Beitrag wurde am 10. Dez 2009 verfasst und hat 14 Kommentare
Myspace kauft Imeem und schließt es
Es wurde schon erwartet, dass Myspace die Social-Media-Plattform Imeem übernimmt. Jetzt ist genau dies geschehen, jedoch mit gravierenden Folgen für Imeem und das Personal hinter der Plattform. Zum Ärger der User von Imeem, steht nun fest, Myspace hat das Projekt gekillt. Imeem ist offline, die Domain leitet direkt zum Myspace-Angebot Myspace Music weiter. Niemanden muss man erklären, welcher Gedanke jetzt aufkommt. Myspace kaufte Imeem nur deshalb, um einen Konkurrenten vom Markt verschwinden zu lassen und dessen Vorzüge für sich zu gewinnen.
In den größeren Medien kreisen natürlich jetzt wieder pseudo-beruhigende Zitate. “In den kommenden Wochen wird unser Team so schnell wie möglich daran arbeiten, Aspekte von Imeem, die die Nutzer mögen” in Myspace Music zu integrieren. Na wenigstens beruhigt Owen Van Natta, seineszeichens Chef von Myspace, damit sein Gewissen.
Weiter heisst es… “Wir beginnen diesen Übergang schon heute, indem wir Imeem-Nutzer auf Myspace Music umleiten, wo sie ihre Lieblingsmusik entdecken können.” Klar Owen, deshalb sind die User ja bei Imeem gewesen, weil sie ihre Musik auf Myspace Music hören wollten! Die Wiedergabelisten aus Imeem sollen so schnell wie es geht auf Myspace Music angeboten werden. Die Nutzer können sich innerhalb der Übergangsphase also praktisch “eingeladen” fühlen, die voll lizenzierten Titel auf Myspace Music zu hören.
Imeem ist ein Start-Up aus San Francisco. Es wurde im Jahr 2003 von damaligen Napster-Mitarbeitern gegründet. Neben Imeem ist natürlich auch der Dienst Twt.fm jetzt für die Tonne. Dies war eine API-Plattform, bei der man Ausschnitte von Songs direkt Twittern könnte. Über den Twitter-Stream waren diese dann abrufbar. 1,5 Millionen Mitglieder zählte Twt.fm. Man brauchte um den Stream zu hören, nur seinen Twitter-Usernamen angeben und den Interpreten sowie Songtitel.
Bei Imeem selbst war es wie bei anderen Diensten auch. Man konnte als registrierter Benutzer seine Songs und Videos hochladen. Diese wurden dann über einen Stream zur Verfügung gestellt. Vier große Labels der Musikbranche haben sich 2007 mit Imeem verbündet und ihre Kataloge gegen die Umsatzbeteilung bei der Werbung zur Verfügung gestellt.
Nicht nur die User müssen jetzt leiden. Es kommt auch für die Mitarbeiter von Imeem sehr hart. Es werden nur vier Manager aus dem Team übernommen und selbst diese, bekommen scheinbar nur einen Beratervertrag für die Übergangsperiode. Bei iLike hatten die Leute der Führungsetage damals mehr Glück, denn die hat Myspace direkt übernommen. Jetzt abwarten was noch kommt und wie weit Myspace Music in Zukunft wirklich mit Features von Imeem ausgestattet wird.
Beiträge, die dir gefallen könnten
Autor von Myspace kauft Imeem und schließt es ist : eisy
14 Kommentare
Dieser Artikel hat bereits 206 views
Kategorie: Internet
Tags: Myspace, Social Media, Startups
Trackback URL: http://www.eisy.eu/myspace-kauft-imeem-und-schliesst-es-00214/trackback/
Kommentare zu Myspace kauft Imeem und schließt es
Einen spamfreien Kommentar schreiben






SantaCruze
10. Dezember 2009 um 13:12
Auch wenn ich das ganze nicht gut heißen kann was MySpace gemacht hat, die Verantwortlichen bei Imeem wussten doch sicherlich auch, was passieren würde, wenn Sie verkaufen. Selbst schuld bei so nem Schritt.
Markus
10. Dezember 2009 um 13:47
Wie mein Vorredner schon sagt. MySpace handelt eben im Sinne ihres eigenen Unternehmens und Imeem hat dies mit Sicherheit auch gewusst.
Eisy
10. Dezember 2009 um 14:14
Klar, für die Verantwortlichen von Imeem ist dies mit Sicherheit keine Überraschung. Die geschockten Personen sind auch eher User, die Imeem gern genutzt haben und jetzt nicht mehr nutzen können. Zudem sind damit eben auch Playlists etc. verloren gegangen. Ja, jetzt kann man sagen “Playlists gehören auf den PC” etc. aber ja, abwarten, wenn YouTube gekauft und geschlossen wird
bwin
11. Dezember 2009 um 12:50
Ist ja nicht verwunderlich, dass die Kleinen wieder unter den Großen leiden. Myspace hat das sicher nur gemacht, um einen Konkurrenten weniger zu haben.
Was dann mit den Kunden passiert interessiert dann später niemanden mehr.
Charly
11. Dezember 2009 um 21:50
Ich bin mal gespannt ob myspace imeem nun wieder öffnet. Ist schon ungewöhnlihc, das man etwas kauft um es dann zu schliessen. Normalerweise wird integriert und es werden Kosten optimiert.
Sohrweide
12. Dezember 2009 um 09:39
Aus Marktwirtschaftlicher Sicht ist ein deratiger radikaler Schritt zwar nicht sozial, doch rein Betriebwirtschaftlich völlig in Ordnung!
humanity
12. Dezember 2009 um 18:06
habe einen Artikel gelesen, das ein Pressesprecher bei MySpace nur gesagt haben soll: “wir werden die Funktionen von Imeem demnächst in MySpace einbauen.”
Michael
13. Dezember 2009 um 09:08
Für MySpace macht das natürlich Sinn und ist ein gängiges Geschäftsgebaren. Meist sind diese Angebote für die Inhabe zu verlockend um einmal schnell große Kasse zu machen. Schade für die Imeem Mitarbeiter und die User.
Micha
13. Dezember 2009 um 21:21
Unfassbar, dass so etwas möglich ist! Vielleicht kauft BMW ja noch Opel auf, um deren Autos zu verschrotten.
Phil
14. Dezember 2009 um 00:13
Muss man eigentlich nichts zu sagen! Aber aus “Wirtschaftlicher” Sicht – vielleicht ein gelungener Schachzug – für MySpace. So läufts eben auf der Welt .. Fressen oder gefressen werden. In diesem Falle eben schlucken oder geschluckt werden!
Play-004
16. Dezember 2009 um 23:50
Hmmm, also ich weiß nicht, ob das wirklich notwendig gewesen wär?
Man hätte es ja auch mal kaufen können, die Vorzüge in Myspace übernehmen können und später dann mal über die Schließung nachdenken…..
Helmut K.
26. Dezember 2009 um 16:10
Das ist schon hart, dass die Imeem dann sofort geshclossen haben, aber wussten die das von Imeem vor dem Verkauf oder nicht?
Tarik
8. Januar 2010 um 07:00
Ich finde es erschreckend, was alles getan wird, um sich einen Vorteil im “kapitalistischen System” zu verschaffen…
Was soll das?
Kann man denn nicht auch mal aus Anwendersicht denken?
Überlegen, ob Vielfalt nicht auch seine Vorteile hat?
HjSchulze
27. Januar 2010 um 14:26
Ich war bei Imeem lange und regelmäßig unterwegs. Hatte da viel Zeit und Mühe in aufwendige Playlists investiert.. Nicht einmal eine eMail gab es mit der Benachrichtung: Hey Leute wir verkaufen an myspace und schließen…
Frechheit.. Ich hoffe dass die playlists wieder auftauchen sobald myspace die features einbaut, aber darauf wetten würde ich nicht..