in Zoomer gesteckt hat, konnten schon zu Beginn noch nicht richtig erfüllt werden. Es schleppte sich etwas und so musste man im Dezember bereits ein bisschen was an der höheren Etage von Zoomer.de verändern. Chefredakteure von Zoomer.de und vom Tagesspiegel.de wurden entmachtet und Zeit-Online-Chef Wolfgang Blau in der Zentralredaktion unterstellt. Einer jedoch wollte es gar nicht erst darauf ankommen lassen: Zoomer-Chef Frank Syré, er packte seine Sachen rechtzeitig und wanderte in Richtung Bild-Zeitung aus.
Damit er vor den Lesern nicht einfach so davon läuft, verabschiedet er sich ordnungsgemäß mit einem schönen letzten Artikel auf dem Nachrichtenportal Zoomer.de. Darin schreibt er „Die Wirtschafts- und Medienkrise hat bei uns und in unserem Mutterkonzern durchgeschlagen. Ein teures Experiment, das wir nunmal sind und waren, ist unter diesen Rahmenbedingungen nicht durchzuhalten“, so Syré. Die Wirtschaftskrise entwickelt sich also auch zu einer Medienkrise? Wie dem auch sei, es zeigt das man auch bei Holtzbrinck rechnen muss, bevor man eine Entscheidung trifft. Der Start im Februar letzten Jahres sollte den Erfolg von Zoomer ankündigen, allerdings erntete der Start bei vielen Bloggern nur Gelächter und Titel wie „Zoomer. Wen Medien schlechter als schlechte Blogs werden“ standen kurzzeitig in den Lesercharts ganz oben. Die jugendliche Zielgruppe sollte mit Videobeiträgen angesprochen werden, es ging in die Hose denn die umworbene Zielgruppe lies sich einfach nicht konstant auf Zoomer.de ziehen.
Nach dem Relaunch im Dezember sind dann auch die vorher erarbeiteten – und echt nicht üblen – Zugriffszahlen eingebrochen. Die Begründung sollt laut Medienberichten bei dem vorübergehenden Verzicht auf Marketingmaßnahmen liegen. Aus eigener Kraft scheint man beim Nachrichtenportal Zoomer also noch keinen Traffic halten zu können. Über die Qualität der Beiträge lässt sich streiten, allerdings sollte ein Nachrichtenportal das so beworben wird und solch ein Background besitzt, auch auf einem sehr hohen Niveau schreiben. Alles andere dürfen nur Blogger wie Du und ich, die keine großen Medien darstellen.









Die Ursache für den Untergang wäre interessant. Also es muss ja an was liegen. Nun gut, dass die Beiträge nicht wirklich dem Niveau der Seite entsprechen ist schon klar, aber das kann doch nicht alles sein. Vielleicht ist der Ansatz verkehrt gewesen? Ich hätte eigentlich schon gedacht, dass die Seite wirklich potenzial hat. Und nicht untergeht. Aber da habe ich mich wohl getäuscht. Schade eigentlich. Aber da kann man wohl nichts machen. Vielleicht probieren sie es ja noch mal mit einem anderen Konzept.
Hab den Sinn dieser Seite sowieso nicht so recht verstanden…