5

1.000 Opfer durch Internet-Abzocke per E-Mail

Am Montag hat es ein bislang bundesweit beispielloses Urteil am Landgericht Göttingen gegeben. Drei Jura-Studenten wurden wegen Betrug im Internet, zu Freiheitsstrafen verurteilt die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die zwei Haupttäter sind 26 Jahre und stammen aus Fulda und Hamburg. 18 und 15 Monate Haft auf Bewährung für die beiden. Wegen Beihilfe wurde noch ein 25 Jahre junger Göttinger zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Weiter müssen die drei bis zu 25.000 Euro an Einrichtungen der Opferhilfe zahlen.

Die Zwangsspenden – so bezeichne ich sie jetzt mal – sind aber gerechtfertigt, denn Geld haben die drei Jura-Studenten über die Betrugssache ausreichend einkassiert. Per E-Mail lockten die drei Täter ihre Opfer auf manipulierte Internetseiten. Dort ankommen haben die Besucher ohne es zu merken, direkt einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen. Mit dieser Masche gelang es den Studenten über 130.000 Euro zu bekommen.

Man hat sich ja was verdient oder? Dachten sich scheinbar auch die drei Täter und haben sich ein schönes Leben damit finanziert. Im Internet wurden erst mal neue Server angemietet um die Kapazitäten weiter zu maximieren. Solche Websites brauchen natürlich Platz. Wenn man sich Tausende E-Mailadressen kauft – die auch nicht immer günstig sind – so generiert man auch Traffic, das braucht schon mal einen guten Server.

E-Mails wurden durch die Betrüger in einem recht großen Stil verschickt. In den E-Mails wurden die Empfänger aber nicht mit Viagra oder Tamiflu geworben, sondern mit Elektrogeräten. Den Opfern wurden angebliche Gewinne von Elektrogeräten mitgeteilt. Außerdem lockte man seine Opfer mit Listen von angeblich geheimen Elektro-Schnäppchen auf manipulierte Seiten.

Nach dem Öffnen der manipulierten Seiten wurde eine Rechnung über mindestens 86 Euro verschickt. Da sehr viele Opfer diese Rechnung bezahlt haben, ist der Gewinn der Betrüger recht hoch ausgefallen. Etwa 1.000 Opfer haben einen Gesamtschaden von ca. 130.000 Euro erlitten. Das dies beim Versand von – in Anführungsstrichen – nur gut 27.000 Rechnungen erzielt wurde, zeigt wie effektiv solche Spam-Maßnahmen noch immer sind. Auf der anderen Seite zeigt es aber auch, dass auch in Deutschland der Betrug mit Konsequenzen bestraft wird.

Kategorie: Internet Tags: , , , ,

Dieser Artikel hat bereits 2.052 views

Linkbutler.de - Link-Management

5 Antworten zu "1.000 Opfer durch Internet-Abzocke per E-Mail"

  1. Yuri sagt:

    Na das war es dann wohl mit dem Jura Studium. Dieses Mal hat es die richtigen getroffen.

  2. Dirk sagt:

    Ich finde es einfach unglaublich, wie viele auf diese Rechnungen reagieren und sogar bezahlen. Wenn man diesen Zahlen glauben kann, ist es ja sogar jeder 27ste, der eine Rechnung bezahlt, ohne dafür eine richtige Leistung erhalten zu haben.

    Mittlerweile sollte doch eigentlich jeder über diese Art des Betrugs aufgeklärt sein und wissen, dass man eben nicht einfach irgendwelche Rechnungen bezahlt.

  3. Matzek sagt:

    Es gibt sicher genug gutgläubige bzw. unwissende Menschen im Web.
    Aber: Wenn bekannt ist, dass diese Studenten 130.000€ durch den Betrug erwirtschaftet haben, warum beträgt die Strafe dann nur 25.000€? Irgendwie merkwürdig…

  4. Steven sagt:

    Böses Fulda… immer wieder negativ Schlagzeilen zu solchen Themen wie Abzocke, irgend wie verdächtig. *lol*

Antwort hinterlassen

Antwort eintragen

© 2007 - der Joghurt verfällt - eisy.eu Marketing Blog ® eisy.
.