Google als neuer Mitbewerber im Bereich Finanzvergleich

Vor ein paar Tagen startete „Google advisor“. Nach der erfolgreichen Shop-Suche bringt Google jetzt auch das eigene Vergleichsportal im Finanz-Bereich. Google als Marke die man nur als „Suchmaschine“ wahrnimmt muss jetzt auch als richtige „Marke“ gewinnen. Darum soll es aber hier nicht gehen. Jetzt steht am Markt der Finanzvergleiche und Informationsportale ein weiterer Mitbewerber. Und Google als Mitbewerber ist garantiert nicht zu unterschätzen. Zudem Google viele Dinge wesentlich besser macht als führende Portale und Google hat außerdem auch ganz andere Optionen auf Reichweite.

Bisher ist über einen Start in Deutschland nichts zu finden. Doch auf dem amerikanischen Markt müssen sich Finanz-Affiliates und einzelne Anbieter bereits jetzt gegen Google advisor durchsetzen. Und das obwohl nach dem Panda Update einige Vergleichsportale richtig Probleme bekamen, wie auch auf SEO-United kurz angesprochen. Dort stellt man sich vielmehr die Frage in wie weit Google hier nun immer mehr versucht die Nutzer auf eigenen Seiten zu halten, statt sie durchzuleiten auf andere Seiten. Dabei finde ich muss man halt einfach mal deutlich machen: Google ist ein Unternehmen was stets neue Wege einschlägt. Man muss eben wachsen und nicht als Suchmaschine stehenbleiben. Schaut man mal auf Microsoft in den letzten Jahren kann man deutlich sehen wie sehr man sich in Windows verrannte und das Web verpasste. Das zumindest passiert Google derzeit nicht.

Google advisor

Das neue Vergleichs- und Informationsportal von Google ist generell sehr übersichtlich und die Performance der Seite ist einfach genial. Auf der Startseite wird dem Besucher sofort mitgeteilt was die Seite ihm für einen Nutzen bringt und direkt darunter sieht er auf den ersten Blick die Kategorien der Angebote.

Wenn eine Affiliate-Seite so aussieht, hat der Betreiber schon vieles richtig gemacht. Blickt man jedoch in den Wettbewerb am deutschsprachigen Markt wird man schnell erkennen, dass es enorm klemmt. Die Startseite bei Google Advisor kommt auf 80 / 100 Punkten im Page Speed. Viele Seiten bei uns am Markt sind froh wenn sie über 30 Punkte kommen. Vergleichen wir mal im Bereich Kreditkarten die jeweiligen Unterseiten mit den Tabellen.

Ich weiß, dass die Performance der Seite nur ein Kriterium von vielen ist. Daher möchte ich auch einen weiteren Unterschied nennen. Auf der Seite von Google bekommt man nach dem Klick auf Kreditkarten-Vergleich direkt die Tabelle angezeigt. Macht man dies bei den meisten deutschsprachigen Seiten, springt einem erst Text-Content bis zum Abwinken ins Gesicht. Was aber will der Nutzer mit dem Text, wenn er einen Vergleich sucht. Man erkennt irgendwie sofort das Usability, SEO und CTR-Optimierung – bei vielen Betreibern – noch nicht ganz im Verbund verstand sind. Wo es dann richtig peinlich wird ist beim Blick auf die Tabellen der einzelnen Anbieter. Sehen ja alle irgendwie gleich aus. Nur das bei manchen das Netzwerk drunter steht, bei anderen nicht.

Richtige Informationen zu den Angeboten bekommt der Nutzer in seltensten Fällen. Nicht so bei Google, denn dort hat jede einzelne Kreditkarte eine Detailseite mit haufenweise Informationen. Das ist dann auch echter Mehrwert und am amerikanischen Markt wurde dies auch längst begriffen. Man schaue sich mal dort die führenden Finanzseiten an. Gibt es hier viel Nachholbedarf.

Hier mal noch ein Blick auf eine Detailseite bei Google.

Da braucht man nicht weiter drüber reden. Das vertrauensvolle Logo von Discover ist da. Der CTA Button ist sofort sichtbar und unterbewusst stärkt Google das Vertrauen der Nutzer indem man die Bedingungen direkt verlinkt. Im Anschluss die wichtigsten Fakten zum Produkt und wer mehr lesen mag, unter diesem Part sind noch haufenweise Zusatzinfos. Rundum sei gesagt, hier denken Leute ernsthaft mit und das sieht man deutlich.

Fazit

Google bringt hier ein Portal mit echtem Mehrwert und ich finde es super. Affiliates und andere Betreiber können eine Menge von Google Advisor lernen und sollten es auch unbedingt. Das es einen faden Beigeschmack hat weil das Panda Update einige Seiten erwischte ist okay, aber mal ehrlich, es hat auch noch viel mehr Seiten nicht erwischt. Kommt Google mit diesem Portal in DE an den Start wird es meiner Meinung nach ein voller Erfolg!

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Über eisy
Hi, ich bin eisy (Soeren Eisenschmidt) und blogge seit 2007 auf eisy.eu. Meinen Weblog fülle ich bevorzugt mit Fachthemen rund um SEO, Affiliate-Marketing und relevanter Software. Regelmäßig ist mein Wissen bei Print- und Online-Magazinen gefragt.

15 Kommentare zu Google als neuer Mitbewerber im Bereich Finanzvergleich

  1. Toller Beitrag. Ich bin nun sehr gespannt wann google damit neue Standards für zukünftige Affiliate-Pages festlegen wird. Bei der Suche hat es ja geklappt, fast jede Suche nutzt nun nur noch ein Suchfeld.
    Ist doch denkbar das dieses Design, die Funktionalitäten bald auf verschiedenen anderen Webseiten zu finden sein wird, eventuell sogar noch vor google´s DE-Start.

    • Stimmt absolut!
      Google hat den klitzekleinen Vorteil, dass deren Seiten nicht Ranken müssen und können sich daher auf die und CRO konzentrieren. – was hierzulande findige Finance-Affiliates auch tun.

      Lg
      /kai

  2. Es war ja zu erwarten, dass Google irgendwann seine Möglichkeiten nutzt und selbst unter die Anbieter geht. Mal schauen, was als nächstes kommt.

  3. Zitat: ” … Kommt Google mit diesem Portal in DE an den Start wird es meiner Meinung nach ein voller Erfolg! …”

    Eben, aber meiner Meinung nach nicht für Affliates. Wenn ich das Google Instrument Advisor richtig interpretiert habe stehen Affiliates schlechte Zeiten bevor … Nur Marketing-Firmen werden davon Profitieren .

    Aber man kann sich auch irren… Bleibt zu hoffen, das Advisor noch ein wenig vom deutschen Markt fern bleibt ;-)

    Grüße

  4. Google wird immer besser und besser! Manchmal sind die Ideen bleiben überrascht, dass wir Menschen haben bei Google. Ich denke, Google sieht aus wie ein paar Jahren. Eine kleine Suchmaschine, nicht viel bekannt, aber hier und heute davon abhängen, wie viele Websites, wenn nicht alle!

    /edit: eisy: Blogspam-Freak

  5. Auf den ersten Blick, sehr übersichtlich und faktenorientiert. Außerdem eine sehr interessante Art, mit dem ganzen Finanzvergleichsportal-spam umzugehen. Davon gibt es ja (leider) tausende und die meisten sind extrem schlecht. die Qualitätsfrage vom Panda “würden Sie diesem Portal Ihre Kreditkartendaten anvertrauen?” würde ich meistens mit nein beantworten.

  6. BigLembowski // 24. Mai 2011 um 09:34 // Antworten

    @Sebastian schöner Blogspam Eintrag…. schönes Beispiel mit Google Übersetzer von Englisch in Deutsch übersetzt und hier reingepastet….

    Aber nun zum eigentlichen Thema .. Ich finde es Schwachsinn was Google da versucht. Google ist eine Suchmaschine und sollte es auch bleiben. Die Suche ist bei weitem nicht ausgereift. Google versucht immer wieder in neue Geschäftsfelder einzusteigen. Wie man aber an einigen Projekten schon gesehen hat, nicht immer erfolgreich.

    Sich im Affiliate Geschäft zu versuchen, finde ich gewagt. Davon mal abgesehen das Google nicht viel Ahnung in diesen Bereich hat. Wenn Eisy anspricht ein Pagespeed von 80 ist auch kein Wunder wenn man keine Bilder einsetzt. Ob das aber das Top Marketing ist in diesem Bereich weiß ich nicht. Für mich sieht das alles sehr lieblos aus. Einfach ein paar Kreditkarten untereinander geknallt Beschreibungen von den Betreibern übernommen Button hin und fertig…. das is für mich ein Thin Affiliate Seite die Google selbst verteufelt ;o)

    Die Frage ist ja auch gerde in diesen Bereich geht es um sensible Daten die eingegeben werden müssen. Ob man sensible Daten und Google gut miteinander verbinden kann? Ich glaube eher nicht.. Zwar müssen die Daten nicht direkt bei Google eingegeben werden aber es macht erst einmal den Anschein.

  7. Also ich finde abgesehen davon, dass es um einen Finanzvergleich geht, die UI besonders gelungen. Simpel aufgebaut, mit Ajax Suchfunktion und dazu noch eine Vergleichsoption – perfekt gelöst! Das ließe sich für Allerlei nutzen – um Dinge & Sachen miteinander zu vergleichen :) – Und dass Google hier seine Stellung ausnutzt mag sein, da die Daten aber allesamt aggregiert wurden, gibt es hier genügend Ansatzpotential für die Empfehler um das ‘Mehr’ zu bieten, was Google mit Algos eben nicht schafft. Na ja – nur so ein Gedanken ;

  8. Das Portal ist wirklich gut aufgebaut und dank der Google Server sowie Optimierung auch mit einer guten Ladezeit versehen. Was ich jedoch vermisse wären aktuelle Nachrichten über die jeweilige Bank. Eventuell Schlagzeilen, sowohl positive wie auch negative um sich ein komplettes Bild von dem jeweiligen Institut machen zu können. Das würde wirklichen Mehrwert bieten.

  9. @Andreas
    Wieso sollte Google das machen. Vor allem bei den Firmen die vll. am Besten zahlen? Würden sie ja genau so weniger verdienen, wie ein Affiliate der seine Partner mit den höchsten Provisionen nieder macht.

    Google legt find ich mit ihrem Advisor-Portal einfach ‘ne Doppelmoral hin, wie sie im Buche steht. Erst groß rumlabern, dass ein Großteil der Affiliateseiten minderwertig wäre, dann selber herkommen und Google Advisor starten, dessen Qualität auch nicht besser ist als diverser 1-10 Affiliate Sites.
    Und dann noch halbe Tabellen mit ‘Information not available’ ausfüllen. Das sollte mal ‘n Affiliate machen…

  10. Also wenn du dir mal einen Namen gemacht hast, dann kannst du Dinge eben leichter verkaufen. Und Gooooogle hat eben einen guten Namen, so wie ich finde. Beim Geschäfte machen, zählt eben für manche Geschäftsleute die Moral nicht.

    Da gebe ich dir Recht, wenn man die Seite genau unter die Lupe nimmt, ist die Seite auch nichts besonderes, ausser eben die web2.0 features. Aber an Mehrinformationen mangelt es meiner Meinung nach auch. Soll heißen, der Kunde bekommt auch der eigentlichen Zielseite auch nichts anderes bzw. weniger an Informationen geboten als auf der Landingpage.

  11. Ist auf jeden Fall als Standardisierung zu begrüßen. Interessant ist es aber, wie Google mit diesem weiteren Projekt vorankommt.

  12. Eigentlich ist das ein logischer Schritt von Google, mit den Shopping-Ergebnissen gab es ja bereits eine Konkurrenz zu den Produktvergleichsportalen. Ob das nun gut ist, bleibt eher fraglich. Letztendlich beziehen wir immer mehr Informationen von Google. Eine gesunde Konkurrenz wäre mir da lieber. Wenn man sich überlegt, wie viele Unternehmen inzwischen komplett von Google abhängig sind, ist das eher eine bedenkliche Entwicklung.

    Google muss sich zudem einen Dreck um die eigenen Richtlinien scheren. Eine normale Affiliate-Seite, die so aussehen würde, wie der Google Advisor, würde keinen Blumentopf gewinnen. Schaut man sich die regulären Seiten an, die im Versicherungsbereich vorne Ranken, sieht man überwiegend Seiten, die tonnenweise Content drauf haben, damit die Relevanz in den Augen von Google stimmt.

    Google wird immer mehr “evil”. Auch bei AdSense für Contentseiten sieht man mittlerweile massenweise Werbung für die eigenen Services, wie Chrome oder iGoogle. Ob Google hier auch Kohle an die Publisher abdrückt oder die eigenen Anzeigen teilweise oder komplett “for free” einstreut?

  13. Echt lustig: Google lässt erstmal die anderen machen und setzt sich dann ins gemachte Nest. Erinnert mich irgendwie an VW :-)

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