In Deutschland sollen es rund eine Million Handybesitzer gewesen sein, die von den zehn Hauptbeschuldigten und den weiteren 206 Beschuldigten abgezockt wurden. Die Abzocke selbst führten die Beschuldigten über vermeintliche Flirt-SMS-Angebote durch. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel und erhob am Dienstag die Anklage gegen zehn Hauptbeschuldigte wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs.
Die anderen 206 Beschuldigten dürfen sich laut Oberstaatsanwalt Uwe Wick auf ein gesondertes Ermittlungsverfahren einstellen. Bei den Hauptbeschuldigten handelt es sich um Betreiber von solchen betrügerischen SMS-Börsen in denen man den Handybesitzern über äußerlich seriös erscheinende SMS-Kontakte das Geld aus der Tasche zieht. Diese SMS-Kontakt-Börsen sollen die Beschuldigten bereits seit 2005 betreiben.
Pro SMS die ein Handybesitzer verschickt fließen 1,99 Euro in fremde Taschen. Bei den rund eine Million Handybesitzern die bundesweit über den Tisch gezogen wurden, entstand ein Gesamtschaden von rund 57 Million Euro. Kein Wunder das die Anklage dann auf gewerbsmäßigen Bandenbetrug geht. Es sitzen bereits vier der Hauptbeschuldigten seit Dezember 2008 in Untersuchungshaft. Laut Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Kiel ist es in Deutschland das erste Mal, dass bei einem solchen Verfahren – im Bezug auf virtuelle Kontaktbörsen – die Beschuldigten in Haft sitzen.
Handybesitzer sind auf die Lock-SMS / Köder reingefallen. Diese wurden zwar von echten Menschen verschickt, jedoch nicht von Kontaktsuchenden oder Flirtlustigen. Verschickt werden solche SMS meist von sogenannten Animateuren die sich im Angestelltenverhältnis der jeweiligen Firma befinden und die Aufgabe haben, den Chat – egal ob SMS oder Internet – zu betreuen. Unter die Betreuung fällt dann eben schnell auch das Verschicken vermeintlich seriöser SMS-Angebote die nur dem Zweck dienen, aus dem Handybesitzer eine Antwort zu entlocken.
Leider lassen sich seriöse von unseriösen Angeboten nur sehr schwer unterscheiden. Neben der Prüfung des Impressums samt finanziellem Zustand der Firma, bleiben sonst nur wenige Optionen. Die Firma sollte man aber generell vorher prüfen. Kleine Firmen einfach nicht nutzen und bei großen Firmen die zur Bilanzierung verpflichtet sind, einfach über eBundesanzeiger.de den finanziellen Status ansehen. Der Sitz des Unternehmens sollte generell in Deutschland sein, damit rechtliche Schritte leichter gehen. Schade das man sich Kontaktsuche heute so kompliziert machen muss.









Das ist ja ein hohe Zahl.Danke für diese Infos, toller Blog.
WoW die Summe ist ja echt erstaunlich, dass kann man sich gar nicht vorstellen!
unvorstellbar das da keiner vorher gehandelt hat! mir stellt sich die frage ob es auch weisse schafe zwischen diesen schwarzen schafen gibt oder ob die ganze herde schwarz ist.
gibt es irgendwo sms chats wo man reale leute kennenlernen kann? oder stecken hinter jedem chat solche moderatoren?
Wenn ich mich jetzt nicht irre, ist die Abzockfirma doch aus Flensburg, oder? Ich wohne direkt neben Flensburg und dort war auch ein großer Artikel in der Zeitung und ein Bericht im Radio.