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Boston, Cassandra & Florida – Welch’ wunderbare Zeit

Wie sich das Business doch verändert. Schön, auf die alten Zeiten vor Florida und anderen Updates zurückblicken zu können. In einer Zeit als Google-Updates noch keine Namen hatten – sprich, vor dem Boston Update – war sicher nicht alles besser, aber ein paar Dinge waren damals wirklich sensationell, die heute leider sehr anstrengend sind. Ich möchte heute keinen Roman schreiben, aber mal ein paar Gedanken für mich selbst in die Welt tippen, die vielleicht dem einen oder anderen aus der Branche auch bekannt vorkommen, vielleicht sogar in gleicher oder ähnlicher Form durch den Kopf gehen.

Kommunikation im Web

Früher (man muss es so bezeichnen) war die Aktivität noch in Foren sehr hoch und man tauschte sich sehr offen über seine Erfahrungen, Experimente und Fehltritte aus. Es bildeten sich keine spürbaren Gruppen wie es heute der Fall ist. Heute hat man wirklich eine Art SEO-Süd und SEO-Nord-Fraktion. Aber die Gruppenbildung ist nicht schlimm, denn auf Konferenzen sind alle auf einem Haufen und auch sehr kommunikativ. Schlimm finde ich die Veränderungen in der virtuellen Öffentlichkeit. Spätestens nachdem auch Suchmaschinentricks.de starb – ist ja bis heute wahrlich nicht lebendig – schlug die Stunde der Hemmungen in der Informationsflut der Branche. Auch wenn es nur klein war, aber auch das Ende von OMTalk.com trug seinen Teil zur Veränderung der Branche bei.

Foren sind eigentlich ganz weg. Das Abakus-Forum ist zwar noch immer mit hoher Aktivität anzutreffen, aber das Niveau der Fragen und Antworten ist ganz anders als damals. Nein, Abakus als Agentur ist nicht vom Niveau schlechter – bloß nicht solch Sachen denken. Nur der Inhalt des Forums hat sich eben dem Wandel der Zeit stellen müssen. Es sind fast nur Fragen für Einsteiger, keine echten Experten-Diskussionen mehr zu finden.

Die Blogs haben sich auch verändert, zumindest die Mehrheit. Einige Blogs sind noch was sie mal waren, nämlich echter Mehrwert für die Branche. Dazu zähle ich unter anderen den zwar eher inaktiven aber trotzdem immer wieder sehr informativen SEO-Scene.de Blog der noch aus OMTalk-Zeiten stammt. Ein weiterer Blog der „wieder“ aktiv und echten Mehrwert bietet, ist der SEOkratie-Blog. Julian macht da jetzt wieder einen echt guten Job. Aber was will man machen, wenn vorher einfach mal die Zeit fehlte. Die beiden Tool-Blogs bei Sistrix.de und Searchmetrics.com sind ebenfalls sehr gehaltvoll. Aber dann? Ich meine ich rede ja nur von Blogs die mir aus der alten Zeit noch einfallen. Natürlich war damals der Searchmetrics Blog noch ein Linkvendor Blog. Also jetzt nicht meckern. Mehr Blogs fallen mir jetzt wirklich nicht ein, auf den ich heute noch echten Mehrwert entnehmen kann und wo ich sagen kann, hier finde ich noch ansatzweise den Stil der alten Zeit. Kommt mir jetzt nicht mit SEO-United, es ist kein Blog aus der alten Zeit sondern eine moderne Quelle von 2007.

Kommentare in Blogs und Foren

Doch bei allen Blogs hat sich trotzdem was geändert. Die Kommunikation in den Kommentaren. Schreibt heute jemand wirklich wertvolles Wissen aus eigenen Erfahrungen oder Experimenten, kommt meistens entweder nur Zuspruch und Lob oder es hagelt Tadel und Ablehnung. Was fehlt, ist die eigene Meinung. Fast keine Kommentare bestehen mehr aus Informationen die der Leser aus seinen Erfahrungen dem geschriebenen Wort entgegen bringt. Der Wille – bzw. die Umsetzung dessen – sein Wissen öffentlich zu teilen ist stark gesunken und kommt mir an manchem Tag verloren vor. Wohl bemerkt, wir sind bei Kommentaren. Gleiches Bild findet man auch in Foren. Die Beiträge von Leuten die Wissen verbreiten sind selten, aber die Antworten darauf bestehen noch viel seltener aus Ergänzungen etc. Der Begriff „Danke“ ist sowieso Mangelware in unserem Business und findet sich fast nur noch im direkten Austausch. Wobei ich hier auf eisy.eu noch damit klarkomme, denn wenigstens die Testberichte sind Inhalte, die gerne mal ein Danke kriegen. Soll auch kein Betteln ums Danke sein, nur ein Gedanke.

Ich habe mir diesen Beitrag auch vorher nicht überlegt sondern jetzt spontan begonnen und tippe einfach frei drauf zu. Einmal im Jahr soll’s so ein Inhalt schon sein. Okay, machen wir weiter. Die Kommentare in Blogs und Foren sind natürlich ein wichtiger Punkt der mir an der heutigen Zeit weniger gefällt als damals. Aber mal arrangiert sich mit so manchen Dingen versucht einfach so gut es geht gegen den Strom zu paddeln.

Linkkauf ist der neue Geiz

Klingt irgendwie komisch oder? Ich meine ich schreibe „Kauf“ und spreche von Geiz. Aber ehrlich, es ist so. Wer heute Links kauft ist irgendwie ein Teil des geizigen Systems. Damals wurden an allen Ecken noch Links getauscht und man sprach irgendwann vom Geiz beim Linktausch. Wenn man heute mal einen Link tauschen möchte, kriegt man entsetzte Blicke und Ablehnung zu spüren. Die Leute wollen gar nicht mehr richtig tauschen, nein, sie möchten lieber einen Link kaufen und das natürlich zum einmaligen Preis damit es keine Folgekosten hat. Tauschen? Ganz schwierig. Irgendwie möchten die Leute keine Links mehr von ihren Projekten rausgeben. Man könnte den Mitbewerber ja zu sehr stärken und einen Nachteil davon erhalten. Kommt man doch mal an jemanden der einen Tausch möchte, kann man froh sein.

Wirklich froh? Vergiss es. Damals hat man „gespuckt“ wenn wieder einer die Unterseite „/partner14.html“ angeboten hat und man wieder keine Mehrwert-Unterseite bekam. Selbst ein Footer-Link wäre ein Traum gewesen. Heute? Heute kannst Du solche Partnerseiten fasst nicht mehr finden aber auch Mehrwertseiten sind kaum noch zu finden. Die Leute haben sich Domains gezüchtet die sie speziell zum Linktausch nutzen. Nur noch von Expired-Domains und anderen Kram werden Links angeboten, aber haben wollen die Leute natürlich nur Links von echten, guten Seiten und dann direkt auf ihre guten Seiten. Sie wollen also etwas, was sie selbst nicht herausgeben möchten.

Es ist ziemlich wahnsinnig wie sich die Zeiten veränderten und weiterhin verändern. Da bin ich zum Beispiel ganz froh eine spezielle geschlossene Gruppe für Linktausch auf Facebook zu haben. In der Gruppe sind Leute, die selbst noch ordentlich tauschen wollen und wer mehrfach nur Müll anbietet wird gefiltert. Das funktioniert langsam aber sicher wieder richtig gut. Nur kommt man so natürlich nicht an die alte Reichweite aus 2002, 2003, 2004 … 2006.

Fazit

Die Branche hat sich ziemlich seltsam entwickelt. Ich kann viele Dinge nicht verstehen, habe sie aber natürlich akzeptiert und gehe dessen so gut wie möglich aus dem Weg. Vielleicht wollen viele Leute nur nicht mehr öffentlich über ihre Erfahrungen sprechen, weil bei kritischen Themen alles mundtot gemacht wird oder man Angst hat, die Konkurrenz könnte es schamlos ausnutzen – macht sie ja oft auch, obwohl ein Danke so einfach wäre. Die Welt ist schon ziemlich seltsam. Gut das wenigstens auf Konferenzen noch sehr offen gesprochen wird. Vielleicht ist nicht jede Session eine Offenbarung, aber wer zwischen den Sessions Kontakte sucht, der findet und der bekommt auch Input sofern er selbst jemand ist der offen spricht. Da freue ich mich auf die SEO Campixx und die nächste SEOkomm.

Dat war’s 🙂

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Über eisy 523 Artikel
Hi, ich bin eisy (Soeren Eisenschmidt) und blogge seit 2007 auf eisy.eu. Meinen Weblog fülle ich bevorzugt mit Fachthemen rund um SEO, Affiliate-Marketing und relevanter Software. Regelmäßig ist mein Wissen bei Print- und Online-Magazinen gefragt.

19 Kommentare zu Boston, Cassandra & Florida – Welch’ wunderbare Zeit

      • Ich meinte auch nicht als Blogger sondern ganz allgemein. Achso, die Serverzeit von eisy.eu geht eine Stunde vor.

      • Ja, Serverzeit geht falsch 🙂 aber nur noch für kurze Zeit.

        Und nein, da liegst Du falsch. Ich war da schon längst aktiv und habe mich schon recht viel mit all den Sachen befasst. Allerdings waren die Leute auch nicht ganz so vernetzt, wodurch man natürlich weniger Leute namentlich kannte.

        Nur macht einen das nicht gleich nicht aktiv.

  1. Wie Recht Du doch hast Sören!
    Leider geht die Branche genau diesen Weg. Mich persönlich nervt genau das, was du ansprichst, nämlich der Linktausch mit gezüchteten SEO-Linkschleudern auf expired Domains. Meistens sind diese auch noch so schlecht gemacht, dass jeder halbwegs affine Internetnutzer meilenweit gegen den Wind richt, dass die Webseite nur dem einen Zwecke dient.
    Wenn meine Schwiegermutter dies bereits erkennt und den Mehrwert dieser Seiten anzweifelt, wie unglaublich schnell muss Google dann im Erkennen dieser Seiten sein? Bin gespannt, wann da der große Knall kommt.

  2. „Zeiten ändern Dich!“, ein Zitat von jemandem, den man sonst eher nicht zitiert.

    Meine erste „Homepage“ hab ich 1996 gebastelt, war bei irgendeinem Anbieter von kostenlosem Webspace. Meine Domain war FreddyKrueger.irgendwas und es gab nur zusammengeklaute Bilder von nackten Weibern zu sehen.

    Aber hey, es war geil, da kamen echt Besucher. Damals natürlich keine Ahnung gehabt, wie und warum, aber so what.
    Wir haben alle möglichen Seiten verlinkt, dofollow und nofollow gabs nicht.
    Suchmaschinen waren schwierig zu handeln, hat man ein zu einer Suchanfrage ein cooles Suchergebnis gefunden, wurde es verlinkt. Ganz einfach so, ohne Gegenleistung.

    Als dann der e-commerce in Deutschland anfing zu boomen, fing die Veränderung an, die Spaßseiten wurden weniger, der Ernst kam auf.

    Viel später, so ab 2008 machte ich dann die ersten Erfahrungen mit Linktauschern, bzw. Leuten und Agenturen, die Links von meinen Seiten haben wollten und von Pseudoseiten Links zurückreichen wollten.
    Und das hat mich verändert, denn das Auftreten dieser Agenturen war dermaßen arrogant, dass ich sogar von einem Agenturinhaber offen herausgefordert wurde, eine Seite gegen eines seiner Kundenprojekte zu erstellen.
    Mich hats in den Fingern gejuckt, ich hab´s dann aber doch gelassen.

    Seitdem entscheide ich spontan, was die Links betrifft. Seiten von Personen, die mich inspirieren oder Wissen weitergeben, bekommen einen Link, ohne wenn und aber und ohne nofollow.

    Linkkauf selbst war mir immer schon zu doof, auch wenn diese Einstellung ein Wettbewerbsnachteil ist, so ist „Oldschool“ langfristig besser.

    Und ja, die Kommunikation hat sich verändert, ist harscher geworden. Stellt jemand eine Frage und Du beantwortest diese, dann sind es nicht nur negative Kommentare von Leuten, die eine andere Meinung haben, sondern auch von Leuten die aus irgendwelchen Gründen denken, Du würdest Dich mit der Preisgabe Deines Wissens aufspielen wollen.
    Ich habe da schon übelste Beschimpfungen und Dumm-machen erlebt, einfach als Ergebnis, weil man jemandem helfen wollte.
    Deshalb spare ich mir meine Kommentare oftmals.

  3. Deine Gedanken kann ich voll und ganz teilen. Ich bin eher der Hobby Seo, der auch (mal hier und da) Geld im Netz verdient und die Freiheit/Freizeit (!) besitzt nicht darauf angewiesen zu sein…
    Und ich sehe ein paar Dinge ganz anders, weil ich kein bekannter Seo bin.
    Ich bin nämlich weder Seo Süd noch Seo Nord (ich nenn das mal) Mitglied – und das macht alles nur noch schwieriger und ich hab auch nicht gedacht, das jemand wie Herr Eisy praktisch genauso denkt, wie ich kleine Wurst.
    Vor 5 Jahren wurde ich Seo ausversehen. Weil ich dachte, das Seo eine Art Gruppenbildung ist, die sich gegenseitig mit Links versorgen und dazu genialerweise Computer nutzt. Alles schön offen und freundlich und so… (die Räucherstäbchen glimmen…)
    Naja.

    Ab einem bestimmten Wissensstand bist Du wirklich in der Misere eigene Wege zu gehen, einfach weils nix wirklich neues gibt und man auch keine konkrete Anlaufstelle hat, welche regelmässig Hammer Content bietet (der nicht wiedergekaut wurde…). Gleichzeitig bemerkt man aber die Überseos, die öffensichtlich alle unter einer Decke stecken und so gar nicht Praktizieren, was sie selbst auf Ihren Seiten predigen, sondern Lichtjahre vorauseilen und ganz andere Sachen machen, von denen man dann liest, wenn die Überseos merken, das es eh schon jeder weiss. Alles ist übelst verstrickt und gleichzeitig völlig undurchsichtig von außen.

    Der einzigste Ausweg scheint zu sein, selbst Seo(agentur) zu werden, oder sein Hartverdientes für teure Seotreffen auszugeben. Nichts negatives sehe ich daran, ich find die Preise solcher Treffen unattraktiv! (Obwohl mir der Mehrwert sehr klar ist.)
    Oder ein Seo Blog könnte man noch machen um `da rein` zu kommen, aber man kann ja selbst nichts neues bringen, wie denn auch? (Deutsche Seo Blogs find ich qualitativ als einzigste in letzter Zeit wirklich super, aber wirklich erst seit so 2 Monaten… also nach Panda, haha… na sowas…), aber das macht alles ja noch komplizierter für jemanden der den Weg zu den Göttern sucht sozusagen.

    Seo´s sind allgemein, von außen betrachtet, ein geheimnisvolles Volk.

    Seos sind schließlich die, bei denen es eben Linkdienstleistungen gegen Geld gibt, und nicht die, bei denen man anklopft um Links zu tauschen.

    Der Gedanke ist eigentlich zimlich abwegig: Einem Seo Tauschangebote zu machen.

    Wenn man sich in der Seo Scene bewegt, kann man das vielleicht, oder hoffentlich nicht nachvollziehen.
    Es steht ja schon vor der Kontaktseite, wieviel was bei wem kostet! Das darf man als Seo immer nicht vergessen. (Klar kann man Seos trotzdem fragen, is mir schon klar.)

    Linktauschgruppen sind auch nicht gerade an jeder Ecke zu finden und wenn, dann muss man das als Normalo Seo erstmal finden. Nicht so leicht. Seos sagen ja nicht: „Hey, willste mal mittauschen?“ Sondern: „Hier, meine neue Linkkaufbörse is so cool, das Du da über meinen Aff Link auch dran teilnehmen solltest.“ Mal ehrlich Leute, so isses doch (wenigstens ein bischen 😉 )
    Ringt man sich als unbedeutender Seo durch, einen bekannten Seo zu kontaktieren, um die (bis dahin) undenkbare Frage zu stellen einen Link zu tauschen, war man warscheinlich nicht ganz nüchtern.
    Diese Hürde ist bekannten Seos meiner Meinung nach nicht bewusst und wenn einen Monat lang alle Seos darüber bloggen, wie man eine Link Anfrage NICHT stellen sollte, fragt man sich irgendwann, ob man so doof ist und mit einer Linkanfrage plötzlich als schlechtes Beispiel auf einem bekannten Seo Blog landen könnte (okay, das wär ja immerhin auch ein Link) 😉

    Ich hab mir diese Frage einfach verkniffen, und bin trotzdem auf Seos zugegangen und noch nicht angekommen anscheinend.
    Die Kommunikation mit Verkäufern ist von vornherein schlecht, wenn man denn keine Kaufabsicht hegt. Genial sind auch immer wieder Seos die einem sagen das sie zwar Ihre Insidergruppen haben, aber willste nicht lieber erstmal mein Linkpaket kaufen? (ächz…)

    Das was Du hier ansprichst musste mal so geschrieben werden, denn es geht doch eigentlich um nichts anderes als LINKS LINKS LINKS (in meinen Augen um UMSONST LINKS! Kaufen kann wirklich jede Bettratte und so wird es auch kommen.)
    Früher waren Seos noch nicht mit den Dicken Eiern und Konten unterwegs, heute ist das anders. Na klar schlägt sich das unter Seos genauso nieder wie in der realen Welt, wenn es um nichts geht als um Geld. Andere Dinge stehen beim Thema seo ganz hinten, mal ehrlich.

    Linkkauf geht dann bald soweit, das SEOs sich das nicht mehr leisten können, da sind die Helden wieder die mit viel Geld 😉 – und für die schuften die meisten Seos jetzt schon freiwillig.

    Das es Links gegen Geld gibt, passiert zufällig jetzt, wo sich die Großen übereifrig positionieren und mit Geld Seos kaufen (nicht deren Leistung, die Seos selbst meine ich…)
    Früher hat man Taschengeld aufgebessert, heute muss man seine Kinder ernähren.
    Ich bin nur froh das es Dein Blog noch gibt!
    Das alles passiert in einer Zeit von SOCIAL und NETWORKING. hehe. Genial!
    Ein anderer Grund mag dieser luschige Weichwasch Ton der überall vorherscht sein: Da entsteht halt nur noch Müll. Haben wir Angst ein Kommentar-Link wird gelöscht weil unsere Worte zu ehrlich waren, oder was ist da der Grund für dieses Honig ums Maul geschmiere in den Kommentaren heutzutage?

  4. Du hast ja mit einigen Recht. Aber genauso wie du schon reagiert hast mit deiner Facebook Gruppe haben sich eben auch schon andere abgeschottet und ihre eigenen Strategien entwickelt damit umzugehen, daher boomen ja auch eigene Linknetzwerke, Linkräder etc.

    Irgendwie erinnert die Situation im Seo-Bereich derzeit an die Situation wie es schon vor zehn Jahren im Rotlichtbereich des Webs war und dort immer noch ist. Wenn die Menschen merken, dass man damit Geld verdienen kann, dann gibt es die guten Infos eben wirklich nur noch von Angesicht zu Angesicht.

    Außerdem sollte man aber bei dem ganzen „Wehklagen“ über die gute alte Zeit auch mal folgendes Bedenken:
    Wenn man jetzt als zukünftiger Seo nicht gerade im Kreditbereich, bei Versicherungen oder teuren Urlaubsreisen mit einsteigen möchte und das von 0 auf 100, dann findet man durchaus brauchbare Infos. Das, was es im Netz zum Thema Onpage und zu den Grundlagen von Offpage gibt, ist durchaus ausreichend, um, nicht in drei Wochen und nicht ohne Fleiß und Arbeit, sich etwas EIGENES aufzubauen. Bestimmt auch mit Rückschlägen, aber die kosten wenn nur Zeit, nicht Millionen. Man muss aber vielleicht erst mal als Webmaster einer/mehrere Seiten mit Inhalten anfangen und nicht gleich als Seo. Seo kann man ja immer noch werden. Aber das will ja keiner hören. Und sicherlich klappt es auch nicht bei jedem, aber es kann auch nicht jeder Nobelpreisträger werden oder Sternekoch.
    Und dank den Partnerprogrammen von Google und Amazon, die es so ja vor zehn Jahren noch gar nicht gab, oder gerade erst gab, haben auch Anfänger durchaus die Möglichkeit mit was eigenes was aufzubauen und auch langfristig Geld zu verdienen.
    Manche Infos dazu kosten zwar Geld, wie ja auch dein Mitgliederbereich hier, andere Infos muss man mühsam filtern. Und manche kosten Geld und man muss trotzdem noch filtern 🙂 (was jetzt aber ausdrücklich nicht für den Bereich hier bei Dir gilt).

    Und, ich könnte jetzt noch einiges weiterschreiben, aber das soll ja auch kein Roman werden.

    Natürlich sind echte Diskussionen im Kommentarbereichen von Blogs und/oder auch in Foren fast schon Mangelware geworden oder waren es schon immer. Aber! Das ist eigentlich gut so. Meine Meinung. Man kann einerseits natürlich bemängeln, dass so kaum ein Austausch von Wissen stattfindet. Aber, es gibt ja noch einen anderen Aspekt: Ich kenne meinen Gegenüber ja gar nicht: Ich weiß erstmal nichts über ihn. Ich muss den- oder diejenige aufgrund einiger Zeilen Text beurteilen und einschätzen und das nur mit einer Anreihung von Buchstaben, sinnvoll (oder auch nicht) strukturiert mit Leerzeichen und Satzzeichen. Vielleicht noch garniert mit Smilys. Die Gefahr ist groß missverstanden zu werden, größer als im „echten“ Leben und wenn es nur am Telefon ist. Vielleicht würde meine Meinung ihn ja fertig machen, aus Gründen, die ich gar nicht kenne, kennen kann. Vielleicht trete ich eine Diskussion breit, die ihn fertig macht und ich bin schuld?
    Es gibt natürlich auch Ausnahmen: Blogger, bei denen man schon so oft gelesen hat, dass man meint denjenigen halbwegs einschätzen zu können.
    Kleines Beispiel: In einem Blog wurde neulich ein anderer Blog vorgestellt, der Testberichte über alkoholische Getränke veröffentlicht. Ich hab eine Frage gestellt und der Gegenüber hat meine Frage teilweise missverstanden und sich halb schon dafür gerechtfertigt, dass er ja nur verkosten würde und nicht saufen. Das war mir sehr peinlich, denn das war nicht im geringsten von mir irgendwie auch nur angedeutet worden – dachte ich. Falsch gedacht.

    Natürlich sollte jeder, vor allem wenn er im Netz sein Geld verdient oder verdienen möchte, genug Selbstvertrauen haben, um sowas wegstecken zu können. Aber nicht jeder weiß wirklich auf welche Geister er sich da einlässt. Und ich weiß nicht, wer mir gegenüber sitzt.

    Und damit mach ich jetzt lieber Schluss … das ufert sonst aus. Auch wenn mir noch einiges einfallen würde und das eine oder nur angerissen wurde, aber ich meine, das klar ist, worauf ich hinaus will: Die scheinbare Anonymität im Netz schreckt auf verschiedene Weisen ab. Mich und sicherlich auch andere eben auf oben beschriebene Art und Weise. Wobei ich natürlich nicht behaupten möchte, dass das bei allen der Grund ist. Es ist nur ein Grund.

    Andre Ulrich im Kommentar vor mir hat ja noch andere Aspekte angesprochen, warum man sich ab und an lieber mal einen Kommentar verkneift.

  5. Warum sollte ein SEO jetzt seine Erfahrungen, „Geheimnisse“ oder sonstwas einfach so ausplaudern? Klar, weil er Neulingen damit helfen könnte. Aber die Neulinge sind doch unterm Strich auch nur Konkurrenten die wiederum nichts dafür (von ihrem Wissen) hergeben. Und wenn es früher darum ging „wie geht das“ geht es doch heute darum „ich muss meine Familie ernähren“ – oder?

    Und wenn jemand auf eine Konferenz geht, wie oft müsst ihr unterschreiben das ihr nichts sagen dürft? Habt ihr noch den Überblick was alles unter dieser Schweigepflicht gesagt wurde? Ich denke viele halten auch deswegen die Klappe – um eben keine teuren Vertragsstrafen bezahlen zu müssen.

    Und der kleine Neueinsteiger hat entweder genug Kohle rumliegen oder kann sich solche RL-Treffen halt nicht leisten.

    Im Prinzip isses aber ein Thema das durch die ganze Gesellschaft geht und sich irgendwie seit den 80ern immer und immer weiter verstärkt. Es zählt immer mehr das ich und viel weniger das wir.

    Niemand will mehr helfen – weil die Hilfe seine Existenz bedrohen könnte. Niemand frägt mehr vernünftig, geschweige denn schaut vorher mal bei Tante Google nach oder bedankt sich im nachhinein. Im Gegenteil, dauert eine Antwort mal zu lange, wird auch noch gemeckert (was auch schon nach 15 Minuten sein kann). Am besten und häufigsten in privaten, kostenlosen Foren zu sehen, in denen Leute in ihrer Freizeit antworten… als ob sie nichts anderes zu tun hätten…

    Viel zu viele denken sie wären der Mittelpunkt der Welt und verhalten sich entsprechend. Was einer vernünftige Konversation im Wege steht. Viel zu viele haben, die nicht unbegründete, Angst das ihr Wissen von denen mit mehr Geld und Möglichkeiten ausgenutzt wird und sie so ihrer Arbeitsgrundlage (von der sie die Familie ernähren müssen) beraubt werden.

    und @eisy: ist es mit der geschlossenen Facebook-Gruppe den so viel anders? Wer hat den wie die Chance da rein zu kommen? Wie kann einer kleiner Neuling den vernünftig lernen welche Links wirklich zum Tausch angebracht sind? Wenn einer nur Schrott hat, wird er aussortiert… Warum wird nicht versucht ihm zu helfen nicht nur Schrott zu haben? Nein, ich war/bin nicht in der Gruppe, Dein Post klang nur ein bisschen so. Das Du Dich, vollkommen zu Recht, über den Zeitenwandel beschwerst – ihn aber auch voll mitmachst. Nein, nicht voll. Als Premiumuser weiß ich das Du auch wirklich Wissen von Dir Preis gibst. Wie „aktuell“ das wiederum ist, keine Ahnung. Teilweise hats mir geholfen. Teilweise fehlt mir dann aber auch einfach der Abschluss gewisser Serien… Denkanstöße sind allerdings auf jeden Fall dabei und unterm Strich bereue ich die Bezahlungen an Dich nicht. Hab die Infos aber halt auch nur gegen Bares bekommen, nicht durch ein kostenloses Forum oder öffentlichen Blogbeitrag…

    • Hallo Andreas,

      in die Facebook-Gruppe kann prinzipiell mal jeder rein. Die Gruppe ist deshalb geschlossen, damit die Daten nicht alle öffentlich in der Timeline stehen und damit man ein bisschen die Kontrolle darüber hat, wann SPAM-Accounts beitreten die dann nur Ref-Links verteilen. Aus einem anderen Grund ist die Gruppe nicht geschlossen. Es sind an die 300 Leute und die freuen sich alle über neue Mitglieder die ebenfalls Links tauschen wollen. Und natürlich hilft man den Leuten darin auch. Es ist nicht so, dass jemand aus der Gruppe gehen muss, weil er nur schlechte Links anbietet. Klang vielleicht etwas falsch, sorry. Gemeint ist, dass die Leute mit der Zeit gehen müssen, die dauerhaft nicht lernen und immer nur ihre gezüchteten Seiten anbieten.

      Der Premium-Bereich ist im Prinzip auch nur da, damit es nicht komplett in Google landet. Sonst hätte ich da bestimmt keine lächerlichen 10 Euro als Hürde drin, wo schon fast die Buchhaltung mehr Kosten verursacht. Und im Archiv von eisy.eu stehen wirklich auch viele Infos die einen weiterbringen. Achso, bzgl. Deiner Frage zur Aktualität: Die Infos im Premium sind aktuell. 🙂

      Grundsätzlich zum Beitrag möchte ich aber noch anmerken: Es geht nicht darum die heutige Zeit ins schlechte Licht zu stellen. Es waren nur Gedanken zur damaligen Zeit. Es folgt die Tage auch ein Beitrag mit Gedanken zur heutigen Zeit und in dem stehen dann halt die positiven Dinge für heute. Kommt mir gerade ein bisschen so vor als würde man es so sehen, als wäre es mein Ziel, die alte Zeit zu loben und die neue Zeit zu verteufeln. Dem ist nicht. 😉

      • Hallo Eisy,

        apropos Premium-Bereich und Aktualität – wird es demnächst wieder ein bisschen mehr Premium-Beiträge geben?

        Als ich mich vor ein paar Monaten für den Premium-Bereich angemeldet habe, gab es regelmäßig interessante, neue Artikel, vielen Dank dafür. In den letzten drei Monaten gab es exakt nur drei Artikel, an jedem Monatsanfang einen 🙂 Und im Februar noch gar keinen.

        Da ich im „Geld verdienen im Internet“-Bereich Neueinsteiger bin und mit „richtigem“ SEO deswegen nicht viel zu tun habe, überlegte ich gerade vor ein paar Tagen, meine Mitgliedschaft am Monatsende nicht zu verlängern. Aber vielleicht hast du ja ein paar interessante Premium-Themen/-Artikel in der Warteschleife? Dann bleibe ich gerne 🙂

        Viele Grüße

        Martin

      • Hallo Martin,

        daher warten viele Leute einfach ein paar Monate bis einige Beiträge drin sind, buchen dann einen Monat und lesen die Infos dann gebündelt. So muss man keinen Leerlauf mitmachen. Ich würde gerne viel mehr Inhalte im Premiumbereich schreiben, aber wenn ich „krampfhaft“ Themen suche, kommt nur trockener Staub bei raus und das will man nicht unbedingt lesen. Die bisherigen Beiträge sind alle spontane Ideen gewesen und das funktionierte auch am besten.

        Wenn Du natürlich Vorschläge für Themen hast, immer her damit. 🙂 Ansonsten kommt wieder ein Beitrag, wenn eine Idee dafür gut genug erscheint.

      • Hallo eisy,

        klang bei mir wohl auch bisserl komisch, das mit dem internen Bereich. Ich persönlich, und ich sehe mich als absoluten Noob im SEO Bereich, habe definitiv schon verdammt viel von Dir gelernt – und konnte auch eigene Erfolge damit erzielen. eisy.eu gehört mittlerweile zu den 4-5 Blogs die ich regelmäßig lese.
        Nein, früher war natürlich nicht alles besser. Alles hat seine hellen aber auch dunklen Momente. Und dieses Schweigen, wenigstens in großen Teilen, ist ja auch verständlich. Ärgerlich für Leute wie mich, aber verständlich.
        Und das mit der Facebook-Gruppe kam dann bei mir komplett anders an wie von Dir gemeint. Unter den jetzt genannten Kriterien ist es was komplett anderes.
        Mal ne andre Frage: lohnt es sich auch für jemanden der noch nicht X-Seiten hat, die noch nicht toll ranken oder was-weiß-ich-was an Geld ausspucken sich TS3 zu holen und an einem virtuellen Stammtisch teilzunehmen?

      • Definitiv lohnt sich die Teilnahme am virtuellen Stammtisch. Dazu muss man kein groß angelegtes Wissen haben. Da muss man sich auch mit allgemeinen Fragen etc. nicht verstecken sondern einfach offen ansprechen. 🙂 Funktioniert super die Mischung aus Leuten die schon Jahre drin sind und Leuten die einsteigen, oder erst einige Monate dabei sind. Gibt keine „Großen“ und „Kleinen“ und soll einem auch nie so vorkommen. 🙂 Also, einfach einloggen und mitmachen.

  6. Danke Sören dass du trotzdem weiter schreibst. Und was Kommentare angeht klappts hier ja noch recht gut, im Premiumbereich noch besser.
    Bei den meisten anderen Blogs klappts nicht, es sei denn jemand der bekannteren Namen kommentiert auch mal, dann passiert auch was. Ist leider selten

  7. Erst mal vielen Dank 🙂
    Wenn die Alten aussteigen: ist doch gut. So kommt frischen Wind rein. Bloggen ist doch immer auch Marketing in eigener Sache. Und wenn das Standing stimmt, wird weiteres Engagement uneffektiv. Ab dann lässt man sich als „graue Eminenz“ feiern und untermauert den Ruf durch Desinteresse 😉

    Für Neueinsteiger ist es vielleicht schwieriger, aber das ist doch letztlich eine natürliche Selektion. Einige werden es immer schaffen, und die breite Masse eben nicht.

    Ich bin ganz froh, dass ich erst 2009 eingestiegen bin, so kann ich wenigstens nicht wehmütig werden …

    Abgesehen davon finde ich viele Diskussionen in Blogs sehr gut und hilfreich – zum Beispiel in den oben genannten Blogs. Der Blog ist doch das Forum von heute, weil sich das Engagement für den Betreiber mehr und direkter lohnt.

  8. Was ich als bemerkenswerten Unterschied zu 2003/2004 sehe (als ich angefangen habe):
    Damals war SEO einfach nur ein Mittel zum Zweck. Heute wird es behandelt, als ob es eine Religion ist.
    Ich meine ganz ehrlich: Es ist eine Suchmaschine, jeder Gedanken, den man daran verschwendet, sollte einem doch Leid tun 😉

    Klar braucht man es, aber ich sehe keinen Mehrwert darin, das unnötig aufzubauschen.
    Strategie erarbeiten —> umsetzen –> weiter informieren –> fertig. Es ist doch immer noch das gleiche wie vor 10 Jahren. Links, Content, fertig.

  9. Ich bin jetzt noch nicht so ein alter Hase im Internetgeschäft und bin erst seit 3 Jahren nebenberuflich dabei. Aber einen Teil der Erfahrungen, welche hier geschildert wurden, kann ich auch so bestätigen. Linktausch mit guten Seiten ist absolut zur Ausnahme geworden. Dafür werden Spam-Mails, welche wirklich tolle Links von noch so besseren Websites versprechen, immer mehr.

    Entgegen wirken kann mann meiner Meinung nach nur, wenn man seinem Tauschparnter wirklich einen Mehrwert bietet. So zum Beispiel find ich einen gegenseitigen Tausch von Artikel wesentlich besser, als den Tausch von Links aus bestehendem Content.

    So kann man seinem Tauschpartner auch wirklich einen Mehrwert für seine Website bieten. Als Gegenleistung erhält man einfach einen Link auf eine themenrelevante, gute Seite.

    Viele Grüße

    Sven

  10. So, war leider letzte Woche beim Skifahren und diese Woche im Kundenstress, weshalb meine Antwort so spät erfolgt. Aber wenn schon Suchmaschinentricks.de erwähnt wird, muss ich ja reagieren. 😉

    In der Tat war die Kommunikation „damals“ einfacher und sicher hat es geholfen, dass es mit dem Suchmaschinentricks-Forum (zumindest anfangs) nur eine zentrale Anlaufstelle gab. Aber wir sollten bei aller Nostalgie im Rückblick nicht vergessen, dass SEO damals viel offener diskutiert werden konnte, alleine schon, weil wir viel weniger SEOs waren. So funktionierte der höchst nervige Gästebuch-Spam über Jahre hinweg, da musste niemand Angst haben, dass er ein Staatsgeheimnis verriet, wenn er Gästebuch-Einträge als Optimierungsmittel pries. Heute würden sich auf ähnliche „Tricks“ ganze Horden von SEOs stürzen und Google müsste viel schneller reagieren. Hinzu kommt, dass heute diejenigen, die gute Dinge beitragen können, entweder ihr eigenes Blog schreiben oder wegen Kundenaufträgen keine Zeit fürs Schreiben haben. Meistens ist wohl beides der Fall. Und zum Thema „Linkkauf ist der neue Geiz“ – das ist wahr, liegt aber oft daran, dass Links für Kunden besorgt werden, die wiederum nicht rauslinken wollen.

    Jedenfalls hast du recht mit deiner Analyse, dass sich viel verändert hat in den letzten Jahren; allerdings finde ich, dass der Umgang in der Branche immer noch sehr angenehm ist – angesichts des großen Wachstums ist das ja nicht wirklich selbstverständlich.

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