Google verhängt keine dauerhaften Penaltys per Hand, jedoch per Algorithmus

Täglich greift einer von Googles Algorithmen und ein Penalty wird gesetzt. Dabei weiß der Webmaster nicht immer direkt warum dies geschah und „was“ es für ein Abstrafung ist. Generell sind zwei grundsätzliche Optionen verfügbar. Entweder gibt es eine Penalty direkt aus einem Algorithmus heraus, oder es gibt einen Penalty der manuell vergeben wird. Die beiden Optionen haben gravierende Unterschiede, denn rein theoretisch und auch praktisch, kann der Algorithmus einen Penalty dauerhaft setzen. Dafür muss der Betreiber der Seite jedoch mit großer Ignoranz reagieren.

Matt bekam mal wieder eine Frage von einem Nutzer. Dieser erkundigte sich, um es endlose Penaltys gibt, oder ob diese immer aufgehoben werden, wenn die Website wieder den Richtlinien entspricht. Wie von Matt bereits gewohnt, reagiert er mit einer Video-Antwort auf diese Fragen. Diese Video-Antwort möchte ich euch hier kurz zeigen. Wer aus dem Video heraus bereits alles verstanden hat, braucht im Anschluss auch nicht weiterlesen.

Matt geht in seiner Video-Antwort zunächst auf die verschiedenen Algorithmen ein und erzählt, dass Penaltys beispielsweise nach manuellen SPAM-Reports auch manuell gesetzt werden. Diese Penaltys passieren meist dann, wenn eine Seite mit anstößigen Inhalten, oder die, die den Richtlinien durch Keyword Stuffing, Cloaking etc. widersprechen, gemeldet werden. Für die letzten Punkte arbeiten aber auch Engineers bei Google daran, hier besondere Klassifizierungen zu entwickeln, damit Algorithmen auf diese Signale hin automatisch greifen.

Manuelle Penalty

Gut, es stehen nun also die automatischen und manuellen Abstrafungen im Raum. Wird eine Website per SPAM-Report gemeldet, ist der Grund dafür egal. Das Team rund um Matt geht den Meldungen nach. Gehandelt wird dann ggf. mit manuellen Penaltys. Das Team checkt die Seite auf Verstöße und legt Penaltys entsprechend den Verstößen zugeordnet fest. Matt nennt im Video als Beispiel „versteckten Text-Content“. Bei diesem Verstoß kann also nun eine Penalty für die Dauer von 30 Tagen gesetzt werden. Sobald die Zeit-Sperre abgelaufen ist, steht die Seite wieder ganz normal in den Suchergebnissen. Meldet jemand die Seite erneut, kommt es wieder zur manuellen Prüfung und Penalty. Laut Matt ist bei großen Verstößen das Prinzip identisch. Nur die Dauer der Penalty kann wesentlich länger sein.

Vorherige Aufhebung

Ja, Google bzw. das Search Quality Team ist in der Lage eine Penalty vorzeitig wieder aufzuheben, wenn der Betreiber der Website die Probleme behoben hat. Hierfür kann man einen Antrag stellen. Das Team prüft die Website – die Gründe für die Abstrafung wurden ja dokumentiert – und gibt die Website wieder frei, wenn wirklich alles bereits in Ordnung ist. Ansonsten läuft der Penalty seine Laufzeit allein ab.

Algorithmus Penalty

Jetzt wird es etwas umständlicher. Greift einer der vielen Algorithmen (ja, viele laufen am Ende zu einem großen bösen Monster zusammen) die für Verstöße zuständig sind, wird hier kein Zeitlimit gesetzt. Im Gegensatz zur manuellen Abstrafung kann die automatische Abstrafung wirklich endlos lange bestehen. Jedoch passiert dies eigentlich nicht. Der Seitenbetreiber ist stets in der Lage die Verstöße gegen die Webmaster Richtlinien zu entfernen. Die Seite wird von Zeit zu Zeit von Google immer wieder besucht und gecrawlt. Dabei erkennt der Algorithmus auch, ob die Seite in Ordnung ist. Ist dies der Fall, verschwindet die Penalty wieder.

Vorherige Aufhebung

Nein, dass Team kann – und darf – aus ganz logischen Gründen eine Website die vorher automatisch abgestraft wurde, nicht bei einem Widerspruch / Antrag auf Auflösung des Penaltys (bzw. Reinclusion Request) vom Penalty befreien. Der Nutzer muss wirklich warten bis die Seite wieder vom Algorithmus als „sauber“ erfasst wurde. Würde hier eine manuelle Aufhebung stattfinden, würde das Team schließlich den Algorithmus „aushebeln“ und wenn die Seite vom Crawler beim nächsten Besuch wieder nicht als sauber empfunden wird, setzt der Penalty wieder ein. Das würde am Ende absolut nichts bringen, außer einen großen Eiertanz.

Laut Matt werden auch nur die manuellen Penaltys überprüft. Alle anderen Penaltys werden nur zur Kenntnis genommen, aber unterliegen keiner weiteren, manuellen Prüfung. Bei einem Reinclusion Request wird auch nur geschaut ob der Penalty manuell oder automatisch stattfand und entsprechend gehandelt oder ignoriert.

Fazit

Am besten keine Abstrafung kassieren. Wenn man eine hat, sollte man sensibel die Website untersuchen – viele Betreiber kennen den Grund, weil sie es darauf anlegten – und den Richtlinien anpassen. Ob man im Anschluss einen Antrag stellt oder nicht, ist eigentlich egal. Denn der Crawler zieht automatisch die vom Algorithmus gesetzten Abstrafungen aus und die manuellen Penaltys laufen zeitlich aus. Sprich, so oder so, wenn man alles wieder in Ordnung brachte, kommt die Website auch allein wieder in die Rankings.

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14 Kommentare zu Google verhängt keine dauerhaften Penaltys per Hand, jedoch per Algorithmus

  1. Ich unterscheide eigentlich zwischen beiden Abstrafungen immer zwischen Filter und Penalty. Eine Penalty bedeutet, dass eine Seite komplett aus dem Index ist. Beim Filter greift der Algorithmus. Du beschreibst das aber auch so locker eisy :) einfach abwarten und die Rankings kommen wieder, wenn alles andere passt…das kann in einem Monat mal eben 1000 EUR fehlende Einnahmen ausmachen. :)

    • Ja, ich bin bei diesem Thema aber immer ein Freund der Einfachheit. Daher wollte ich nicht auch noch Filter als Unterschied (begriffliche Unterscheidung) mit einbringen. Ebenso möchte ich nicht – wie viele andere Leute es gern machen – Themen rund um Google so sehr dramatisieren. Das verunsichert mehr, als das es aufklärt. Deshalb behandel ich diese Themen viel lieber locker. :-)

      Dennoch sehe ich das wie Du. Man kann u.U. viel Geld verlieren. Aber was am Ende zum Reinclusion führte (zeitliche Grenze oder manuelle Freigabe) weiß man doch eh nicht genau. ;-) Wer weiß wie lange die Anträge wirklich dauern, bis sie am Ziel ankommen. Danach noch die Prüfung und die Freischaltung.

      Zuletzt muss man auch oft zugeben, dass die Leute ihre tausende Euros nicht unverschuldet verlieren. ;-)

  2. Und was mache ich, wenn ich nicht weiß warum ich eins der beiden habe? Habe da sogar mehrere Seiten, eine die immer gerankt hat und seit dem 01.02 spurlos verschwunden ist und eine andere, die mal 5 tage da ist und dann wieder weg usw…

  3. Das geht mir ähnlich wie Henry.

  4. Das geht nicht nur euch so :) Das mit dem Verschwinden der Rankings passiert schnell mal. Auch das springen in den Rankings kann ich bei einigen Seiten (vor allem Neuen) feststellen.

    • Richtig, vor allem neue, deswegen war ich ja auch so fertig als meine alteingessene KW Domain mit fast perfekten Rankings von heute auf morgen weg war UND auch nicht mal mehr paar Tage da war…

      Und dass schlimmste Problem: Ich habe keinen schimmer was ich machen kann damit sie wieder rankt =(

  5. Und was macht man, wenn eine expired Domain abgestraft wurde und man die Links nicht wieder entfernen kann?

    Und noch was: auch bei neuen Domains tauchen nach und nach ältere Spam Links auf wodurch einige meiner Webseiten abgestraft wurden.

    Was kann man da machen außer SEO-Tee trinken?

  6. Das Thema ist wirklich sehr heikel und brisant. Meine Page hatte bis vor kurzem einen sehr guten PageRank und wurde nun anscheinend auch abgestraft, ich frage mich warum?!
    Ist es so viel Mehraufwand, wenn jedem, dem sowas passiert, eine kurze Begründung mitgeteilt wird? Ich meine, aus Fehlern lernt man, dass sollte ja auch google zugute kommen letztendlich…

  7. Wie sieht es eigentlich mit Fremdverschuldetem Vergehen gegen Googles Richtlinien aus? Also wenn z.B die eigenen Artikel per Contentgrabber (also nicht der ganze Content, sondern mehr Überschrift und etwas Text)) Fremdvelinkt werden.

    Bei crazytoast geht da gerade dieses Thema um und netterweise hat sich der Contengrabber , der sich selbst ‘Der Boese’ nennt in die Diskussion eingebracht, aber die Fronten sind verhärtet.

    http://www.crazytoast.de/trackback-pingback-spam-2-spammer-angeschrieben.html

    Klar kann man ab und an freundlich bitten, dies zu unterlassen, aber wenn der Betreiber im Ausland ist, kann man eh nichts tun. Sind eingehende Links von einer eventuellen Bad Neighborhood genauso schlimm wie ausgehende Links zu deren Seite?

  8. Danke Eisy für diesen tollen und interessanten Beitrag. Da unser Blog letzthin leider auch von einer Abstrafung betroffen war mache ich mich schon seit längerem auf die Suche nach der Ursache.

    Sprich die Traffic-Einbußen betragen ca. 40 bis 50% und vor allem die Hauptkeywords im Long-Tail haben darunter gelitten. Nun ist es aber schwierig festzustellen wo genau das Problem hakt da der Content unique und selbst geschrieben ist. Ebenso wurde wirklich jede Tasche von uns recherchiert und beschrieben, sprich für mich und nicht nur für mich stellt die Website wirklich einen Mehrwert dar. Wahrscheinlich war der Grund das wir zu Weihnachten ein Gewinnspiel gemacht hatten und dort Links gesetzt werden mussten um bei der Verlosung dabei zu sein … nun die Frage an euch Experten, kann man sowas wieder rückgängig machen oder erkennt ihr irgendwelche sonstigen Mängel bei unserem Blog?

    lg aus Südtirol
    Daniel

  9. Hallo, besten Dank für den Artikel. Die o.g. genannten Maßnahmen dürften seriös gemachte websites und deren Ranking eher nicht betreffen. Andere Maßnahmen hingegen schon.
    1. Mit besserer allgemeiner Verfügbarkeit von Tools wie alexa.com,sistrix, xovi oder SEM Rush und einem Budget von ca. ab 1000 EUR monatlich plus Personalkosten kann jeder der Geld hat eine SEM Materialschlacht um Platz 1 für jegliches Keyword vom Stapel lassen. Gebremst wird er nur durch ausbleibende Überrendite auf Grund von Schwarmintelligenz.
    Das führt zu Auf und Abwärtsbewegungen im Ranking je nach dem was die Wettbewerber gerade veranstalten.
    2. Ausbleibende Besucher versenken eine website auch nach unten im Ranking.
    3. verschwundene (gelöschte) Backlinks sind dem Ranking nicht zuträglich. Das sollte man mindestens monatlich mal mit backlinkcheck.com testen.
    4. nur durch Zufall habe ich durch drei Zeilen in einer Verkaufswebsite mitbekommen das unser aller Suchmaschinenmarktführer ca. ab Mitte Januar 2011 ein sog. Quality Update
    durchgeführt hat. Auf Grund von Kritik an der Relevanz der Suchergebnisse in den USA sucht man nun nach “Qualitätswebsites” d.h. diverse Affiliate orientierte Projekte verschwanden in den Untiefen weit hinter Seite 10 der Ergebnisliste.
    Im Sistrix Blog: http://www.sistrix.de/news/985-algorithmus-nderung-google-sucht-nach-qualit-t.html findet der interessierte SEO näheres. Also bleibt nur Content weiterentwickeln und neuen Linkaufbau machen.

  10. Bei einer meiner Webseiten hat es – ohne dass ich damit etwas sonderlich komisches gemacht habe, einmal 5 Jahre gedauert, bis diese wieder im Index aufgetaucht ist. Auf der Webseite lief ein Linkverzeichnis für meine Region auf der lokale Webseiten verlinkt waren. Das Projekt konnte ich natürlich damals kicken, nachdem die Seite 5 Jahre nicht mehr auffindbar war.

  11. Vielen Dank für den ausführlichen Artikel. Super verständlich geschrieben. Werde deine Seite nun öfters mal besuchen. Lg und weiter so!

  12. Danke für den Artikel, gute Erklärung.
    Das könnte tatsächlich eines meiner Probleme mit einem vregangenen Projekt erklären…
    Bye
    T.

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